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Fritza Riedler

The image depicts a woman seated on a stylized chair. She is wearing an elegant, flowing dress with various details. Her hair is styled up and she is looking slightly to the side. The background features geometric patterns and a solid area. At the bottom of the image, another geometric section is visible.

[AI-generated with ChatGPT]
Fritza Riedler
The image depicts a woman seated on a stylized chair. She is wearing an elegant, flowing dress with various details. Her hair is styled up and she is looking slightly to the side. The background features geometric patterns and a solid area. At the bottom of the image, another geometric section is visible.

[AI-generated with ChatGPT]
Gustav Klimt, Fritza Riedler, 1906, Öl auf Leinwand, 153 × 133 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 3379
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Fritza Riedler

  • Date1906
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    153 × 133 cm
  • SignatureBez. links seitlich: GUSTAV / KLIMT / 1906
  • Inventory number3379
  • Location Upper Belvedere

  • Dignified, reserved, and majestic, Fritza Riedler (1860–1927), the wife of a wealthy mechanical engineer, sits in a chair as if enthroned. The delicate features of her pale face stand in striking contrast to her dark hair. There is not a flicker of expression on her face, not the slightest stirring to provide a glimpse of the sitter’s inner self. Gustav Klimt combines the naturalistic depiction of his model with a background dissolved into ornamentation. Even the chair is transformed into an ornament composed of wavy lines and ancient Egyptian eye motifs. This interplay between depth and an emphasis on the picture plane characterizes Klimt’s work from his so-called Golden Period.
  • Essay

    Fritza Riedler
    Alexander Klee ORCID logo

    Zur Bildgestaltung

    Studien zum repräsentativen Bildnis von Fritza Riedler entstehen schon um 1904/05 (Abb. 1) (Abb. 2).[1] Wie es jedoch zu diesem Porträtauftrag kam, ist immer noch ungeklärt, da weder schriftliche Zeugnisse noch andere Dokumente diesen Zusammenhang klären. Auch Fotografien der Porträtierten sind bisher keine bekannt. Erstmals ausgestellt wurde das Porträt 1907 in der Kunsthalle Mannheim, gemeinsam mit dem Gemälde Die drei Lebensalter, dem Bildnis Adele Bloch-Bauer I und einer Reihe von Handzeichnungen, in einem von Josef Hoffmann gestalteten Saal der Wiener Werkstätte.[2]

    Das Porträt zeichnet eine strenge geometrische Komposition und betont flächige Raumauffassung aus, die von den weich fallenden Rüschen und Volants des weißen Kleides kontrastiert wird.[3] Diese besondere Materialität des Kleides und dessen heller, gebrochen weißer Farbton findet sich in vielen Frauenporträts von Klimt. Insbesondere am Fauteuil und dessen ornamentalem Bezugsstoff wird das Vexierspiel zwischen Raumhaltigkeit und der besonderen Flächigkeit des Bildes offensichtlich. Dessen Komposition bestimmen der orthogonale Bildaufbau im Hintergrund einerseits und das dreieckige bzw. pyramidale Volumen der Figur andererseits.

    Teilnahmslos wirkt die Porträtierte, wie in einem Moment des Innehaltens, unterstrichen durch die sehr artifizielle Arm- und Handhaltung. Der statische Gesamteindruck wird besonders deutlich etwa im Vergleich zum bereits 1898 entstandenen, in Größe und Bildaufbau jedoch ähnlichen Bildnis der Sonja Knips, zu dem Fritza Riedlers Porträt einen scharfen Kontrast bildet. Wirkt Knips in ihrem Fauteuil vor dem diffus dunklen, blumendurchsetzten Hintergrund lebendig und aktiv, mit wachem, direktem Blick zum Betrachter und wie im Aufstehen oder Hinsetzen begriffen, so erscheint Riedler passiv und regungslos, wie ein Teil der Ornamentik. Während bei Knips selbst das Tüllkleid zu fließen scheint, sind bei Riedler die Rüschen in Stufen wohlgeordnet, reglos. Die Komposition der Flächen und Formen wird hier zum konstituierenden Element

    Velázquez-Rezeption

    Die ornamentale Flächigkeit der Schmuckelemente, seien es kleine Quadrate, Rauten oder der an ein ägyptisches Augenmuster erinnernde Stoffbezug des Fauteuils, weist auf die engen Bezüge zur Wiener Werkstätte hin, an der Klimt seit 1905 offiziell als Mitarbeiter geführt wurde.[4] Dem entspricht auch seine Verwendung von Blattgold sowie die kompositorische Bedeutung der Fläche.[5] Die den Kopf hinterfangende glockenartige Form, die als architektonischer Schmuck der Rückwand rechts wiederholt wird, verweist in ihrer Ornamentalität und insbesondere in ihrer Erscheinung als kunsthandwerkliches Mosaik ebenfalls auf die engen Bezüge zur Wiener Werkstätte. Gleichzeitig wird der Kopf Fritza Riedlers in einer Weise in das Mosaik integriert, dass dieses wie ein Teil der Frisur erscheint. Die Ähnlichkeit mit der künstlich starren Frisur der Infantin Maria Teresa von Diego Velázquez, um 1652/53 entstanden (Abb. 3), ist sicher nicht zufällig: Klimt dürfte sich an diesem Bild orientiert haben. Während die Infantin jedoch als Teil ihrer artifiziellen, einer starren Rüstung gleichen Kleidung wirkt, wird Riedler in einem weich fallenden Kleid in eine kühle Raumkonstellation eingefügt. In beiden Bildern verschwindet der Körper jedoch unter dem Dekorum und beide Maler legen großen Wert auf die sinnliche Wahrnehmbarkeit der Materialität, sei es der Kleidung oder der Mosaikelemente.[6] Klimt steht mit seiner Anlehnung an Velázquez nicht allein. Franz von Stuck fotografiert und malt seine Tochter Mary als spanische Infantin im Velázquez-Kostüm 1908 und auch Klimts Freund Franz Matsch porträtiert 1907 seine Tochter in einem an die Velázquez-Porträts angelehnten Kostüm.[7] Im Gartentheater der Kunstschau Wien 1908 wird die Pantomime nach Oscar Wildes Der Geburtstag der Infantin ebenfalls in solchen Kostümen aufgeführt (Abb. 4). Die damalige Wertschätzung Velázquez’ folgt der vermehrten Rezeption seiner Kunst durch die Impressionisten, zudem war das Vorbild, das Porträt der Infantin Maria Teresa von Velázquez im Kunsthistorischen Museum in Wien, Klimt wohlvertraut.

    Biografisches

    Über die Biografie der Porträtierten liegen nur spärliche Informationen vor. Fritza Riedler wurde als Friderica Ludovica Maria Langer am 9. September 1860 in Töpliz (Toplice), einem Ortsteil von Sagor an der Save (heute Zagorje ob Savi in Slowenien), geboren.[8] 1881 heiratete sie den aus Graz gebürtigen Maschinenbauingenieur und Hochschullehrer Aloys (Alois) Riedler (1850–1936) und verstarb kinderlos am 11. April 1927 in Wien, wo auch ein Großteil ihrer Angehörigen ansässig war. Die Eltern waren der Werksdirektor[9] Friedrich Langer (1820–1905) und Marie Langer, geborene Tančer (1838–1920).[10] Fritza hatte fünf Geschwister, die ebenfalls in Töpliz bei Sagor geboren wurden: Emilia Barbara (1863–1948), Armin Stefan (1865–1920), der in Wien als Arzt tätig wurde, Alfons Gottfried (1870–1948), der als Staatsanwalt in Wien und Wiener Neustadt wirkte, Justa Maria Anna (1873–1915) sowie Paul (1876–1953), der zunächst Assistent Aloys Riedlers war[11] und später als Professor an der Technischen Hochschule in Aachen lehrte, wo er das Institut für Kraftfahrzeuge gründete.[12] Die Biografien legen aufgrund der herausragenden beruflichen Einbindung der einzelnen Familienmitglieder ein Netzwerk in die gehobene Wiener Gesellschaft nahe, welches auch zum Auftrag an Klimt geführt haben dürfte.

    Fritzas Mann, der Ingenieur Aloys (Alois) Riedler,[13] lehrte, nach Stationen an den Technischen Hochschulen in Brünn und Wien, an den Technischen Hochschulen in München und Aachen, ehe er schließlich an die Technische Hochschule in Berlin-Charlottenburg berufen wurde, wo er die Maschinenbauabteilung, im fachlichen und hochschulpolitischen Diskurs polarisierend, „in der Art eines Diktators“ geleitet haben soll.[14] Als Hochschullehrer kämpfte er maßgeblich für die Reformierung und Gleichstellung der Technischen Hochschulen mit den Universitäten und setzte, als Vertrauter Kaiser Wilhelms II., 1899 das Promotionsrecht an den Technischen Hochschulen durch. Als Professor mit höchstem Gehalt, der zudem aus den Lizenzverträgen seiner Erfindungen ein Vermögen anhäufte,[15] diente ihm Klimts Porträt seiner Frau sicherlich auch dazu, seine gesellschaftliche Stellung zu demonstrieren. Der damalige Wohnort der Porträtierten, Berlin, dürfte auch einer der Gründe sein, weswegen das Porträt 1909, als einziges Werk Klimts, in der 18. Ausstellung der Berliner Secession zu sehen war.[16] Nach Aloys Riedlers Emeritierung 1921 zog das Paar zurück nach Wien. Die vielen aus der Zeit nach 1916 erhaltenen Meldezettel belegen Fritzas häufige Besuche dort bereits in den Vorjahren. Aloys überlebte seine Frau um neun Jahre und verstarb am 25. Oktober 1936 in Semmering. Ob seine Schwägerin Emilie (Emilia) Langer das Gemälde bereits nach dem Tod Fritzas oder erst als Alleinerbin nach Aloys Riedlers Tod 1936 übernahm, ist nicht belegt.[17] Durch Ankauf gelangte das Gemälde 1937 an die Österreichische Galerie Belvedere.[18]

    Anmerkungen

    Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 2: 1904–1912, Salzburg 1982, WVZ-Nrn. 1226–1246; Marian Bisanz-Prakken, „Klimts Studien für die Porträtgemälde“, in: Tobias G. Natter / Gerbert Frodl (Hg.), Klimt und die Frauen (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Köln 2000, S. 202f.

    Abbildung in: Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. 20, 1907, S. 332.

    Tobias G. Natter, „Bildnis Fritza Riedler“, in: ders. / Gerbert Frodl (Hg.), Klimt und die Frauen (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Köln 2000, S. 111–114.

    Alfred Weidinger, „100 Jahre Palais Stoclet“, in: Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt – Josef Hoffmann. Pioniere der Moderne (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2011, S. 212.

    Strobl 1982 (wie Anm. 1), S. 28.

    Ebd., S. 27.

    Tobias G. Natter / Gerbert Frodl (Hg.), Klimt und die Frauen (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Köln 2000, S. 111.

    Für die akribische Recherche der Geburts- und Lebensdaten danke ich Katinka Gratzer-Baumgärtner und Georg Lechner, beide Belvedere, Wien, herzlich. Auf dem Grab wird Fritza Riedler als „Franziska“ geführt. https://data.matricula-online.eu/de/slovenia/ljubljana/zagorje-ob-savi/02884/?pg=153 (zuletzt besucht am 17.1.2026); Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA), Historische Wiener Meldeunterlagen, Meldeauskunft Friederike/Franziska Riedler.

    Diese Angabe folgt den Taufbüchern (z. B. https://data.matricula-online.eu/de/slovenia/ljubljana/zagorje-ob-savi/04341/?pg=29 oder https://data.matricula-online.eu/de/slovenia/ljubljana/zagorje-ob-savi/04341/?pg=82 [beide zuletzt besucht am 17.1.2026]). Georg Lechner, Belvedere, Wien, sei für seine Hilfe bei der Entzifferung herzlich gedankt.

    https://www.friedhoefewien.at/verstorbenensuche-detail?fname=Maria+Langer&id=04%3E74TUM75&fdate=1920-07-06&c=046&hist=false&initialId=04%3E74TTTEW (zuletzt besucht am 17.1.2026).

    Wolfgang König, Der Gelehrte und der Manager. Franz Reuleaux und Alois Riedler in Technik, Wissenschaft und Gesellschaft, Stuttgart 2014, S. 237.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Langer_(Ingenieur) (zuletzt besucht am 22.10.2025).

    Zu Aloys (Alois) Riedler sind zahlreiche Lexikonartikel und andere biografische Publikationen vorhanden, vgl. z. B.: Claus Priesner, Riedler, Alois, in: Neue Deutsche Biographie (NDB), Bd. 21, Berlin 2003, S. 576f.; König 2014 (wie Anm. 11).

    König 2014 (wie Anm. 11), S. 27-40.

    Ebd., S. 30.

    Katalog der XVIII. Ausstellung der Berliner Secession, Berlin 1909, S. 27, Kat.-Nr. 137, Abb. S. 108.

    WStLA, BG Josefstadt, A4/8-8A: 8A 478/1927 (Fritza Riedler); G/306/3/27. Mit freundlicher Unterstützung von Katinka Gratzer-Baumgärtner, Belvedere, Wien.

    Natter / Frodl 2000 (wie Anm. 7), S. 114.


    Abbildungen

    • Alois (Aloys) und Fritza Riedler, Berlin/Wien.
    • Alois (Aloys) Riedler, Berlin/Wien.
    • 1936 Emilie Langer, Wien
    • 1937 Ankauf Emilie Langer, Wien
    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • Jubiläums-Ausstellung Mannheim 1907. Internationale Kunst- und große Gartenbauausstellung, Kunsthalle Mannheim 1.5.–20.10.1907 (Porträt)
    • Kunstschau Wien 1908, Ausstellungsbau Lothringerstraße, Wien 1.6.–15.11.1908 (Portrait der Frau Geheimrat R.)
    • 18. Ausstellung der Berliner Secession, Ausstellungshaus am Kurfürstendamm, Berlin 1909 (Damenbildnis, mit Abb.)
    • Gustav Klimt. Ausstellung (Gedächtnisausstellung), Ausstellungshaus Friedrichstraße (Secession), Wien 7.2.–14.3.1943
    • Österreichische Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Staatliches Kunstgewerbemuseum, Wien 19.10.1946–30.6.1947
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938, Akademie der bildenden Künste, Wien März–April 1948
    • Die hohe Kunst von der Gotik bis Klimt, Hofburg, Wien 16.12.1948–13.12.1950 (ohne Katalog)
    • Europäische Malerei im 19. Jahrhundert, Hofburg, Wien 9.1.–31.3.1951 (ohne Katalog)
    • Kunst uit Oostenrijk, Stedelijk Museum, Amsterdam 16.11.–16.12.1956
    • Kunst uit Oostenrijk, Van Abbe Museum, Eindhoven 22.12.1956–26.01.1957
    • Meisterwerke österreichischer Malerei 1800–1930, Kunsthalle Düsseldorf 16.5.–28.6.1959
    • Un siècle de peinture autrichienne 1830–1930. Tableaux de la „Oesterreichische Galerie“ de Vienne, Musée de L’État, Luxemburg 21.11.–13.12.1959
    • Honderd Jaar Oostenrijkse Schilderkunst. 1830–1930. Schilderijen uit der „Österreichische Galerie“ Wenen, Kultureel Centrum, Mechelen 20.12.1959–17.1.1960
    • Secession. Europäische Kunst um die Jahrhundertwende, Haus der Kunst, München 14.3.–10.5.1964
    • Wien um 1900, Secession / Künstlerhaus / Historisches Museum der Stadt Wien 5.6.–30.8.1964
    • Vienna 1900: Art Architecture and Design, The Museum of Modern Art, New York 3.7.–21.10.1986
    • Gustav Klimt und das Frauenbild in Wien um 1900, Hyogo Prefectural Museum of Art, Kōbe 28.6.–21.9.2003
    • Vienna: Art & Design. Klimt, Schiele, Hoffmann, Loos, National Gallery of Victoria, Melbourne 18.6.–9.10.2011

      Werkverzeichnisse

    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 138 (Frau Fritza Riedler, 1906)
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 143 (Bildnis Fritza Riedler, 1906)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 180 (Fritza Riedler, 1906)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 170 (Bildnis Fritza Riedler, 1906)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/3895-2845 (Porträt Fritza Riedler, 1906)
    • Literatur

    • Katalog der internationalen Kunstausstellung Mannheim 1907, Mannheim 1907, Kat.-Nr. 497a oder 497b
    • Ludwig Hevesi, „Gustav Klimt und die Malmosaik“, in: Kunstchronik. Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe, Leipzig, N. F. 18. Jg., 1906/07, Nr. 33, 27.9.1907, Sp. 545–549
    • Ludwig Hevesi, „Bilder von Gustav Klimt“ (21.7.1907), in: ders., Altkunst – Neukunst, Wien 1894–1908, Wien 1909, S. 207
    • Ludwig Hevesi, „Gustav Klimt und die Malmosaik“ (August 1907), in: ders., Altkunst – Neukunst, Wien 1894–1908, Wien 1909, S. 211
    • Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. 20, 1907, Abb. S. 328, 332
    • Ludwig Hevesi, „Weiteres von Klimt“ (9.8.1908), in: ders., Altkunst – Neukunst, Wien 1894–1908, Wien 1909, S. 318
    • Katalog der XVIII. Ausstellung der Berliner Secession, Berlin 1909, S. 27, Kat.-Nr. 137, Abb. S. 108
    • Hugo Haberfeld, „Gustav Klimt“, in: Die Kunst. Monatshefte für freie und angewandte Kunst, 25. Jg., 1912, Abb. S. 181
    • Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908–1914, 1. Lieferung (1908), Taf. 7
    • Franz Servaes, „Gustav Klimt“, in: Velhagen und Klasings Monatshefte, 32. Jg., Heft 9, 1918, mit Abb.
    • Max Eisler, Gustav Klimt, Wien 1920, S. 24, Taf. 13
    • Bruno Grimschitz (Hg.), Neuerwerbungen der Österreichischen Galerie in Wien, Wien 1940, S. 6 mit Abb. 54
    • Österreichische Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Ausst.-Kat. Staatliches Kunstgewerbemuseum, Wien), Wien 1946, Kat.-Nr. 516
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938. Malerei – Plastik – Zeichnungen (Ausst.-Kat. Akademie der bildenden Künste, Wien), Wien 1948, S. 11
    • St. P.-N., „Blick auf die hohe Kunst in Oesterreich von der Gotik bis Klimt“, in: Österreichische Zeitung, 29.12.1948, S. 5
    • Maria José Liechtenstein, „Zur Einführung“, in: Österreichische Galerie, Wien (Hg.), Europäische Malerei im 19. Jahrhundert (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie in der Wiener Hofburg), Wien 1951, S. 10
    • Karl Garzarolli-Thurnlackh (Hg.), Österreichische Galerie des XIX. und XX. Jahrhunderts im Oberen Belvedere. Neuaufstellung 1954 (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), Wien 1954, S. 77
    • Kunst uit Oostenrijk (Ausst.-Kat. Stedelijk Museum, Amsterdam; Van Abbe Museum, Eindhoven), Amsterdam 1956, Kat.-Nr. 120
    • Kunst aus Oesterreich von Klimt, Schiele, Kokoschka bis zur jungen Kunst der Nachkriegszeit (Ausst.-Kat. Kunsthalle Bern), Bern 1957, Kat.-Nr. 45
    • Meisterwerke österreichischer Malerei 1800–1930 (Ausst.-Kat. Kunsthalle Düsseldorf), Düsseldorf 1959, Kat.-Nr. 67
    • Un siècle de peinture autrichienne 1830–1930. Tableaux de la „Oesterreichische Galerie“ de Vienne (Ausst.-Kat. Musée de L’État, Luxemburg), Luxemburg 1959, Kat.-Nr. 30
    • Honderd Jaar Oostenrijkse Schilderkunst. 1830–1930. Schilderijen uit der „Österreichische Galerie“ Wenen (Ausst.-Kat. Kultureel Centrum, Mechelen), Mechelen 1959, Kat.-Nr. 71
    • Jean Cassou (Hg.), Les Sources du XXe siècle. Les arts en Europe de 1884 à 1914 (Ausst.-Kat. Musée national d’art moderne, Paris), Paris 1961, Kat.-Nr. 323, mit Abb.
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 14
    • Siegfried Wichmann (Hg.), Secession. Europäische Kunst um die Jahrhundertwende (Ausst.-Kat. Haus der Kunst, München), München 1964, Kat.-Nr. 230
    • Franz Glück (Hg.), Wien um 1900 (Ausst.-Kat. Secession / Künstlerhaus / Historisches Museum der Stadt Wien), Wien 1964, Kat.-Nr. 44
    • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 507, Anm. 10.
    • Alessandra Comini, Gustav Klimt. Eros und Ethos, Salzburg 1975, S. 16f.
    • Carl E. Schorske, Wien. Geist und Gesellschaft im Fin de siècle, Frankfurt a. M. 1982, S. 256f.
    • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 2: 1904–1912, Salzburg 1982, S. 27f.
    • Jean Clair (Hg.), Vienne 1880–1938. L’Apocalypse joyeuse (Ausst.-Kat. Centre Georges Pompidou, Paris), Paris 1986, Taf. S. 215
    • Kirk Varnedoe (Hg.), Vienna 1900. Art, Architecture and Design (Ausst.-Kat. The Museum of Modern Art, New York), New York 1986, Taf. S. 201
    • Susanna Partsch, Klimt. Leben und Werk, München 1990, S. 241f.
    • Kirk Varnedoe, Wien 1900. Kunst, Architektur, Design, Köln 1993, S. 160
    • Tobias G. Natter / Gerbert Frodl (Hg.), Klimt und die Frauen (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Köln 2000, S. 111–114 (Tobias G. Natter)
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), München et al. 2002, S. 225, Abb. S. 38
    • Österreichische Galerie Belvedere (Hg.), Das Neue Österreich. Die Ausstellung zum Staatsvertragsjubiläum 1955–2005 (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Wien 2005, Kat.-Nr. 8.6.
    • Tobias G. Natter / Thomas Trummer (Hg.), Die Tafelrunde. Egon Schiele und sein Kreis (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Köln 2006, S. 227, Taf. S. 141
    • Tobias G. Natter / Gerbert Frodl (Hg.), Gustav Klimt und das Frauenbild in Wien um 1900 (Ausst.-Kat. Hyogo Prefectural Museum of Art, Kōbe), Kōbe 2003, S. 120–121, Kat.-Nr. 3-3, S. 58f.
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt und die Kunstschau 1908 (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2008, S. 276 (Raum 22, Kat.-Nr. 3), Abb. S. 282
    • Christian Witt-Dörring / Paul Asenbaum (Hg.), Vienna: Art & Design. Klimt, Schiele, Hoffmann, Loos (Ausst.-Kat. National Gallery of Victoria, Melbourne), Melbourne 2011, Taf. S. 193
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt – Josef Hoffmann. Pioniere der Moderne (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2011, S. 325, Abb. S. 309
    • Ernst Ploil, „Die Ateliereinrichtung des Gustav Klimt“, in: Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt – Josef Hoffmann. Pioniere der Moderne (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2011, S. 302
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 182–185, Kat.-Nr. 67 (Alfred Weidinger)
    • Agnes Husslein / Alexander Klee (Hg.), Kubismus – Konstruktivismus – Formkunst (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2016, Taf. 12
    • Stella Rollig / Sergey Harutoonian (Hg.), Amoako Boafo. Proper Love (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Köln 2024, S. 156, Taf. S. 68
    Restoration

    Stefanie Jahn ORCID logo

    Das ganzfigurige Porträt von Fritza Riedler setzt die Dargestellte auf äußerst elegante Weise in Szene. Gekleidet in weichen, fließenden Stoff sitzt sie in einem markant gemusterten Polstersessel und blickt entspannt mit leicht geöffnetem Mund in die Ferne. Ihre Hände hat sie in den Schoß gelegt. Der sie umgebende Innenraum setzt sich aus verschiedenen zweidimensionalen Farbflächen zusammen, welche dennoch dank gezielt gesetzter kleiner Kniffe wie z. B. der Überschneidung in der linken Bildhälfte den Raum in seiner Tiefe spürbar werden lassen. Klimt überließ hier nichts dem Zufall, sondern legte bereits mit der Unterzeichnung bewusst die Grundlage für die Darstellung. Die strahlentechnische Untersuchung mittels Infrarotreflektografie machte die zum Teil von Ölharzfarbe verdeckte Unterzeichnung sichtbar und offenbarte so, dass sich der Künstler vor allem der Erfassung der Hände und des Antlitzes sowie der grafischen Details mit größter Genauigkeit gewidmet hat. Erfahrbar wird hierbei aber nicht nur das zeichnerische Abbilden der Dargestellten, sondern auch der künstlerische Prozess der Formfindung. Neben einer Veränderung der Fingerhaltung (Abb. 1) (Abb. 2) ist beim geometrisch gestalteten „Kopfschmuck“ in der Unterzeichnung zu entdecken, dass dieser zunächst rechteckig angelegt und erst im Laufe des Prozesses nach oben hin abgerundet wurde (Abb. 3) (Abb. 4). Bei der Ausarbeitung des Gemäldes mittels Ölharzfarben verwendete der Künstler unterschiedlich breite Pinsel und bezog die helle Grundierung sowie die Unterzeichnungslinien als Gestaltungsmittel mit ein. Eingebettet in die Malerei finden sich auch diverse Arten von Blattmetallauflagen: Neben der flächigen Vergoldung mit Blättern aus Gold in der linken oberen Ecke und höchstwahrscheinlich Platin bei den geometrischen Details des Sessels (Abb. 5) und des Hintergrundes streute Klimt außerdem zu Flocken zerkleinertes Blattmetall auf Anlegeöl auf, wodurch sich ein sehr edler, lebendiger und differenzierter Gesamteindruck erzielen ließ.