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Upper Austrian Farmhouse

The image depicts a rural scene with a wooden cottage, partially surrounded by trees and a meadow. The trees are densely foliated and stand in the foreground. Near the house, flowers and grasses are visible, representing a blooming meadow. The house features several windows and a simple structure, partially obscured by the vegetation.

[AI-generated with ChatGPT]
Upper Austrian Farmhouse
The image depicts a rural scene with a wooden cottage, partially surrounded by trees and a meadow. The trees are densely foliated and stand in the foreground. Near the house, flowers and grasses are visible, representing a blooming meadow. The house features several windows and a simple structure, partially obscured by the vegetation.

[AI-generated with ChatGPT]
Gustav Klimt, Bauernhaus in Buchberg (Oberösterreichisches Bauernhaus), 1911, Öl auf Leinwand, 110 × 110 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 1370
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Upper Austrian Farmhouse

  • Bauernhaus
  • Date1911
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    110 × 110 cm
  • SignatureSign. rechts unten: GUSTAV / KLIMT
  • Inventory number1370
  • Location Upper Belvedere
  • It is as though we are standing beneath the apple tree ourselves, with the dense treetops towering over the view of the old farmhouse in the background. Gustav Klimt painted this picture during his summer retreat at the Attersee in 1911. Using a pointillist technique, he dissolved nature into numerous brushstrokes, while the house itself is rendered with clearly defined surfaces and contours. This gives the impression of a two-dimensional surface pattern, despite the spatial distance between the individual motifs. The blossoming and fertility of nature that so delighted Klimt, evident in the orchards and flower meadows of most of his landscapes, takes on the character of a natural symbolism that celebrates life in its prime.
  • Essay

    Oberösterreichisches Bauernhaus
    Markus Fellinger ORCID logo

    Entstehung

    Als Klimt in den Sommerferien 1908 erstmals nicht mehr in Litzlberg am Westufer des Attersees residiert, sondern in der Villa Oleander am nordöstlichen Ufer in unmittelbarer Nähe des Schlosses Kammer, beginnt in seinen Landschaftsdarstellungen auch die Verbindung von Natur und Gebäuden eine wichtigere Rolle einzunehmen. Von 1908 bis 1912 entstehen hier unter anderem die fünf Bilder von Schloss Kammer mit unterschiedlichen Varianten des Zusammenspiels von Bauwerk, Vegetation, See und Himmel sowie mehrere Ansichten aus dem Schlosspark (Abb. 6) (Abb. 7) (Abb. 8). In dieser Reihe ist auch Oberösterreichisches Bauernhaus von 1911 zu sehen. Während die gelbe Fassade des Schlosses einen warmen Kontrast zu den kühleren Grün- und Blautönen der Vegetation bildet, bewirkt das blassblaue Bauernhaus eine kühlere Stimmung, die mit den warm glühenden Farben der Blumenwiese kontrastiert.

    Wie in allen Landschaften ab 1899 ist das Bildformat quadratisch. Aus Klimts Korrespondenz ist bekannt, dass er zur Motivsuche ein Stück Karton mit einem quadratischen Loch nutzte, das er als „Sucher“ bezeichnete.[1] Vom titelgebenden Gebäude ist nur das Erdgeschoß sichtbar, der Rest ist von den Kronen der Obstbäume verdeckt, deren moosbewachsene Stämme links und rechts im Vordergrund das Häuschen flankieren. Der größere Baum auf der rechten Seite ist ein Apfel- oder Birnbaum, der kleine gelbe Früchte trägt, der kleinere auf der linken Seite könnte aufgrund der violetten Früchte ein Zwetschkenbaum sein. Dahinter sind noch weitere Bäume erkennbar, deren Kronen mit denen der vorderen Bäume zu einem dichten Geflecht aus Blättern, Ästen und Früchten verwachsen sind, das die gesamte obere Bildhälfte einnimmt. Die Bäume stehen inmitten einer prachtvollen Blumenwiese, die das ganze Gebäude umgibt

    Die Bildkomposition ist vollkommen auf die dekorative Wirkung der Formen und Farben auf der Bildfläche ausgelegt. Durch die Staffelung der Bäume und die Verkleinerung der Blumen und Blätter in größerer Entfernung ist zwar noch ein Rest perspektivischer Raumbildung vorhanden, dieser wird aber durch die bildparallele Anordnung der Hausfassade und vor allem durch die komplette Ausschaltung eines Hintergrundes, eines erkennbaren Horizonts und Himmels, konterkariert. Das Gebäude schließt den Bildraum völlig ab, und auch beidseitig daneben lässt Klimt keinen Durchblick in die Tiefe zu. Einzig in der linken oberen Bildecke ist eine winzige Andeutung blauen Himmels verblieben, wie dies in Klimts Landschaften häufig der Fall ist.

    Das Motiv

    Klimt stellte das Bild nur unter dem Titel Bauernhaus aus.[2] Das als Motiv ausgewählte Bauernhäuschen entspricht dem in Oberösterreich weitverbreiteten Typus eines kleinen Holzhauses mit niedrigen Räumen und kleinen Fenstern, wie er nach wie vor vereinzelt in Dörfern der Region zu finden ist. Während Johannes Dobai das Motiv noch in der Gegend von Baumgarten bei Seewalchen verortet hatte, identifizierte es Alfred Weidinger mit einem 1992 abgerissenen Haus in Buchberg am Attersee.[3] Von der Villa Oleander aus unternahmen Klimt und seine Reisegesellschaft weite Wanderungen durch die umliegende Gegend.[4] Tatsächlich ist aber zweifelhaft, ob Klimt den doch relativ weiten Weg nach Buchberg unternommen hat, um ein Gemälde zu malen[5] Denn Klimt malte kaum jemals Motive, die weiter als einen kurzen Fußmarsch von seinem Feriendomizil entfernt lagen. Eine plausible Identifizierung publizierte 2007 Stephan Koja nach Hinweisen der Zeitzeugin Eleonore Drobnik.[6] Koja konnte 2003 das mittlerweile abgerissene „Echtlhäusel“ in der Ortschaft Köpflehen noch selbst fotografieren (Abb. 1), und alte Fotografien im Besitz der Eigentümerfamilie zeigen einen Zustand, der dem des Hauses in Klimts Gemälde sehr ähnlich ist (Abb. 2). Dieses Haus wäre für Klimt zu Fuß noch gut erreichbar gewesen, die Distanz zur Villa Oleander betrug etwa drei Kilometer. Außerdem lag es am Fuße des Gahbergs, direkt am Hauptzugangsweg auf den Berg. Erhaltene Fotos aus dem Jahr 1908 belegen, dass Klimt den Berg mit einer Gruppe von Freund*innen bestieg und dabei sehr wahrscheinlich das Haus passierte.[7]

    Wie bereits Dobai bemerkte, taucht eine Ecke desselben Bauernhauses in einem weiteren Gemälde auf, dem mit 1912 datierten Bauerngarten mit Kruzifix (Abb. 3).[8] Den Bildstock in diesem Gemälde vermutete Christian M. Nebehay in einem inzwischen verschwundenen Wegkreuz an der Straße zwischen Kammer und Weyregg am Attersee, von dem er eine Fotografie publizierte.[9] Auch dieser Ort wäre für Klimt zu Fuß erreichbar gewesen.[10] Allerdings sind in der Gegend um den Attersee auch heute noch zahlreiche vergleichbare Wegkreuze zu finden, sodass es sich auch um ein ähnliches Exemplar an anderem Ort gehandelt haben könnte. Es ist auch nicht auszuschließen, dass Klimt die beiden Motive des Hauses und des Wegkreuzes zu einem Capriccio zusammengefügt hat.

    Bildgenese

    Wie so oft hatte Klimt auch im Sommer 1911 Schwierigkeiten, das Arbeitspensum, das er sich vorgenommen hatte, zu erfüllen. In einem undatierten Brief an seine Mutter gegen Ende seines Aufenthalts beklagt er sich: „Mit meinen Arbeiten bin ich leider nicht fertig geworden – ich gehe recht unzufrieden heim. Ich wollte doppelt soviel machen.“[11] Auch aufgrund der Übergabe des Gemäldes an die Galerie Miethke erst im Dezember 1911 (siehe Erläuterungen zur Provenienz weiter unten) ist zu vermuten, dass Klimt das Bild während der Sommerfrische nicht ganz fertigstellen konnte und erst gegen Ende des Jahres vollendete. Ein solches Vorgehen ist auch für andere Werke seines späteren Schaffens belegt, während er in früheren Jahren, um 1900, noch danach trachtete, seine Landschaftsbilder möglichst vor Ort fertigzustellen.[12]

    Einordnung ins Œuvre

    In Tobias G. Natters Werkverzeichnis ist nur Oberösterreichisches Bauernhaus dem Jahr 1911 zugeordnet, während Alfred Weidinger zusätzlich Apfelbaum I (Abb. 4) in diesem Jahr verzeichnet. Beide Gemälde markieren einen Übergang hin zum freieren und lockereren Farbauftrag des Spätwerks. Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist zu diesen noch Schloss Kammer am Attersee III (Abb. 8) zu zählen, denn aufgrund neu publizierter Quellen kann davon ausgegangen werden, dass Klimt im Sommer 1910 keine einzige Landschaft zu malen begann, weil er auch während seiner Sommerfrische vollkommen von der Arbeit an den Entwürfen zum Stocletfries in Beschlag genommen war.[13] Damit wären die 1911 entstandenen Landschaften die ersten, die Klimt nach seiner Frankreichreise im Herbst 1909 und dem damit einhergehenden Stilwandel von der Goldenen Periode zum Spätwerk gemalt hat. Dieser Umbruch geht einher mit einer verstärkten Anlehnung an Vincent van Gogh, Paul Cézanne, die Fauves und weitere expressive Vorbilder.[14] An die Stelle der bis dahin dem Beispiel des Neoimpressionismus folgenden Malweise mit einem systematischen Bildaufbau aus vorwiegend nebeneinander aufgetragenen kleinen Flecken oder kurzen Strichen in relativ dünner Farbe tritt nun eine viel differenziertere und unregelmäßigere Vorgangsweise. Klimt bereichert seine Technik mit längeren und breiteren Strichen, stark pastosem Farbauftrag, dick gemalten Umrisslinien. Er malt vermehrt nass in nass, sodass in den aufgetragenen Flecken mehrere Farben gemischt erscheinen (Abb. 5). Insgesamt wirkt seine Malweise weitaus offener und malerischer als in den Jahren vor 1910.

    In der Reihe von Klimts Landschaftsgemälden nimmt Oberösterreichisches Bauernhaus damit eine Übergangsposition zwischen den noch stark neoimpressionistisch orientierten Landschaften der Goldenen Periode bis 1909 und jenen des Spätwerks ein. Die Komposition mit dem Durchblick zwischen den Baumstämmen und unter den dazugehörigen Baumkronen ist mit der des zwei Jahre zuvor entstandenen Bildes Park (Durchblick) (Abb. 6) vergleichbar, wenn auch im früheren Beispiel die Blätterwand der Baumkronen noch deutlich dominanter als ornamentales Flächenmuster hervortritt. Die Verbindung von Natur und Bauwerk ist ähnlich gelöst wie in den Bildern von Schloss Kammer [beispielsweise (Abb. 7) (Abb. 8)]. Die Vegetation verdeckt das Bauwerk in größeren oder kleineren Teilen. Diese Fragmentierung durch die Konturen der vegetabilen Gegenstände nimmt den Gebäuden die Eintönigkeit der regelmäßigen architektonischen Gliederung. Noch freiere und dynamischere Kompositionen führt Klimt im folgenden Sommer 1912 mit Werken wie Allee zum Schloss Kammer, Bauerngarten mit Kruzifix oder Obstgarten mit Rosen und im Jahr 1913 mit dem Gemälde Italienische Gartenlandschaft ein. In diesen beiden Jahren erreicht Klimts Anlehnung an van Gogh ihren Höhepunkt.[15]

    Mögliche Vorbilder

    Grundsätzlich entwickelt sich Klimts Stil trotz des Umbruchs zum Spätwerk um 1910 relativ organisch aus seinen früheren Arbeiten weiter. Das im Zuge der Parisreise verstärkte Interesse an Malern wie Cézanne, van Gogh, Gauguin und Matisse äußert sich vor allem in Einzelaspekten, die Klimt vorsichtig in seine Arbeiten integriert. Die neoimpressionistisch orientierte Malweise mit in dünner Farbe systematisch aufgetragenen kleinen Flecken erscheint nun in Kombination mit dick aufgetragener Farbe, wie sie Klimt bei van Gogh studieren konnte (Abb. 9). Auch das Vorbild Cézannes scheint, obwohl in den meisten Werken weniger offensichtlich als der Einfluss van Goghs, vor allem in Oberösterreichisches Bauernhaus seine Spuren hinterlassen zu haben. Ein Gemälde Cézannes, das Klimt während seiner Parisreise gesehen haben könnte, Gehöft in der Normandie (Abb. 10), ähnelt im kompositorischen Aspekt dem Bauernhaus stark.

     

    Anmerkungen

    Klimt erklärt und skizziert den „Sucher“ in einem Brief an Marie Zimmermann aus dem Jahr 1902: https://gkdb.link/2737-1274 (zuletzt besucht am 2.2.2024); siehe auch Alfred Weidinger, „Der Landschaftsmaler“, in: Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 54.

    Dresden 1912. Große Kunstausstellung im städtischen Ausstellungspalast (Ausst.-Kat. Städtischer Ausstellungspalast, Dresden), Dresden 1912, Kat.-Nr. 1829. So war das Bild auch in der Kartei der Galerie Miethke (Tobias G. Natter, Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne [Ausst.-Kat. Jüdisches Museum der Stadt Wien], Wien 2003, S. 255, Kat.-Nr. 1039) und im Inventarbuch der Modernen Galerie bezeichnet.

    Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 351f., WVZ-Nr. 173; Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, S. 293, WVZ-Nr. 204, Anm. 357.

    Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt & Emilie Flöge. Fotografien, München et al. 2012, S. 130.

    Der Weg nach Buchberg wäre mindestens 5,5 Kilometer lang gewesen.

    Stephan Koja, „‚Frisch weht der Wind der Heimat zu ...‘. Neue Beobachtungen zur Topographie von Klimts Landschaftsbildern“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, Wien 2007, S. 202f., Abb. 14–16; Eleonore Drobnik, „Oberösterreichisches Bauernhaus“ Gustav Klimt (1911). Das Bild mit Kinderaugen gesehen, o. O. 2019.

    Husslein-Arco/Weidinger 2012 (wie Anm. 4), S. 130f.

    Dobai 1967 (wie Anm. 3), S. 352, WVZ-Nr. 174; https://gkdb.link/7448-7876 (zuletzt besucht am 2.2.2024).

    Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 454. Ob es sich tatsächlich um das von Klimt gemalte Kreuz handelte, ist schwer zu bestätigen, weil Holzkreuze dieser Art durch Wettereinflüsse häufig erneuert werden müssen. An derselben Stelle steht heute ein neues Wegkreuz. Auf dem von Nebehay publizierten Foto fehlt die Madonna. Auch die umgebende Vegetation unterlag starken Veränderungen, und an der Stelle, an der nach Klimts Gemälde das Holzhaus stand, befindet sich heute ein Gebäude neueren Datums.

    Die Distanz zur Villa Oleander beträgt etwa 1,8 Kilometer.

    Zit. nach Hansjörg Krug, „Gustav Klimt selbstredend“, in: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt, Köln 2012, Ausgabe XXL, S. 501, WVZ-Nr. 185; siehe auch Sandra Tretter / Peter Weinhäupl (Hg.), Gustav Klimt. Sommerfrische am Attersee 1900–1916, Wien 2015, S. 60.

    Zu Landschaften, die Klimt im Winter im Atelier fertigstellte, siehe etwa Else Grüttel, „Ein Besuch bei Gustav Klimt“, in: Neues Wiener Journal, 11.2.1913, S. 4; zu den frühen Landschaften siehe Krug 2012 (wie Anm. 11), Nrn. 66, 67, 81, 82.

    Klimt klagt in einem Brief an Fritz Waerndorfer von etwa Ende August 1910, dass er am Attersee „fleißiger denn je“ arbeite, aber „immer Stoclet und Stoclet“, und dass er „noch keine einzige Landschaft begonnen“ habe, was ihn „viel Geld“ koste; zit. in Krug 2012 (wie Anm. 11), S. 500, Nr. 153. Waerndorfer berichtet wiederum am 21. September 1910 an Adolphe Stoclet, dass Klimt „den ganzen Sommer sehr brav nur für Sie [Stoclet] gearbeitet“ habe; zit. in Alfred Weidinger, „100 Jahre Palais Stoclet. Neues zur Baugeschichte und künstlerischen Ausstattung“, in: ders. / Agnes Husslein-Arco (Hg.), Gustav Klimt – Josef Hoffmann. Pioniere der Moderne (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2011, S. 224f. Siehe dazu auch den Beitrag von Markus Fellinger, „Gustav Klimt. Schloss Kammer am Attersee III, https://sammlung.belvedere.at/objects/3112/schloss-kammer-am-attersee-iii (zuletzt besucht am 1.7.2026).

    Markus Fellinger, „Gustav Klimts Rezeption der internationalen Moderne“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 85–88; Renske Suijver, „Stilisierte Landschaften. Klimts Naturerleben im Rahmen“, in: ebd., S. 189–194.

    Weidinger 1992 (wie Anm. 1), S. 63f.


    Abbildungen

    • 1912 Ankauf Galerie Miethke, Wien
    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • Dresden 1912. Große Kunstausstellung im städtischen Ausstellungspalast, Städtischer Ausstellungspalast, Dresden 1.5.–31.10.1912
    • 99. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung, Secession, Wien 27.6.–5.8.1928
    • Gustav Klimt. Ausstellung (Gedächtnisausstellung), Ausstellungshaus Friedrichstraße (Secession), Wien 7.2.–14.3.1943
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938, Akademie der bildenden Künste, Wien März–April 1948
    • Blick auf die hohe Kunst Österreichs, von der Gotik bis zu Klimt, Hofburg, Wien 1948 (kein Katalog nachweisbar)
    • Meisterwerke österreichischer Malerei 1800–1930, Kunsthalle Düsseldorf 16.5.–28.6.1959
    • Un siècle de peinture autrichienne 1830–1930. Tableaux de la „Oesterreichische Galerie“ de Vienne, Musée de L’État, Luxemburg 21.11.–13.12.1959
    • Honderd Jaar Oostenrijkse Schilderkunst 1830–1930. Schilderijen uit de „Österreichische Galerie“ Wenen, Kultureel Centrum, Mechelen 20.12.1959–17.1.1960
    • Les Sources du XXe siècle. Les arts en Europe de 1884 à 1914, Musée national d’art moderne, Paris 4.11.1960–23.1.1961
    • Gustav Klimt, Kunsthaus Zürich 11.9.–13.12.1992
    • De Waldmüller à Klimt. Chefs d’œuvre de la peinture autrichienne, Musée Marmottan – Claude Monet, Paris 28.10.1994–29.1.1995
    • Klimt, Kokoschka, Schiele. Un sueño vienés (1898–1918), Fundación Juan March, Madrid 7.2.–21.5.1995
    • La destrucción creadora. Gustav Klimt, el Friso de Beethoven y la lucha por la liberdad del arte, Fundación Juan March, Madrid 6.10.2006–14.1.2007
    • Klimt & Rodin. An Artistic Encounter, Fine Arts Museums of San Francisco, Legion of Honor, San Francisco 14.10.2017–28.1.2018

      Werkverzeichnisse

    • Marie-José Liechtenstein, „Gustav Klimt und seine oberösterreichischen Salzkammergutlandschaften“, in: Oberösterreichische Heimatblätter, 5. Jg., Heft 3/4, Juli–Dezember 1951, WVZ-Nr. 37 (Oberösterreichisches Bauernhaus, um 1911/12)
    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 156 (Oberösterreichisches Bauernhaus [Bauerngehöft], um 1911–1912)
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 173 (Oberösterreichisches Bauernhaus [Bauerngehöft], 1911/12)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 204 (Bauernhaus in Buchberg, 1911)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 194 (Oberösterreichisches Bauernhaus, 1911)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/9970-0861 (Oberösterreichisches Bauernhaus, 1911)
    • Literatur

    • Dresden 1912. Große Kunstausstellung im städtischen Ausstellungspalast (Ausst.-Kat. Städtischer Ausstellungspalast, Dresden), Dresden 1912, Kat.-Nr. 1829 (Bauernhaus)
    • Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908–1914, 3. Lieferung (1912), Taf. 7
    • Kurt Rathe, „Neuerwerbungen der k. k. Österreichischen Staatsgalerie in Wien“, in: Der Cicerone, 4. Jg., 1912, S. 582, Abb. S. 584
    • Berta Zuckerkandl, „Gustav Klimt zum fünfzigsten Geburtstag“, in: Wiener Allgemeine Zeitung, 13.7.1912, S. 2
    • Hans Tietze, „Die Österreichische Staatsgalerie“, in: Die Kunst, 28. Jg., Heft 3, 1.11.1912, S. 53, Abb. S. 64
    • Mitteilungen aus der Österreichischen Staatsgalerie, Verzeichnis der Neuaufstellung 1917 (Ausst.-Kat. Österreichische Staatsgalerie, Wien), Wien 1917, Kat.-Nr. 59
    • Gustav Glück, „Gustav Klimt. Einige Worte der Erinnerung von Gustav Glück“, in: Die bildenden Künste, 2. Jg., 1919, S. 11, Abb.
    • Mitteilungen aus der Österreichischen Staatsgalerie, Heft 4/5, Juni 1921: Verzeichnis der Neuerwerbungen 1918–1921 und der gleichzeitig ausgestellten Kunstwerke, Kat.-Nr. 51
    • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1928, Kat.-Nr. 42 (Landschaft)
    • Moderne Galerie in der Orangerie der Österreichischen Galerie Belvedere (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), hg. vom Verein der Museumsfreunde in Wien, Wien 1929, Kat.-Nr. 73
    • Gustav Klimt. Ausstellung (Ausst.-Kat. Ausstellungshaus Friedrichstraße, Wien), Wien 1943, Kat.-Nr. 4
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938. Malerei – Plastik – Zeichnungen (Ausst.-Kat. Akademie der bildenden Künste, Wien), Wien 1948, S. 12
    • Meisterwerke österreichischer Malerei 1800–1930 (Ausst.-Kat. Kunsthalle Düsseldorf), Düsseldorf 1959, Kat.-Nr. 71
    • Un siècle de peinture autrichienne 1830–1930. Tableaux de la „Oesterreichische Galerie“ de Vienne (Ausst.-Kat. Musée de L’État, Luxemburg), Luxemburg 1959, Kat.-Nr. 31
    • Honderd Jaar Oostenrijkse Schilderkunst 1830–1930. Schilderijen uit der „Österreichische Galerie“ Wenen (Ausst.-Kat. Kultureel Centrum, Mechelen), Mechelen 1959, Kat.-Nr. 72
    • Jean Cassou (Hg.), Les Sources du XXe siècle. Les arts en Europe de 1884 à 1914 (Ausst.-Kat. Musée national d’art moderne, Paris), Paris 1961, Kat.-Nr. 324
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 23
    • Fritz Novotny, „Einführung“, in: ders. / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 63
    • Johannes Dobai, „Die Landschaft in der Sicht von Gustav Klimt“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie, 22./23. Jg., 1978/79: Klimt-Studien, S. 236
    • Johannes Dobai, Gustav Klimt. Die Landschaften, Salzburg 1981, S. 30, Taf. 34
    • Gerbert Frodl, Gustav Klimt in der Österreichischen Galerie in Wien, Salzburg 1992, S. 82f.
    • Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 162f., Kat.-Nr. G 46 (Alfred Weidinger)
    • Alfred Weidinger, „Der Landschaftsmaler“, in: Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 63
    • Gerbert Frodl (Hg.), De Waldmüller à Klimt. Chefs d’œuvre de la peinture autrichienne (Ausst.-Kat. Musée Marmottan – Claude Monet, Paris), Lausanne 1994, Kat.-Nr. 49
    • Stephan Koja (Hg.), Klimt, Kokoschka, Schiele. Un sueño vienés (1898–1918) (Ausst.-Kat. Fundación Juan March, Madrid), Madrid 1995, S. 46f., Kat.-Nr. 4
    • Eva A. Mendgen, „Kunst und Dekoration. Bild und Rahmen im Werk von Franz von Stuck und Gustav Klimt“, in: dies. / Edwin Becker (Hg.), Perfect Harmony. Picture + Frame, 1850–1920 (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Kunstforum, Wien), Zwolle 1995, S. 124f. (zum Rahmen)
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), München et al. 2002, Taf. 40 auf S. 111
    • Stephan Koja, „Die Sommer in Kammer am Attersee“, in: ders. (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), München et al. 2002, S. 98
    • Tobias G. Natter, Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne (Ausst.-Kat. Jüdisches Museum der Stadt Wien), Wien 2003, S. 104 sowie S. 255, Kat.-Nr. 1039
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Der Beethoven-Fries und die Kontroverse um die Freiheit der Kunst (Ausst.-Publ. Fundacion Juan March, Madrid), München et al. 2006, Abb. S. 129
    • Stephan Koja, „‚Frisch weht der Wind der Heimat zu …‘. Neue Beobachtungen zur Topographie von Klimts Landschaftsbildern“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 201–203
    • Agnes Husslein-Arco (Hg.), Wien – Paris. Van Gogh, Cézanne und Österreichs Moderne 1880–1960 (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2008, Taf. S. 105
    • Evelyn Benesch, „Die Landschaften: Eine re-konstruierte Natur“, in: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt, Köln 2012, Ausgabe XXL, S. 273, Abb. S. 323
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 226f., Kat.-Nr. 78 (Alfred Weidinger)
    • Tobias G. Natter / Max Hollein (Hg.), Klimt & Rodin. An Artistic Encounter (Ausst.-Kat. Fine Arts Museum of San Francisco, Legion of Honor, San Francisco), München et al. 2017, Kat.-Nr. 40
    • Eleonore Drobnik, „Oberösterreichisches Bauernhaus“ Gustav Klimt (1911). Das Bild mit Kinderaugen gesehen, o. O. 2019
    Restoration

    Stefanie Jahn ORCID logo

    In diesem Porträt setzt Klimt die dargestellte Amalie Zuckerkandl auf eine sehr unmittelbare Art und Weise in einem schulterfreien Kleid in Szene. Zentral platziert, wird sie von einem türkisfarbenen Hintergrund umfangen und blickt in die Augen des Betrachters. Zwar blieb das Werk zu großen Teilen unvollendet, schenkt aber doch zahlreiche Informationen und bietet eine außerordentliche Gelegenheit zur Studie der maltechnischen Herangehensweise Klimts. Bereiche, welche ansonsten unter Ölharzfarbe verdeckt sind, liegen hier zu großen Teilen offen: Die helle Grundierung wurde mit einer im UV-Licht violett fluoreszierenden Imprimitur versehen, bevor eine detaillierte Unterzeichnung der Amalie auf Leinwand gebracht wurde. Der Künstler verbildlichte zunächst sämtliche Details des Kleides mittels Stift (vermutlich Grafit), um sie danach mittels Ölharzfarben farbig umzusetzen. Teilweise hatte er bereits damit begonnen, wie z. B. im vom Betrachter aus linken Teil des Kleides zu sehen ist (Abb. 1). Hier setzte er breite, pastose Pinselstriche in Türkis- und Rosatönen. Auch der Hintergrund wurde nicht vollendet, sondern stellt eine erste Phase der Ausarbeitung dar: Der Künstler hat hier bestimmte Bereiche frei gelassen, um sich ihnen in einer späteren Malphase zu widmen (Abb. 2). Im Gegensatz dazu weisen Haupt und Schulterbereich von Amalie Zuckerkandl einen etwas höheren Ausarbeitungsgrad auf (Abb. 3). Die Ölharzfarbe wurde in diesen Partien zur Modellierung des Körpers eingesetzt. Bei genauerer Betrachtung der Gesichtszüge im Auflicht und in der Infrarotreflektografie ist zu bemerken, dass Klimt eine kleine Veränderung mit großer Wirkung vorgenommen hat. Der Mund von Amalie wurde in der Unterzeichnung geschlossen angelegt, im Zuge der darauffolgenden Malphase jedoch leicht geöffnet (Abb. 4) (Abb. 5). Durch diesen gekonnt gesetzten Kniff scheint Klimt die Dame wahrlich im Moment eingefangen zu haben.