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Judith

The image depicts a woman dressed in an ornate garment, posed in a way that radiates confidence. Her face has a gentle expression, and she gazes directly at the viewer. The background features golden and ornamental motifs reminiscent of a decorative style. The composition is vertically oriented, and the frame is elaborately designed.

[AI-generated with ChatGPT]
Judith
The image depicts a woman dressed in an ornate garment, posed in a way that radiates confidence. Her face has a gentle expression, and she gazes directly at the viewer. The background features golden and ornamental motifs reminiscent of a decorative style. The composition is vertically oriented, and the frame is elaborately designed.

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Gustav Klimt, Judith, 1901, Öl und Blattgold auf Leinwand, 84 × 42 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 4737
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Judith

  • Date1901
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil and gold leaf on canvas
  • Dimensions
    84 × 42 cm
  • SignatureBez. links unten: Gustav / Klimt; auf dem Rahmen oben: JUDITH UND / HOLOFERNES
  • Inventory number4737
  • Location Upper Belvedere

  • The biblical story of the brave Judith has often been depicted in art. Judith, a chaste widow, gets the enemy commander Holofernes drunk with divine help, and then beheads him to free her people. Gustav Klimt interprets the Old Testament heroine as an erotic femme fatale. She gazes seductively at the viewer through half-closed eyes, her lips slightly parted. Only on closer inspection do we see the decapitated head of Holofernes. Judith holds it almost tenderly, as if to push it out of the picture. In Klimt’s painting there is no room for the male aggressor. He has transformed the biblical story of resistance in a political conflict into a battle of the sexes, and Judith’s triumph into a dangerously tantalizing icon of femininity.
  • Essay

    Judith
    Markus Fellinger ORCID logo

    Frühe Beschreibungen und Deutungen

    „Die Judith ist die vergoldete Nussschale, in die der Künstler dieses ganze Phantasiekönnen, unzurechnungsfähig und superklug wie es ist, hineingepresst hat, wie man einst ein konzentriertes Gift in einem kostbaren Ring unterbrachte. Es ist schier seltsam zu beobachten, wie dieses jetzt einzigartig dastehende System einer dekorativ-ornamentalen Sinnlichkeit sich bei Klimt nach und nach entwickelt hat. Das verruchte Ornament, wo nicht das perverse.“[1]

    So beschreibt der Kritiker Ludwig Hevesi Klimts Judith im Jahr 1903. Hevesi betont das Zusammenwirken von Ornament und Sinnlichkeit in diesem Werk und trifft damit den Punkt, weshalb Judith als Initialwerk von Klimts Goldener Periode anzusehen ist. In diesem Bild sind erstmals alle Elemente, für die Klimt als Künstler berühmt wurde, zusammengeführt: formale Stilisierung der Komposition, tiefgründige Symbolik, erotische Sinnlichkeit, die wichtige Rolle von Schmuck und Ornament und vor allem die Verwendung von echtem Blattgold in einem Ölgemälde, die Klimt hier erstmals erprobt. Besonders hervorgehoben sei auch die von Klimt in den Jahren zuvor entwickelte Art, weibliche Haut zu malen, indem er kurze Striche bunter Pastelltöne über den neutralen Hautton setzt, wodurch er einen Eindruck von Transparenz und Flüchtigkeit der körperlichen Erscheinung erzielt.[2] Hevesi charakterisierte diesen Malstil folgendermaßen: „Diese nervöse Vibration der Malweise hat kein anderer; diese Durchdrungenheit von Luft, Licht, Silber, Traum. Seine Palette ist neu, sein Spektrum anders.“[3]

    Die wahrscheinlich treffendste Beschreibung von Judith erschien aber schon wenige Tage nach Beginn der ersten öffentlichen Präsentation des Bildes in der zehnten Ausstellung der Wiener Secession im März 1901:

    „Judith steht vor uns, halbentblößten zartschmächtigen Leibes, mit Goldschmuck und Edelsteinen überstreut, mit Ketten und Spangen behangen. Ihr köstlicher Schleier enthüllt und verräth mehr, als er verbirgt. Gold überall. Sogar der Hintergrund ist lauteres Gold, mit blauen Linien derb durchsetzt, die sich zu Palmetten und Schuppenmustern ineinanderfügen. Das Fräulein legt den eigenthümlich schönen Kopf, sie ist eine rechte beauté du diable, schmachtend zurück. Sie trägt die bekannte buschige Klimt-Schopffrisur. Der Ausdruck der nervös vibrierenden Züge ist Grausamkeit und Lüsternheit. Die Lippen sind halbgeöffnet, und auf den blinkend weißen Zähnen schimmert das höchste Licht. Der rechte Arm kommt aus den Schleiern heraus, schmal und schlank die dünnen Finger der Hand, die ganz Nerv und Seele ist, berühren, wie um es zu streicheln, das dunkle Haupt des Feindes, welches von der unteren rechten Bildecke abgeschnitten wird, ein wilder Kopf, im Tode noch furchtbar. Man beklagt, daß er nicht ganz zu sehen ist, aber das ist eben der ,Raumwitz‘ von der Sache. Das Antlitz der Judith ist bläulich überhaucht, angestrichelt. Coloristisch ist das Bild ein Haupt- und Meisterwerk, die Vollendung einer einseitigen Richtung. Klimt ist der Maler der modernen Frau und ihrer müden, am Leben kranken Seele. Er hat tiefe Blicke in dunkle Gebiete der weiblichen Stimmungswelt gethan, wo sich Liebe mit Grausamkeit verschwistern. Der männlichen blonden Bestie, die Nietzsche entdeckt oder erfunden hat, setzt er die schwarze entgegen, dem Muskel die Nerven. Wie gesund ist Allori’s! ja sogar Botticelli’s Judith ist noch die Kraft, die physische und moralische Kraft zuzutrauen, ein Feindeshaupt vom Rumpfe zu trennen — aber diese Wiener mondäne Judith ist doch nur symbolisch zu nehmen. Sie ist viel mehr Salome als Judith […].“[4]

    Dass die Figur der Judith allgemein als eine zeitgenössische Wienerin betrachtet wurde, ist vor allem durch die damals in Mode stehende Frisur zu erklären, die auch Klimts Frauenbildnisse um 1900 in ähnlicher Form häufig zeigen.[5] Er inszeniert Judith dadurch als theatralische Kostümfigur. Er versucht gar nicht, die biblische Figur selbst zu malen, sondern er malt eine Schauspielerin in dieser Rolle.

    Bildgenese

    Klimt hatte die Komposition von Judith wahrscheinlich bereits im Herbst 1898 weitgehend fertig entworfen, wie die Studien in seinem Rotem Skizzenbuch nahelegen.[6] Eine davon zeigt bereits die ganze Bildkomposition in beinahe endgültiger Form (Abb. 1). Nur der Hintergrund des assyrischen Reliefs ist in den Skizzen noch nicht vorhanden und der von Klimt entworfene Rahmen ist noch in einem früheren Entwurfsstadium gegeben. Er könnte mit der Arbeit am Gemälde schon bald darauf begonnen haben, denn in seinem Bericht eines Atelierbesuchs beschreibt Alfred Deutsch-German Anfang Oktober 1899 das Bild bereits als beinahe vollendet: „Eine Judith mit funkelnden Dämonenaugen sieht dem letzten Strich entgegen.“[7] Klimt konnte hier eine Vielzahl an Objekten sehen, die mit Blattgold oder Blattsilber gestaltet waren, darunter Bildparavents und Goldlackarbeiten. Außerdem waren Klimt noch die Eindrücke von seiner Reise im Frühling 1899 nach Venedig, Florenz und an andere Orte Oberitaliens in Erinnerung, wo neben byzantinischen Mosaiken auch die italienische Malerei des Spätmittelalters und der Frührenaissance zahlreiche prominente Vorbilder für die Verwendung echten Blattmetalls im Gemälde bereithielt (Abb. 2).

    Die Entwürfe im Roten Skizzenbuch und die mittels Infarotreflektografie (Link zu Abb. Restaurierung 5) sichtbar gemachten Unterzeichnungen zeigen, dass Klimt zunächst nicht geplant hatte, Judiths Brust völlig unverhüllt zu zeigen.[9] In den Skizzen ist das halbtransparente Hemd auch über die rechte Brust gezogen. Die Infrarotreflektografie zeigt darüber hinaus, dass Klimt zwischenzeitlich auch den Arm über dem Bauch höher ansetzen wollte, wodurch Judiths Hand die rechte Brustwarze verdeckt hätte. Letztendlich entschied sich Klimt aber für die schon in den Studien des Skizzenbuchs festgelegte Position des Armes und ließ die rechte Brust völlig nackt.

    Klimt verwendete viel Zeit und Mühe, um dem Werk seine endgültige Form zu geben. Die Vollendung erfolgte erst im März 1901, als das Bild in der 10. Ausstellung der Secession erstmals gezeigt wurde. Es war zu Beginn der Ausstellung noch nicht ganz fertig und wurde erst nach einigen Tagen nachgereicht.[10] Die Abbildung, die noch im selben Jahr im Mappenwerk Ars Nova erschien, zeigt das Bild im selben Zustand wie heute und auch der Originalrahmen bestand bereits in derselben Form (Abb. 3).[11]

    Der Hintergrund

    Wie schon Lawrence Alma-Tadema in seinen antiken Szenerien setzte auch Klimt auf archäologische Exaktheit. Um die Figur der Judith historisch zu verankern, verwendete Klimt als Hintergrundmotiv ein assyrisches Relief aus dem Palast von Sennacherib in Ninive, das sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im British Museum befindet (Abb. 4).[12] Es zeigt einen Feldzug dieses Herrschers in Judäa, ein Ereignis, das oft als einer der historischen Hintergründe für die Judith-Legende gesehen wird. Die Vorlagen, die Klimt benutzte, waren wahrscheinlich zwei Bücher des Ausgräbers Austen Henry Layard.[13] Dessen detailgetreue Abbildungen geben die typische schuppenförmige Gestaltung der Hügellandschaft mit ihren Weinstöcken, Feigen- und Olivenbäumen wieder (Abb. 5).[14] Dennoch dient der Hintergrund Klimt keineswegs als realistische Verortung eines historischen Geschehens, sondern als reine Kulisse.

    Der Rahmen

    Bisher unbeachtet blieb, dass Klimt Layards Publikationen auch für die Gestaltung des Rahmenornaments heranzog. Der Bart einer männlichen Figur auf Tafel 92 des Buchs von 1849 zeigt mit seiner Abfolge von leicht gewellten senkrechten Linien und gekräuselten Locken fast exakt dieselbe Form (Abb. 6).[15]

    Aus den Entwürfen im Roten Skizzenbuch geht auch hervor, dass Klimt von Anfang an Gemälde und Rahmen als eine Einheit entwarf. Die Metallteile wurden nach Klimts Entwurf von seinem Bruder Georg aus Messing gefertigt. Klimt hatte dafür im Roten Skizzenbuch eine Reihe verschiedener Gestaltungsmöglichkeiten in Betracht gezogen und sich schließlich für eine Form entschieden, die an den kurz zuvor entstandenen Rahmen der Pallas Athene (Abb. 7) anschließt.

    Judith im Kontext von Klimts Œuvre

    Im Zusammenhang von Klimts Œuvre ist das Bild durch die hier vorgeschlagene frühere Datierung des Entwurfszeitraums in eine Kontinuität mit Werken wie Allegorie der Tragödie (1897) (Abb. 8) oder Pallas Athene (1898) zu stellen.[16] Diese Werke haben vor allem die Beschäftigung mit der Kunst der Antike gemeinsam. Erstmals jedoch verwendete Klimt in einem Gemälde in größerem Umfang echtes Blattgold. Zuvor waren fallweise kleinere Schmuckgegenstände in grafischen Arbeiten wie den Allegorien Junius, Tragödie und Skulptur in echtem Gold ausgeführt. Auch im etwa gleichzeitig entstandenen Fakultätsbild Die Philosophie waren Carl Molls Erinnerungen und frühen Rezensionen zufolge schon im ersten Zustand von Anfang 1900 die Sterne in Gold ausgeführt.[17]

    Der Farbauftrag des Inkarnats wirkt bereits stark von impressionistischer Technik inspiriert. Judith scheint dabei eine Mittelstellung zwischen Pallas Athene und Nuda Veritas einzunehmen. Auch die Figuren in den Fakultätsbildern Die Philosophie und Die Medizin waren in vergleichbarer Art gemalt, nur waren darin die Pinselstriche länger und breiter angelegt.

    Ikonografische und symbolische Bezüge

    Bereits Zeitgenossen haben die Komposition der Judith von der Allegorie der Tragödie (1897) für Martin Gerlachs Allegorien. Neue Folge abgeleitet.[18] Die Aufgabe dieser Publikation war die Sammlung von modernen Interpretationen der klassischen Bildgattung der Allegorie, d. h. bildlich-symbolischer Umsetzungen abstrakter Begriffe. Klimts Tragödie ist dabei eher im stilistischen Sinne modern als im inhaltlichen. Im Zentrum steht Melpomene, die Muse der tragischen Dichtung, die finster dreinblickend dem Bildpublikum ihre tragische Maske präsentiert. Vergleichbar mit Judith sind vor allem die frontale Pose der Figur, der nach antiken Motiven gestaltete Hintergrund sowie die Haltung des linken Arms und der Hand. Letztere variierte Klimt insofern, als er die gespiegelte rechte Hand der Tragödie statt der linken verwendete, was vor allem durch die niedrigere Anbringung des Kopfes bedingt scheint. Die motivische Verquickung der Judith mit antiken Darstellungen der Melpomene ist ein bisher nicht angesprochener Aspekt. So zeigen etwa mehrere, schon im 19. Jahrhundert bekannte, römische Statuen die Muse, wie sie in der linken Hand die Maske eines vollbärtigen Mannes hält, ähnlich wie Judith das Haupt des Holofernes in Klimts Gemälde (Abb. 9).[19]

    Eine weitere mögliche Vorlage ist Adolf Hirémy-Hirschls Porträt des Hofschauspielers Ernst Hartmann (Abb. 10).[20] Wie Klimts Josef Lewinsky als Carlos in Calvigo[21] war es als Illustrationsvorlage für das Prachtwerk Die Theater Wien’s in Auftrag gegeben worden und für denselben Band bestimmt. Hartmanns Porträt wird darin von den Musen Thalia und Melpomene flankiert, wobei die frontal gezeigte Melpomene eine fratzenhafte, vollbärtige Männermaske vor der rechten Hüfte hält. Obwohl sie die Maske mit dem anderen Arm hält, ist diese Haltung Klimts Judith sehr ähnlich.

    Eine weitere Anregung könnte von Max Klingers Skulptur Die Neue Salome (Abb. 11) ausgegangen sein.[22] Klinger bringt seine Salome ebenfalls mit dem Motiv der im 19. Jahrhundert von Theaterallegorien wohlbekannten Masken in Verbindung. Die beiden Köpfe eines alten und eines jungen Mannes, die Klinger links und rechts vor seiner Salome drapiert, können als moderne Paraphrasen der ernsten Maske der Melpomene und der heiteren der Thalia gedeutet werden, die im Kontext des Theaters als Embleme allgegenwärtig waren. Mit seiner ungewöhnlichen, in der Salome-Legende durch nichts gedeckten Maskenikonografie setzt Klinger seine Neue Salome mit der Welt des Theaters in Beziehung. Einem Künstler wie Klimt, der mit allegorischer Bildsprache und mit der Symbolik der Theaterkunst gleichfalls vertraut war, konnte eine solche Andeutung kaum entgehen. Sie inspirierte ihn offenbar dazu, einen eigenen Versuch einer „Neuen Salome“ zu wagen, wobei er, vielleicht um eine allzu große Nähe zum Vorbild zu vermeiden, auf die Figur der Judith auswich. Dazu ist allerdings anzumerken, dass – wie bereits obiges anonymes Zitat illustrierte – schon Klimts Zeitgenossen in der Figur eher die laszive Salome erkannten als die tugendhafte Heroine Judith,[23] und 1905 war das Bild sogar unter dem Titel Salome in Berlin ausgestellt.[24]

    Weitere Inspirationsquellen

    Neben den genannten Beispielen von Klinger und Hirémy-Hirschl spielte sicherlich das Vorbild von Werken Franz von Stucks wie Die Sünde oder Die Sinnlichkeit eine wichtige Rolle.[25] Eine weitere Inspirationsquelle war der belgische Symbolist Fernand Khnopff, der in den frühen Ausstellungen der Wiener Secession und zuvor schon in der Münchener Secession großen Erfolg mit seinen rätselhaft-suggestiven Frauenfiguren hatte.[26] Die Laszivität der Judith und vor allem das Motiv des leicht geöffneten Mundes finden sich etwa in Khnopffs Skulptur Vivien, die in der ersten Secessionsausstellung 1898 ausgestellt war.

    Deutung

    Neben den genannten Reminiszenzen an Melpomene und Salome sind vor allem die zeitgenössischen Deutungen der Judith-Legende von Belang. Eine ausführliche Besprechung der widersprüchlichen Bewertungen lieferte mit Bezug auf Klimts Judith bereits Daniela Hammer-Tugendhat.[27] Einerseits galt die biblische Judith ursprünglich als tugendhafte, heroische Witwe, andererseits tauchen schon seit dem Mittelalter alternative Deutungen auf, in denen die Hinterhältigkeit ihrer Tat und ihre Rolle als Verführerin betont wurden. Während die Überlieferung nur darstellt, dass Judith dem Holofernes ein Gastmahl gab, ihn im Laufe dessen betrunken machte, bis er einschlief, und ihn danach mit seinem Schwert enthauptete, gehen spätere Kommentatoren davon aus, dass Judith Holofernes sexuell verführt habe.[28] Diese Dichotomie ist auch in den bildlichen Darstellungen nachzuvollziehen. Während die meisten Künstler*innen Judith komplett bekleidet zeigen, malte etwa Hans Baldung Grien eine völlig nackte Judith und bei Giorgione lüftet Judith ihr Kleid über dem bis zum Oberschenkel nackten Bein, mit dem sie auf dem Kopf des Holofernes steht.[29] Mit solchen explizit sexualisierten Darstellungen wird die Figur der Judith nicht nur als Femme fatale inszeniert, sondern vor allem moralisierend instrumentalisiert. Das Motiv der Judith mit dem Kopf des Holofernes wird zur misogynen Allegorie des vermeintlichen Unheils, das all jene (Männer) ereilt, die sich von weiblicher Verführung beeinflussen lassen. Klimts Judith lässt sich ebenso wie die zweite Version von 1909 (Judith II [Salome])[30] eindeutig in die Reihe der erotischen Sichtweisen einordnen. Die traditionellen Geschlechterrollen sind umgekehrt, Judith ist lasziv und lebendig, während Holofernes ihrem Willen ausgeliefert ist.[31] So argumentiert auch Franz Szabo, dass das Bild den Triumph des erotischen weiblichen über das aggressive männliche Prinzip symbolisiere, und Carl Schorske sieht in freudianischer Tradition das Thema der Kastration durch die Enthauptung symbolisiert.[32] Gottfried Fliedl deutet das Werk dagegen als „,Andachtsbild‘ der sinnlich-herausfordernden Frau“ und betont die sinnliche Bedrohlichkeit der Judith, die weniger auf ihrer Tat als auf ihrem verführerischen Blick beruhe.[33]

    Die Frage des Modells

    Immer wieder wurden in der Literatur Mutmaßungen zur Identität des Modells für die Judith geäußert. In früheren Publikationen wird zuweilen Adele Bloch-Bauer als Modell genannt, in Zusammenhang mit einer vermuteten Affäre, die der Künstler mit ihr gehabt haben soll. So bezweifelt zwar Susanna Partsch die von Salomon Grimberg vertretene These einer langjährigen Liebesbeziehung, hält es aber für gesichert, dass Klimt seiner Judith „ihr Gesicht und ihre Gestalt verlieh“.[34] Allerdings war Adele Bloch-Bauer im Jahr 1898, als Klimt die Komposition entworfen hat, erst 17 Jahre alt und noch unverheiratet. Es ist angesichts der damaligen Verhältnisse kaum denkbar, dass ein unverheiratetes Mädchen aus großbürgerlicher Familie Gelegenheit zu einer Affäre mit Klimt gehabt oder ihn auch nur ohne Begleitung besucht haben könnte. Außerdem zeigt ein Foto Adeles aus dem Jahr 1898, dass sie in diesem Alter noch viel mehr die Anmut jugendlicher Unschuld ausstrahlte und sich als Modell für eine verwitwete Femme fatale wie Judith kaum geeignet hätte.[35]

    Eine weitere Hypothese bringt Alfred Weidinger mit der Opernsängerin Anna Bahr-Mildenburg ins Spiel, vor allem aufgrund der angeblichen Ähnlichkeit eines erhaltenen Fotos.[36] Tatsächlich scheint der Vergleich mit der Fotografie aber eher gegen diese These zu sprechen, denn insbesondere der markante breite Unterkiefer der Judith ist in Mildenburgs Porträtfoto nicht erkennbar (Abb. 12). Dieser Unterkiefer ist bei mehreren wichtigen Figuren Klimts zu entdecken, so z. B. bei der „Hygieia“ in der Medizin, dem „Wissen“ in der Philosophie oder der „Justitia“ in der Jurisprudenz.[37] Daraus ergibt sich, dass Klimt wahrscheinlich auf ein bevorzugtes Berufsmodell zurückgegriffen hat, bei dem es sich möglicherweise um die als „Klimt-Gretl“ bekannte Josefine Grete Holfeld handelte, die als Modell für Klimts Gemälde Die Philosophie und Die Jurisprudenz erwähnt wurde.[38]

    Anmerkungen

    Ludwig Hevesi, „Weiteres zur Klimt-Ausstellung“ (21.11.1903), in: ders., Acht Jahre Secession (März 1897 – Juni 1905). Kritik – Polemik – Chronik, Wien 1906, S. 450.

    Markus Fellinger, „Gustav Klimts Rezeption der internationalen Moderne“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 80–81.

    Ludwig Hevesi, Österreichische Kunst im 19. Jahrhundert. Zweiter Teil: 1848–1900, Leipzig 1903, S. 292.

    Anonym, „,Judith und Holofernes‘ von Gustav Klimt“, in: Wiener Zeitung, 1.4.1901, S. 5.

    Emil Pirchan, Gustav Klimt. Ein Künstler aus Wien, Wien / Leipzig 1942, S. 66.

    Zum Roten Skizzenbuch und einer neuen Hypothese seiner Entstehungszeit siehe: Markus Fellinger, „Gustav Klimt. Rotes Skizzenbuch“, https://sammlung.belvedere.at/objects/9997/rotes-skizzenbuch  (zuletzt besucht am 1.7.2026).

    adg [Alfred Deutsch-German], „Im Atelier Gustav Klimmt’s [sic!]“, in: Neues Wiener Journal, 1.10.1899, S. 4.

    Katalog der 6. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs – Secession, Wien 1900.

    Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 132, Abb. 3 (Alfred Weidinger).

    Wiener Zeitung, 1.4.1901 (wie Anm. 4), S. 5. Aus diesem Grund ist Judith auch im Katalog der Ausstellung nicht angeführt.

    Felician Freiherr von Myrbach (Hg.), Ars Nova MCMI, Wien / Leipzig / Budapest / Paris 1901, Taf. 45.

    Darauf machte erstmals Alessandra Comini aufmerksam: Alessandra Comini, Gustav Klimt. Eros und Thanatos, Salzburg 1975, S. 24, Anm. 26; Husslein-Arco / Weidinger 2012 (wie Anm. 9), S. 133f. (Alfred Weidinger); Brigitte Borchhardt-Birbaumer, „Eros statt stille Größe. Klimts unakademische Antikensucht“, in: Stella Rollig / Tobias G. Natter (Hg.), Klimt und die Antike (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2017, S. 38.

    Austen Henry Layard, A second series of the monuments of Nineveh, London 1953; ders., The monuments of Nineveh from drawings made on the spot, London 1849. Siehe dazu auch Brigitte Borchhardt-Birbaumer, „Sodom und Gomorrha up to date. Gustav Klimts Frauenbild und das Fremde“, in: Klimt. Die Sammlung des Wien Museums (Ausst.-Kat. Wien Museum), Ostfildern 2012, S. 30–37, Anm. 48.

    Die ähnlichsten Abbildungen sind die Tafeln 14 und 15 im Buch von 1853: https://archive.org/details/second-series-of-the-monuments-of-nineveh/page/n28/mode/1up?view=theater (zuletzt besucht am 7.11.2025); siehe auch Layard 1849 (wie Anm. 13), Taf. 81, https://digitalcollections.nypl.org/items/510d47dc-477d-a3d9-e040-e00a18064a99 (zuletzt besucht am 7.11.2025).

    Layard 1949 (wie Anm. 13), https://digitalcollections.nypl.org/items/510d47dc-4788-a3d9-e040-e00a18064a99 (zuletzt besucht am 7.11.2025).

    Martin Gerlach (Hg.), Allegorien. Neue Folge, Wien 1896–1900, Taf. 66; https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/81729-tragoedie-vorlage-fuer-allegorien-nf-nr-66/; https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/102991-pallas-athene/ (beide zuletzt besucht am 7.11.2025). Schon Max Eisler stellte 1920 diese Verbindung her: „1901 scheint der Stil in der ‚Judith‘ gefunden, das Versprechen eingelöst, das 1897 die verwandte Zeichnung der ‚Tragödie‘ gegeben hatte.“ Max Eisler, Gustav Klimt, Wien 1920, S. 26 (siehe auch ebd., S. 17). Siehe auch: Gabriella Belli, Gustav Klimt. Die Hauptwerke, Wien et al. 1990, S. 22.

    Carl Moll, Jahrhundertwende. Aus den Erinnerungen eines Wiener Malers, unveröffentlichtes Typoskript, o. J. [1942], Kunsthaus Zürich, S. 103, https://digital.kunsthaus.ch/viewer/fullscreen/5996/117/#xywh=524,1011,2482,323 (zuletzt besucht am 7.11.2025); vgl. auch Prager Tagblatt, 31.3.1900, S. 1; Neue freie Presse, 13.3.1900, S. 2.

    Siehe Eisler (wie Anm. 16).

    Eine große Marmorskulptur in den Vatikanischen Museen wurde 1774 bei Tivoli gefunden, eine weitere wurde um 1826 bei Monte Calvo ausgegraben und befindet sich in der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen.

    https://sammlung.belvedere.at/objects/6230/der-hofschauspieler-ernst-hartmann.

    https://sammlung.belvedere.at/objects/6234/josef-lewinsky-als-carlos-in-clavigo.

    Gipsversion von 1887/88 in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: https://skd-online-collection.skd.museum/Details/Index/166688 (zuletzt besucht am 7.11.2025); Marmorversion von 1893 im Museum der bildenden Künste Leipzig. Siehe auch: Eva di Stefano, Il complesso di Salomé. La donna, l’amore e la morte nella pittura di Klimt, Palermo 1985, S. 65.

    Fritz von Ostini, „Die VIII. Internationale Kunstausstellung im Kgl. Glaspalast zu München 1901“, in: Die Kunst für Alle, 16. Jg., 1.9.1901, S. 542; Wiener Zeitung, 1.4.1901, S. 5.

    Katalog der zweiten Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes (Ausst.-Kat. Ausstellungshaus am Kurfürstendamm, Berlin), Berlin 1905, Kat.-Nr. 103. Zur Verbindung der Figuren der Judith und der Salome im zeitgenössischen Diskurs um 1900 siehe: Nadine Sine, „Cases of Mistaken Identity. Salome and Judith at the Turn of the Century“, in: German Studies Review, 11. Jg., Nr. 1, Februar 1988, S. 9–29.

    Markus Fellinger, „Gustav Klimts Rezeption der internationalen Moderne“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 63.

    Ebd., S. 66–67; Edwin Becker, „Seelenkunst“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 113–114, 128, 130.

    Daniela Hammer-Tugendhat, „Judith“, in: Tobias G. Natter / Gerbert Frodl (Hg.), Klimt und die Frauen (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Köln 2000, S. 220–225. Siehe auch Elfriede Wiltschnigg, „Judith – Von der Volks-Heldin zur femme fatale“, in: Antje Hilbig (Hg.), Frauen und Gewalt. Interdisziplinäre Untersuchungen zu geschlechtsgebundener Gewalt in Theorie und Praxis, Würzburg 2003, S. 61–76.

    Diese Vermutungen liegen sicherlich in dem Umstand begründet, dass sich Judith nachts alleine mit Holofernes in dessen Zelt aufhalten musste, um ihn unbemerkt töten zu können.

    Baldung Grien: https://objektkatalog.gnm.de/objekt/Gm1093; Giorgione: https://www.hermitagemuseum.org/digital-collection/32196?lng=en (beide zuletzt besucht am 7.11.2025).

    Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/5431-2138 (Judith II [Salome], 1909) (zuletzt besucht am 7.11.2025).

    Daniela Hammer-Tugendhat, „Judith“, in: Tobias G. Natter / Gerbert Frodl (Hg.), Klimt und die Frauen (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Köln 2000, S. 222.

    Franz A. J. Szabo, „Der Beethoven-Fries und seine Beziehung zum Werk von Gustav Klimt“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 12; Carl E. Schorske, Fin-de-siècle Vienna. Politics and Culture, New York 1981, S. 224.

    Gottfried Fliedl, „Geste und Blick“, in: Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 20; ders., Gustav Klimt. 1862–1918. Die Welt in weiblicher Gestalt, Köln 1989, S. 140–141.

    Salomon Grimberg, „Adele. Private love and public betrayal“, in: Art & Antiques, Summer 1986, S. 70–75; Jean Clair, „The Eye of Disorder”, in: Art International, Nr. 3, 1988, S. 15; Susanna Partsch, „Emilie, Adele, Mitzi und Hilda“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, S. 192.

    Anne-Marie O’Connor, The Lady in Gold. The Extraordinary Tale of Gustav Klimt’s Masterpiece, New York 2012, Abb. S. 2.

    Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 134–135 (Alfred Weidinger); siehe auch Olga Kronsteiner, „Klimts fatale Weiberwirtschaft: Wer stand für ‚Judith I‘ Pate?“, in: Der Standard, 14.6.2019, https://www.derstandard.at/story/2000104884856/klimts-fatale-weiberwirtschaft-wer-stand-fuer-judith-i-pate (zuletzt besucht am 7.11.2025).

    Auch das Gesicht der Nuda Veritas zeigt eine gewisse Ähnlichkeit.

    Anonym, „Der Ball der weiblichen Modelle“, in: Neues Wiener Abendblatt, 22.1.1906, S. 20; siehe auch: Markus Fellinger, Gustav Klimt. Im Zentrum der Wiener Moderne, Wien 2022, S. 107.


    Abbildungen

    • [1] Hermann Bessemer, „Unterm Hammer. Wiener Kunstschätze im Ausland“, in: Neues Wiener Journal, 4.5.1920, S. 4 (Ankauf um 3.750 Schweizer Franken).
    • [2] Ver Sacrum, 4. Jg., Heft 12, 1901, S. 209. Liste der verkauften Werke Klimts: Judith, Am Attersee, Sumpf, Junge Birken, Die große Pappel. Neue Freie Presse. Morgenblatt, 4.4.1901, S. 7.
    Further Notes

    Monika Mayer ORCID logo

    Das Bild gelangte 1954 aus dem Besitz von Berthe Hodler, der Witwe des Schweizer Malers Ferdinand Hodler, um 3.000 Schweizer Franken in die Sammlung der Österreichischen Galerie.[1] Diese hatte das Gemälde 1920 bei der Versteigerung der Sammlung des 1907 verstorbenen Wiener Mediziners Anton Loew in der Galerie Moos in Genf um 3.750 Schweizer Franken erworben.[2] Der frühe Förderer Klimts und Stifter der Secession erwarb das Bild 1901 auf der 10. Ausstellung der Secession 1901[3] Bemerkenswerterweise fehlte Anton Loew bislang in der Klimt-Literatur als Erstbesitzer. Basierend auf den Provenienzangaben in Johannes Dobais Dissertation zum Frühwerk Gustav Klimts,[4] werden in den Œuvreverzeichnissen von Dobai (1967),[5] Alfred Weidinger (2007)[6] und Tobias G. Natter (2012)[7] nur die „Sammlg. Loew-Ungar“ [sic!] bzw. „Sophie Loew-Unger“, die Witwe Anton Loews, angeführt und als angeblicher Besitzer auch der Schweizer Maler Ferdinand Hodler genannt. Nach dem Tod Anton Loews 1907 übernahm seine Witwe Sophie, née Unger, als Erbin die Kunstsammlung. 1918 stellte sie Judith für die von Carl Moll kuratierte Ausstellung Ein Jahrhundert Wiener Malerei im Kunsthaus Zürich 1918 als Leihgabe zur Verfügung.[8] Für die Versteigerung der Collection de feu M. le Dr. L. in der Genfer Galerie Moos im April 1920 reiste Judith erneut in die Schweiz: „Da wird die ‚Judith mit dem Haupte des Holofernes‘ von unserem großen Toten Gustav Klimt versteigert. […] Heute blicken mich dieselben grünen Rätselkatzenaugen der alttestamentarischen Heroine aus dem Klimtschen Bilde an – aber sie schienen zu fragen: Wer nimmt mich mit von diesem Jahrmarkt und was wird das kosten? Nun die Klimtsche Judith brachte es glücklich auf 3750 Frank […].“[9] Erworben von Berthe Hodler, verblieb das Gemälde bis zum Ankauf durch die Österreichische Galerie 1954 in der Schweiz. Die Witwe Ferdinand Hodlers, der mit Klimt persönlich bekannt gewesen war, zeigte sich glücklich, „da dieses Klimtgemälde nach Wien zurückkehrt“.[10]

     

    Anmerkungen

    Archiv des Belvedere, Wien, Zl. 653/1954.

    Catalogue des tableaux anciens et modernes (…) dépendant de la collection de feu M. le Dr. L. (…) (Aukt.-Kat. Galerie Moos, Genf), Genf 1920, Kat.-Nr. 19, Taf. 3.

    Monika Mayer, „Der ,unbekannte‘ Anton Loew. Anmerkungen zur Provenienz von Gustav Klimts Judith I“, in: Zürcher Kunstgesellschaft / Kunsthaus Zürich (Hg.), Hodler, Klimt und die Wiener Werkstätte (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Zürich 2021, S. 80–91.

    Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, S. 78, WVZ-Nr. 101 (Sammlg. Loew-Ungar [sic!], Wien; Frau Bertha Hodler, Genf).

    Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 113 (Sammlung Ferdinand Hodler, Genf; Frau Bertha Hodler, Genf; Sammlung Loew-Ungar [sic!], Wien; Galerie Moos, Genf).

    Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, S. 269f., WVZ-Nr. 147 (Ferdinand Hodler, Genf; Bertha Hodler, Genf; Loew-Ungar [sic!], Wien).

    Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, S. 519, WVZ-Nr. 134 (Wien, Sophie Loew-Unger; Genf, Ferdinand Hodler; Genf, Nachlass Ferdinand Hodler).

    Ein Jahrhundert Wiener Malerei (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Zürich 1918, Kat.-Nr. 61 (Judith, Privatbesitz).

    Hermann Bessemer, „Unterm Hammer. Wiener Kunstschätze im Ausland“, in: Neues Wiener Journal, 4.5.1920, S. 4.

    Wienbibliothek, Handschriftensammlung, IN 158.925, Schreiben von Berthe Hodler an Hans Ankwicz-Kleehoven, 1.2.1954.

    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • 10. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiens – Secession, Wien März–April 1901 (außer Katalog)
    • 8. Internationale Kunstausstellung im Kgl. Glaspalast zu München 1901, München 1.6. – Ende Oktober 1901
    • 18. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs, Kollektiv-Ausstellung Gustav Klimt, Secession, Wien 15.11.1903–6.1.1904
    • 2. Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Ausstellungshaus am Kurfürstendamm, Berlin 1905
    • Ein Jahrhundert Wiener Malerei, Kunsthaus Zürich 12.5.–16.6.1918
    • Kunst uit Oostenrijk. Österreichische Kunst der Gegenwart, Stedelijk Museum, Amsterdam 16.11.–16.12.1956
    • Kunst uit Oostenrijk. Österreichische Kunst der Gegenwart, Van Abbe Museum, Eindhoven 22.12.1956–26.1.1957
    • Kunst aus Oesterreich von Klimt, Schiele, Kokoschka bis zur jungen Kunst der Nachkriegszeit, Kunsthalle Bern 16.2.–24.3.1957
    • Meisterwerke österreichischer Malerei 1800–1930, Kunsthalle Düsseldorf 16.5.–28.6.1959
    • Wien um 1900, Secession, Wien 5.6.–30.8.1964
    • Experiment Weltuntergang. Wien um 1900, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 10.4.–31.5.1981
    • Traum und Wirklichkeit. Wien 1870–1930, Museen der Stadt Wien 28.3.–6.10.1985
    • Vienne 1880–1938. Naissance d’un siècle, Centre Pompidou, Paris 13.2.–5.5.1986
    • Vienna 1900: Art, Architecture and Design, Museum of Modern Art, New York 3.7.–26.10.1986
    • Gustav Klimt, Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel 17.9.–16.12.1987
    • Wien um 1900. Klimt, Schiele und ihre Zeit, Sezon Museum of Modern Art, Karuizawa 7.10.–5.12.1989
    • Wien 1900. Kunst og Design, Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk 26.1.–14.4.1991
    • Gustav Klimt, Palazzo Strozzi, Florenz 30.11.1991–8.3.1992
    • Gustav Klimt, Kunsthaus Zürich 11.9.–13.12.1992
    • Viena 1900, Museo nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid 6.10.1993–17.1.1994
    • De Waldmüller à Klimt. Chefs d’œuvre de la peinture autrichienne, Musée Marmottan – Claude Monet, Paris 28.10.1994–29.1.1995
    • Perfect Harmony. Picture + Frame, 1850–1920, Van Gogh Museum, Amsterdam 31.3.–25.6.1995
    • Perfect Harmony. Bild + Rahmen 1850–1920, Kunstforum, Wien 24.8.–19.11.1995
    • Visiting Masterpiece: Gustav Klimt: Judith I, The Israel Museum, Jerusalem 18.11.1997–14.2.1998
    • Klimt, Kokoschka, Schiele. Dall’ art nouveau all’espressionismo, Complesso del Vittoriano, Rom 6.10.2001–3.2.2002
    • Klimt. Schiele. Kokoschka. L’età d’oro di Vienna con i suoi maestri, Museo Revoltella, Triest 8.2.–21.04.2002
    • Gustav Klimt und das Frauenbild in Wien um 1900, Hyōgo Prefectural Museum of Art, Kōbe 28.6.–21.9.2003
    • Gustav Klimt. In Search of the “Total Artwork”, Hangaram Art Museum, Seoul Arts Center, Seoul 1.2.–15.5.2009
    • Klimt. Nel segno di Hoffmann e della Secessione, Museo Correr, Venedig 24.3.–8.7.2012
    • Decay and Revolution: Art in Vienna, 1890–1910, Museo de Arte de Ponce, Puerto Rico 22.3.–28.7.2014
    • Au Temps du Klimt. La Sécession à Vienne, Pinacothèque de Paris 12.2.–21.6.2015
    • Klimt – Schiele. Judith en Edith, Gemeentemuseum, Den Haag 12.3.–19.6.2016
    • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Tokyo Metropolitan Art Museum, Tokyo 23.4.–10.7.2019
    • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Toyota Municipal Museum of Art, Toyota 23.7.–14.10.2019
    • Klimt. La Secessione e l’Italia, Museo di Roma, Rom 27.10.2021–27.3.2022
    • Golden Boy Gustav Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse…, Van Gogh Museum, Amsterdam 7.10.2022–8.1.2023
    • Secessionen. Klimt – Stuck – Liebermann, Alte Nationalgalerie, Berlin 23.06.–22.10.2023

      Werkverzeichnisse

    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 101 (Judith I [Salome], 1901)
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 113 (Judith I, 1901)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 147 (Judith I, 1901)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 134 (Judith I, 1901)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.): Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/8949-4501 (Judith I, 1901)
    • Literatur

    • adg [Alfred Deutsch-German], „Im Atelier Gustav Klimmt’s [sic!]“, in: Neues Wiener Journal, 1.10.1899, S. 4
    • Ludwig Hevesi, „Aus der Secession“ (29.3.1901), in: ders., Acht Jahre Secession (März 1897 – Juni 1905). Kritik – Polemik – Chronik, Wien 1906, S. 319
    • Ostdeutsche Rundschau, 30.3.1901, S. 22
    • Anonym, „‚Judith und Holofernes‘ von Gustav Klimt“, in: Wiener Zeitung, 1.4.1901, S. 5
    • Anonym, „X. Ausstellung der Vereinigung vom 15. März bis 12. Mai 1901. Liste der verkauften Werke“, in: Ver Sacrum, 4. Jg, Heft 12, 1901, S. 209
    • Offizieller Katalog der VIII. Internationalen Kunstausstellung im Kgl. Glaspalast zu München 1901 (Ausst.-Kat. Glaspalast München), München 1901, Kat.-Nr. 933 (Judith)
    • Anonym, „Über Klimt’s ‚Medicin‘“, in: Das Vaterland, 30.7.1901, S. 4
    • Fritz von Ostini, „Die VIII. Internationale Kunstausstellung im Kgl. Glaspalast zu München 1901“, in: Die Kunst für Alle, 16. Jg., 1.9.1901, S. 542
    • The Artist, Bd. 31/32, 1901, S. 111
    • Felician Freiherr von Myrbach (Hg.), Ars Nova MCMI, Wien / Leipzig / Budapest / Paris 1901, Taf. 45
    • XVIII. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession Wien (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1903, Kat.-Nr. 20, Taf. 41 (Judith und Holofernes)
    • Ludwig Hevesi, „Weiteres zur Klimt-Ausstellung“ (21.11.1903), in: ders., Acht Jahre Secession (März 1897 – Juni 1905). Kritik – Polemik – Chronik, Wien 1906, S. 450
    • Ludwig Hevesi, Österreichische Kunst im 19. Jahrhundert. Zweiter Teil: 1848–1900, Leipzig 1903, S. 292
    • Katalog der zweiten Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes (Ausst.-Kat. Ausstellungshaus am Kurfürstendamm, Berlin), Berlin 1905, Kat.-Nr. 103 (Salome)
    • Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908–1914, 2. Lieferung (1910), Taf. 9
    • Hugo Haberfeld, „Gustav Klimt“, in: Die Kunst für Alle, 27. Jg., Heft 8, 1912, S. 176, Farbtafel vor S. 173 (Salome)
    • Ein Jahrhundert Wiener Malerei (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Zürich 1918, Kat.-Nr. 61
    • Catalogue des tableaux anciens et modernes […] dépendant de la collection de feu M. le Dr. L. […] (Aukt.-Kat. Galerie Moos, Genf), Genf 1920, Kat.-Nr. 19, Taf. 3
    • Max Eisler, Gustav Klimt, Wien 1920, S. 26–27
    • Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Porzellane, Möbel, Plastik aus Schweizer und ausländischen Privatsammlungen und aus anderem Besitz (…) (Aukt.-Kat. G. & L. Bollag, Zürich, 30.4.1932), Zürich 1932, Kat.-Nr. 193, Taf. 6
    • Emil Pirchan, Gustav Klimt. Ein Künstler aus Wien, Wien / Leipzig 1942, S. 66, Abb. III
    • Emil Pirchan, Gustav Klimt, Wien 1956 (veränderte Neuauflage), S. 30
    • Kunst uit Oostenrijk. Österreichische Kunst der Gegenwart (Ausst.-Kat. Stedelijk Museum, Amsterdam; Van Abbe Museum, Eindhoven), Amsterdam 1956, Kat.-Nr. 122
    • Kunst aus Oesterreich von Klimt, Schiele, Kokoschka bis zur jungen Kunst der Nachkriegszeit (Ausst.-Kat. Kunsthalle Bern), Bern 1957, Kat.-Nr. 46
    • Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 1. Jg., Heft 3, 1957: XLI. Wechselausstellung der Österreichischen Galerie. Katalog der Ausstellung von Neuerwerbungen der Österreichischen Galerie aus den Jahren 1952 bis 1957, im Oberen Belvedere, Wien 1957, Kat.-Nr. 68
    • Meisterwerke österreichischer Malerei 1800–1930 (Ausst.-Kat. Kunsthalle Düsseldorf), Düsseldorf 1959, Kat.-Nr. 65, Abb.
    • Neuerwerbungen, 1947–1959: Katalog der XLVI. Ausstellung der Österreichischen Galerie, Oktober–November 1959 (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), Wien 1959, Kat.-Nr. 118
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 10
    • Franz Glück (Hg.), Wien um 1900 (Ausst.-Kat. Secession / Künstlerhaus / Historisches Museum der Stadt Wien), Wien 1964, Kat.-Nr. 37
    • Fritz Novotny, „Pionierzeit der modernen Malerei“, in: Die Presse, 19./20.11.1966, S. VII, Abb.
    • Fritz Novotny, „Einführung“, in: ders. / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 50
    • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 250–251
    • Werner Hofmann, Gustav Klimt und die Wiener Jahrhundertwende, Salzburg 1970, S. 25–26, Taf. 15
    • Alessandra Comini, Gustav Klimt. Eros und Thanatos, Salzburg 1975, S. 24
    • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 1: 1878–1903, Salzburg 1980
    • Carl E. Schorske, Fin-de-siècle Vienna. Politics and Culture, New York 1981, S. 224, Taf. III
    • Werner Hofmann (Hg.), Experiment Weltuntergang. Wien um 1900 (Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle), München 1981, Kat.-Nr. 6, Farbtafel IV auf S. 23
    • Robert Waissenberger (Hg.), Traum und Wirklichkeit. Wien 1870–1930 (Ausst.-Kat. Historisches Museum der Stadt Wien im Künstlerhaus), Wien 1985, Kat.-Nr. 15/5/12, Abb. S. 475.
    • Marian Bisanz-Prakken, „Programmatik und subjektive Aussage im Werk von Gustav Klimt“, in: Robert Waissenberger (Hg.), Traum und Wirklichkeit. Wien 1870–1930 (Ausst.-Kat. Historisches Museum der Stadt Wien im Künstlerhaus), Wien 1985, S. 119
    • Eva di Stefano, Il complesso di Salomé. La donna, l’amore e la morte nella pittura di Klimt, Palermo 1985, S. 62–71
    • Salomon Grimberg, „Adele. Private love and public betrayal“, in: Art & Antiques, Summer 1986, S. 70–75
    • Jean Clair (Hg.), Vienne 1880–1938. L’Apocalypse joyeuse (Ausst.-Kat. Centre Georges Pompidou, Paris), Paris 1986, Taf. S. 199
    • Kirk Varnedoe (Hg.), Vienna 1900. Art, Architecture and Design (Ausst.-Kat. The Museum of Modern Art, New York), New York 1986, Taf. S. 189
    • Serge Sabarsky (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel), Brüssel 1987, Kat.-Nr. 19, Abb. S. 62
    • Nadine Sine, „Cases of Mistaken Identity. Salome and Judith at the Turn of the Century“, in: German Studies Review, 11. Jg., Nr. 1, Februar 1988, S. 9–29
    • Jean Clair, „The Eye of Disorder“, in: Art International, Nr. 3, 1988, S. 15
    • Jean Clair, Le nu et la norme. Klimt et Picasso en 1907, Paris 1988, S. 89, Abb. S. 99–101
    • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 4: Nachtrag 1878–1918, Salzburg 1989
    • Gottfried Fliedl, Gustav Klimt. 1862–1918. Die Welt in weiblicher Gestalt, Köln 1989, S. 48–49, 140–142
    • Wien um 1900. Klimt, Schiele und ihre Zeit (Ausst.-Kat. Sezon Museum of Modern Art, Karuizawa), Tokyo 1989, Kat.-Nr. 98, Abb. S. 140.
    • Gabriella Belli, Gustav Klimt. Die Hauptwerke, Wien et al. 1990, S. 22, Abb. 20 auf S. 74
    • Serge Sabarsky (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Palazzo Strozzi, Florenz), Florenz 1991, Kat.-Nr. 20, Abb. S. 105
    • Gerbert Frodl, Gustav Klimt in der Österreichischen Galerie in Wien, Salzburg 1992, S. 22–23
    • Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 120f., Kat.-Nr. G 25
    • Gottfried Fliedl, „Geste und Blick“, in: Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 20
    • Christina Torra (Hg.), Viena 1900 (Ausst.-Kat. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid), Madrid 1993, Kat.-Nr. 344, Abb. S. 187
    • Gerbert Frodl / Stephan Koja (Hg.), De Waldmüller à Klimt. Chefs d’œuvre de la peinture autrichienne (Ausst.-Kat. Musée Marmottan – Claude Monet, Paris), Lausanne 1994, Kat.-Nr. 47
    • Eva A. Mendgen, „Kunst und Dekoration. Bild und Rahmen im Werk von Franz von Stuck und Gustav Klimt“, in: dies. / Edwin Becker (Hg.), Perfect Harmony. Picture + Frame, 1850–1920 (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Kunstforum, Wien), Zwolle 1995, S. 120–123, Kat.-Nr. 106
    • Gustav Klimt: Judith. A Loan from the Oesterreichische Galerie Belvedere, Vienna. Visiting Masterpiece Program (Ausst.-Kat. Israel Museum, Jerusalem), Jerusalem 1997
    • Daniela Hammer-Tugendhat, „Judith“, in: Tobias G. Natter / Gerbert Frodl (Hg.), Klimt und die Frauen (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Köln 2000, S. 220–225
    • Jane Kallir (Hg.), Klimt, Kokoschka, Schiele. Dall’art nouveau all’espressionismo (Ausst.-Kat. Complesso del Vittoriano, Rom), Mailand 2001, Abb. 11 auf S. 67
    • Jane Kallir (Hg.), Klimt – Schiele – Kokoschka. Lʼetà dʼoro di Vienna con i suoi maestri (Ausst.-Kat. Civico Museo Revoltella – Galleria dʼArte Moderna, Triest), Mailand 2002, Abb. S. 65
    • Tobias G. Natter / Gerbert Frodl (Hg.), Gustav Klimt und das Frauenbild in Wien um 1900 (Ausst.-Kat. Hyōgo Prefectural Museum of Art, Kōbe), Kōbe 2003, S. 120–121, Kat.-Nr. 7-1, Abb. am Cover
    • Elfriede Wiltschnigg, „Judith – Von der Volks-Heldin zur femme fatale“, in: Antje Hilbig (Hg.), Frauen und Gewalt. Interdisziplinäre Untersuchungen zu geschlechtsgebundener Gewalt in Theorie und Praxis, Würzburg 2003, S. 61–76
    • Franz A. J. Szabo, „Der Beethoven-Fries und seine Beziehung zum Werk von Gustav Klimt“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 12
    • Susanna Partsch, „Emilie, Adele, Mitzi und Hilda“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, S. 192
    • Jane Kallir (Hg.), Gustav Klimt. Auf der Suche nach dem Gesamtkunstwerk (Ausst.-Kat. Hangaram Art Museum, Seoul Arts Center, Seoul), München et al. 2009, Kat.-Nr. 19, Abb. S. 79.
    • Brigitte Borchhardt-Birbaumer, „Sodom und Gomorrha up to date. Gustav Klimts Frauenbild und das Fremde“, in: Ursula Storch (Hg.), Klimt. Die Sammlung des Wien Museums (Ausst.-Kat. Wien Museum), Ostfildern 2012, S. 30–37
    • Erik R. Kandel, The age of insight. The quest to understand the unconscious in art, mind and brain. From Vienna 1900 to the present, New York 2012, S. 119–122, 435–436
    • Susanna Partsch, „Frauendarstellungen“, in: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt, Köln 2012, Ausgabe XXL, S. 189, Abb. S. 207
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Klimt. Nel segno di Hoffmann e della Secessione (Ausst.-Kat. Museo Correr, Venedig), Mailand 2012, Abb. S. 37 und Cover
    • Alfred Weidinger, „Gustav Klimt. Giuditta e Salomè“, in: Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Klimt. Nel segno di Hoffmann e della Secessione (Ausst.-Kat. Museo Correr, Venedig), Mailand 2012, S. 36–43
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 130–135, Kat.-Nr. 48 (Alfred Weidinger)
    • Agnes Husslein-Arco / Brigitte Borchhardt-Birbaumer / Harald Krejci (Hg.), Die Nacht im Zwielicht (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2012, Kat.-Nr. 77, Abb. S. 125
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Dekadenz. Positionen des österreichischen Symbolismus (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2013, Taf. S. 117
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Dekadenz. Positionen des österreichischen Symbolismus (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2013, Taf. S. 117
    • Alejandra Peña Gutiérrez (Hg.), Decay and Revolution. Art in Vienna, 1890–1910 (Ausst.-Kat. Museo de Arte de Ponce, Puerto Rico), Ponce 2014, Kat.-Nr. 11
    • Giuseppe Scandiani (Hg.), Au temps du Klimt. La Sécession à Vienne (Ausst.-Kat. Pinacothèque de Paris), Paris 2015, Abb. S. 161
    • Frouke van Dijke, Klimt – Schiele. Judith en Edith (Ausst.-Kat. Gemeentemuseum, Den Haag), Den Haag 2016
    • Brigitte Borchhardt-Birbaumer, „Eros statt stille Größe. Klimts unakademische Antikensucht“, in: Stella Rollig / Tobias G. Natter (Hg.), Klimt und die Antike (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2017, S. 38
    • The Asahi Shimbun (Hg.), Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900 (Ausst.-Kat. Tokyo Metropolitan Art Museum; Toyota Municipal Museum of Art), Tokyo 2019, Kat.-Nr. 63
    • Olga Kronsteiner, „Klimts fatale Weiberwirtschaft: Wer stand für ,Judith I‘ Pate?“, in: Der Standard, 14.6.2019, https://www.derstandard.at/story/2000104884856/klimts-fatale-weiberwirtschaft-wer-stand-fuer-judith-i-pate (zuletzt besucht am 7.11.2025)
    • Maria Vittoria Marini Clarelli / Franz Smola / Sandra Tretter (Hg.), Klimt. La Secessione e l’Italia (Ausst.-Kat. Museo di Roma, Palazzo Braschi, Rom), Mailand 2021, Kat.-Nr. VIII.1
    • Monika Mayer, „Der ,unbekannte‘ Anton Loew. Anmerkungen zur Provenienz von Gustav Klimts Judith I“, in: Zürcher Kunstgesellschaft / Kunsthaus Zürich (Hg.), Hodler, Klimt und die Wiener Werkstätte (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Zürich 2021, S. 80–91
    • Markus Fellinger, Gustav Klimt. Im Zentrum der Wiener Moderne, Wien 2022, S. 31, 73f.
    • Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 234, Abb. 35 auf S. 65.
    • Markus Fellinger, „Gustav Klimts Rezeption der internationalen Moderne“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 63, 67, 74, 81
    • Marian Bisanz-Prakken, „Klimt und die internationale Kunst um 1900. Die Menschheit im Fokus“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 173
    • Ralph Gleis / Storch Ursula (Hg.), Secessionen. Klimt – Stuck – Liebermann (Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie, Berlin; Wien Museum), München et al. 2023, Taf. S. 89
    • Stella Rollig / Franz Smola (Hg.), Gustav Klimt – Pigment & Pixel (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Köln 2025, S. 74–75 (Franz Smola), S. 7681 (Stefanie Jahn)
    • „Das Gold in Klimts Gemälden. Barbara Steiner im Gespräch mit Franz Smola“, in: Stella Rollig / Franz Smola (Hg.), Gustav Klimt – Pigment & Pixel (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Köln 2025, S. 62
    Restoration

    Stefanie Jahn ORCID logo

    Das wertvolle Werk hat Klimt mit viel Blattgold gestaltet. Vereinzelt übermalte er das Gold mit Ölharzfarben und manchmal legte er über die Farben noch eine weitere Goldschicht. In einem ersten Schritt skizzierte Klimt die Figur der Judith in Umrissen auf die Leinwand und fixierte dann die Zeichnung mit einer transparenten Farblasur. Danach vergoldete Klimt den gesamten Hintergrund, hinter dem Kopf und über den Schultern der Judith mit Blattgold. Es handelt sich hierbei um eine Ölvergoldung. Als Klebemittel diente ein Anlegeöl, auf das die hauchdünnen Goldblätter angebracht wurden. Nach der Trocknung begann Klimt mit Ölharzfarben zu malen. Auf den vergoldeten Hintergrund malte er mit Blau und Grün Konturen von Bäumen und von gerundeten Mustern. In weiterer Folge bemalte er oben links neben dem Kopf das Gold zwischen den Baumumrissen (Abb. 1). Rechts neben dem Kopf malte er eier- und sternförmige Baumfrüchte in dunkler Farbe auf das Gold. Die Eierformen vergoldete er erneut mit einem diagonal kreuzenden Linienmuster. Hierfür strich er das Anlegeöl in diagonal gekreuzten Linien auf die dunkle Malerei. Nachdem das Ölbindemittel leicht angetrocknet war, legte er ein Goldblatt darüber. Dieses blieb nur am Anlegeöl kleben, sodass hier das gekreuzte Muster vergoldet wurde.

    Judith ist bekleidet mit einem offenen Kleid aus durchsichtigem Stoff mit goldenen Ornamenten. In einer ersten Komposition war die rechte Schulter höher gezeichnet und die rechte Brust, durch den Stoff bedeckt, nicht sichtbar. Der linke Arm und die Hand, die das Haupt von Holofernes hält, waren zunächst einen Arm breit höher gemalt. Klimt übermalte sie und änderte die Darstellung. Den Arm malte er weiter unten neu, das Kleid öffnete er mehr, sodass die Brust und ein Teil von Judiths rechter Schulter zu sehen sind.

    Die goldenen Ornamente, den goldenen Halsschmuck und den prunkvollen Gürtel legte Klimt ebenfalls mit Ölvergoldung auf die Malerei. Darauf malte er Schmuckelemente und mit wenigen Pinselstrichen das durchsichtige Kleid (Abb. 2) (Abb. 3).

    Den linken unteren Bildrand überarbeite Klimt besonders intensiv. Die ursprüngliche Komposition konnte bei der Untersuchung nicht sichtbar gemacht werden. Im Röntgenbild überdecken metallhaltige Farben der Übermalung in hellen Tonwerten die darunterliegende Malerei (Abb. 4). Nur mit der Infrarotreflektografie werden hier einzelne Unterzeichnungslinien erkennbar, die vermuten lassen, dass der Körper der Judith zunächst breiter ausgeführt war (Abb. 5).