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The Visitation

Heimsuchung
The Visitation
The Visitation
Oskar Kokoschka, Heimsuchung, 1912, Öl auf Leinwand, 80 × 127 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 4008
© Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien 2025
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • The Visitation

  • Date1912
  • Künstler*in Oskar Kokoschka (1886 Pöchlarn – 1980 Villeneuve)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    80 × 127 cm
  • SignatureMonogrammiert links oben: OK
  • Inventory number4008
  • Locations Belvedere, Upper Belvedere, 2. Floor (west), Room NW2
  • Credit Line1945 Legat Carl Moll
  • Das Bild entstand im Vorfeld der "Großen Kunstausstellung" 1912 in Dresden, wo es zum ersten Mal präsentiert wurde. Carl Moll, der künstlerische Leiter der Galerie Miethke und Förderer Kokoschkas, hatte in seiner Funktion als Ausstellungskommissär das Werk in Auftrag gegeben. Wurde das Gemälde bei der Dresdener Schau noch als "Weiblicher Akt" tituliert, so tritt im Rahmen einer Ausstellung der Berliner Secession im Jahre 1916 bereits die Bezeichnung "Heimsuchung" auf, die auch Kokoschka später verwendete. Aus unmittelbarer Nähe betrachtet sitzt ein monumental aufgefasster weiblicher Akt in einer Landschaft, an deren Horizont ein kleines Dorf zu erkennen ist. Kokoschka platziert die weibliche Gestalt nun nicht mehr vor einem diffusen Hintergrund, wie es für seine frühen Porträts typisch war, sondern erschließt den Tiefenraum entlang einer diagonalen Bildachse. Die den Bildaufbau dominierende kristalline Struktur, die auf den Einfluss von Kubismus und Futurismus zurückzuführen ist, relativiert jedoch wieder den somit entstandenen räumlichen Eindruck. Obwohl sich die "Heimsuchung" dem Titel nach einer Gruppe von biblischen Darstellungen aus den Jahren 1911/12 zuordnen lässt, ist der direkte alttestamentarische Bezug im ikonographischen Sinn nicht augenscheinlich. Vielmehr erinnert der Bildtypus einer sitzenden Frau mit sinnend aufgestütztem Kopf an die Tradition der Melancholiedarstellungen, die auf einen Kupferstich Albrecht Dürers aus dem Jahr 1514 zurückgehen. Carl Moll vermachte die "Heimsuchung" testamentarisch der österreichischen Galerie. — [Harald Krejci, 4/2010]