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Avenue to Schloss Kammer

The image depicts an avenue lined with tall, slender trees. The tree trunks are straight, and the branches spread upward, creating an arched effect. At the end of the avenue, a building is visible, integrated into the scene. The path is paved and leads directly toward the building. The entire composition conveys a sense of depth and perspective.

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Avenue to Schloss Kammer
The image depicts an avenue lined with tall, slender trees. The tree trunks are straight, and the branches spread upward, creating an arched effect. At the end of the avenue, a building is visible, integrated into the scene. The path is paved and leads directly toward the building. The entire composition conveys a sense of depth and perspective.

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Gustav Klimt, Allee zum Schloss Kammer, 1912, Öl auf Leinwand, 110 × 110 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 2892
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Avenue to Schloss Kammer

  • Date1912
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    110 × 110 cm
  • SignatureBez. links unten: GUSTAV / KLIMT
  • Inventory number2892
  • Location Upper Belvedere

  • “I am longing to get away more than ever,” wrote Gustav Klimt at the beginning of August 1901 — away from the hot city for a sojourn by the lakes and mountains of Austria’s Salzkammergut. From 1900 to 1916 the artist spent several weeks each summer at the Attersee lake. This beautiful region inspired him and he painted intensively. Klimt depicted Schloss Kammer in a total of five paintings. At the end of an avenue of gnarled trees, the entrance and part of the yellow façade can be seen in the pictorial depths. Vibrant dabs of paint and bold contours reflect Klimt’s engagement with the international avant-garde, for example the work of Vincent van Gogh or Paul Cézanne that he had the chance to study at exhibitions in Vienna.
  • Essay

    Allee zum Schloss Kammer
    Stephanie Auer ORCID logo


    Entstehung und Beschreibung

    In dem Gemälde Allee zum Schloss Kammer macht Gustav Klimt das ehemals auf einer Insel im Attersee gelegene Bauensemble ein letztes Mal zum Gegenstand seiner formalen und koloristischen Experimente auf dem Gebiet der Landschaftsmalerei. Das Werk bildet den Abschluss einer Reihe von fünf Ansichten des Schlosses sowie zweier des Parks,[1] die in den Jahren 1908 bis 1912 während Klimts Sommeraufenthalten in der Villa Oleander im nahegelegenen Ort Kammer entstand. Die Serie spiegelt Klimts Bestreben und die damit verbundenen methodischen Ansätze wider, ein ästhetisches Äquivalent zur bloßen Wiedergabe eines Landschaftsausschnitts zu schaffen, und verdeutlicht zugleich, inwieweit die Errungenschaften des Postimpressionismus seine künstlerischen Intentionen bestärkten und beeinflussten. Mit seiner expressiven, befreiten Pinselschrift gilt Allee zum Schloss Kammer dabei gemeinhin als jenes Werk, das Klimts Auseinandersetzung mit den bildnerischen Erneuerungen Vincent van Goghs am unmittelbarsten zum Ausdruck bringt.

    Obgleich schon Klimts Zeitgenoss*innen die Praxis des Künstlers hervorhoben, Anleihen bei anderen Künstler*innen zu nehmen,[2] haben sich keine Aussagen erhalten, die noch zu Lebzeiten den Einfluss van Goghs beschreiben. Erst Fritz Novotny und Johannes Dobai verweisen in ihrer Monografie mit Werkverzeichnis der Gemälde Klimts von 1967 auf seine Rezeption des niederländischen Malers. Sie führen das Aufgreifen des Motivs der Sonnenblumen auf dessen Vorbild zurück und stellen fest, dass Allee zum Schloss Kammer ein Schlüsselwerk in Klimts Auseinandersetzung mit van Gogh darstellt, ohne jedoch näher auszuführen, in welcher Form sich diese niederschlägt.[3] Seitdem stimmt die Literatur über van Goghs Bedeutung für Klimts Entwicklung des Spätwerks und den damit verbundenen Stellenwert der Allee einhellig überein.[4] Auch die von Novotny und Dobai auf rein stilistischen Überlegungen basierende Datierung auf 1912 blieb allgemein anerkannt.[5]

    Während sich Klimt in den ersten drei Darstellungen von Schloss Kammer am Attersee (Abb. 1) (Abb. 2) (Abb. 3) intensiv mit der optischen Verkürzung des Raums durch Staffelung oder lineare Gliederung in horizontale Bildzonen auseinandersetzt und dabei architektonische sowie vegetabile Elemente in ein raffiniertes Nebeneinander unterschiedlich behandelter Farbflächen bringt, rückt in der Allee zum Schloss Kammer eine für Klimts Landschaftsdarstellungen ungewöhnlich starke perspektivische Flucht ins Zentrum seines Interesses. Die dargestellte Lindenallee verbindet das Ufer des Attersees mit dem ehemaligen Wasserschloss und führt durch den Schlosspark zum Haupttor des Bauwerks (Abb. 4). Am Ende der Allee, deren Tiefenwirkung im Kontrast zum ornamental aufgefassten Blatt- und Astwerk steht, öffnet sich der Blick auf die leuchtend gelbe Fassade des Gebäudes. Dieses wird von einem Schindeldach bedeckt, dessen komplementäre rote Farbe durch das Blattwerk leuchtet.

    Locker gesetzte, teilweise pastos aufgetragene Striche und Tupfen verleihen dem geschlossenen Blätterdach einen vibrierenden Charakter. Nur das Durchscheinen der hellbeige grundierten Leinwand deutet lichte Stellen im dichten Grün an. Für das Blattwerk der Bäume setzt Klimt Blau- und Grüntöne ein, die er mit leuchtendem Gelb kontrastiert, während er das ausladende, mit dunkelblauen Pinselzügen konturierte Astwerk sowie die knorrigen Stämme um Violett ergänzt und vereinzelt mit Farbtupfen in komplementärem Orange akzentuiert. Mit seinem ungewöhnlich pastosen Farbauftrag, dem kräftigen, dunklen Umriss des Astwerks sowie der Verwendung von für Klimt ungewöhnlich klaren Farben zeigt das Gemälde bemerkenswerte Charakteristika, die van Goghs richtungsweisendem Einsatz der malerischen Mittel nahestehen. Aufgrund ihrer ähnlichen gestalterischen Qualitäten könnten beispielsweise dessen Olivenhain (1889) (Abb. 5) oder Straßenarbeiter in Saint-Rémy (Abb. 6), die 1906 in der Galerie Miethke zu sehen waren, als Vorbilder in Erwägung gezogen werden.[6] In beiden Gemälden setzt van Gogh eine dunkle Konturierung ein, die die ornamentale Anmutung der Bäume unterstreicht und den Darstellungen trotz ihrer intensiven Farbigkeit und malerischen Auffassung einen betont grafischen Aspekt verleiht. Im Hinblick auf das kraftvolle Kolorit in Klimts späten Landschaftsdarstellungen erscheint darüber hinaus vor allem van Goghs Einsatz von Komplementärkontrasten als ein naheliegendes stilistisches Vorbild.

    Van Gogh und Wien

    Allee zum Schloss Kammer entstand annähernd ein Jahrzehnt, nachdem Klimt im Rahmen der Secessions-Ausstellung Entwicklung des Impressionismus in Malerei und Plastik erstmals mit Gemälden van Goghs konfrontiert worden war.[7] In den folgenden Jahren war kein anderer postimpressionistischer Maler mit derselben Dichte in Wien zu sehen. Den Höhepunkt seiner Wiener Präsenz bildete die umfangreiche Retrospektive in der Galerie Miethke im Jahr 1906, in der nicht weniger als 45 Werke van Goghs gezeigt wurden.[8] Es ist kaum vorstellbar, dass Klimt die Ausstellung unbeachtet ließ – auch wenn sein Besuch, anders als jener der Paul-Gauguin-Ausstellung im darauffolgenden Jahr, nicht dokumentiert ist.[9] Die hohe Wertschätzung, die van Gogh innerhalb der Klimt-Gruppe genoss, zeigt sich auch in der Internationalen Kunstschau Wien 1909, in der dem Maler ein ganzer Saal gewidmet war.[10] Eine letzte Gelegenheit, Werke des niederländischen Malers im Original zu sehen, bot sich Klimt 1913 im Rahmen der Ausstellung Die Neue Kunst der Galerie Miethke – kurz bevor der Ausbruch des Ersten Weltkriegs den internationalen Austausch verlangsamte.[11] Darüber hinaus befanden sich zu jener Zeit elf Werke van Goghs in Wiener Privatbesitz, die Klimt erlaubt hätten, die Gestaltungsprinzipien des Malers zu studieren.[12]

    In gedruckter Form boten darüber hinaus Julius Meier-Graefes weitverbreitete Schriften eine wesentliche Grundlage zur Auseinandersetzung mit van Goghs Kunstauffassung.[13] Sein Mappenwerk Germinal präsentierte dem Wiener Publikum in der 8. Ausstellung der Secession 1900 vermutlich erstmals eine farbige Wiedergabe eines Werks von Vincent van Gogh – eine Farblithografie nach seinem Aquarell Ernte in der Provence.[14]

    Wenngleich van Goghs starke Präsenz in Wien nahelegt, dass die Emanzipation der Farbe in Klimts Spätwerk eng mit der Rezeption van Goghs in Zusammenhang steht, darf der mögliche Einfluss der rezentesten Entwicklungen der modernen Kunst nicht außer Acht gelassen bleiben. Anlässlich der Internationalen Kunstschau 1909 befanden sich unter den Werken der rund 200 internationalen Vertreter*innen der westeuropäischen Avantgarde auch Werke von Cuno Amiet (Abb. 7) oder der französischen Fauvisten Henri Matisse und Maurice de Vlaminck, deren Verwendung reiner, ungemischter Farben und Komplementärkontraste ähnliche Impulse eröffnete. Zugleich trat der Maler noch im selben Jahr eine Reise nach Paris an, wo er ebenfalls die Möglichkeit hatte, sich mit den neuesten Tendenzen der französischen Avantgarde auseinanderzusetzen.[15]

    Klimt und van Gogh

    Obgleich im Zusammenhang mit der Allee zumeist die dunkle Kontur, die kräftige Farbgebung oder pastose Malweise betreffende Überlegungen im Vordergrund stehen, greift es zu kurz, Klimts Auseinandersetzung mit van Gogh auf diese stilistischen Merkmale zu beschränken. Vielmehr gehen die Gemeinsamkeiten in der Kunstauffassung der beiden Maler darüber hinaus. So mag Klimts Interesse an van Goghs Kunstanschauung darin begründet liegen, dass er in dessen Werken kompositorische Prinzipien wiederfand, die auch seinen eigenen Intentionen entsprachen. Im Vergleich zwischen van Goghs Ebene von Auvers (Abb. 8) und Werken wie Schloss Kammer am Attersee II (Abb. 2) oder Forsthaus in Weißenbach I (Landhaus am Attersee) (Abb. 9) wird deutlich, in welchem Maße beide Künstler mit Räumlichkeit als einer Gliederung in farbige Zonen experimentierten und einen geschichteten, in Streifen gegliederten Bildaufbau einsetzten.[16] Ihre in Farblinien, Farbstrichen oder Farbpunkten organisierte Pinselschrift füllt dabei die ihr zugewiesenen Farbflächen gleichmäßig aus, variiert oder rhythmisiert sie, wobei diese bei van Gogh eine ungleich stärkere Dynamik als bei Klimt annimmt (Abb. 10). Die damit erzielte dekorative Wirkung veranlasste Kritiker beider Künstler – Ludwig Hevesi und Julius Meier-Graefe –, ihre Werke mit Bildteppichen zu vergleichen, deren Ausgangspunkt die Natur darstelle.[17]

    Wahlverwandtschaften

    „Man muß van Gogh besitzen, um […] sich vor allem über die ganz unergründlichen Gesetze der quantitativen Verteilung der Farbenmassen klar zu werden“, schrieb Julius Meier-Graefe in seiner 1910 erschienen Monografie und führte weiter aus: „Man möchte, grob gesprochen, fast annehmen, dass es mehr auf die Masse der Farbe, die zu einer oder mehreren anderen steht, ankommt, als auf die Wahl der Farbe, und dahinter versteckt sich wiederum nur die alte Bedeutung der Komposition im Bilde.“[18] Klimt musste wohl keinen van Gogh sein Eigentum nennen, um dessen Gestaltungsprinzipien zu verstehen. Vielmehr verweist Meier-Graefes Analyse der Farbverteilung van Goghs zugleich auf ein zentrales Anliegen Klimts: das Streben nach einer „Gesamtharmonie der Komposition“ – ein künstlerisches Prinzip, das Hermann Bahr bereits 1901 als prägend für sein Schaffen erkannte.[19]

    Die Begegnung mit den Postimpressionisten war somit nicht der Ausgangspunkt für Klimts Streben nach einem „malerischen Ganzen“, das alle Bildelemente in ein dekoratives Gleichgewicht bringt.[20] Erst mit der Impressionismus-Ausstellung 1903 bot sich für Klimt die Möglichkeit, sich abseits druckgrafischer Reproduktionen intensiv mit den Werken der Postimpressionisten und deren Prinzipien der Farbflächenverteilung als Mittel zur Abstraktion der Naturerscheinung auseinanderzusetzen. Vielmehr fand er in ihren Werken jene Anschauung bestätigt, die nicht mehr von einer rein abbildenden Funktion der Kunst, sondern von formalästhetischen Überlegungen ausging, wie er sie bereits im japanischen Farbholzschnitt oder den Werken von James Abbott McNeill Whistler kennengelernt hatte.[21]

    Während Klimts direkte Auseinandersetzung mit Whistler wohl nur auf vereinzelte Gelegenheiten im internationalen Ausstellungsgeschehen beschränkt war, fand er im Wegbegleiter der Wiener Secession, Adolf Hölzel, hingegen einen der konsequentesten Verfechter einer Kunstauffassung, die darauf abzielte, das Naturvorbild in die reine Form, in eine harmonische Beziehung aus Farben und Flächen zu verwandeln.[22] In Dachau, wo Klimt Hölzel bereits 1898 besuchte,[23] entwickelte der Maler eine durch starke Silhouettierung, Flächigkeit sowie eine ornamentale Auffassung geprägte Landschaftsmalerei, wie sie auch Klimts Werke aufweisen (Abb. 11) (Abb. 12).[24] Diese Entwicklung muss auch vor dem Hintergrund von Hölzels in Ver Sacrum publizierter Abhandlung Über Formen und Massenvertheilung im Bilde betrachtet werden, womit dieser eine theoretische Grundlage der Intentionen der Formkünstler der Wiener Secession verfasste, deren Kenntnis bei Klimt anzunehmen ist.[25]

    Klimt machte nie ein Geheimnis daraus, in den Werken anderer Künstler eine Inspiration für sein eigenes Schaffen zu gewinnen. Dennoch haben direkt nachvollziehbare Anleihen in engem zeitlichen Kontext eine Seltenheit. Viel zu subtil und autonom verwandelte Klimt stilistische, kompositorische oder koloristische Inspirationen in etwas genuin Eigenes. Gleichwohl lassen sich in seinem Schaffen Wahlverwandtschaften mit den großen Erneuerern der europäischen Moderne wie Vincent van Gogh erkennen. Wie sie befreite Klimt seine Malerei von zufälligen Eindrücken oder dem rein Abbildhaften und entwickelte stattdessen ein eigenes ästhetisches System, in dem die Komposition das fundamentale Prinzip bildete und er Kunst als ein Äquivalent zur Natur verstand.

     

    Anmerkungen

    Schloss Kammer am Attersee I (Wasserschloss), 1908, Národní Galerie, Prag; Park, 1909, Museum of Modern Art, New York (Gertrud A. Mellon Foundation); Schlosspark in Kammer, 1909, Privatsammlung, New York; Schloss Kammer am Attersee II, Privatsammlung; Schloss Kammer am Attersee III, 1911/12, Belvedere, Wien; Schloss Kammer am Attersee IV, 1909/10, Privatbesitz.

    Ludwig Hevesi, Österreichische Kunst im 19. Jahrhundert. Zweiter Teil: 1848–1900, Leipzig 1903, S. 292.

    Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 64, WVZ-Nrn. 145, 181.

    Evelyn Benesch, „Die Landschaften. Eine re-konstruierte Natur“, in: Tobias Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, S. 400; Stephan Koja, „Jenes völlige Verschlungensein in der Schönheit des Scheins…“, in: ders. (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), München et al. 2002, S. 40–42; Renske Suijvers, „Stilisierte Landschaften. Klimts Naturerleben im Rahmen“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 189, 194.

    Es existieren keine Quellen, die eine exakte Datierung belegen. Emil Pirchan datierte das Gemälde mit 1906, Ingomar Hatle mit „um 1913/14“. Emil Pirchan, Gustav Klimt. Ein Künstler aus Wien, Wien / Leipzig 1942, Taf. 85; Ingomar Hatle, Gustav Klimt. Ein Wiener Maler des Jugendstils, ungedruckte Diss. Universität Graz 1955, S. 104, Abb. 127.

    Vincent van Gogh. Kollektiv Ausstellung (Ausst.-Kat. Galerie Miethke, Wien), Wien 1906: Boulevard in Arles (Kat.-Nr. 23), Olivenhain (Kat.-Nr. 44).

    XVI. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs Secession Wien (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1903: Zwei Akazien (Kat.-Nr. 178), Landschaft mit Figuren (Kat.-Nr. 179), Landschaft (Kat.-Nr. 180), Die Allee im Park (Kat.-Nr. 191), Blühender Obstbaum (Kat.-Nr. 182).

    Vincent van Gogh. Kollektiv Ausstellung (Ausst.-Kat. Galerie Miethke, Wien), Wien 1906.

     Ludwig (Lajos) Hevesi, „Paul Gauguin“, in: Pester Lloyd, 24.3.1907, S. 1.

    Internationale Kunstschau Wien 1909 (Ausst.-Kat. Ausstellungsbau Lothringerstraße, Wien), Wien 1909, Raum 14.

    Die Neue Kunst (Ausst.-Kat. Galerie Miethke, Wien), Wien 1913: Landschaft mit Wassermühle (Kat.-Nr. 17), Selbstbildnis (Kat.-Nr. 18), Olivenbäume (Kat.-Nr. 19), Blumenstillleben (Kat.-Nr. 26).

    Am Ufer der Oise in Auvers, 1890, Detroit Institute of Arts, ehemals Sammlung Carl Reininghaus (1905–14); Die Brücke von Trinquetaille, 1888, Privatbesitz, ehemals Sammlung Josef und Gertrud Redlich (ab 1906 – ca. 1920); Die Trinker (nach Daumier), 1890, The Art Institute of Chicago, Sammlung Joseph Winterbotham, ehemals Sammlung Carl Reininghaus (vor 1909 – nach 1925); Die Ebene von Auvers, 1890, Belvedere, Wien, Secession (ab 1903) / Belvedere (ab 1909); Der Innenhof des Hospitals von Arles, 1889, Sammlung Oskar Reinhart „Am Römerholz“, Winterthur, ehemals Galerie Miethke (1905–11); Die Mutter des Künstlers, 1888, Norton Simon Museum, Pasadena, ehemals Sammlung Carl Moll (1905 – nach 1926); Oleander, 1888, Metropolitan Museum of Art, New York, Schenkung Mr. und Mrs. John L. Loeb, 1962, ehemals Sammlung Carl Reininghaus (ab 1905) / Josef und Gertrud Redlich (bis ca. 1920); Der Oberaufseher von Saint-Rémy, 1889, Kunstmuseum Solothurn, Sammlung Dübi-Müller, ehemals Galerie Miethke (um 1907 – 1908); Das Schlafzimmer, 1889, The Art Institute of Chicago, Helen Birch Bartlett Memorial Collection, ehemals Sammlung Carl Reininghaus (1905–14); Selbstporträt, 1889, Privatbesitz, ehemals Sammlung Oskar Reichel (ab 1910); Olivenbäume, 1889, The Nelson-Atkins Museum of Art, Kansas City, William Rockhill Nelson Trust, ehemals Galerie Miethke (ab 1905) / Sammlung Adolf Kohner Budapest (vor 1910 – ca. 1930)

    Julius Meier-Graefe, Impressionisten. Guys – Manet – Van Gogh – Pissarro – Cezanne, München / Leipzig 1907, S. 115–152; ders., Vincent Van Gogh. Mit 40 Abbildungen und dem Faksimile eines Briefes, München 1910. Siehe hierzu: Christian Lenz, „Julius Meier-Graefe in seinem Verhältnis zu Vincent van Gogh“, in: Georg-W. Költzsch / Ronald de Leeuw (Hg.), Vincent van Gogh und die Moderne, Frechen 1990, S. 47ff. Meier-Graefes Verbindung zu den Secessionisten – er fungierte gemeinsam mit Richard Muther bei der 1903 ausgerichteten Impressionismus-Ausstellung als Berater – legt den Schluss nahe, dass seine Publikationen in Wien bekannt waren.

    VIII. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1900: Germinal (Kat.-Nr. 253).

    Siehe hierzu: Stephanie Auer, „Klimts Spätwerk. Die Emanzipation der Farbe“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 195.

    Zu Klimts Verwendung eines Teleskops, um die intendierte Bildwirkung zu erreichen, siehe: Koja 2002 (wie Anm. 4), S. 41.

    Meier-Graefe 1910 (wie Anm. 13), S. 38; Hevesi 1903 (wie Anm. 2), S. 292.

    Meier-Graefe 1910 (wie Anm. 13), S. 37.

    Hermann Bahr, Rede über Klimt, Wien 1901, S. 19. Siehe hierzu: Auer 2022 (wie Anm. 15), S. 204.

    Bahr 1901 (wie Anm. 19), S. 19.

    Zur Bedeutung von Whistler für Klimts stilistische Entwicklung siehe Markus Fellinger, „Gustav Klimts Rezeption der internationalen Moderne“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 60f.

    Zu Adolf Hölzels Entwicklung einer ornamentalen Landschaftsmalerei siehe: Alexander Klee, „Formen der Landschaft – geformte Landschaft. Adolf Hölzels Aufsatz ‚Über Formen und Massenvertheilung im Bilde‘ und die Entwicklung einer ornamentalen Landschaftsmalerei“, in: Agnes Husslein-Arco / Alexander Klee (Hg.), Formalisierung der Landschaft. Hölzel, Mediz, Moll u.a. (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München 2013, S. 9–13.

    Brief an Emilie Flöge vom 3. September 1898, in: Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 289.

    Zu Klimts Wandel in der Naturauffassung siehe auch: Alfred Weidinger, „Man begriff nicht, dass etwas grau und grün ‚Seidenäpfel‘ heißen kann“, in: ders. (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, S. 151f.

    Adolf Hölzel, „Über Formen und Massenvertheilung im Bilde“, in: Ver Sacrum, 4. Jg., Heft 15, 1901, S. 245.


    Abbildungen

    • Sammlung Viktor Zuckerkandl, Wien - Berlin.
    • 1927 Paula Zuckerkandl, Berlin.
    • 1927 Nachlass Zuckerkandl, Wien
    • 1929 Ankauf aus Verlassenschaft Zuckerkandl, Wien
    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • 42. Ausstellung. Gustav Klimt – Bruno Lauterbach, Neue Galerie, Wien 30.3.–18.4.1928 (ohne Katalog)
    • 99. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung, Secession, Wien 27.6.–5.8.1928
    • Gustav Klimt. Ausstellung (Gedächtnisausstellung), Ausstellungshaus Friedrichstraße (Secession), Wien 7.2.–14.3.1943
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938, Akademie der bildenden Künste, Wien März–April 1948
    • 100 Jahre Oberösterreichischer Kunstverein 1851–1951. 1. Ausstellung: Österreichische Malerei der letzten hundert Jahre, Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz 22.9.–27.10.1951
    • Park und Garten in der Malerei vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ausstellung anläßlich der Bundesgartenschau Köln, Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1957
    • Vienne 1880–1938. L’apocalypse joyeuse, Centre Georges Pompidou, Paris 13.2.–15.5.1986
    • Gustav Klimt, Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel 17.9.–16.12.1987
    • Gustav Klimt, Kunsthaus Zürich 11.9.–13.12.1992
    • Klimt – Kokoschka – Schiele. Un sueño vienés (1898–1918), Fundación Juan March, Madrid 7.2.–21.5.1995
    • Klimt, Kokoschka, Schiele. Dall’art nouveau all’espressionismo, Complesso del Vittoriano, Rom 6.10.2001–3.2.2002
    • Vienne 1900. Klimt, Schiele, Moser, Kokoschka, Galeries Nationales du Grand Palais, Paris 3.10.2005–23.1.2006
    • Gustav Klimt. Auf der Suche nach dem Gesamtkunstwerk, Hangaram Art Museum, Seoul Arts Center, Seoul 1.2.–15.5.2009
    • Klimt persönlich. Bilder – Briefe – Einblicke, Leopold Museum, Wien 24.2.–27.8.2012
    • Klimt & Rodin. An artistic encounter, Legion of Honor, Fine Arts Museums of San Francisco 14.10.2017–28.01.2018
    • Golden Boy Gustav Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse…, Van Gogh Museum, Amsterdam 7.10.2022–8.1.2023

      Werkverzeichnisse

    • Marie-José Liechtenstein, „Gustav Klimt und seine oberösterreichischen Salzkammergutlandschaften“, in: Oberösterreichische Heimatblätter, 5. Jg., Heft 3/4, Juli–Dezember 1951, S. 122, WVZ-Nr. 40 (Allee in Schloß Kammer am Attersee, um 1912/14)
    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 158 (Parkallee [Schloss Kammer am Attersee, Die Allee, Schloss-Allee], um 1912)
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ- 181 (Allee im Park von Schloss Kammer, 1912)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 212 (Allee zum Schloss Kammer, 1912)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 201 (Allee vor Schloss Kammer, 1912)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/5884-2031 (Allee vor Schloss Kammer am Attersee, 1912)
    • Literatur

    • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1928, Kat.-Nr. 30 (Schlossallee)
    • Moderne Galerie in der Orangerie der Österreichischen Galerie Belvedere (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), hg. vom Verein der Museumsfreunde in Wien, Wien 1929, Kat.-Nr. 75
    • Emil Pirchan, Gustav Klimt. Ein Künstler aus Wien, Wien / Leipzig 1942, Taf. 85
    • Gustav Klimt. Ausstellung (Ausst.-Kat. Ausstellungshaus Friedrichstraße, Wien), Wien 1943, Kat.-Nr. 53, Abb. 12
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938. Malerei – Plastik – Zeichnungen (Ausst.-Kat. Akademie der bildenden Künste, Wien), Wien 1948, S. 12
    • 100. Jahre Oberösterreichischer Kunstverein 1851–1951. 1. Ausstellung: Österreichische Malerei der letzten hundert Jahre (Ausst.-Kat. Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz), Linz 1951, Kat.-Nr. 65, Abb. S. 19
    • Karl Garzarolli-Thurnlackh (Hg.), Österreichische Galerie des XIX. und XX. Jahrhunderts im Oberen Belvedere. Neuaufstellung 1954 (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), Wien 1954, S. 76
    • Park und Garten in der Malerei vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ausstellung anläßlich der Bundesgartenschau Köln 1957 (Ausst.-Kat. Wallraf-Richartz-Museum, Köln), Köln 1957, Kat.-Nr. 73, Taf. 51
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 24
    • Fritz Novotny, „Einführung“, in: ders. / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 64
    • Johannes Dobai, „Die Landschaft aus der Sicht von Gustav Klimt. Ein Essay“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie Wien, 22./23. Jg., Nr. 66/67, 1978/79: Klimt-Studien, S. 250
    • Jean Clair (Hg.), Vienne 1880–1938. L’Apocalypse joyeuse (Ausst.-Kat. Centre Georges Pompidou, Paris), Paris 1986, Taf. S. 223
    • Serge Sabarsky (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel), Brüssel 1987, Kat.-Nr. 29, Abb. S. 69
    • Regine Schmidt (Hg.), Grenzenlos idyllisch. Garten und Park in Bildern von 1880 bis heute (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere in Schloss Halbturn), Wien 1992, Kat.-Nr. 17, Abb.
    • Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, Kat.-Nr. G 47, Abb. S. 165
    • Gerbert Frodl, Gustav Klimt in the Austrian Gallery Belvedere in Vienna, Salzburg 1995, S. 86, Abb. S. 87
    • Stephan Koja (Hg.), Klimt, Kokoschka, Schiele. Un sueño vienés 1898–1918 (Ausst.-Kat. Fundación Juan March, Madrid), Madrid 1995, S. 48f., Kat.-Nr. 5
    • Jane Kallir (Hg.), Klimt, Kokoschka, Schiele. Dall’art nouveau all’espressionismo (Ausst.-Kat. Complesso del Vittoriano, Rom), Mailand 2001, Kat.-Nr. 34, Abb. S. 89
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), München et al. 2002, S. 225, Taf. 39 auf. S. 108
    • Serge Lemoine / Marie-Amélie zu Salm-Salm (Hg.), Vienne 1900. Klimt, Schiele, Moser, Kokoschka (Ausst.-Kat. Galeries Nationales du Grand Palais, Paris), Paris 2005, Abb. S. 179
    • Tobias G. Natter / Thomas Trummer (Hg.), Die Tafelrunde. Egon Schiele und sein Kreis (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Köln 2006, S. 135, 227, Taf. S. 143
    • Agnes Husslein-Arco (Hg.), Gartenlust. Der Garten in der Kunst (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2007, S. 198 (Claire Willsdon)
    • Agnes Husslein-Arco (Hg.), Wien – Paris. Van Gogh, Cézanne und Österreichs Moderne 1880–1960 (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2007, Abb. S. 121
    • Jane Kallir (Hg.), Gustav Klimt. Auf der Suche nach dem Gesamtkunstwerk (Ausst.-Kat. Hangaram Art Museum, Seoul Arts Center, Seoul), München et al. 2009, Kat.-Nr. 27, Abb. S. 89
    • Tobias G. Natter / Franz Smola / Peter Weinhäupl (Hg.), Klimt persönlich. Bilder – Briefe – Einblicke (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien), Wien 2012, S. 267f., Abb. S. 269
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 248–250, Kat.-Nr. 90 (Alfred Weidinger)
    • Agnes Husslein-Arco / Stephan Koja (Hg.), Im Lichte Monets. Österreichische Künstler und das Werk des großen Impressionisten (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München 2014, S. 248, ohne Abb.
    • Max Hollein / Tobias G. Natter (Hg.), Klimt & Rodin. An Artistic Encounter (Ausst.-Kat. Fine Arts Museums of San Francisco, Legion of Honor, San Francisco), München et al. 2017, S. 170f.
    • Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München / Wien 2022, Kat.-Nr. 184, S. 193
    • Stella Rollig / Franz Smola (Hg.), Gustav Klimt Pigment & Pixel (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Köln 2025, S. 2830 (Stefanie Jahn)
    Restoration

    Stefanie Jahns ORCID logo

    Die Maltechnik der Landschaftsgemälde von Gustav Klimt lässt sich anhand dieses Werkes exemplarisch beschreiben. Die bewegt anmutende Baumallee zeigt eine farbenreiche, schwungvoll aufgetragene Malerei. Doch der Eindruck von Spontaneität täuscht. Die Untersuchungen mit Röntgenstrahlen, Infrarotreflektografie, UV-Strahlen, Makroskop-Fotografie und unter dem Mikroskop offenbaren, dass Klimt seine Landschaften mit größter Genauigkeit geplant und konzipiert und Schicht für Schicht bis zum fertig gemalten Bild durchgearbeitet hat. Im Fall von Allee zum Schloss Kammer isolierte er die bereits dünn vorgrundierte Leinwand mit einer dünnen, transparenten Schicht. Die hellweiße Leinwandgrundierung wurde damit beige-hellbraun abgetönt. Die Malerei in Ölharzfarben konnte dank dieser Imprimitur weniger stark in die Grundierung absinken. Auf dieser Zwischenschicht folgte zunächst die Unterzeichnung der Komposition mit Grafitstift. Hierbei überließ er den künstlerischen Arbeitsprozess nicht dem Zufall. In der Infrarot-Aufnahme zeigt sich, wie ausführlich und detailreich Klimt die Komposition zeichnerisch anlegte. Die malerische Untermalung begann mit dünnflüssigen Ölharzfarben. Die meisten Kompositionslinien der Unterzeichnung wurden hierbei mit Farben nachgezogen. Die Untermalungen, die Unterzeichnung und auch die Grundierung blieben bis zum Schluss zum Teil weiterhin sichtbar, denn die nächsten Malschichten trug Klimt pastos, schwungvoll und mit Flachpinseln in kurzen Längen auf (Abb. 1). Die bunt gemischten Farben mischte er dabei bereits auf der Palette. Mit diesen dickeren Malschichten vollendete er das Gemälde (Abb. 2).

    Durch die offene, vielschichtige und farbenreiche Malerei, die für Klimts Landschaften aus dieser Zeit generell typisch ist, wirkt Allee zum Schloss Kammer lebendig auf den Betrachter. Sieht man genau hin, hört man beinahe die Blätter rauschen und fühlt den Wind in den Baumästen der Allee zum Schloss Kammer.