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Allegory of Sacred Music (Female Organ Player)

The image shows a woman seated at a piano, with her attention focused on the instrument. Behind her, a second figure is depicted, floating in a graceful pose. This figure is draped in a flowing fabric. The background is partially abstract, containing rough shapes that resemble either figures or geometric forms.

[AI-generated with ChatGPT]
Allegory of Sacred Music (Female Organ Player)
The image shows a woman seated at a piano, with her attention focused on the instrument. Behind her, a second figure is depicted, floating in a graceful pose. This figure is draped in a flowing fabric. The background is partially abstract, containing rough shapes that resemble either figures or geometric forms.

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Gustav Klimt, Entwurf für die Allegorie der Musik (Orgelspielerin), 1884, Öl auf Leinwand, 38,5 x 50 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 1459
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Allegory of Sacred Music (Female Organ Player)

  • Date1884
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    38,5 × 50 cm
  • Signatureunlabelled
  • Inventory number1459
  • Location Currently not on display

  • A female organist, dressed in a luxurious blue silk robe, kneels before her instrument. The figure is accompanied by a cittern-playing angel hovering just above her head, as well as a pair of singing cherubs. This sketch was made in preparation for a ceiling fresco for the Municipal Theater in Fiume (Rijeka), which was to be executed the following year by the studio of the Klimt brothers and Franz Matsch. The proposed theme was a cycle of allegories on the various genres of music. Klimt’s design is an allegory of sacred music. The figure’s kneeling posture symbolizes the sanctified aspect and transforms the organ into an altar. The musician’s transfigured gaze toward the heavens is also indicative of this.
  • Essay

    Allegorie der kirchlichen Musik (Entwurf)
    Markus Fellinger ORCID logo

    Entstehung

    Die Ölstudie Allegorie der kirchlichen Musik war ein Entwurf für eines der sieben großen Deckengemälde im Stadttheater von Rijeka (Fiume), die das Atelier Gebrüder Klimt und Franz Matsch (die „Künstler-Compagnie“) im Jahr 1885 ausführte (Abb. 1).[1] Der Auftrag zur Dekoration des vom Architekturbüro Fellner & Helmer errichteten Theaters wurde wahrscheinlich gegen Ende 1883 oder im Laufe des Jahres 1884 vergeben. Es war nach dem Konzertsaal im Kursalon von Karlovy Vary (Karlsbad) und dem Stadttheater von Liberec (Reichenberg) bereits die dritte Gelegenheit, für Theaterbauten von Fellner & Helmer große Deckenbilder zu realisieren.

    Der Zeitpunkt der Auftragserteilung ist bislang nicht geklärt. Belegt ist, dass ab 25. März 1885 die „in Leimfarben auf Leinwand ausgeführten“ Deckengemälde und Proszeniumsbilder im k. k. Österreichischen Museum für Kunst und Industrie (dem heutigen MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien) ausgestellt wurden, bevor sie an ihren Bestimmungsort gebracht wurden.[2] Der Auftrag dürfte daher spätestens im Sommer 1884 ergangen sein.

    Zur üblichen Vorgangsweise bei dekorativen Großaufträgen wie diesem gehörte die Anfertigung von Entwurfsgemälden, anhand derer eine von der auftraggebenden Körperschaft ernannte Kommission über die endgültige Beauftragung mit der Ausführung der monumentalen Gemälde entschied. Die Entwürfe sollten einen verbindlichen Eindruck von der geplanten Komposition und Farbigkeit vermitteln. Gegebenenfalls wurden den Künstler*innen im Zuge der Beurteilung noch Änderungswünsche mitgeteilt. Erst nach Genehmigung konnte die Ausführung der großen Gemälde in Angriff genommen und eventuell ein Vorschuss ausbezahlt werden.[3] Franz Matsch berichtet in seinen Memoiren über eine besondere Vorgehensweise, wonach zunächst jeder der drei Maler für jedes der Deckenbilder einen eigenen Entwurf hergestellt habe, aus denen die Vergabekommission auswählen konnte.[4] Der gewählte Entwurf sei dann von allen gemeinsam ausgearbeitet worden[5] oder es wurde über die Zuteilung der Ausführung per Los entschieden.[6] Tatsächlich sind mit Ausnahme der monumentalen Theatervorhänge und des Deckenbildes für das Theater in Schloss Peleș keine Konkurrenzentwürfe von mehr als einem der drei Künstler bekannt und Matschs Behauptungen daher zweifelhaft.

    Wie bei solchen Aufträgen üblich, malten die Künstler die Deckengemälde nicht vor Ort, sondern führten die großen Leinwandbilder in ihrem Wiener Atelier aus.[7] Gustav Klimt und Franz Matsch schufen je drei große ovale Deckenbilder, Ernst Klimt das Bild über dem Proszenium und zwei kleinere Gemälde über den Proszeniumslogen. Das wahrscheinlich vorgegebene Thema war ein Zyklus von Allegorien auf die verschiedenen Gattungen der Musik. Auch dazu ist die Quellenlage dürftig, ein einziger Bericht über die Ausstellung der Deckenbilder im k. k. Österreichischen Museum für Kunst und Industrie nennt die Bildgegenstände in knapper Form: „Neun Deckengemälde für das neue Stadttheater in Fiume, componirt und gemalt von Franz Matsch und Gebrüder Klimt, darstellend: Tanz, Liebe, Kampf, Concert, Operette, religiöse Musik, Gesang.“[8] Ob diese Zuschreibung tatsächlich von den Künstlern stammt oder eine persönliche Interpretation der*des Rezensent*in darstellt, war bislang nicht zu klären.

    Jedenfalls entwickelten die Brüder Klimt und Franz Matsch für diesen Auftrag ein anspruchsvolles inhaltliches Konzept. Die einzelnen Bildthemen wurden nicht als reine Allegorien konzipiert, vielmehr können die Hauptfiguren über ihre allegorische Funktion hinaus als exemplarische Personen aus Geschichte und Mythologie gedeutet werden. Wie Marian Bisanz-Prakken erkannte, wählte Klimt für „Kampf“ (Militärmusik) den Tod des Antonius in den Armen der Kleopatra, während im Schlachtgetümmel im Hintergrund zwei Krieger ihre Trompeten blasen.[9] Für „religiöse Musik“ steht die heilige Cäcilia, die Schutzpatronin der Musik, für „Gesang“ Orpheus und Eurydike.[10] Durch diese Vorgangsweise versöhnten die drei Künstler geschickt die beiden konkurrierenden Richtungen der Zeit für die Anlage solcher Aufträge: die klassisch-allegorische und die realistisch-historische.[11]

    Beschreibung

    Klimts Entwurf für die Allegorie der kirchlichen Musik zeigt eine Orgelspielerin in einem kostbaren blauen Seidengewand. Sie ist aufgrund zahlreicher bekannter Beispiele der europäischen Kunstgeschichte als die heilige Cäcilia, die Schutzpatronin der Musik, zu identifizieren.[12] Ungewöhnlich ist vor allem, dass sie vor dem Instrument kniet.[13] Die Orgel wird damit zum Altar, wodurch der sakrale Aspekt der Musik stärker versinnbildlicht ist. Dem entspricht auch der verklärte, zum Himmel gerichtete Blick. Das Motiv des Kniens der Figur vor der Orgel wurde erst möglich, indem Klimt eine spezielle Form der Orgel wählte. Es handelt sich um ein sogenanntes Positiv, eine kleine transportable Orgel ohne Pedale, die folglich ohne Einsatz der Füße gespielt wird. Begleitet wird die Figur von einem Engel in weißem Gewand, der knapp hinter ihrem Kopf schwebt und ein langhalsiges Lauteninstrument spielt, bei dem es sich offenbar um einen Colascione handelt. Dazu kommen noch einige singende Putti in den Wolken am rechten Bildrand.

    Die von der architektonischen Gestaltung vorgegebenen Umrisse des Deckenbildes bestehen aus zwei Halbkreisen, verbunden durch die unregelmäßigen Formen der Stuckvoluten der Rahmung an der Decke des Theaterauditoriums. Für die Ölskizze übertrug Klimt diese Umrisse auf eine rechteckige Leinwand und bemalte die entstehenden Bildränder mit Goldbronze. Die Umrisse unterscheiden sich dabei im Bereich der Voluten geringfügig von denen der ausgeführten Gemälde, in welchen wiederum Abweichungen von der tatsächlichen Architektur feststellbar sind. Beides dürfte auf nachträgliche Planänderungen bei der Gestaltung der Stuckaturen zurückzuführen sein.

     

    Vergleich mit dem ausgeführten Deckenbild

    Der Entwurf entspricht kompositorisch weitgehend der ausgeführten Version (Abb. 2), nur die Putti sind in der Ausführung anders angeordnet, und das Schachbrettmuster des Bodens ist im Entwurf noch nicht angelegt. Zudem unterscheidet sich die Bildwirkung des Entwurfs durch die skizzenhafte malerische Durchbildung beträchtlich von der Ausführung. Durch den lockeren Pinselstrich und das wärmere Licht wirkt der Entwurf viel barocker und lässt stärker an das Vorbild Hans Makart denken, dessen Stil Klimt in den Ölskizzen möglicherweise bewusst nachahmte, um den Erwartungen seiner Auftraggeber entgegenzukommen.[14] Makart war im Entstehungsjahr des Entwurfs, 1884, auf dem Höhepunkt seines Ruhms gestorben, sein Stil war bis dahin und noch Jahre nach seinem Tod absolut dominierend in der Wiener Malerei.

    In der Ölskizze durchzieht ein goldenes Licht den gesamten Bildraum und bindet die Figuren farblich zusammen. In der Ausführung ist davon nicht mehr viel zu bemerken. Die Figuren sind klar abgegrenzt und erinnern in ihrer klassischen dreidimensionalen Plastizität eher an Makarts großen Antipoden Anselm Feuerbach oder an die englischen Präraffaelit*innen.[15] Auch die Prägung durch den ersten Lehrer Ferdinand Laufberger spielt hier noch eine Rolle. Laufberger war ein glühender Anhänger der Neorenaissance und stand den neobarocken Entwicklungen im Stile Makarts skeptisch gegenüber.[16]

    Internationale Einflüsse

    Damit suchten die jungen Maler nicht nur einen diplomatischen Mittelweg zwischen den beiden zentralen Künstlern des Wiener Historismus Makart und Feuerbach, sie orientierten sich auch zunehmend international, vor allem an der französischen und der britischen Salonmalerei. So ist etwa Klimts Orpheus und Eurydike (Abb. 3) stilistisch klar an Werke des damals weltberühmten Alexandre Cabanel angelehnt (Abb. 4), der schon für den vorangegangenen Auftrag der Deckenbilder des Stadttheaters von Liberec ein wichtiges Vorbild gewesen war.[17] Zweifellos trachteten die Brüder Klimt und Franz Matsch in ihrer frühesten Phase selbstständigen Schaffens danach, durch die Anpassung an aktuell erfolgreiche Strömungen des künstlerischen Spektrums den Geschmack von Auftraggeber*innen und Publikum zu treffen und damit ein sicheres Einkommen zu erzielen.

    Studien zu Allegorie der kirchlichen Musik[18]

    Eine Kostümstudie für die Orgelspielerin ist in der Sammlung der Albertina erhalten.[19] Eine Studie für den Faltenwurf des Brokatmantels der Figur befindet sich in derzeit unbekanntem Privatbesitz.[20] Weiters sind zwei Studien für die Figur des Engels bekannt, eine zeigt sie nackt, die andere bekleidet.[21] Auch zum Kopf des Engels ist eine Studie vorhanden, für die (wahrscheinlich) Klimts Schwester Klara als Modell diente.[22] Vermutlich wurden zumindest die Figurenstudien schon vor der Herstellung der Ölskizzen gezeichnet, da andernfalls die Rekonstruktion des Faltenwurfs große Schwierigkeiten bereitet hätte.

    Anmerkungen

    Deborah Pustišek Antić (Hg.), The Unknown Klimt. Love, Death, Ecstasy (Ausst.-Kat. The City Museum of Rijeka), Rijeka 2021; Irena Kraševac, „Allegorische Bilder von Gustav Klimt und Franz Matsch im Stadttheater von Rijeka (Fiume)“, in: Mitteilungen der Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung in Wien, Februar 2015, S. 1–17; Irena Kraševac, „Alegorijske slike Gustava Klimta u riječkom kazalištu“, in: Radovi Instituta za povijest umjetnosti, Bd. 36, 2012, S. 153–168; Michaela Seiser, „Die Künstler-Compagnie“, in: Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt und die Künstler-Compagnie (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Weitra 2007, S. 37; dies., „Die Künstler-Compagnie. Das Frühwerk Gustav Klimts“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, S. 24f.; zu Fellner & Helmer: Hans-Christoph Hoffmann, Die Theaterbauten von Fellner und Helmer, München 1966; Katharina Schöller, „Das Architektenbüro Fellner & Helmer“, in: Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt und die Künstler-Compagnie (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Weitra 2007, S. 15.

    Neue Freie Presse, 24.3.1885, S. 7; Kunstchronik. Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe, 20. Jg., Nr. 26, 9.4.1885, Sp. 446. Die Verwendung von Leimfarben statt Ölfarben war für Wand- und Deckengemälde dieser Größe üblich, weil Leimfarben preisgünstiger waren und das Licht weniger stark reflektieren.

    Im Fall Klimts ist dieser Prozess besonders gut für die Ausstattung des Stadttheaters von Liberec und die Fakultätsbilder für die Wiener Universität dokumentiert. Zum Auftrag für Liberec: Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/8192-6065, https://gkdb.link/8500-7520, https://gkdb.link/5892-9202; https://gkdb.link/5299-4184; https://gkdb.link/8100-4304; https://gkdb.link/1384-8228; https://gkdb.link/1508-5896 (zuletzt besucht am 26.10.2023). Zu den Fakultätsbildern: Alice Strobl, „Zu den Fakultätsbildern von Gustav Klimt“, in: Albertina-Studien, 2. Jg., Heft 4, 1964, S. 141–144.

    Franz Matsch, Autobiographische Skizzen, unveröffentl. Manuskript, o. J. [um 1935], Archiv des Belvedere, S. 21.

    Matsch o. J. [um 1935] (wie Anm. 4). Tatsächlich dürfte dies aber nur bei den großen Theatervorhängen für Liberec und Karlovy Vary der Fall gewesen sein, bei denen eine gemeinsame Ausführung schon wegen der Größe der Leinwand angebracht war.

    Matsch o. J. [um 1935] (wie Anm. 4), S. 26; siehe auch Herbert Giese, „Matsch und die Brüder Klimt – Regesten zum Frühwerk Gustav Klimts“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 22./23. Jg., Nr. 66/67, 1978/79: Klimt-Studien, S. 53–56.

    Aus einem Empfehlungsbrief an Rudolf von Eitelberger vom 2. Februar 1884 geht hervor, dass die „Künstler-Compagnie“ zu diesem Zeitpunkt bereits ihr erstes eigenes Atelier in der Sandwirtgasse 8 im 6. Wiener Gemeindebezirk nutzen konnte. Alfred Weidinger, „Ernst Klimt – Aspekte eines kurzen Künstlerlebens“, in: ders. / Agnes Husslein-Arco (Hg.), Gustav Klimt und die Künstler-Compagnie (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Weitra 2007, S. 97f.

    Die Presse, 24.3.1885, S. 10; ebenso Wiener Zeitung, 24.3.1885, S. 5.

    Das Bild wurde zuvor unter dem Titel Sterbender Krieger geführt, siehe Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 44; Marian Bisanz-Prakken, „Gustav Klimt’s Drawings for the Ceiling Paintings in the Fiume/Rijeka Teatro Comunale“, in: Deborah Pustišek Antić (Hg.), The Unknown Klimt. Love, Death, Ecstasy (Ausst.-Kat. The City Museum of Rijeka), Rijeka 2021, S. 114, Anm. 8.

    Siehe Natter 2012 (wie Anm. 9), WVZ-Nr. 40.

    Beispielhaft dafür steht die Kontroverse um die Ausstattung der Ruhmeshalle im Heeresgeschichtlichen Museum; siehe Ralph Gleis, „Rahl oder Blaas? Ein Richtungsstreit in der Wiener Historienmalerei am Beispiel der Kontroverse um die Fresken im Arsenal“, in: ders., Anton Romako. Die Entstehung des modernen Historienbildes, Wien / Köln / Weimar 2010, S. 54–66.

    In der europäischen Malerei seit dem Mittelalter sind unzählige Beispiele der heiligen Cäcilia an der Orgel bekannt, etwa von Jan van Eyck (Genter Altar), Nicolas Poussin oder Peter Paul Rubens.

    Beispiele, die Klimt möglicherweise gekannt haben könnte: John Tenniel, Saint Cecile, 1850, Wandmalerei in der Poets’ Hall des Londoner Parlaments; Jules Machard, L’inspiration de Sainte Cécile, um 1878 (ausgestellt im Pariser Salon 1878).

    Gerbert Frodl, „Begegnung im Theater – Hans Makart und Gustav Klimt“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 22./23. Jg., Nr. 66/67, 1978/79: Klimt-Studien, S. 24.

    Michaela Seiser erkennt hier den Beginn der Auseinandersetzung der „Künstler-Compagnie“ mit den englischen Präraffaelit*innen: Seiser 2007 (wie Anm. 1), S. 24f.

    Zu Ferdinand Laufberger siehe Gottfried Fliedl, Kunst und Lehre am Beginn der Moderne. Die Wiener Kunstgewerbeschule 1867–1918, Salzburg / Wien 1986, S. 101f.; Herbert Giese, Franz von Matsch. Leben und Werk 1861–1942, ungedruckte Diss. Universität Wien 1976, S. 4–6.

    Markus Fellinger, „Klimts Frühwerk“, in: ders. / Stella Rollig / Emilie S. Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2023, S. 95–97.

    Eine detaillierte Besprechung der bekannten Zeichnungen bietet Bisanz-Prakken 2021 (wie Anm. 9), S. 98–115.

    Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 1: 1878–1903, Salzburg 1980, WVZ-Nr. 114; https://sammlungenonline.albertina.at/objects/1705? (zuletzt besucht am 26.10.2023).

    Strobl 1980 (wie Anm. 19), WVZ-Nr. 115.

    Strobl 1980 (wie Anm. 19), WVZ-Nr. 118, 120.

    Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 4: Nachtrag 1878–1918, Salzburg 1989, WVZ-Nr. 3283.


    Abbildungen

      Contact Provenance Research

      Exhibitions of the Belvedere

      Exhibitions

      • Gustav Klimt. Ausstellung (Gedächtnisausstellung), Ausstellungshaus Friedrichstraße (Secession), Wien 7.2.–14.3.1943
      • Traum und Wirklichkeit. Wien 1870–1930, Museen der Stadt Wien, Wien 28.3.–6.10.1985
      • Gustav Klimt, Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel 17.9.–16.12.1987
      • L’abbraccio di Vienna. Klimt, Schiele e i capolavori del Belvedere, Villa Olmo, Como 15.3.–20.7.2008
      • Rubens and His Legacy, BOZAR, Brüssel 25.9.2014–4.1.2015
      • Rubens and His Legacy, Royal Academy of Arts, London 24.1.–10.4.2015
      • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Tokyo Metropolitan Art Museum, Tokyo 23.4.–10.7.2019
      • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Toyota Municipal Museum of Art, Toyota 23.7.–14.10.2019
      • Face to Face with Gustav Klimt. With Bas van Beek, Van Abbe Museum, Eindhoven 32.1.–13.6.2021 (ohne Katalog)

        Werkverzeichnisse

      • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 19 (Kompositionsentwurf für das Bukarester Nationaltheater)
      • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 20a (Orgelspielerin, 1885)
      • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 47 (Orgelspielerin [Entwurf], 1885)
      • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 41 (Die heilige Cäcilia [Entwurf], 1885)
      • Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/4487-9646 (Die heilige Cäcilia [Allegorie der instrumentalen Musik] [Entwurf], 1885)
      • Literatur

      • Neue Freie Presse, 24.3.1885, S. 7
      • Kunstchronik. Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe, 20. Jg., Nr. 26, 9.4.1885, Sp. 446
      • Franz Matsch, Autobiographische Skizzen, unveröffentl. Manuskript, o. J. (um 1935), Archiv des Belvedere, S. 21, 23
      • Gustav Klimt. Ausstellung (Ausst.-Kat. Ausstellungshaus Friedrichstraße [Secession], Wien), Wien 1943, Kat. Nr. 16 (Entwurf für die Wandmalerei im Bukarester Nationaltheater [II])
      • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 76
      • Herbert Giese, Franz Matsch. Leben und Werk, ungedruckte Diss. Universität Wien 1976, S. 10f., 49f.
      • Gerbert Frodl, „Begegnung im Theater – Hans Makart und Gustav Klimt“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 22./23. Jg., Nr. 66/67, 1978/79: Klimt-Studien, S. 22–28
      • Herbert Giese, „Matsch und die Brüder Klimt – Regesten zum Frühwerk Gustav Klimts“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 22./23. Jg., Nr. 66/67, 1978/79: Klimt-Studien, S. 51
      • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 1: 1878–1903, Salzburg 1980, S. 47–49
      • Gerbert Frodl, „Makart und Klimt“, in: Robert Waissenberger (Hg.), Traum und Wirklichkeit. Wien 1870–1930 (Ausst.-Kat. Historisches Museum der Stadt Wien im Künstlerhaus), Wien 1985, Kat.-Nr. I/15, S. 50–55
      • Serge Sabarsky (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel), Brüssel 1987, Kat. Nr. 4
      • Gerbert Frodl, Gustav Klimt in der Österreichischen Galerie in Wien, Salzburg 1992, S. 14f.
      • Gerbert Frodl, „Der frühe Klimt“, in: Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 27–31, Abb. S. 26
      • Tobias G. Natter, Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne (Ausst.-Kat. Jüdisches Museum der Stadt Wien), Wien 2003, S. 250, Kat.-Nr. 38
      • Michaela Seiser, „Die Künstler-Compagnie. Das Frühwerk Gustav Klimts“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, S. 24f.
      • Michaela Seiser, „Die Künstler-Compagnie“, in: Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt und die Künstler-Compagnie (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Weitra 2007, S. 37, Abb. 14 auf S. 39
      • Sergio Gaddi (Hg.), Lʼabbraccio di Vienna. Klimt, Schiele e i capolavori del Belvedere (Ausst.-Kat. Villa Olmo, Como), Mailand / Wien 2008, Kat.-Nr. 38, Abb. S. 126
      • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 38–41, Kat.-Nr. 3 (Markus Fellinger)
      • Irena Kraševac, „Alegorijske slike Gustava Klimta u riječkom kazalištu“, in: Radovi Instituta za povijest umjetnosti, Bd. 36, 2012, S. 153–168
      • Rubens und sein Vermächtnis. Inspiration für Europa (Ausst.-Kat. BOZAR, Brüssel; Royal Academy of Arts, London), Leipzig 2014, S. 214f., Kat.-Nr. 99 (Katia Pisvin)
      • Markus Fellinger, „Klimt, die Künstlercompagnie und das Theater“, in: Agnes Husslein-Arco / Alexander Klee (Hg.), Klimt und die Ringstraße (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2015, S. 36–38
      • Irena Kraševac, „Allegorische Bilder von Gustav Klimt und Franz Matsch im Stadttheater von Rijeka (Fiume)“, in: Mitteilungen der Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung in Wien, Februar 2015, S. 1–17
      • The Asahi Shimbun (Hg.), Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900 (Ausst.-Kat. Tokyo Metropolitan Art Museum; Toyota Municipal Museum of Art), Tokyo 2019, Kat.-Nr. 18
      • Deborah Pustišek Antić (Hg.), The Unknown Klimt. Love, Death, Ecstasy (Ausst.-Kat. The City Museum of Rijeka), Rijeka 2021
      • Otmar Rychlik, „Die Deckenbilder der Malercompagnie im Stadttheater von Rijeka 1884 nach ihren Gestaltungsprinzipien betrachtet“, in: ders., Klimts Lehrer 1876–1882. Sieben Jahre an der Kunstgewerbeschule (Ausst.-Kat. MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien), Wien 2021, S. 247–272
      Restoration

      Stefanie Jahn ORCID logo

      Der Entwurf für die Allegorie der kirchlichen Musik gewährt Einblick in den komplexen Entstehungsprozess großformatiger Deckengemälde und schildert anschaulich die Herangehensweise des Künstlers an diese Aufgabe. Das Werk stellt eine Skizze dar, welche primär den Zweck verfolgt, die kompositorische Idee der Darstellung in einem kleineren Format zu veranschaulichen. Klimt übertrug hierfür das ovale Format des Deckenfeldes auf die Leinwand, um die Darstellung an diese Form einzupassen. Die Rundungen wurden dabei vermutlich mit einem Zirkel vorgezeichnet. Die Konstruktionslinie zur Ermittlung der Mitte des Bildfeldes ist mittels Infrarotreflektografie sichtbar. Diese diente auch zur symmetrischen Gestaltung der Volutenformen oben und unten. Neben dem Umriss des Bildfeldes wurden auch die Figuren mittels Unterzeichnung angelegt: Anmutig und ins Spiel versunken hebt die knieende Orgelspielerin den Blick nach oben. Flankiert wird sie dabei von einem Colascione spielenden Engel. Die Linien der Figuren wurden von Klimt bewusst und gekonnt mit Stift und Pinsel gesetzt, einzig die Ausrichtung des Saiteninstrumentes in den Armen des Engels erfuhr eine leichte Variation. Die beiden Putti in der rechten Bildhälfte wurden im Gegensatz zu den beiden Hauptfiguren erst in der späteren Malphase hinzugefügt (Abb. 1) (Abb. 2). Dies erscheint nicht ungewöhnlich, wurden diese doch in erster Linie als schmückendes Beiwerk angesehen.

      Häufig bei dieser Art von Skizze ist der geringere Ausarbeitungsgrad der Malerei. Diese wurde zügig mit wenig Modellierung angelegt und lässt die Unterzeichnung durchschimmern. Im Laufe der Ausgestaltung mit Ölharzfarbe kam es zu einer Vergrößerung des offenbar etwas zu kleinen ovalen Bildfeldes. Zu erkennen ist dies einerseits an der doppelten Vorzeichnungslinie in der Infrarotaufnahme, andererseits anhand der etwas unterschiedlich ausgeführten Malerei im linken Bildfeld.