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Lady at the Fireplace

Dame am Kamin
Lady at the Fireplace
Lady at the Fireplace
Gustav Klimt, Dame am Kamin, 1897/1898, Öl auf Leinwand, 41 × 66 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 5434
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Lady at the Fireplace

  • Date1897/1898
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    41 × 66 cm
  • SignatureSign. links oben: GUSTAV / KLIMT
  • Inventory number5434
  • Location Currently not on display

  • The fashionable young woman sitting by the fireplace is depicted by Gustav Klimt as lost in thought. The dim lighting blurs her silhouette, while the warm glow of the fire is only vaguely discernible. The sitter exudes cosmopolitan sophistication, and her dreamy demeanor is consistent with the melancholy portrayal of women prevalent at the time in literature. The circumstances surrounding the painting’s creation remain unknown. However, anonymous portraits of women were a common theme in Klimt’s work. In this work, rather than characterizing a specific individual, the artist sought to capture a particular perspective on life.
  • Essay

    Dame am Kamin
    Markus Fellinger ORCID logo

    Beschreibungen

    Eine junge Dame sitzt in einem Fauteuil in einem dunklen Raum. Beleuchtet wird dieser nur von einem rötlichen Schimmer, der von einer Lichtquelle links außerhalb des Bildes ausgeht – vielleicht ein offener Kamin –, rechts hinter dem Fauteuil ist noch ein Stück graue Wand erkennbar. Wer die Dame ist, erfährt das Bildpublikum nicht. Klimt inszeniert eine intime Situation, die junge Frau fühlt sich in der Behaglichkeit ihrer Umgebung sicher. Sie schläft oder träumt mit geschlossenen Augen vor sich hin. Der Betrachter*innenstandpunkt liegt in relativer Nähe zu dieser anonymen Person. Das Bildpublikum kann sich daher entweder in der Rolle als heimliche*r Beobachter*in verstehen oder als vertraute*r Anwesende*r, in deren*dessen Gegenwart sich die Dame wohl und sicher fühlt. Die geschlossenen Augen und die Ansicht von der Seite sorgen allerdings zugleich für eine kommunikative Distanz zwischen der Dame und der*dem vorgestellten Betrachter*in. Dieses subtile Wechselspiel von Nähe und Distanz, von Einbeziehung und Abweisung des Bildpublikums, hat großen Anteil am Reiz der Komposition.

    Stilistisch ist das Bild durch die Konzentration auf die atmosphärische Stimmung geprägt. Klimt beschränkt sich auf wenige Farbtöne, die er mit dem schwarzen Kleid und dem Raumdunkel wie auch mit dem Grau des beleuchteten Hintergrundes zu einer einfachen, aber wirkungsvollen Komposition verwebt. Nur im Bereich des Gesichts und der Bluse sind zusätzlich feine blaue Striche erkennbar. Erwähnenswert ist, dass die Farbigkeit des Gemäldes ursprünglich viel heller war als heute und im Lauf der Zeit erheblich dunkler geworden ist.[1] Ein vom Rahmen verdeckter schmaler Streifen am unteren Bildrand gibt noch die einstige Farbigkeit wieder, die ähnlich wie beim zeitgleich entstandenen Gemälde Allerlei Gesichter (Dame im Fauteuil) (Abb. 1) vorstellbar ist, allerdings mit einem eher bläulich-violetten Einschlag im Kleid der Dame, wie die Auflichtaufnahme enthüllt. Da der Streifen schon auf der 1961 kurz nach dem Ankauf durch das Belvedere publizierten Abbildung deutlich zu sehen ist, muss das Nachdunkeln schon früh erfolgt sein.[1]

    Mögliche Übereinstimmung mit bisher nicht identifizierten Werken

    Da die frühe Provenienz von Dame am Kamin unbekannt ist und die aufwendige vergoldete Signatur[3] auf eine prominente Ausstellungsteilnahme hindeutet, liegt es nahe, das Bild mit einem von mehreren bisher unbekannten Gemälden aus dieser Periode, die nur durch Nennungen in Ausstellungskatalogen und alte Beschreibungen dokumentiert sind, in Verbindung zu bringen. Wahrscheinlichster Kandidat hierfür ist das Gemälde Dämmerung, das Klimt 1898 in der 2. Ausstellung der Secession und 1899 auf der Biennale di Venezia (unter dem Titel Tramonto) präsentierte. In der älteren Literatur wurde angenommen, dass es sich bei diesem Titel um ein Landschaftsbild handle, bevor Tobias Natter es aufgrund einer Beschreibung des Kunstkritikers Ludwig Hevesi als Damenbildnis bestätigen konnte und darin das bekannte Bild Dame im Fauteuil vermutete.[4] Allerdings konnte Dame im Fauteuil durch eine neue Quelle eindeutig als das ebenfalls lange Zeit nicht zuordenbare Gemälde Allerlei Gesichter identifiziert werden.[5] Dass es sich bei Dämmerung/Tramonto um eine vergleichbare weibliche Bildnisstudie handelt, bestätigen auch eine italienische Rezension der Biennale-Ausstellung und die retrospektiven Erinnerungen des Malers Alexander Demetrius Goltz.[6] Dass tatsächlich Dame am Kamin dieses Werk sein könnte, darauf deutet ein altes italienisches Zolletikett aus der Zeit um 1900 hin, das sich auf dessen Rückseite auf dem Keilrahmen befindet.[7] Solche Etiketten finden sich noch häufig auf Gemälden, die aus dem Ausland zu italienischen Ausstellungen eingereicht wurden, so zum Beispiel auch auf den Keilrahmen der Bilder Wasserschlangen II und Birkenwald (Buchenwald), die beide 1910 auf der Biennale di Venezia gezeigt wurden. In dieser Schau wie auch in den weiteren bekannten Ausstellungen in Italien, an denen Klimt teilnahm, war aber Dame am Kamin nicht zu sehen gewesen. Da vor 1910 keine weiteren Ausstellungsteilnahmen Klimts in Italien dokumentiert sind, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um das 1899 ausgestellte Gemälde Tramonto (Dämmerung) handelt. Dieser Überlegung folgt mit der gebotenen Vorsicht auch die Klimt-Foundation in ihrer Klimt-Datenbank mit dem Verweis auf bisher unbekannte Beschreibungen in Ausstellungsrezensionen.[8]

    Eine weitere, wenn auch weniger wahrscheinliche Möglichkeit wäre eine Identifikation mit dem ebenfalls nur aus Secessionskatalogen und Ausstellungsrezensionen bekannten Gemälde Im Zwielicht.[9] Eine Beschreibung des Bildes aus dem Jahr 1929 würde sich mit Dame am Kamin gut vereinbaren lassen: „Die neuen Malversuche Klimts begannen ungefähr im Jahre 1895. Er stellte Körper teils in künstliches, teils in Tageslicht. Die Frau im Zwielicht gehört hieher.“[10]

    Einordnung in Klimts Werk

    Das Gemälde fügt sich in eine Reihe ähnlicher Kompositionen, die Klimt in den Jahren von 1895 bis 1899 geschaffen hat. Das früheste Bild dieser Gruppe ist Porträt des Schauspielers Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo, das er 1894/95 gemalt hat.[11] Im zentralen Bildfeld lässt Klimt die Figur des fast ganz in Schwarz gekleideten Mannes mit dem Dunkel des schwach beleuchteten Bühnenraums verschwimmen. Klimt vollzieht damit die Abkehr von der glatten (foto-)realistischen Malweise, die er bis 1893 gepflegt hatte.[12] An die Stelle von akademisch gemalten, von kaltem Licht hart abgegrenzten und plastisch modellierten Figuren tritt nun ein malerisches Hell-Dunkel, das ganz auf Lichtstimmung und suggestive Farbigkeit konzentriert ist und alle Formen verunklärt und verschwimmen lässt.

    In Entwurf für Schubert am Klavier aus dem Jahr 1896 versucht Klimt, eine warme und behagliche Stimmung im Schein von Kerzenlicht zu erzielen (Abb. 2).[13] Die Kombination von Rot, Schwarz und Grau ist bereits dominant, wozu allerdings noch Gelb- und Blautöne kommen. In den Jahren von 1896 bis 1898 entstehen mehrere Bildnisse anonymer Männer und Frauen, in denen Klimt die Gesichter aus dem Dunkel des Hintergrundes hervortreten lässt.[14] Zugleich malt Klimt auch mehrere ganz- oder halbfigurige Bilder von anonymen Damen in Abendkleidern, die fast ausschließlich in der Kombination von Rot, Schwarz und Grau gehalten sind und die Dargestellten vornehmlich im Profil wiedergeben. Vor allem das Gemälde Allerlei Gesichter (Dame im Fauteuil) (Abb. 1) steht Dame am Kamin in dieser Hinsicht sehr nahe.

    Vorarbeiten und Studien

    Direkte Entwürfe für das Gemälde sind bisher nicht bekannt, es existiert aber eine ganze Reihe vergleichbarer Zeichnungen von Damen in Fauteuils (Abb. 3).[15] Eine dieser Zeichnungen ist von Klimt im zweiten Jahrgang von Ver Sacrum publiziert und dort mit Dame im Morgengewande betitelt worden (Abb. 4).[16] Diese Bezeichnung legt zusätzlich eine Verbindung mit dem ursprünglichen Titel des Gemäldes Dämmerung nahe. Zudem zählt diese Zeichnung zu den wenigen, die Klimt eigenhändig datiert hat, und zwar mit 1896. Dadurch wird deutlich, dass sich Klimt im Laufe von über zwei Jahren intensiv mit dem Motiv der Dame im Fauteuil auseinandergesetzt hat. Noch mehrere Entwürfe für das Porträt Sonja Knips (1897/98) knüpfen an diese Querformate mit seitlichen Ansichten sitzender Damen an.[17]

    Internationale Einflüsse

    Klimts um 1895 bis 1898 entstandene Stimmungsbilder lassen sich im größeren Zusammenhang einer Tendenz in der europäischen Malerei einordnen, die fallweise als Intimismus bezeichnet wird. Vor allem die Nabis und ihr Umkreis in Frankreich spezialisierten sich auf Ansichten aus der privaten Lebenswelt der Künstler*innen in einem malerisch-impressionistischen Stil. „Intime“ Ansichten in atmosphärischem Hell-Dunkel von französischen Maler*innen und Grafiker*innen wie Eugenè Carrière und Théophile-Alexandre Steinlen (Abb. 5) oder symbolistischen Künstler*innen wie Fernand Khnopff wurden in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts europaweit erfolgreich ausgestellt und waren geradezu eine Modeerscheinung.[18] Als besonders wichtiges Vorbild muss auch James McNeill Whistler gelten, von dem eine Vielzahl berühmter Porträts in atmosphärisch-dichtem Hell-Dunkel in auf wenige Farbtöne beschränkter Palette bekannt war (Abb. 6).[19] Als gemeinsamer Nenner kann die Beschäftigung mit der Problematik interpersoneller Vertrautheit und psychischer Abgrenzung gelten

    Anmerkungen

    Vielen Dank an Stefanie Jahn, Restaurierungsabteilung des Belvedere, für die Bestätigung.

    „Neuerwerbungen und Leihgaben“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 5. Jg., Nr. 49, 1961, Abb. 7.

    Siehe dazu: Stefanie Jahn, „Gustav Klimt, Dame am Kamin, 1897/98. Technologische Untersuchung“, https://sammlung.belvedere.at/objects/4185/dame-am-kamin (zuletzt besucht am 1.7.2026).

    Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nrn. 94 und 109. Dieser Zuschreibung folgte auch: Maria Vittoria Marini Clarelli, „Klimt alla Biennale di Venezia“, in: dies. / Franz Smola / Sandra Tretter (Hg.), Klimt. La Secessione e l’Italia (Ausst.-Kat. Museo di Roma, Palazzo Braschi, Rom), Mailand 2021, S. 237.

    Markus Fellinger, „Klimts Frühwerk“, in: ders. / Stella Rollig / Emilie S. Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 106, Anm. 41.

    S. D. Paoletti, „La III Esposizione Internazionale d’Arte della Città di Venezia 1899“, in: Natura ed arte rivista illustrata, 1899, S. 631: „[…] la suggestività maliosa di cui circonda certe figure di donna come nel tramonto.“; Alexander Demetrius Goltz, „Frühlingstage in Italien“, in: Reise und Sport, 12. Jg., Heft 7, 1912, S. 37: „Klimt hat sein ‚Fließendes Wasser‘ und eine kleine Porträtskizze ausgestellt.“.

    Es trägt den Aufdruck „MERCI VISITATE / DOGANA ITALIANA“ und die Nummer „ln 1259“ über dem Wappen des Königreichs Italien (in Verwendung von 1861 bis 1926).

    Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/9027-2640 (zuletzt besucht am 24.11.2023).

    Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 103; Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 92.

    Leopold Wolfgang Rochowansky, „Intimes von Gustav Klimt (Besuch bei Georg Klimt)“, in: Neues Wiener Journal, 13.1.1929, S. 19.

    https://sammlung.belvedere.at/objects/6234/josef-lewinsky-als-carlos-in-clavigo (zuletzt besucht am 24.11.2023).

    Z. B. https://sammlung.belvedere.at/objects/21938/frauenbildnis (zuletzt besucht am 24.11.2023).

    Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/1057-6964 (zuletzt besucht am 24.11.2023).

    Natter 2012 (wie Anm. 9), WVZ-Nrn. 87–100.

    Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 1: 1878–1903, Salzburg 1980, WVZ-Nrn. 280, 335, 388, 399, 402; dies., Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 4: Nachtrag 1878–1918, Salzburg 1989, WVZ-Nr. 3323.

    Ver Sacrum, 2. Jg., Heft 5, 1899, S. 26.

    Alice Strobl 1980 (wie Anm. 15), WVZ-Nrn. 240–242.

    Agnes Husslein-Arco (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 70 (Alfred Weidinger); Edwin Becker, „Seelenkunst“, in: ders. / Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 108–131.

    Manu von Miller, „Von der Poesie der Farbe und des Ornaments – Die Malerei von James McNeill Whistler und Gustav Klimt“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 85–87, Abb. 4. Der Einfluss Whistlers auf dieses Bild wurde schon kurz nach dessen Erwerbung durch das Belvedere in Publikationen zu Whistler betont: Denys Sutton, Nocturne. The Art of James McNeill Whistler, London 1963, S. 76; From Realism to Symbolism. Whistler and His World (Ausst.-Kat. Wildenstein, New York; Philadelphia Museum of Art), New York 1971, S. 89.


    Abbildungen

    • [1] Privatarchiv Salzburg, Schreiben Mia Schubert an Fritz Novotny, 16.5.1967.
    • [2] Forstrat Ing. Friedrich Stadler-Wolffersgrün war der Sohn des Sektionschefs im Ministerium für Kultus und Unterricht Dr. Friedrich Viktor Stadler-Wolffersgrün.
    • [3] Archiv des Belvedere (AdB), Wien, Zl. 130/1961.
    Further Notes

    Monika Mayer ORCID logo und Markus Fellinger ORCID logo

    Der früheste bekannte Besitzer ist einer von Alfred Weidinger erstmals publizierten Quelle zufolge der Sektionschef im Ministerium für Kultus und Unterricht Friedrich Stadler-Wolffersgrün, der das Bild besessen habe.[1] Dem Brief Mia Schuberts, der Nichte Stadler-Wolffersgrüns, an den damaligen Direktor der Österreichischen Galerie Fritz Novotny vom 15. Mai 1967 zufolge wurde nach dessen Tod der „ganze reichhaltige künstlerische Nachlass von einem Schätzmeister des Dorotheums (Enzinger?) bewertet“. Im Jahr 1961 erwarb die Österreichische Galerie das Bild um 20.000 Schilling.[2] Verkäufer*innen waren der Grafiker Hermann Bauch und seine Frau Editha, bislang ist allerdings unklar, ob diese das Bild selbst besaßen oder treuhänderisch agierten. Im sogenannten Grundbuchblatt des Bildes im Archiv des Belvedere findet sich unter Ältere Besitznachrichten der folgende Eintrag: „Editha Bauch, Gattin des Treuhänders“.

     

    Anmerkungen

    Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), 150 Jahre Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012), Kat.-Nr. 15 (Alfred Weidinger), S. 73, Anm. 1. Die Angaben stammen aus einem Brief von Stadler-Wolffersgrüns Nichte Mia Schubert an Fritz Novotny, datiert mit 16. Mai 1967, Privatarchiv, Salzburg. Dank an Franz Eder, der Monika Mayer eine Kopie des Schreibens zur Verfügung gestellt hatte. Sektionschef Stadler-Wolffersgrün starb bereits 1936, er war mit Klimt sicherlich persönlich bekannt gewesen.

    Archiv des Belvedere (AdB), Zl. 130/1961.

    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • Wahrscheinlich: II. Kunst-Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs, Secession, Wien November–Dezember 1898
    • Wahrscheinlich: III Esposizione Internazionale d’Arte della Città di Venezia (Biennale), Palazzo dell’Esposizione, Venedig 24.4.–31.10.1899
    • Gustav Klimt, Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel 17.9.–16.12.1987
    • The Vienna Secession 1898–1918, Miyagi Museum of Art, Sendai 3.11.–24.12.2001
    • The Vienna Secession 1898–1918, The Bunkamura Museum of Art, Tokyo 2.1.–24.2.2002
    • The Vienna Secession 1898–1918, Shimane Art Museum, Matsue 5.3.–21.4.2002
    • L’abbraccio di Vienna. Klimt, Schiele e i capolavori del Belvedere, Villa Olmo, Como 15.3.–20.7.2008
    • Klimt. Nel segno di Hoffmann e della Secessione, Museo Correr, Venedig 24.3.–8.7.2012
    • Klimt – alle origini di un mito, Palazzo Reale, Mailand 12.3.–13.7.2014
    • Au temps du Klimt. La Sécession à Vienne, Pinacothèque de Paris, Paris 12.2.–21.6.2015
    • Face to Face with Gustav Klimt. With Bas van Beek, Van Abbe Museum, Eindhoven 32.1.–13.6.2021 (ohne Katalog)
    • Klimt. La Secessione e l’Italia, Museo di Roma, Palazzo Braschi, Rom 27.10.2021–27.3.2022
    • Klimt. L’uomo, l’artista, il suo mondo, Galleria d’Arte Moderna Ricci Oddi / XNL, Piacenza 12.4.–24.7.2022
    • Secessionen. Klimt – Stuck – Liebermann, Alte Nationalgalerie, Berlin 23.6.–22.10.2023

      Werkverzeichnisse

    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien, 1958, Bd. 2, WVZ-Nrn. 278 (Dämmerung, 1898), 279 (Sonnenuntergang, vor 1899)
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. v. Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 84 (Dame am Kamin, 1897/98)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. Mit kommentiertem Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes, München et al. 2007, WVZ-Nrn. 106 (Dame am Kamin, 1897/98), 121 (Dämmerung, 1898)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nrn. 95 (Dame am Kamin, 1897/98), 109 (Dämmerung, 1898)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/8381-3705 (Dame am Kamin [Dämmerung], 1897/98)
    • Literatur

    • Katalog der II. Kunst-Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1898, Nr. 74 (Dämmerung)
    • Deutsche Kunst. Illustrirte Zeitschrift für das gesammte deutsche Kunstschaffen, 3. Jg., 1898/99, S. 85 (Dämmerung)
    • La Stampa. Gazzetta Piemontese, 28.11.1898, S. 1f.
    • Ludwig Hevesi, „Aus der Sezession“ (8.12.1898), in: Ludwig Hevesi, Acht Jahre Sezession (März 1897 – Juni 1905). Kritik – Polemik – Chronik, Wien 1906, S. 81 (Dämmerung)
    • Terza Esposizione Internazionale d’Arte della Città di Venezia 1899. Catalogo illustrato (Ausst.-Kat. Biennale Venedig), Venedig 1899, Nr. 56 (Tramonto)
    • Gazzetta di Venezia, 13.7.1899, S. 2 (Tramonto)
    • S. D. Paoletti, „La III Esposizione Internazionale d’Arte della Città di Venezia 1899“, in: Natura ed arte rivista illustrata, 1899, S. 631 (Tramonto)
    • Mario Morasso, „L’Arte Moderna nella III Esposizione di Venezia“, in: Nuova antologia revista di lettere scienze ed arti, 4. Serie, Bd. 167, Nr. 83, 1899, S. 152 (Tramonto)
    • Alexander Demetrius Goltz, „Frühlingstage in Italien“, in: Reise und Sport, 12. Jg., Heft 7, 1912, S. 37
    • „Neuerwerbungen und Leihgaben“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 5. Jg., Nr. 49, 1961, S. 4, Abb. 7 (Dame am Kamin)
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 7
    • Hans Aurenhammer (Hg.), Neuerwerbungen der Österreichischen Galerie 1960–1968, Wien 1968, S. 11, Nr. 39 (Dame am Kamin)
    • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 182 (Dämmerung/Tramonto)
    • Serge Sabarsky (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel), Brüssel 1987, Kat.-Nr. 11
    • Gerbert Frodl, Gustav Klimt in der Österreichischen Galerie in Wien, Salzburg 1992, S. 44f. (Dame am Kamin)
    • Gustav Klimt e le origini della Secessione viennese (Ausst.-Kat. Fondazione Antonio Mazzotta, Mailand), Mailand 1999, Kat.-Nr. I, Taf. S. 202
    • The Vienna Secession 1898–1918 (Ausst.-Kat. Miyagi Museum of Art, Sendai; The Bunkamura Museum of Art, Tokyo; Shimane Art Museum, Matsue), Tokyo 2001, Kat.-Nr. 12, Abb. S. 46
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), München et al. 2002, S. 225, Abb. S. 58
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt und die Künstler-Compagnie (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Weitra 2007, Abb. 38 auf S. 124
    • Manu von Miller, „Von der Poesie der Farbe und des Ornaments – Die Malerei von James McNeill Whistler und Gustav Klimt“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 85–87, Abb. 4
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt – Josef Hoffmann. Pioniere der Moderne (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2011, S. 320
    • Agnes Husslein-Arco, „Beziehungen. Fernand Khnopff, Gustav Klimt“, in: dies. / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt – Josef Hoffmann. Pioniere der Moderne (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2011, S. 12, Abb. 6
    • Agnes Husslein-Arco, „Rapporti. Fernand Khnopff, Gustav Klimt“, in: dies. / Alfred Weidinger (Hg.), Klimt. Nel segno di Hoffmann e della Secessione (Ausst.-Kat. Museo Correr, Venedig), Mailand 2012, S. 26
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 70–73, Kat. Nr. 15 (Alfred Weidinger)
    • Agnes Husslein-Arco / Brigitte Borchhardt-Birbaumer / Harald Krejci (Hg.), Die Nacht im Zwielicht. Kunst von der Romantik bis heute (Ausst.-Kat. Belvedere Wien), 2012, Kat.-Nr. 221, Abb. S. 256.
    • Balthazar Pagani (Hg.), Klimt. Alle origini di un mito (Ausst.-Kat. Palazzo Reale, Mailand), Mailand 2014, Kat.-Nr. 106, Abb. S. 184
    • Giuseppe Scandiani (Hg.), Au temps du Klimt. La Sécession à Vienne (Ausst.-Kat. Pinacothèque de Paris), Paris 2015, Abb. S. 197
    • Maria Vittoria Marini Clarelli, „Klimt alla Biennale di Venezia“, in: dies. / Franz Smola / Sandra Tretter (Hg.), Klimt. La Secessione e l’Italia (Ausst.-Kat. Museo di Roma, Palazzo Braschi, Rom), Mailand 2021, S. 237, Kat.-Nr. III.14
    • Gabriella Belli / Elena Pontiggia (Hg.), Klimt. L’uomo, l’artista, il suo mondo (Ausst.-Kat. Galleria d’Arte Moderna Ricci Oddi / XNL, Piacenza), Mailand 2022, Kat.-Nr. III.4
    • Ralph Gleis / Ursula Storch (Hg.), Secessionen. Klimt – Stuck – Liebermann (Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie Berlin; Wien Museum), München et al. 2023, Abb. S. 238
    Restoration

    Stefanie Jahn ORCID logo

    Entspannt in einem Polstersessel zurückgelehnt, blickt die Dargestellte Richtung Kamin. Eingefangen in diesem intimen Moment, lädt sie die Betrachtenden zum Innehalten ein. Die Konturen beinahe gänzlich aufgelöst, droht die Darstellung zu verschwimmen, dank gezielt gewählter Blickpunkte wie dem Gesicht der Dame bleibt sie dennoch fassbar (Abb. 1) (Abb. 2). Das Werk stellt eine Studie dar, welche dazu diente, die zu Porträtierende rasch zu erfassen, den Augenblick einzufangen. Die Spontaneität dieses Werks wird von der Untersuchung mittels Infrarotreflektografie untermauert: Es finden sich keine Unterzeichnungslinien auf der Grundierung, welche der Skizzierung der Darstellung gedient hätten. Sie wurde ausschließlich mit Ölharzfarbe angelegt. Der warme Farbton der Malerei unterstützt zwar dabei die heimelige Wirkung der Szene, doch ist sie zu einem Teil bloß das Resultat des darüberliegenden, natürlich gealterten Naturharzfirnisses. Dieser ist sekundär und wurde in der Vergangenheit mit breiten Pinselstrichen aufgetragen. Typisch für den Naturharzfirnis ist die milchig-bläuliche Fluoreszenz bei Anregung des Materials mit ultraviolettem Licht. In dem an sich zurückhaltenden Werk blitzt jedoch ein Detail markant ins Auge – die Signatur des Künstlers. Diese wurde mit Blattgold auf einem öligen Anlegemedium aufgebracht und ziert die linke obere Ecke des Gemäldes (Abb. 3).