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Josef Lewinsky as Carlos in Clavigo

Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo
Josef Lewinsky as Carlos in Clavigo
Josef Lewinsky as Carlos in Clavigo
Gustav Klimt, Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo, 1895, Öl auf Leinwand, 60 × 44 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 494
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Josef Lewinsky as Carlos in Clavigo

  • Date1895
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    60 × 44 cm
  • SignatureSign. rechts unten: GUSTAV KlIMT. / MDCCCLXXXXV.; bez. Mitte oben: JOSEF. LEWINSKY. / ALS CARLOS IN CLAVIGO.
  • Inventory number494
  • Location Currently not on display

  • Klimt depicts the court actor Josef Lewinsky as Carlos in Goethe’s tragedy, performing on stage. The surrounding scene is shrouded in darkness, revealing only the actor’s pale face, collar, and cuffs. An antique tripod frames the scene on the right, emitting smoke from which a laughing woman holding a mask emerges. Hovering above her is Dionysus, the god of wine, to whom the world’s first theater was dedicated. Klimt’s painting was commissioned by the Gesellschaft für vervielfältigende Kunst (Society for Reproducing Art) to illustrate the book Das k. k. Hofburgtheater seit seiner Begründung (The Imperial and Royal Hofburg Theater since Its Foundation), which documented the history of Viennese theater. The painter thus placed the Hofburgtheater in the tradition of the ancient Greek theater.
  • Essay

    Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo
    Markus Fellinger ORCID logo

    Der Schauspieler erscheint im Mittelteil des Bildes auf einer abgedunkelten Bühne im schwarzen Kostüm, wodurch sich nur sein Gesicht und das weiße Hemd vom dunklen Hintergrund abheben. Dieses relativ schmale Bildfeld ist von zwei fast ebenso breiten Seitenstreifen flankiert, von denen der rechte eine Allegorie des Theaters, die aus dem Rauch eines antiken Weihrauchkessels auftaucht, zeigt und der linke mit goldenem Weinlaub auf grauem Grund ornamental gestaltet ist. Über dem zentralen Bildteil ist ein Inschriftenfeld mit dem Namen des Porträtierten angebracht und am unteren Bildrand ein weiteres mit Klimts Signatur und der Datierung.

    Auftrag und Entstehungsgeschichte

    Das Gemälde entstand im Auftrag der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst als Illustrationsvorlage für das Buch Das k. k. Hofburgtheater seit seiner Begründung, einen Band des Prachtwerks Die Theater Wien’s (Abb. 1) (Abb. 2).[1] Diese Publikation dokumentiert in aufwendig gestalteten Bänden die Geschichte des Theaterwesens in Wien. Die wissenschaftlichen Beiträge namhafter Historiker und Theaterfachleute sind umfassend mit Bildmaterial illustriert. Die Herausgabe erfolgte unregelmäßig in Einzel- oder Doppelheften und zog sich letztlich über 15 Jahre hin. Nach längeren Verzögerungen erschien die Doppellieferung 38/39 mit der Fotogravüre von Klimts Porträt Josef Lewinskys erst im Dezember 1905, der ganze Band war am Jahresende 1906 vollständig.[2] Noch vor der Publikation im Theaterwerk ging Klimts Porträt im Jahr 1902 als Gegenleistung für eine Subvention gemeinsam mit weiteren Vorlagen von Julius Schmid, Hans Temple, Andreas Groll und Adolf Hirémy-Hirschl (Abb. 3) (Abb. 4) (Abb. 5) (Abb. 6) (Abb. 7)in den Besitz der staatlichen Sammlungen über und wurde der Modernen Galerie übertragen (Abb. 8).[3]

    Zur Genese des Bildes waren bereits drei Briefe von Klimt an Lewinsky aus dessen Nachlass in der Wienbibliothek im Rathaus bekannt.[4] Darüber hinaus erlauben im März 2023 im Österreichischen Staatsarchiv aufgefundene Briefe Klimts an die Auftraggeberin, die Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, eine weitere Klärung der Entstehungsgeschichte.

    Am 9. März 1894 schreibt Klimt erstmals bezüglich des Auftrags an die Gesellschaft für vervielfältigende Kunst.[5] Er hatte vermutet, dass Lewinsky von der Gesellschaft über den Auftrag verständigt worden war, was jedoch offenbar nicht der Fall war. Klimt verspricht, sich in Kürze mit dem Schauspieler ins Einvernehmen zu setzen. Tatsächlich wendet sich Klimt erst am 19. Mai 1894 erstmals in einem Brief an Lewinsky.[6] Er erklärt ihm darin den Zweck des Bildnisses und bittet um einen Termin für eine Porträtsitzung. Am 20. Juli desselben Jahres schreibt Klimt nach einer mündlichen Besprechung zu den Burgtheaterporträts abermals an einen Vertreter der Gesellschaft mit der Bitte um einen Vorschuss.[7] Der nächste Brief an die Gesellschaft datiert bereits aus dem Februar 1895. Klimt kündigt darin an, das Porträt bis Ende des Monats zu vollenden.[8]

    Trotz dieser Ankündigung vergingen noch mehrere Monate bis zur Fertigstellung. In einem von Klimt fälschlich mit 28. Juni 1892 datierten Brief, der zuletzt von Alfred Weidinger und Hansjörg Krug dem Jahr 1894 zugeordnet, tatsächlich aber wohl erst 1895 geschrieben wurde, berichtet Klimt Lewinsky von der Fertigstellung des Bildes, bittet aber nochmals um die Gewährung einer „1 – 2 stündigen Sitzung“, um das Porträt endgültig zu vollenden.[9] Ein weiterer Brief, von Klimt im Briefkopf mit Juli 1895 datiert, wiederholt diese Bitte, nachdem Lewinsky dafür in Klimts Atelier gekommen war, diesen aber nicht angetroffen hatte.[10] Am 20. August meldet Klimt schließlich auch der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst die Fertigstellung des Porträts und teilt die Zusendung desselben mit.[11] Dem entspricht auch die Datierung auf dem Gemälde mit MDCCCLXXXXV (1895). Knapp zwei Monate später wurde das Gemälde in der Jubiläumsausstellung der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst im Wiener Künstlerhaus erstmals ausgestellt.[12]

    Eine weitere Quelle ist die unveröffentlichte Abhandlung eines Urenkels (oder einer Urenkelin) Lewinskys, die sich als Kopie im Archiv des Belvedere befindet.[13] Sie wurde von Alfred Weidinger im Katalog zur Belvedere-Ausstellung 150 Jahre Gustav Klimt in zusammengefasster Form zitiert.[14] Da Lewinsky zum Zeitpunkt, als er Klimts ersten Brief erhielt, wegen einer Tournee nicht in Wien weilte, stellte seine Frau dem Künstler demnach eine Fotografie zur Verfügung. Da Klimt mit dieser nicht gut zurechtkam, übergab sie ihm in der Folge auch eine Bronzefigur und eine weitere Fotografie (Abb. 9) (Abb. 10),[15] mit deren Hilfe Klimt das Bild schließlich fertigstellen konnte. Außerdem erwähnt Lewinskys Nachkomme die Existenz einer vorbereitenden Ölskizze in Familienbesitz, die Klimt Lewinsky geschenkt habe. Während Lewinskys Abwesenheit hatte Klimt darin bereits die Seitenfelder fertig angelegt, das Porträtfeld aber noch leer gelassen. Klimt vollendete diese Ölskizze wahrscheinlich, bevor er das endgültige Porträt malte. Die Skizze enthielt dem Bericht zufolge einen Fehler in der Datierung, Klimt bezeichnete sie mit MDCCCLXXXV (1885). Außerdem weichen vom Gemälde des Belvedere Details wie Konturen und Glanzlichter ab, und es fehlen die in Grau gemalten Blätter. Der Verbleib der Ölskizze ist unbekannt, und unglücklicherweise sind auch die Abbildungen in dem offenbar mehrfach kopierten Manuskript völlig unbrauchbar.

    Bildkomposition

    Die meisten der anderen Künstler, die von der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst mit Porträts für das Theaterwerk beauftragt wurden, malten ihre Vorlagen in Anbetracht des geplanten Schwarz-Weiß-Drucks als Grisaillen und hielten ihre Kompositionen im historistischen Stil der Zeit (Abb. 3) (Abb. 4) (Abb. 5) (Abb. 6) (Abb. 7).[16] Die Bilder sind sämtlich als dreiteilige Kompositionen angelegt: Das eigentliche Porträt ist als Bild im Bild in einem Medaillon gegeben. Dieses ist von allegorischem Beiwerk zu seiner Huldigung umfasst. Außerdem sind im unteren Bildbereich Kostümfiguren des Porträtierten in seinen wichtigsten Rollen dargestellt.

    Man kann wohl davon ausgehen, dass auch Klimts Auftrag ursprünglich eine solche Komposition vorsah. Allerdings legte Klimt seine Vorlage farbig und wesentlich moderner an. Er verzichtete auf das Bildnismedaillon und rückte Lewinskys Rollenporträt als Carlos ins Zentrum. In seinem ersten Brief an Lewinsky schreibt Klimt, sein Auftrag sehe vor, den Schauspieler in einer Rolle zu porträtieren, die sein Aussehen möglichst wenig verändere.[17]

    Man kann nur spekulieren, dass diese Vorgabe schon auf Klimts eigenem Betreiben basierte. Sie entspricht seinem auch in vielen anderen allegorischen Kompositionen ersichtlichen Bestreben, eine zentrale Einzelfigur oder Figurengruppe als Hauptmotiv in allegorischer Umrahmung zu präsentieren und dadurch eine geschlossene und fokussierte Gesamtkomposition zu erzielen.

    Eine mit Klimts Porträt vergleichbare Lösung bieten nur die Illustrationen von Franz Matsch zu den Schauspielerinnen Charlotte Wolter und Katharina Schratt.[18] Das im Band des Theaterwerks unmittelbar auf Lewinskys Porträt folgende Bildnis der Charlotte Wolter inszeniert Matsch, ebenfalls farbig umgesetzt, als ein relativ komplexes Trompe-l’Œuil, bei dem Rollenporträt und Bildnismedaillon zusammenfallen (Abb. 11). Matsch arbeitete noch bis 1895 mit Klimt im gemeinsamen Atelier, wodurch eine wechselseitige Beeinflussung erklärbar ist.

    Die Fotogravüre

    Interessante Beobachtungen lässt auch die von der Firma R. Paulussen & Co angefertigte Fotogravüre des Gemäldes im Theaterwerk zu. Im Gegensatz zu den meisten anderen Illustrationen wurde Klimts Abbildung nicht rein schwarz-weiß, sondern mit einer zusätzlichen Platte in Sepiatönung und einer weiteren in einem hellen Goldgelb für die Inschriftenfelder ober- und unterhalb des Porträts gedruckt.[19] Das Weinlaub im linken Seitenfeld und der antike Weihrauchkessel erscheinen in der Fotogravüre nicht im selben Goldton wie die Inschriftenfelder, möglicherweise weil der Druck sonst zu aufwendig gewesen wäre. Ebenso fehlt in der Fotogravüre das dunkelgraue Laubwerk im oberen Bereich des linken Bildfeldes. Es wurde entweder wegretuschiert oder blieb aus technischen Gründen unsichtbar.[20]

    Einordnung in Klimts Œuvre und mögliche Vorbilder

    Das Bild ist in mehrfacher Hinsicht mit dem im selben Jahr fertiggestellten Gemälde Liebe verwandt, das Klimt als Vorlage für Martin Gerlachs Mappenwerk Allegorien. Neue Folge malte (Abb. 12).[21] Die Dreiteilung des Gemäldes in ein zentrales Bildfeld und zwei flankierende Seitenteile mit ornamentalem Inhalt ist ähnlich gelöst, allerdings nehmen die Seitenfelder im Porträt Josef Lewinskys eine noch wichtigere Funktion ein. Auch der Einsatz von Goldfarbe und die nebulösen Visionen von allegorischen Gestalten sind in beiden Bildern anzutreffen. Hinsichtlich der Aufteilung des Bildfeldes müssen auch die Allegorien Tragödie (1897)[22], Skulptur (1896)[23] und Junius (1896)[24] genannt werden, bei denen Klimt ähnliche Rahmenmotive variierte. Was das Bildnis Lewinskys selbst betrifft, so kann als Vorgänger das Porträt des Komponisten Joseph Pembaur von 1890 genannt werden.[25]

    Lewinskys Porträt kann zudem gemeinsam mit Liebe (1895) und Entwurf für Schubert am Klavier (1896) zu den ersten Arbeiten gezählt werden, in denen Klimt das Aufgehen seiner Figuren in der Dunkelheit eines Raums erkundet. Dazu zählen die männlichen Porträtstudien wie etwa Der Blinde, Porträt eines alten Mannes und Porträt eines Mannes mit Bart (alle um 1896/97) oder auch die ungefähr zeitgleichen weiblichen Figurenstudien wie Dämmerung (Dame am Kamin)[26] oder Allerlei Gesichter (Dame im Fauteuil). In Letzterer findet auch die Beschäftigung mit dem Thema der Maske seine Fortsetzung.

    Die eigentlichen Schlüsselelemente in Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo sind aber die erstmalige Abkehr von der realistisch-akademischen Malweise und die Annäherung an eine impressionistische. Klimt beginnt in zarten Pastelltönen zu malen, vermeidet starre Konturen und harte Kontraste, kombiniert symbolistische Tiefgründigkeit mit dekorativer Ästhetik. In diesem Sinne ist das Werk wahrscheinlich das früheste Gemälde, in dem sich Klimt als Künstler der Moderne präsentiert.[27]

    Der Mittelteil mit dem Bildnis Josef Lewinskys folgt einem modernen Porträttypus, der in Werken wie Édouard Manets Der tragische Schauspieler (Rouvière as Hamlet) von 1866[28] (Abb. 13) und James McNeill Whistlers Arrangement in Black, No. 3: Sir Henry Irving as Philip II of Spain von 1876/1885[29] (Abb. 14) vorgebildet ist und letztlich auf Velázquez’ Porträt des Schauspielers Pablo de Valladolid (1636/37)[30] urückgeht. Lewinsky erscheint auf einer abgedunkelten Bühne im schwarzen Kostüm, wodurch sich nur sein Gesicht und das weiße Hemd vom dunklen Hintergrund abheben, während ein großer Teil seiner Erscheinung eine Einheit mit dem Dunkel der Bühne bildet. Diese nun auch auf die Ebene der Malerei übertragene Beschäftigung mit den Grenzen des Sichtbaren, transparenter Materie und scheinhaften Visionen stellt ein Novum in Klimts Œuvre dar, das den Meister in den nächsten vier bis fünf Jahren intensiv beschäftigen wird.

    Die allegorischen Seitenfelder

    Der schmale Mittelteil, der das Porträt beinhaltet, ist von zwei Seitenfeldern flankiert, von denen das linke goldenes Weinlaub auf silbernem Grund zeigt und das rechte eine Allegorie des Theaters, bestehend aus einer lachenden jungen Frau mit der Maske einer hässlichen Alten und dahinter einer Dionysos-Maske, die sich aus dem Rauch eines antiken Weihrauchkessels formt. Der theoretische Hintergrund dieser Konzeption dürfte in Friedrich Nietzsches berühmter Abhandlung Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik zu suchen sein. Die linke Seite mit dem Weinlaub stünde dementsprechend für das dionysische Element des Theaters, die rechte mit der Vision aus Rauch und Masken für den apollinischen Illusionismus.[31]

    Eine Besonderheit ist dabei die weibliche Figur mit der Maske. Es handelt sich offenbar um eine Neuinterpretation der traditionellen Ikonografie der Musen Thalia und Melpomene. Diese stehen für Komödie und Tragödie und sind damit häufig im Zusammenhang mit Schauspieler*innenporträts anzutreffen, so etwa auch in Franz Matschs Bildnissen von Charlotte Wolter und Katharina Schratt für denselben Band des Theaterwerks.[32] Eine erhaltene Entwurfszeichnung zu dieser Figur zeigt, wie reflektiert Klimt mit dem Thema umging (Abb. 15). In der Zeichnung blickt nämlich die junge Frau noch eher ernst, während sie im Gemälde lachend wiedergegeben ist. Klimt dachte offenbar zunächst an eine klassische Melpomene, auch wenn sie schon in der Zeichnung nicht so streng wirkt wie in vielen bekannten Darstellungen. Eine ernste Melpomene wäre auch für den Schauspieler Lewinsky angemessen erschienen, der auf das tragische Fach spezialisiert war und in einer solchen Rolle auch in Klimts Gemälde porträtiert ist. Dass Klimt aus der ursprünglichen Melpomene eine Thalia macht, stellt demnach eine große künstlerische Freiheit dar. Die Figur scheint zu vermitteln, dass hinter der ernsten Maske der tragischen Rolle doch immer die Freude am Spiel und an der Dichtkunst steckt.

     

    Anmerkungen

    Die Theater Wien’s, 2. Bd., 2. Halbbd., 2. Teil: Das k. k. Hofburgtheater seit seiner Begründung, hg. von Alexander von Weilen, Wien 1906, Tafel nach S. 194. Im Februar 1896 wurde Klimt unter die Kuratoren der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst gewählt, ein Amt, das er bis zu seinem Lebensende ausübte; Mitteilungen der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Heft 2, 1896, S. 9.

    Neues Wiener Tagblatt, 4.12.1905, S. 15; Wiener Zeitung, 3.10.1906, S. 26.

    https://sammlung.belvedere.at/objects/6229/der-burgschauspieler-bernhard-baumeister; https://sammlung.belvedere.at/objects/6232/der-schauspieler-ludwig-gabillon; https://sammlung.belvedere.at/objects/6231/die-schauspielerin-helene-hartmann; https://sammlung.belvedere.at/objects/6230/der-hofschauspieler-ernst-hartmann; https://sammlung.belvedere.at/objects/6233/der-schauspieler-adolf-von-sonnenthal (alle zuletzt besucht am 4.12.2023).

    Wienbibliothek im Rathaus, Sign. 38571–38573; siehe auch Alfred Weidinger / Agnes Husslein-Arco (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 48–51 (Alfred Weidinger).

    Österreichisches Staatsarchiv, Sign. AT-OeStA/AVA Unterricht Ges. f. vervielf. Kunst 31: „Wien 9.III.1894 Hochgeehrter Herr! In der Meinung, daß der für das Theaterwerk zu porträtierende Künstler von Ihrer Seite auch verständigt wird, habe ich es bisher unterlassen dieß zu tun; ich werde mich jetzt aber alsbald mit Herrn Lewinsky in Einvernehmen setzen. Bezüglich der eventuellen fotografischen Aufnahmen, bitte ich zur gefälligen Kenntniß zu nehmen, daß ich dieselbe in meinem Atelier vornehmen möchte und daher das Schöller’sche Atelier nicht in Anspruch nehmen würde. Genehmigen Sie den Ausdruck vorzüglicher Hochachtung Ihres sehr ergebenen Gustav Klimt“

    Brief von Gustav Klimt an Josef Lewinsky, 19.5.1884, Wienbibliothek im Rathaus, Sign. 38571, https://www.digital.wienbibliothek.at/urn/urn:nbn:at:AT-WBR-113223 (zuletzt besucht am 4.12.2023).

    Österreichisches Staatsarchiv, Sign. AT-OeStA/AVA Unterricht Ges. f. vervielf. Kunst 31: „Wien 20.VII.1894 Geehrter Herr! Bei unserer heutigen Besprechung in Bezug auf die Porträts der Hofburg Schauspieler habe ich vergessen meine Bitte [?] zu erwähnen. Es wäre mir sehr angenehm, könnte ich einen kleinen Vorschuß erhalten, etwa 100 bis 150 fl, natürlich nur wenn es leicht möglich sein könnte, sollte dieß Begehren auf starke Schwierigkeiten stoßen würde ich Verzicht leisten obwohl ich es momentan brauchen könnte. Ich bitte Sie recht sehr die Liebenswürdigkeit zu haben, mir Ihre Meinung in dieser Beziehung, mittheilen zu wollen. Hochachtungsvoll Ihr ergebener Gustav Klimt VIII. Josefstädterstrasse 21.“

    Österreichisches Staatsarchiv, Sign. AT-OeStA/AVA Unterricht Ges. f. vervielf. Kunst 33: „Wien 14.II.1895 Euer Excellenz! Mit lebhaftem Bedauern habe ich erfahren, daß Euer Excellenz, als Sie mir die Ehre Ihres Besuches geben wollten, mich nicht in meinem Atelier antrafen. Ich erlaube mir Euer Excellenz zu bitten, mich deshalb gütigst entschuldigen zu wollen. Ich hatte einen nothwendigen Gang. Bezüglich des Porträt’s Lewinsky’s erlaube ich mir Euer Excellenz in Kenntnis zu setzen, daß ich dasselbe bis gegen Ende dieses Monats bestimmt abliefern werde. Bis dahin bitte ich Euer Excellenz Geduld haben zu wollen. Genehmigen Sie den Ausdruck vorzüglicher Hochachtung Ihrem sehr ergebenen Gustav Klimt VIII. Josefstädterstrasse 21.“

    Brief von Gustav Klimt an Josef Lewinsky, 28.6.1892 [recte 1895], Wienbibliothek im Rathaus, Sign. 38572, https://www.digital.wienbibliothek.at/urn/urn:nbn:at:AT-WBR-113214 (zuletzt besucht am 4.12.2023); Weidinger 2012 (wie Anm. 4), S. 51, Anm. 4; Hansjörg Krug, „Gustav Klimt selbstredend“, in: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Werke, Köln 2012, Ausgabe XXL, S. 474, Nr. 13.

    Brief von Gustav Klimt an Josef Lewinsky, Juli 1895, Wienbibliothek im Rathaus, Sign. 38573, https://www.digital.wienbibliothek.at/urn/urn:nbn:at:AT-WBR-113232 (zuletzt besucht am 4.12.2023).

    Österreichisches Staatsarchiv, Sign. AT-OeStA/AVA Unterricht Ges. f. vervielf. Kunst 33: „Wien 20. Aug 1895 Hochgeehrter Herr! Erlaube mir das lang versprochene Lewinsky-Porträt zu senden. Es hat leider sehr lang gedauert, ich bitte um Entschuldigung. Zugleich erlaube ich mir die Bitte zu stellen, das dafür entfallende Honorar möglichst bald flüssig machen zu wollen da ich auf einige Zeit verreisen werde. Genehmigen Sie den Ausdruck vorzüglicher Hochachtung Ihres sehr ergebenen Gustav Klimt VIII. Josefstädterstrasse 21.“

    Gesellschaft für vervielfältigende Kunst (Hg.), Katalog der graphischen Ausstellung des Jahres 1895 (Ausst.-Kat. Künstlerhaus, Wien), Wien 1895, Nr. 1013.

    Das Manuskript ist nicht bezeichnet, Informationen zur*zum Übergeber*in sind nicht überliefert.

    Weidinger 2012 (wie Anm. 4), S. 48–51.

    Belvedere, Wien, Bildarchiv, Inv.-Nr. BA 7.

    Siehe Anm. 3.

     Siehe Anm. 4 und 6.

    www.theatermuseum.at/de/object/0f3e7b3380/; www.theatermuseum.at/de/object/905d5fc77d/ (beide zuletzt besucht am 4.12.2023).

    Einige weitere Illustrationen sind mit Sepiatönung versehen, etwa die Bildnismedaillons in Temples Porträt von Adolf Sonnenthal und in Grolls Porträt von Ludwig Gabillon. Klimts Druck ist aber jedenfalls der aufwendigste.

    Nach Erkenntnissen kunsttechnologischer Untersuchungen waren diese Unterschiede nicht das Ergebnis späterer Veränderungen am Gemälde. Siehe dazu auch: Stefanie Jahn, „Gustav Klimt, Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo, 1895. Technologische Untersuchung“, https://sammlung.belvedere.at/objects/6234/josef-lewinsky-als-carlos-in-clavigo  (zuletzt besucht am 1.7.2026).

    https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/81727-liebe-vorlage-fuer-allegorien-nf-nr-46/ (zuletzt besucht am 4.12.2023). Der Druck ist mehrfarbig ausgeführt, neben der Schwarzplatte mit einer Platte in Mintgrün und einer weiteren in einem blassen Orangeton.

    https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/81729-tragoedie-vorlage-fuer-allegorien-nf-nr-66/ (zuletzt besucht am 4.12.2023).

    https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/81736-sculptur-vorlage-zu-allegorien-nf-nr-58/ (zuletzt besucht am 4.12.2023).

    https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/81738-junius-vorlage-zu-allegorien-nf-nr-53/ (zuletzt besucht am 4.12.2023).

    Weidinger/Husslein-Arco 2012 (wie Anm. 4), S. 50.

    https://sammlung.belvedere.at/objects/4185/dame-am-kamin (zuletzt besucht am 4.12.2023).

    Markus Fellinger, „Gustav Klimts Rezeption der internationalen Moderne“, in: ders. / Stella Rollig / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse  (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 61f., Abb. 31.

    https://www.nga.gov/collection/art-object-page.45878.html (zuletzt besucht am 4.12.2023).

    https://www.metmuseum.org/art/collection/search/13209 (zuletzt besucht am 4.12.2023).

    https://www.museodelprado.es/en/the-collection/art-work/pablo-de-valladolid/774285f3-fb64-4b00-96a9-df799ab10222 (zuletzt besucht am 4.12.2023); Gary Tinterow et al., Manet/Velázquez. The French Taste for Spanish Painting (Ausst.-Kat. Musée d’Orsay, Paris; Metropolitan Museum of Art, New York), New Haven, Conn. et al. 2003, S. 236.

    nbsp;Schon in den Lünettenbildern für das Burgtheater ist Nietzsches Gegenüberstellung von dionysischem und apollinischem Prinzip verwirklicht; siehe Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 1: 1878–1903, Salzburg 1980, S. 55; Lisa Florman, „Gustav Klimt and the precedent of ancient Greece“, in: The Art Bulletin, Bd. 72, Nr. 2, 1990, S. 310–326.

    Siehe Anm. 18.


    Abbildungen

    • 1902 Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, Wien (Gegenleistung für Subvention)
    Further Notes

    Monika Mayer ORCID logo und Markus Fellinger ORCID logo

    Bisher war zu den Umständen des Erwerbs nur bekannt, was im Inventarbuch des Belvedere vermerkt ist. Klimts Gemälde wurde laut Eintrag 1902 gemeinsam mit Vorlagen anderer Künstler von der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst als Gegenleistung für eine Subvention übernommen. Der dazu angeführte Akt Zl. 28.404 von 1897 ist im Österreichischen Staatsarchiv nicht auffindbar, dafür liegt das Fragment einer Referentenerinnerung von 1894 vor, die bereits den angestrebten Tausch der Originalvorlagen gegen die Gewährung einer Subventionserhöhung für die Finanzierung der weiteren Bände des Werks Die Theater Wien’s anführt.[1] Die Gemälde wurden im Jahr 1902 für die staatlichen Sammlungen übergeben. Während Klimts Bild von Anfang an der noch nicht eröffneten Modernen Galerie zugeteilt war, wurden alle weiteren Vorlagen zunächst an die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste überwiesen und gelangten erst 1916 in die k. k. Österreichische Staatsgalerie im Belvedere.[2] Im Katalog der Modernen Galerie von 1903 ist das Gemälde unter Kat.-Nr. 159 angeführt.[3]

     

    Anmerkungen

    Österreichisches Staatsarchiv, Sign. AT-OeStA/AVA Unterricht UM allg. Akten 3428 Kunstwesen: in genere (Sign. 15), -1893, 24 A Theater Wiens, Zl. 17.889/1894: „Dasjenige, was die Gesellschaft bei Ausnützung der ihr gewährten Subvention hervorbringt, kann ohne weiteres als im Auftrage des hohen Ministeriums geschehen betrachtet werden und würde dieselbe, wenn es gewünscht wird, die fraglichen Originale der Bilder und Zeichnungen mit Vorbehalt der Reproductions- [weitere Seiten fehlen, Anm. d. Verf.]“. Die Referentenerinnerung erwähnt darüber hinaus Klimts Lewinsky-Porträt unter den vor der Ablieferung durch die Künstler stehenden Vorlagen.

    Siehe Inventarbuch der Österreichischen Galerie Belvedere, Wien.

    Katalog der Modernen Galerie, Wien 1903, Kat.-Nr. 159.

    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • III. Internationale Graphische Ausstellung, Künstlerhaus, Wien 18.10.–12.12.1895
    • Österreichische Porträtausstellung 1815–1914, Künstlerhaus, Wien 18.10.–30.12.1927
    • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung, Secession, Wien 27.6.–5.8.1928
    • Kaiser Franz Joseph Ausstellung, Schloss Schönbrunn, Wien, Mai–Oktober 1935, Raum 39
    • 60. Jahresausstellung der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens. Jubiläumsausstellung aus Anlaß des 80jährigen Bestehens der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens, Künstlerhaus und Ausstellungshaus Friedrichstraße (Secession), Wien 22.11.1941–22.3.1942
    • Gustav Klimt. Ausstellung (Gedächtnisausstellung), Ausstellungshaus Friedrichstraße (Secession), Wien 7.2.–14.3.1943
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938, Akademie der bildenden Künste Wien, Wien März–April 1948
    • Schauspieler des Burgtheaters, 1776–1976, Historisches Museum der Stadt Wien 6.5.–20.6.1976
    • Gustav Klimt, Kunsthaus Zürich 11.9.–13.12.1992
    • Viena 1900, Museo nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid 6.10.1993–17.1.1994
    • Wien 1900. Der Blick nach innen, Van Gogh Museum, Amsterdam 21.3.–15.6.1997
    • Wien 1900. Der Blick nach innen, Von der Heydt-Museum, Wuppertal 13.7.–5.10.1997
    • Gustav Klimt: Modernism in the Making, National Gallery of Canada, Ottawa 15.6.–16.9.2001
    • Vienne 1900. Klimt, Schiele, Moser, Kokoschka, Grand Palais, Paris 3.10.2005–23.1.2006
    • La destrucción creadora. Gustav Klimt, el Friso de Beethoven y la lucha por la liberdad del arte, Fundacion Juan March, Madrid 6.10.2006–14.1.2007
    • Decay and Revolution. Art in Vienna, 1890–1910, Museo de Arte de Ponce, Puerto Rico 22.3.–28.7.2014
    • L’uomo, l’artista, il suo mondo, Galleria d’Arte moderna Ricci Oddi / XNL, Piacenza 12.4.–24.7.2022

      Werkverzeichnisse

    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 59 (Josef Lewinsky, 1895)
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 67 (Hofburgschauspieler Josef Lewinsky als Carlos, 1895)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 92 (Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo, 1895)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 80 (Bildnis Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo, 1895)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/1084-0855 (Porträt Josef Lewinsky als Carlos in Clavigo, 1895)
    • Literatur

    • Gesellschaft für vervielfältigende Kunst (Hg.), Katalog der graphischen Ausstellung des Jahres 1895 (Ausst.-Kat. Künstlerhaus, Wien), Wien 1895, Kat.-Nr. 1013
    • Katalog der Modernen Galerie in Wien (Ausst.-Kat. Moderne Galerie, Wien), Wien 1903, Kat.-Nr. 159
    • Die Theater Wien’s, 2. Bd., 2. Halbbd., 2. Teil: Das k. k. Hofburgtheater seit seiner Begründung, hg. von Alexander von Weilen, Wien 1906, Tafel nach S. 194
    • Arpad Weixlgärtner, „Gustav Klimt“, in: Die Graphischen Künste, 35. Jg., 1912, S. 62 und 65
    • Österreichische Porträtausstellung 1815–1914 (Ausst.-Kat. Künstlerhaus, Wien), Wien 1927, Kat.-Nr. 132
    • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1928, Kat.-Nr. 29
    • 60. Jahresausstellung der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens. Jubiläumsausstellung aus Anlaß des 80jährigen Bestehens der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Ausst.-Kat. Künstlerhaus und Ausstellungshaus Friedrichstraße [Secession], Wien), Wien 1941, Kat.-Nr. 646
    • Gustav Klimt. Ausstellung (Ausst.-Kat. Ausstellungshaus Friedrichstraße [Secession], Wien), Wien 1943, Kat.-Nr. 17
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938. Malerei – Plastik – Zeichnungen (Ausst.-Kat. Akademie der bildenden Künste, Wien), Wien 1948, S. 11
    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien, 1958, Bd. 1, S. 138
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 1
    • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 118, Abb. 161 auf S. 112
    • Schauspieler des Burgtheaters, 1776–1976 (Ausst.-Kat. Historisches Museum der Stadt Wien), Wien 1976, Kat.-Nr. 80
    • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 1: 1878–1903, Salzburg 1980, S. 91
    • Gottfried Fliedl, Gustav Klimt. 1862–1918. Die Welt in weiblicher Gestalt, Köln 1989, S. 40, Abb. S. 50
    • Lisa Florman, „Gustav Klimt and the precedence of ancient Greece“, in: The Art Bulletin, 72. Jg., Nr. 2, 1990, S. 320
    • Gerbert Frodl, Gustav Klimt in der Österreichischen Galerie in Wien, Salzburg 1992, S. 16f.
    • Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 9f., Kat.-Nr. G 13
    • Christina Torra (Hg.), Viena 1900 (Ausst.-Kat. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid), Madrid 1993, Kat.-Nr. 343
    • Eva A. Mendgen, „Kunst und Dekoration. Bild und Rahmen im Werk von Franz von Stuck und Gustav Klimt“, in: dies. / Edwin Becker (Hg.), Perfect Harmony. Picture + Frame, 1850–1920 (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Kunstforum, Wien), Zwolle 1995, S. 112f., Abb. 96
    • Collin Bailey (Hg.), Gustav Klimt. Modernism in the Making (Ausst.-Kat. National Gallery of Canada, Ottawa), New York 2001, S. 82f., Kat.-Nr. 7 (John Collins)
    • Serge Lemoine / Marie-Amélie zu Salm-Salm (Hg.), Vienne 1900. Klimt, Schiele, Moser, Kokoschka (Ausst.-Kat. Galeries Nationales du Grand Palais, Paris), Paris 2005, Abb. S. 228f.
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Der Beethoven-Fries und die Kontroverse um die Freiheit der Kunst (Ausst.-Publ. Fundacion Juan March, Madrid), München et al. 2006, Abb. S. 79
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 48–51, Kat.-Nr. 6 (Alfred Weidinger)
    • Hansjörg Krug, „Gustav Klimt selbstredend“, in: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Werke, Köln 2012, Ausgabe XXL, S. 474, Nrn. 12–14.
    • Alejandra Peña Gutiérrez (Hg.), Decay and Revolution. Art in Vienna, 1890–1910 (Ausst.-Kat. Museo de Arte de Ponce, Puerto Rico), Ponce 2014, Kat.-Nr. 10
    • Markus Fellinger, „Behind the Mask – The Portrait in Vienna Around 1900“, in: Alejandra Peña Gutiérrez (Hg.), Decay and Revolution. Art in Vienna, 1890–1910 (Ausst.-Kat. Museo de Arte de Ponce, Puerto Rico), Ponce 2014, S. 21–23
    • Stella Rollig / Tobias G. Natter (Hg.), Klimt und die Antike. Erotische Begegnungen (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2017, S. 118f. (Stephanie Auer)
    • Markus Fellinger, „The Circle of Life: Klimt’s Self-Referential Symbolism“, in: The Asahi Shimbun (Hg.), Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900 (Ausst.-Kat. Tokyo Metropolitan Art Museum; Toyota Municipal Museum of Art), Tokyo 2019, S. 250
    • Gabriella Belli / Elena Pontiggia (Hg.), Klimt. L’uomo, l’artista, il suo mondo (Ausst.-Kat. Galleria d’Arte Moderna Ricci Oddi / XNL, Piacenza), Mailand 2022, Kat.-Nr. III.3, Abb. S. 158
    • Markus Fellinger, „Gustav Klimts Rezeption der internationalen Moderne“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 61f., Abb. 31
    • Markus Fellinger, Gustav Klimt. Im Zentrum der Wiener Moderne, Wien 2022, S. 42f.
    Restoration

    Stefanie Jahn ORCID logo

    Die Leinwand wurde auf dem vorhandenen Spannrahmen per Hand weiß grundiert. Beim Trocknungsvorgang schrumpfte die Leinwand leicht zwischen den Nägeln. Es entstanden sogenannte Spanngirlanden. Auf die dünn grundierte Leinwand legte Klimt zunächst Blattmetall (Messing) über die gesamte Bildfläche (Abb. 1) (Abb. 2).

    In den folgenden Arbeitsschritten malte Klimt über einen großen Teil des Blattmetalls mit Ölharzfarben.

    Vereinzelt legte er auf die Malerei wiederum ein Blattmetall zur Bildgestaltung und schattierte dieses mit lasierender brauntoniger Ölharzfarbe (Abb. 3) (Abb. 4) (Abb. 5).

    Im Röntgenbild sieht man deutlich, dass Klimt das Bild in drei vertikale Spalten aufgeteilt hat. Im rechten und linken Streifen liegen über dem Blattmetall Ölharzfarben, die metallhaltig sind und im Röntgenbild hell reflektiert werden. Im mittleren Streifen finden sich solche in der Stirn und im weißen Schmuckhemd (Abb. 6).

    Die Darstellung zeichnete Klimt mit einem Grafitstift vor. Teilweise wurden Linien mit dem Lineal gezogen. Diese Linien zog er vereinzelt mit einem Pinsel in schwarzer Farbe nach. Auch die goldene Schale in der rechten unteren Bildecke ist präzise unterzeichnet, bei den ringförmigen Henkeln ist in der Mitte ein Zirkeleinstich zu erkennen (Abb. 7).

    Das Gemälde weist keinerlei Überarbeitungen der Malerei von fremder Hand auf. Ein sporadisch aufgebrachter Überzug zeigt sich im ultravioletten Licht (Abb. 8).

    Die Aufspannung und Nagelung der Leinwand ist im originalen Zustand. Konservatorisch betrachtet ist das Gemälde aktuell stabil, aber dennoch fragil, denn die Fassungen haften nur bedingt gut auf der leicht grundierten, dicht gewebten dünnen Leinwand.