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Prinz Eugen von Savoyen

Prinz Eugen von Savoyen
Prinz Eugen von Savoyen
Gesamtansicht, Vorderseite
Prinz Eugen von Savoyen
Jacob van Schuppen, Prinz Eugen von Savoyen nach der Schlacht von Belgrad am 16. August 1717, 1718, Öl auf Leinwand, 146 x 119 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. Lg 1140
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    Prinz Eugen von Savoyen

    1663 Paris – 1736 Wien
    • GND
    • Wikipedia

    * 18.10.1663 Paris, † 21.4.1738 Wien.

    Prinz Eugen wurde als jüngster Sohn von Olympia Mancini (1638–1708), einer Nichte von Kardinal Jules Mazarin, und Eugen Moritz von Savoyen-Carignan (1635–1673) in Paris geboren. Olympia war über einige Zeit Vertraute Ludwigs XIV., Surintendante des Hofstaats seiner Gemahlin Maria Theresia von Österreich und eine eifrige Intrigantin am französischen Hof. Für die Erziehung der Kinder sorgte daher die Großmutter, Marie von Bourbon (1606–1692). Seinen Vater verlor Eugen bereits früh, als dieser unter nie restlos geklärten Umständen während der Rückreise zum französischen Lager in Westfalen plötzlich verstarb. Eugen selbst wurde für die geistliche Laufbahn auserkoren, was jedoch keineswegs seinem Wunsch nach einer militärischen Karriere entsprach. Nachdem er sich zweimal vergeblich für die französische Armee beworben hatte, flüchtete er 1683 schließlich an den Hof von Leopold I., um in dessen Heer gegen die Türken zu kämpfen.

    Mehr als ein halbes Jahrhundert stand Prinz Eugen in habsburgischen Diensten. Er selbst soll geäußert haben, dass ihm Leopold I. wie ein Vater war, Joseph I. wie ein Bruder und Karl VI. sein Herr. Seinen militärischen Verdiensten und seinem diplomatischen Geschick entsprechend vertrauten sie ihm bedeutende Ämter und Funktionen an. Mit der Beförderung zum Feldmarschall im Jahr 1693 erklomm Prinz Eugen einen ungeheuren Karrierehöhepunkt. Als Präsident des Hofkriegsrates stand er ab 1703 dem kaiserlichen Heer vor, als Statthalter der Österreichischen Niederlande hatte er 1716 bis 1724 eine Position inne, die oft Mitgliedern des Hauses Habsburg vorbehalten blieb. Danach fungierte er als Generalvikar der österreichischen Besitzungen in Italien.

    Gelegenheiten, sich Verdienste zu erwerben, gab es damals genug: Auf den Großen Türkenkrieg (1683–1697), in dem ein Verwandter Eugens, Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern, reüssieren konnte, folgten der Spanische Erbfolgekrieg (1701–1714) sowie der Venezianisch-Österreichische Türkenkrieg (1714–1718). Selbst im Polnischen Erbfolgekrieg (1733–1738) wollte man auf die Dienste des bereits greisen Feldherrn nicht verzichten.

    In der Nacht auf den 21. April 1736 starb Prinz Eugen in seinem Palais in der Himmelpfortgasse. Nachdem der Leichnam drei Tage im großen Saal des Winterpalais aufgebahrt worden war, zog der Trauerkondukt am 26. April zum Stephansdom. Am 9. Juli folgten die feierlichen Exequien. Für diesen Anlass hatte Johann Lucas von Hildebrandt ein Trauergerüst entworfen, das die Bedeutung des Feldherrn hervorstrich. Diese kam auch in der Trauerrede zum Ausdruck, die vom Jesuitenpater Franciscus Peikhart gehalten wurde und in großer Auflage im Druck erschienen ist. Das Volumen der Verlassenschaft nach jenem Mann, der einst mittellos ins Land gekommen war, betrug insgesamt 1,87 Millionen Gulden. Davon entfielen 600 000 Gulden auf die Güter im Marchfeld, 200 000 auf die Besitzungen in Wien, 150 000 auf die Bibliothek und weitere 100 000 auf die Gemäldesammlung. Da so gut wie alle Angehörigen des Prinzen vor ihm verstorben waren und darüber hinaus kein gültiges Testament existierte, trat die in einem Kloster lebende Nichte Anna Victoria von Savoyen das Erbe an. Letzten Endes gelangten die Schlösser und Paläste auf österreichischem Boden sowie die Bibliothek in staatlichen Besitz. Sie existieren heute gleichsam als Denkmäler für ihren einstigen Eigentümer.

    [Georg Lechner, 5/2014]