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Woman in White

The depiction shows a young woman who is slightly turned to the side and smiling at the viewer. Her face is soft and oval-shaped, with a friendly expression. She is wearing an elegant, flowing garment that outlines the contours of her figure. Her hair is styled up, and she has a relaxed posture that radiates confidence. The background is in darker tones, which emphasizes the figure.

[AI-generated with ChatGPT]
Woman in White
The depiction shows a young woman who is slightly turned to the side and smiling at the viewer. Her face is soft and oval-shaped, with a friendly expression. She is wearing an elegant, flowing garment that outlines the contours of her figure. Her hair is styled up, and she has a relaxed posture that radiates confidence. The background is in darker tones, which emphasizes the figure.

[AI-generated with ChatGPT]
Gustav Klimt, Dame in Weiß, 1917/1918, Öl auf Leinwand (unvollendet), 70 x 70 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 4286
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Woman in White

  • Date1917/1918
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas (unfinished)
  • Dimensions
    70 x 70 cm
  • Inventory number4286
  • Location Upper Belvedere

  • Lady in White is one of the unfinished paintings found in Gustav Klimt’s studio after his death. It is a good example of the painter’s approach in his late period: Klimt positioned his unknown model within the square canvas so as to form a diagonal that divides the picture space. This creates three sections in the composition, with the figure at the center, a light background on the left, and a dark surface opposite. While the visible brushwork is typical of Klimt’s late paintings, the pronounced flatness of the image is a characteristic of Viennese Jugendstil.
  • Essay

    Dame in Weiß
    Alexander Klee ORCID logo

    Beschreibung

    In einem quadratischen Format ist die Halbfigur einer Frau wiedergegeben, die ihren Kopf den Betrachtenden im Dreiviertelprofil zuwendet. Das Gemälde ist unvollendet, in einem überarbeiteten Zustand. So überschnitt die Haartracht ursprünglich nicht die obere Bildkante und reichte über den Nackenbereich hinaus bis an den Rücken. Der Arm ist abgewinkelt. Über ihn spannt sich ein Tuch, welches um die Schultern gelegt zu sein scheint. Die Komposition ist in drei Flächenkompartimente aufgeteilt: eine helle, weiße Fläche mit pastoserem Farbauftrag, eine den Körper und das Gesicht einschließende und eine dunkle, hinterfangende Fläche, die die Haartracht mit einbezieht. Der Kopf nimmt dabei, trotz seiner exzentrischen Positionierung am oberen linken Bildteil und trotz seiner für ein Porträt vergleichsweise kleinen Fläche, eine Schlüsselposition ein. Indem die unterschiedlichen Helligkeitsgrade und Flächen aufeinandertreffen, wird es zum Zentrum des Bildes. Gleichzeitig bewirken die großen Flächen eine Irritation in der Wahrnehmung, die zwischen flächiger und raumhaltiger Wahrnehmung der Figur schwankt. Diese flächige Auffassung ist kennzeichnend für viele Künstler*innen der Wiener Secession. Prototypisch zeigt das unvollendete Gemälde diese betonte Flächigkeit und die Entstehung eines kompositionellen Gefüges auf der Grundlage flächiger Formen in Klimts Arbeitsprozess. Es spiegelt die Vorgehensweise und die Intention der Formkünstler innerhalb der Secession bis 1905 und danach in der Kunstschau-Gruppe. So lässt sich ein ganz ähnlicher Kompositionsaufbau in großen Flächen bei Max Kurzweil, in seinen Bildnissen Bettina Bauer (Abb. 1) und Mira Bauer (Abb. 2), beobachten. Aber auch darüber hinaus finden sich Kompositionen auf der Basis von großen, oft geometrisch anmutenden Flächen bei vielen Künstler*innen der Donaumonarchie am Beginn des 20. Jahrhunderts.[1] Die Komposition und die Charakteristika der Formen ergeben den besonderen Stil. Klimts Werk steht damit paradigmatisch für die Postulierung der Form und ihrer stilistischen Bedeutung, wie sie in Adolf Hölzels Aufsatz Über Formen und Massenvertheilung im Bilde in Ver Sacrum, der Zeitschrift der Wiener Secession, beschrieben wird (Abb. 3). Hölzel führt anhand von Werken von Dierc Bouts, Sandro Botticelli und Peter Paul Rubens aus, wie charakteristische Formen Stile definiert haben. Für Hölzel sind Stile Ausdruck von künstlerischen Moden: „Moden in der Kunst darf man also nicht wie etwas Widerliches, als ansteckende bösartige Krankheit ansehen, sondern sie bilden stets den Ausdruck besonderer, für die Zeit massgebender künstlerischer Kraft, die ihrer Zeit den Stempel aufzudrücken und sie unter Umständen über andere Zeitabschnitte hoch zu erheben vermag.“[2] Für die gestalterischen Prinzipien der Wiener Secessionskunst ist Klimts Dame in Weiß daher beispielhaft.

    Einordnung ins Gesamtwerk

    Das Gemälde muss aufgrund der malerischen Durchführung nach 1916 begonnen worden sein und fand sich bei Klimts Tod 1918 in überarbeitetem, jedoch unvollendetem Zustand im Atelier. Diese Umstände erklären das Fehlen der Signatur und den Nachlassstempel. Das Bild weist in der Komposition große Ähnlichkeiten mit dem Bildnis einer Dame (Backfisch) (Abb. 4) auf, welches sich heute in der Galleria Ricci Oddi in Piacenza befindet.[3] Dieses Porträt, bereits 1910 in einer ersten Version ausgestellt, wurde von Klimt in seinen letzten Lebensjahren intensiv überarbeitet. Bei Dame in Weiß ist der Kopf betont aus der Mittelachse herausgerückt, sodass die Haartracht jetzt den Bildrand überschneidet und das Gesicht dem Betrachter weiter zugewandt ist. Der Körper bleibt kein Bruststück, sondern wird ab der Hüfthöhe wiedergegeben und vermittelt durch die Armhaltung Selbstbewusstsein. Die Farbigkeit knüpft an die letzte Version von Bildnis einer Dame (Backfisch) an, was für einen Beginn im Anschluss daran spricht, vermutlich um 1916/17.[4] Auch zeigt das Gemälde Verwandtschaften zu Skizzen, die 1917/18 entstanden sein dürften (Abb. 5)(Abb. 6), was ebenfalls für eine Entstehung in diesen Jahren spricht. Franz Smola legt die Ähnlichkeiten der beiden Werke detailliert dar und schließt daraus, dass es sich bei Dame in Weiß möglicherweise – wie bei Bildnis einer Dame (Backfisch) – um ein weiteres Bildnis von Ria Munk handelt, worauf auch die Untersuchungen der übermalten Partien und deren Übereinstimmungen mit dem Bildnis Ria Munk III (Abb. 7) hindeuteten.[5]

    Anmerkungen

    Vgl. Agnes Husslein / Alexander Klee (Hg.), Kubismus – Konstruktivismus – Formkunst (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2016.

    Adolf Hölzel, „Vorwort zu Über Formen und Massenvertheilung im Bilde“, in: Ver Sacrum, 4. Jg., Heft 15, 1901, S. 246.

    Hierauf hat schon Tobias Natter in seinem Werkverzeichnis hingewiesen: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 238.

    Hierzu ausführlich Franz Smola, „Gustav Klimts Bildnis einer Dame in der Galleria Ricci Oddi in Piacenza. Ein ‚verstecktes‘ Porträt von Ria Munk?“, in: Hemma Schmutz / Elisabeth Nowak-Thaller (Hg.), Die Reise der Bilder. Hitlers Kulturpolitik, Kunsthandel und Einlagerung in der NS-Zeit im Salzkammergut (Ausst.-Kat. Lentos Kunstmuseum, Linz), Linz 2024, S. 323–331.

    Ebd.

    Abbildungen

    • Nachlass Gustav Klimt.
    • 1928 Broncia Koller, Wien .
    • Dr. Hugo Koller (?).
    • Rupert und Silvia Koller (?).
    • Kunsthandlung Welz, Wien
    • 1948 Ankauf Kunsthandlung Welz, Wien
    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • Gedächtnis-Ausstellung Gustav Klimt, Kunsthandlung Gustav Nebehay, Wien 6.2.–6.3.1919 (ohne Katalog))
    • Oostenrijksche Schilderijen en Kunstnijverheid 1900–1927, Gemeentemuseum, Den Haag 15.10.–13.11.1927
    • Oostenrijksche Schilderijen en Kunstnijverheid 1900–1927, Kunstkring, Rotterdam 19.11.–12.12.1927
    • Oostenrijksche Schilderijen en Kunstnijverheid 1900–1927, Stedelijk Museum, Amsterdam 1.1.–22.1.1928
    • Wahrscheinlich: 42. Ausstellung. Gustav Klimt – Bruno Lauterbach, Neue Galerie, Wien 30.3.–18.4.1928 (ohne Katalog)
    • 99. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung, Secession, Wien 27.6.–5.8.1928
    • Gustav Klimt, Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel, 17.9.–16.12.1987
    • Gustav Klimt, Międzynarodowe Centrum Kultury w Krakowie, Pałac Sztuki, Krakau 9.6.–12.7.1992
    • Gustav Klimt und das Frauenbild in Wien, Hyogo Prefectural Museum of Art, Kōbe 28.6.–21.9.2003
    • Sonderpräsentation Gustav Klimt: Dame in Weiß, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck 23.6.–8.10.2017 (ohne Katalog)
    • Beyond Klimt, BOZAR, Brüssel, 21.9.2018–20.1.2019
    • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Tokyo Metropolitan Art Museum, Tokyo 23.4.–10.7.2019
    • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Toyota Municipal Museum of Art, Toyota 23.7.–14.10.2019
    • Klimt. La Secessione e l’Italia, Museo di Roma, Palazzo Braschi, Rom 27.10.2021–27.3.2022
    • Klimt. L’uomo, l’artista, il suo mondo, Galleria d’Arte Moderna Ricci Oddi / XNL, Piacenza 12.4.–24.7.2022