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Flowering Poppies

Blühender Mohn
Flowering Poppies
Gesamtansicht, Vorderseite
Flowering Poppies
Gustav Klimt, Blühender Mohn, 1907, Öl auf Leinwand, 110 × 110 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 5166
Werk ist Teil der Open Content Policy des Belvedere, ist zum Download freigegeben und frei von Urheberrechten <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0" src="https://i.creativecommons.org/l/zero/1.0/80x15.png" /></a>
  • Flowering Poppies

  • Date1907
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    110 × 110 cm
  • SignatureBez. rechts unten: GUSTAV / KLIMT
  • Inventory number5166
  • Location Upper Belvedere
  • This painting resembles a floral tapestry, a shimmering fabric of vibrant dabs, the red of the poppies standing out as the dominant color. There is no hint of sunlight nor shadow to be seen, only the occasional outlined tree, and a gray strip of sky above the high horizon. Klimt was inspired to paint works such as this by the luminous vibrancy of French Impressionism. But his poppy field does not convey a fleeting visual experience—far from it! Rather it exudes nature’s harmony and eternal validity. Klimt painted this work in the countryside surrounding the lake Attersee in Upper Austria, where he spent his summers after 1900.
  • Essay

    Blühender Mohn
    Alexander Klee ORCID logo

    Klimts Blühender Mohn entsteht 1907während eines Sommeraufenthaltes in Litzlberg am Attersee. Dort verbringt Klimt gemeinsam mit der Familie Flöge zwischen 1900 und 1907 die Sommerfrische.[1] Während dieser Aufenthalte entstehen viele seiner oft mit Bildteppichen verglichenen Landschaftsgemälde.[2] Dieser Eindruck des Teppichartigen mag im Fall von Blühender Mohn auch am erhöhten Standpunkt des Malers liegen, der vermutlich von seiner Unterkunft im ersten Stock das Bild malte.[3] Schon in seinem Gemälde Gartenlandschaft (Ein Sommertag) von 1902/03 (Abb. 1) hatte Klimt diese Perspektive vom ersten Stock des Brauhofes Litzlberg gewählt.[4] Der Horizont ist wie in anderen gleichzeitig entstehenden Landschaften sehr hoch und nimmt am oberen Rand nur einen schmalen Streifen ein, der an mehreren Stellen von Baumkronen überdeckt wird.

    Der Einfluss des französischen Impressionismus, etwa der Werke Claude Monets[5] und Théo van Rysselberghes[6],  ist unübersehbar. Doch der Intention der Impressionisten, unterschiedliche und sich wandelnde Beleuchtungszustände wiederzugeben, stehen in Klimts Bild die starken Buntwerte und eine aus dem Ornament entwickelte Farbigkeit entgegen.[7] Der Farbauftrag ist aquarellhaft dünn, nicht in der Pastosität eines Giovanni Segantini oder in der strengen Ordnung der Neoimpressionisten. Vor allem im Vordergrund werden die Baumsilhouetten nur bei konzentrierter Betrachtung deutlich. Verschattungen, die raumbildend wirken könnten, fehlen. Nur die leichte Variation der sich nach oben scheinbar verkleinernden Mohnblüten erzeugt eine Tiefenwirkung, gemeinsam mit den sich etwas verkleinernden Baumkronen und kleiner werdenden Farbtupfen. Auch die vermehrten Dunkelheiten in der Farbkomposition, besonders auffallend im Kontrast des hellen bewölkten Himmels und des dunklen Waldrandes, erzeugen Räumlichkeit. Die Komposition wird durch die farblich organisch ineinander verwobenen Formen erzeugt. Konturen fehlen, sodass eine passive Linie durch das Hinzutreten oder Fehlen von Farbpunkten entsteht.

    Anmerkungen

    Evelyn Benesch, „Die Landschaften. Eine re-konstruierte Natur“, in: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, S. 266f.

    Ludwig Hevesi, „Gustav Klimt und die Malmosaik“, in: Kunstchronik. Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe, Leipzig, N. F. 18. Jg., 1906/07, Nr. 33, 27.9.1907, Sp. 548.

    Stephan Koja, „‚Frisch weht der Wind der Heimat zu …‘. Neue Beobachtungen zur Topographie von Klimts Landschaftsbildern“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 210.

    Freundlicher Hinweis von Markus Fellinger, Belvedere, Wien. Gustav Klimt, Gartenlandschaft (Ein Sommertag), 1902/03, Öl auf Leinwand, 100,2 × 100,3 cm, Carnegie Museum of Art, Pittsburgh, Pennsylvania (Patrons Art Fund), Inv.-Nr. 60.1.

    Claude Monet, Le printemps (Der Frühling), 1873, Johannesburg Art Gallery. Vgl. Stephan Koja / Agnes Husslein-Arco (Hg.), Im Lichte Monets. Österreichische Künstler und das Werk des großen Impressionisten (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2014, S. 157.

    Renske Suijver, „Stilisierte Landschaften. Klimts Naturerleben im Rahmen“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 184.

    Manu von Miller, „Von der Poesie der Farbe und des Ornaments“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 98.


    Abbildungen

    • [1] Karteikarte Nr. 683 der Galerie Miethke, Privatbesitz; zit. n. Tobias G. Natter, Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne (Ausst.-Kat. Jüdisches Museum der Stadt Wien), Wien 2003, S. 254.
    • [2] Karteikarte Nr. 683 der Galerie Miethke, Privatbesitz; zit. n. Tobias G. Natter, Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne (Ausst.-Kat. Jüdisches Museum der Stadt Wien), Wien 2003, S. 254.
    • [3] Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA), Bezirksgericht Hietzing, Zl. A II 923/27, Verlassenschaftsabhandlung nach Paula Zuckerkandl.
    • [4] Irene Etzersdorfer, „Die bedauerliche Geschichte eines österreichischen Gesamtkunstwerkes. Das Sanatorium Purkersdorf“, in: dies., Arisiert. Eine Spurensuche im gesellschaftlichen Untergrund der Republik, Wien 1995, S. 99–121.
    • [5] Übernahme am 20.1.1957; Kaufpreis: 30.000 S. Leopoldmuseum Wien.
    • [6] Archiv des Belvedere (AdB), Wien, Zl. 125/1957, Übernahmebestätigung, 16.2.1957, Tausch gegen Schieles Kardinal und Nonne.
    Further Notes

    Monika Mayer ORCID logo

    In der Kunstsammlung von Generaldirektor Victor Zuckerkandl, Bauherr des von Josef Hofmann ab 1904 errichteten Sanatoriums Purkersdorf, befanden sich zum Zeitpunkt seines Todes unter anderem sieben Gemälde Gustav Klimts: neben sechs Landschaften, darunter Rosen unter Bäumen und Allee zum Schloss Kammer, auch das Porträt seiner Ehefrau Paula (Zuckerkandl hatte den Maler um 1912 auch mit dem Bildnis beauftragt).[1] Den Blühenden Mohn hatte Zuckerkandl am 31. August 1908 um 7.000 Kronen von der Galerie H. O. Miethke angekauft; 5.000 Kronen hatte der Künstler erhalten.[2]

    Nach dem Tod Victor Zuckerkandls 1927 in Berlin gelangten sechs Landschaftsbilder Gustav Klimts im Erbweg an seine Witwe Paula Zuckerkandl, die kurz danach ebenfalls starb. Nach der Präsentation der Landschaften in der Klimt-Gedächtnis-Ausstellung der Wiener Secession 1928[3] wurden diese in der Folge von Familienmitgliedern erworben. Fritz Zuckerkandl, der 1929 gemeinsam mit seiner Mutter Berta Zuckerkandl das Klimt-Gemälde Cassone aus der Verlassenschaft gekauft hatte,[4] tauschte es mit seiner Tante Amalie Redlich, née Zuckerkandl, gegen Blühender Mohn. Im Zuge der „Arisierung“ des Sanatoriums Purkersdorf im August 1939 gelangte auch das Landschaftsbild in den Besitz des Wiener Augenarztes und NS-Parteimitglieds Hans Gnad.

    Bereits 1946 war Fritz Zuckerkandls Sohn Emile aus dem Exil nach Wien zurückgekehrt, um die Restitutionsangelegenheiten der Familie zu betreiben: In der Folge stellte Hans Gnad Klimts Gemälde Blühender Mohn an die Familie zurück. Dem Ansuchen Gertrude Zuckerkandls auf Ausfuhr des Gemäldes nach Paris gab das Bundesdenkmalamt in Absprache mit der Österreichischen Galerie im Oktober 1948 allerdings nicht statt: „Der Ausfuhr der Landschaftsdarstellung von Klimt kann das Bundesdenkmalamt […] nicht zustimmen, weil es sich um ein besonders gutes Werk des Malers handelt.“[5] Der folgenden Beschwerde Gertrude Zuckerkandls gegen die Ausfuhrsperre wurde laut Bescheid des Bundesministeriums für Unterricht vom 28. Dezember 1948 nicht stattgegeben.[6] Argumentiert wurde mit der steigenden Wertschätzung des Werkes Gustav Klimts: „[D]as Bild von Klimt [habe] für Österreich dadurch sehr an Bedeutung gewonnen, dass infolge des Verlustes zahlreicher Landschaftsdarstellungen von Klimt durch Kriegseinwirkung es für Österreich besonders wichtig ist, dass die noch vorhandenen guten Landschaften dieses Meisters im Inland bleiben.“[7] Im Juli 1949 ersuchte Emile Zuckerkandl in Paris um ein Ankaufsangebot für Klimts Blühender Mohn, da er „unter Umstaenden bereit waere, das Bild an die Oesterreichische Galerie zu verkaufen“.[8] Das Museum bestätigte am 12. Juli 1949 das bestehende Interesse und formulierte ein Angebot in Höhe von 15.000 Schilling „als angemessenen Wert für das Bild“.[9] Emile Zuckerkandl reagierte mit einem Gegenvorschlag in Höhe von 20.000 Schilling.[10] Mit Verweis auf die „Verschlimmerung“ der „Lage auf dem Geldmarkt“ beharrte der Direktor der Österreichischen Galerie, Karl Garzarolli-Thurnlackh, auf dem Angebot von 15.000 Schilling,[11] das Emile Zuckerkandl mit Schreiben vom 21. Oktober 1949 anzunehmen bereit war.[12] Warum der Ankauf in der Folge nicht realisiert wurde, kann nicht belegt werden.

    Das Klimt-Gemälde verblieb in Wien, in der Verwahrung bei Hermine Müller-Hofmann, einer Tante Emile Zuckerkandls. Ab Mitte der 1950er Jahre sind Kontakte des Wiener Kunstsammlers Rudolf Leopold mit Emile Zuckerkandl nachweisbar. Leopold bezieht sich in einem Schreiben an Zuckerkandl im Dezember 1956 auf einen vorangegangenen Brief Zuckerkandls vom Mai 1955: „Entschuldigen Sie bitte, dass ich auf Ihren Brief v. Mai 1955 nicht mehr geantwortet habe. Ihr Preis von 35.000 Schill. für das Klimt-Bild hat mich einfach erschlagen. […] Da Ihr Bild in meine Sammlung sehr gut passen würde, bin ich jetzt bereit, Ihnen einen solchen wirklich außerordentlichen Preis zu bezahlen, nämlich 30.000 österr. Schill.“[13] Rudolf Leopold erwarb das Bild am 20. Jänner 1957 um den genannten Betrag.[14] Wenige Wochen später übernahm die Österreichische Galerie Blühender Mohn im Tausch von Rudolf Leopold.[15] Die Direktion der Österreichischen Galerie hatte im Februar 1957 das Unterrichtsministerium um Tauscherlaubnis ersucht: „Vor kurzem hat sich der in Wien bereits bekannte Schiele-Sammler Dr. Rudolf LEOPOLD mit der Anfrage an die Österreichische Galerie gewendet, ob sie nicht etwa die beiden wegen des Darstellungsthemas nicht exponierten bzw. von der Exposition zurückgezogenen Schieles gegen Kunstwerke vertauschen würde, die für die Exposition von besonderem Interesse wären […]. Auf die Gegenfrage was er (Dr. Leopold) denn als Gegenleistung sich vorstelle, erklärte er vor kuzem [sic!] die ,Mohnwiese‘ [i. e. Blühender Mohn] von Gustav Klimt erworben zu haben und diese allenfalls für den Tausch bereitzuhalten.“[16]

    Die Übernahmebestätigung vom 16. Februar 1957 dokumentiert den vollzogenen Tausch: Zwei Gemälde von Egon Schiele (Kardinal und Nonne, Zwei kauernde Frauen) wurden von der Österreichischen Galerie abgegeben und gegen je ein Bild von Gustav Klimt (Blühender Mohn) und Rudolf Ribarz (Holländische Landschaft) sowie gegen eine Tonplastik um 1490 (Hl. Aegydius) getauscht.[17]

    In seiner Sitzung vom 10. Juni 2010 konnte der Kunstrückgabebeirat die Übereignung von Blühender Mohn an Univ.-Prof. Dr. Emile Zuckerkandl auf der Basis des österreichischen Kunstrückgabegesetzes nicht empfehlen: Argumentiert wurde mit dem fehlenden „engen Zusammenhang“ zwischen dem Ausfuhrverfahren von 1948 und dem Eigentumserwerb des Bundes im Jahr 1957.[18]

     

    Anmerkungen

    Zur Kunstsammlung von Victor Zuckerkandl siehe Tobias G. Natter, Die Welt von Klimt, Schiele und Kokoschka. Sammler und Mäzene, Köln 2003, S. 102–110.

    Karteikarte Nr. 683 der Galerie Miethke, Privatbesitz; zit. n. Tobias G. Natter, Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne (Ausst.-Kat. Jüdisches Museum der Stadt Wien), Wien 2003, S. 254.

    XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung, (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1928, Kat.-Nr. 1, Mohn (verkäuflich).

    Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA), Bezirksgericht Hietzing, Zl. A II 923/27, Verlassenschaftsabhandlung nach Paula Zuckerkandl; Schreiben Rechtsanwalt Achill Rappaport an Bezirksgericht Hietzing, 9.4.1929.

    Archiv des Bundesdenkmalamtes, Zl. 9.745/48, Restitutionsmaterialien Gertrude Zuckerkandl; Zl. 9.005/48, Amtsbestätigung des Bundesdenkmalamtes Nr. 1224. Archiv des Belvedere (AdB), Wien, Zl. 639/1948.

    Archiv des Bundesdenkmalamtes, Restitutionsmaterialien Gertrude Zuckerkandl, Zl. 28/1949; Bescheid des Bundesministeriums für Unterricht, Zl. 95485-II/6-1948, 28.12.1948.

    Ebd.

    AdB, Wien, Zl. 384/1949, Emile Zuckerkandl an Österreichische Galerie, eingegangen 12.7.1949.

    AdB, Wien, Zl. 384/1949, Fritz Novotny, Österreichische Galerie, an Emile Zuckerkandl, 12.7.1949.

    AdB, Wien, Zl. 384/1949, Emile Zuckerkandl an Fritz Novotny, Österreichische Galerie, 12.9.1949.

    AdB, Wien, Zl. 384/1949, Karl Garzarolli-Thurnlackh, Österreichische Galerie, an Emile Zuckerkandl, 11.10.1949.

    AdB, Wien, Zl. 384/1949, Emile Zuckerkandl an Karl Garzarolli-Thurnlackh, Österreichische Galerie, 21.10.1949.

    Schreiben Rudolf Leopold an Emile Zuckerkandl, 21.12.1956. Eine Kopie wurde vom Leopold Museum zur Verfügung gestellt.

    Übernahmebestätigung Hermine Müller-Hofmann, 20.1.1957. Eine Kopie wurde vom Leopold Museum zur Verfügung gestellt.

    AdB, Wien, Zl. 125/1957, Übernahmebestätigung, 16.2.1957.

    AdB, Wien, Zl. 125/1957, Direktion der Österreichischen Galerie an Bundesministerium für Unterricht, 7.2.1957. Siehe dazu Monika Mayer, Egon Schiele und das Belvedere. Versuch einer Sammlungs- und Rezeptionsgeschichte 1912–2003, 2018, S. 317, https://www.vr-elibrary.de/doi/pdf/10.7767/boehlau.9783205793564.299 (zuletzt besucht am 5.1.2026).

    AdB, Wien, Zl. 125/1957, Übernahmebestätigung vom 16.2.1957. Zum Tausch siehe auch Franz Smola, „Rudolf Leopold und die Gemälde von Gustav Klimt“, in: Tobias G. Natter / Elisabeth Leopold, Gustav Klimt. Die Sammlung im Leopold Museum, Wien / Berlin 2023, S. 2930: „,Es war der schnellste Ankauf meines Lebens!‘, so sagte später Rudolf Leopold über den Erwerb der Mohnwiese Klimts, den er allerdings nur getätigt hatte, um es im selben Jahr mit der Österreichischen Galerie gegen Egon Schieles Kardinal und Nonne einzutauschen.“

    https://www.provenienzforschung.gv.at/beiratsbeschluesse/Zuckerkandl_Emil_2010-06-10.pdf (zuletzt besucht am 5.1.2026).

    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • Kunstschau Wien 1908, Ausstellungsbau Lothringerstraße, Wien 1.6.–15.11.1908
    • 42. Ausstellung. Gustav Klimt – Bruno Lauterbach, Neue Galerie, Wien 30.3.–18.4.1928 (kein Katalog bekannt)
    • 99. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession, Klimt-Gedächtnis-Ausstellung, Secession, Wien 27.6.–5.8.1928
    • Europa 1907, Stedelijk Museum, Amsterdam 6.7.–30.9.1957
    • Le arti a Vienna. Dalla secessione alla caduta dellʼImperio Asburgico, Palazzo Grassi, Venedig 20.3.–16.9.1984
    • Gustav Klimt, Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel 17.9.–16.12.1987
    • Wien 1900. Kunst og Design, Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk 26.1.–14.4.1991

      Werkverzeichnisse

    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 142 (Mohnwiese [Mohn, Blühender Mohn])
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 149 (Mohnwiese, 1907)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 182 (Blühender Mohn, 1907)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 172 (Mohnwiese [Blühender Mohn], 1907)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/4108-2040 (Blühender Mohn, 1907)
    • Literatur

    • Katalog der Kunstschau Wien 1908 (Ausst.-Kat. Ausstellungsbau Lothringerstraße, Wien), Raum 22, Kat.-Nr. 13 (Blühender Mohn)
    • Max Roden, „Unbekanntes von Klimt. Eine Gedächtnisausstellung in der ‚Neuen Galerie‘“, in: Volkszeitung, 1.4.1928 (Mohnblumen)
    • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1928, Kat.-Nr. 1 (Mohn)
    • Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 1. Jg., Heft 3, 1957: XLI. Wechselausstellung der Österreichischen Galerie. Katalog der Ausstellung von Neuerwerbungen der Österreichischen Galerie aus den Jahren 1952 bis 1957 im Oberen Belvedere, Wien 1957, Kat.-Nr. 28
    • Johannes Dobai, „Das Neuerworbene Landschaftsbild von Gustav Klimt: ‚Mohnwiese‘“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 1. Jg., Heft 8/9, August/September 1957, S. 1–6
    • Europa 1907. Belgiė, Dutisland, Engeland, Frankrijk, Nederland, Noorwegen, Oostenrijk, Rusland, Spanje, Tschechoslowakije, Zwitserland (Ausst.-Kat. Stedelijk Museum, Amsterdam), Amsterdam 1957, Kat.-Nr. 52
    • Neuerwerbungen, 1947–1959: Katalog der XLVI. Ausstellung der Österreichischen Galerie, Oktober–November 1959 (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), Wien 1959, S. 28, Kat.-Nr. 103
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 17
    • Fritz Novotny, „Einführung“, in: ders. / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 59–60
    • Marco Abate / Domenico Pertocoli (Hg.), Le arti a Vienna. Dalla secessione alla caduta dellʼImperio Asburgico (Ausst.-Kat. Biennale di Venezia, Palazzo Grassi, Venedig), Mailand / Venedig 1984, Abb. S. 177
    • Serge Sabarsky (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel), Brüssel 1987, Kat.-Nr. 24
    • Wien 1900. Kunst & Design (Ausst.-Kat. Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk), Humlebæk 1991, Kat.-Nr. 7, Abb. S. 23
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), München et al. 2002, S. 225, Taf. 29 auf S. 91
    • Tobias G. Natter, Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne (Ausst.-Kat. Jüdisches Museum, Wien), Wien 2003, S. 254, Nr. 683
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt und die Kunstschau 1908 (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2008, S. 276 (Raum 22, Kat.-Nr. 13), Abb. S. 289
    • Thomas Trenkler, „Ein Abschied für immer“, in: Der Standard, 3.6.2011
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 188–190, Kat.-Nr. 69 (Alfred Weidinger)
    • Agnes Husslein-Arco, Stephan Koja (Hg.), Im Lichte Monets. Österreichische Künstler und das Werk des großen Impressionisten (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München 2014, S. 248, Abb. S. 63
    • Stephan Koja, „,Darf man eigentlich so malen?‘. Das Werk Claude Monets als beständige Quelle der Inspiration“, in: Agnes Husslein-Arco / Stephan Koja (Hg.), Im Lichte Monets. Österreichische Künstler und das Werk des großen Impressionisten (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München 2014, S. 62f.
    • Diethard Leopold, Rudolf Leopold. Kunstkenner. Kunstsammler. Museumsgründer, München 2018, S. 101f.
    • Stella Rollig / Rolf H. Johannsen (Hg.), Sag’s durch die Blume! Wiener Blumenmalerei von Waldmüller bis Klimt (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2018, S. 216, Taf. 101
    • Stephan Koja, „Begegnung in der Farbe. Blumen im Werk von Gustav Klimt“, in: Stella Rollig / Rolf H. Johannsen (Hg.), Sag’s durch die Blume! Wiener Blumenmalerei von Waldmüller bis Klimt (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2018, S. 194f.
    • Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 234, Abb. 174 auf S. 186
    • Markus Fellinger, „Gustav Klimts Rezeption der internationalen Moderne“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 85
    • Franz Smola, „Rudolf Leopold und die Gemälde von Gustav Klimt“, in: Tobias G. Natter / Elisabeth Leopold, Gustav Klimt. Die Sammlung im Leopold Museum, Wien / Berlin 2023, S. 29–30
    Restoration

    Stefanie Jahn ORCID logo

    Eine prachtvolle Mohnwiese mit Obstbäumen erstreckt sich über die Bildfläche und lenkt den Blick der Betrachtenden in die Bildtiefe hinein. Am Horizont reihen sich unterschiedlich große Bäume aneinander und hinterfangen die bunte Pracht. Klimt schuf mit diesem Gemälde ein lebendiges und äußerst spontan anmutendes Werk. Die Untersuchung mittels Infrarotreflektografie enthüllte allerdings eine für den Künstler typische technische Herangehensweise. Die gesamte Komposition inklusive kleinster Details wurde exakt mittels Unterzeichnung auf der hellen Grundierung angelegt. Nach dem Erfassen der Darstellung begann der Künstler mit dem Auftrag der Ölharzfarbe. Diese verdünnte er je nach Bedarf mehr oder weniger, um die Konsistenz und Verarbeitungsfähigkeit an seine Bedürfnisse anzupassen. Er begann dabei zunächst mit dünnflüssigeren, neben- und übereinander gelegten Farbaufträgen und setzte an ausgewählten Stellen pastosere Akzente, um z. B. bestimmte Blüten hervorzuheben (Abb. 1). Die Farben mischte er dabei sowohl bereits auf seiner Palette als auch mittels Nass-in-nass-Technik direkt auf dem Bildträger (Abb. 2). An manchen Bereichen, z. B. bei den Baumstämmen und den Blättern der Baumkronen, ließ der Künstler auch die Grundierung als optisches Gestaltungselement mitwirken. Diese offene Malweise erlaubt einen Blick „hinter die Kulissen“. Sie legt dabei nicht nur Teile der Unterzeichnung dar (Abb. 3), sondern erhält auch den Pinselstrich sichtbar, selbst durch die Signatur des Künstlers hindurch (Abb. 4).