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Sunflower

The image depicts a large sunflower positioned at the upper part of the artwork. Below the sunflower, several green leaves are arranged in a vertical pattern. At the bottom of the image, various flowers are depicted, appearing in different arrangements and shapes. The overall composition feels lush and vibrant, featuring a variety of floral elements.

[AI-generated with ChatGPT]
Sunflower
The image depicts a large sunflower positioned at the upper part of the artwork. Below the sunflower, several green leaves are arranged in a vertical pattern. At the bottom of the image, various flowers are depicted, appearing in different arrangements and shapes. The overall composition feels lush and vibrant, featuring a variety of floral elements.

[AI-generated with ChatGPT]
Gustav Klimt, Sonnenblume, 1907/1908, Öl und Blattgold auf Leinwand, 110 × 110 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 10500
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Sunflower

  • Date1907/1908
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil and gold leaf on canvas
  • Dimensions
    110 x 110 cm
  • SignatureSign. rechts unten: GUSTAV / KLIMT
  • Inventory number10500
  • Location Upper Belvedere
  • Credit Line2012 Legat Peter Parzer, Wien

  • Gustav Klimt shows a single, majestic sunflower in the middle of this square composition that is entirely covered by a green hedge resembling a patterned tapestry. The head of the sunflower inclines slightly, while its leaves seem to protectively curl over the dense array of bright summer flowers at its base. Time and again Klimt’s sunflower has been seen to have human characteristics, its form reminiscent of the medieval Virgin of Mercy sheltering figures under her cloak. The famous art critic from the Vienna Secession Ludwig Hevesi described it as a “fairy in love.” Others have even seen the sunflower as a hidden portrait of the designer Emilie Flöge.
  • Essay

    Sonnenblume
    Franz Smola ORCID logo

    Zum Motiv der Sonnenblume

    In seinem Gemälde Sonnenblume präsentiert Gustav Klimt eine hoch aufragende Sonnenblume, die dominant die Mitte des Bildes einnimmt.[1] Sie wird von einer Fülle weiterer vegetabiler Motive begleitet, nämlich von vielfarbigen Blüten und Sträuchern, die unter ihr aufragen, sowie von einer dichten Blätterwand hinter ihr, wohl eine Hecke, in die gleichfalls Blüten eingestreut sind. Diese Vielfalt an Grün und bunten Blüten wirkt zwar naturnah, die Komposition des Bildes erscheint dennoch künstlich. Sie folgt eher einer präzisen Choreografie, wenn etwa die Blumenbündel exakt unter der Sonnenblume emporwachsen und somit eine Art Sockel bilden, von dem die Sonnenblume herrschaftlich aufzuragen scheint. Das Grün der Hecke, das die gesamte Bildfläche bis zu den Rändern hin ausfüllt, hinterfängt wiederum die Sonnenblume gleich einem Vorhang, vor dem sich diese wie auf einer Bühne präsentiert.

    Das Motiv der Sonnenblume, das hier auf sehr prominente Weise vorgeführt wird, nimmt in Klimts künstlerischem Gesamtwerk eine nahezu singuläre Stellung ein. Lediglich in einem einzigen weiteren Gemälde, nämlich Bauerngarten mit Sonnenblumen[2] (Abb. 1), finden sich Sonnenblumen, hier allerdings hier im Verband mit zahlreichen anderen in einem Garten blühenden Pflanzen. Diesem Werk kann eine weitere Gartendarstellung, nämlich Bauerngarten[3] (Abb. 2), zur Seite gestellt werden, die zwar keine Sonnenblumen, aber zahlreiche andere Blumen zeigt, wie sie in ähnlicher Weise auch in Bauerngarten mit Sonnenblumen zu sehen sind. Beide Gartenbilder stehen mit dem Gemälde Sonnenblume auch in einem engen zeitlichen Konnex.

    Blumengärten, wie Klimt sie in den genannten Bildern zeigt, fand er während seiner alljährlichen Sommeraufenthalte am Ufer des Attersees im oberösterreichischen Salzkammergut vor. Dorthin zog es ihn in den Jahren von 1900 bis 1916 mit großer Regelmäßigkeit, um gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Emilie Flöge und deren Familie einige Wochen der Entspannung und Erholung zu verbringen. Dennoch waren auch diese Tage für den Künstler nicht frei von Arbeit, stets entstanden am Attersee einige Gemälde. Diese waren nahezu ausschließlich Motiven aus der ländlichen Umgebung des Sees gewidmet. Das konnten reizvolle Uferansichten sein, Blicke in einen Wald oder über blühende Obstwiesen. Dabei hielt sich Klimt stets sehr nah an das konkrete Naturvorbild und malte zu diesem Zweck im Freien vor dem jeweiligen Motiv. Allerdings konnte er wohl die wenigsten Leinwandbilder, die er am Attersee begonnen hatte, auch dort vollenden. Er brachte sie dann nach Wien und malte sie im Atelier fertig.

    Diese Besonderheit in der Komposition erhält noch viel größeres Gewicht, nimmt man den Malprozess mit in den Blick, der durch neueste technologische Untersuchungen erstmals in seiner ganzen Deutlichkeit sichtbar geworden ist.[7] Demzufolge mischen sich in das dichte Blätterwerk der Hecke, die den bereits beschriebenen, merkwürdig hermetischen Hintergrund für die Sonnenblume bildet, eine Vielzahl von Metallflocken, die Klimt über die Ölpigmente gestreut hat. In relativ dichter Anordnung legte er feine, unregelmäßig geformte Blättchen aus Gold, aber auch aus Silber, Messing und sogar aus Platin über eine erste Malschicht und übermalte die Metallflocken teilweise mit zahllosen Blättern, aus denen sich die Hecke zusammensetzt. Über diese Blätter hat Klimt stellenweise nochmals Metallflocken gestreut und diese zum Teil neuerlich übermalt. Der Effekt dieser gestalterisch höchst aufwendigen Prozedur ist ein metallisches Glänzen und Glitzern, das zwischen dem Blättergewirr der Hecke manchmal mehr, manchmal weniger gut sichtbar ist. Erstaunlicherweise hat Klimt diesen metallischen Effekt nur dem Bildhintergrund zugewiesen, nicht jedoch der im Zentrum stehenden Sonnenblume und auch nicht der Blumenwiese.

    Dieser höchst ungewöhnliche Einfall, eine vegetabile Hintergrundfläche mittels Metallflocken gleichsam zu veredeln, ist nahezu einzigartig im Schaffen Klimts. Lediglich in einem einzigen weiteren Fall hat er diese Methode in vergleichbarer Weise angewandt, nämlich bei dem einige Jahre zuvor entstandenen Ölbild Das Leben ein Kampf (Der goldene Ritter)[8] (Abb. 3). Die Darstellung eines auf einem Pferd reitenden Ritters wird gleichfalls hermetisch von einer vegetabilen Zone hinterfangen, die in diesem Fall aufgrund der aufragenden Baumstämme als Blättergewirr von mächtigen Baumkronen identifizierbar ist. Und ähnlich wie beim Gemälde Sonnenblume hat Klimt in die Gestaltung des belaubten Hintergrunds in Das Leben ein Kampf (Der goldene Ritter) punktuell Blattgoldflitter eingestreut.[9] Allerdings findet hier Blattgold in reichem Maß auch für das Hauptmotiv, die Figur des Ritters, sowie für die Gestaltung der untersten Bildpartie Verwendung.[10] Dies unterscheidet es von dem rund vier Jahre später entstandenen Bild der Sonnenblume, bei dem das Blattgold ausschließlich für die Gestaltung des Hintergrunds zum Einsatz kam.

    So ungewöhnlich Klimts Methode erscheint, im Gemälde Sonnenblume einen vegetabilen Hintergrund mit Metallflocken anzureichern, so kann vielleicht ein Blick auf zeitgleich entstandene Werke des Malers dafür durchaus eine Erklärung liefern. Denn zur gleichen Zeit, als Klimt am Gemälde Sonnenblume arbeitete, entstanden weitere Werke, bei denen eine sehr ähnliche Technik zum Einsatz kam, nämlich bei den berühmten Klimt-Gemälden Bildnis Adele Bloch-Bauer I[11], Der Kuss (Liebespaar)[12] (Abb. 4) und Die Hoffnung II (Vision)[13] (Abb. 5). Das Gemälde Bildnis Adele Bloch-Bauer I hatte Klimt nach mehrjähriger Arbeit 1907 vollendet. Das Werk Der Kuss (Liebespaar) präsentierte er zusammen mit Sonnenblume erstmals auf der Kunstschau 1908 in Wien, er hatte in den Monaten zuvor vermutlich an beiden Bildern gleichzeitig gearbeitet. Die Hoffnung II (Vision) stellte er erstmals 1909 auf der Internationalen Kunstschau in Wien vor, in der Literatur wird das Bild aber gleichfalls bereits in die Jahre 1907/08 datiert. In allen drei genannten Bildern verwendete Klimt unter anderem Goldauflagen, die aus feinen Blattflocken bestehen, und in den Werken Der Kuss (Liebespaar) und Die Hoffnung II (Vision) gestaltete er damit sogar jeweils den gesamten Hintergrund, womit er den bereits von Klimts Zeitgenossen so bewunderten, spektakulären Effekt eines undefinierbaren, atmosphärischen Raums hervorrief.

    Über die gemeinsamen maltechnischen Besonderheiten hinaus weisen die beiden zuletzt genannten Gemälde zudem bemerkenswerte kompositorische Parallelen mit dem Werk Sonnenblume auf, auch wenn diese Parallelen aufgrund der völlig unterschiedlichen Bildthemen nicht unmittelbar ins Auge springen mögen. So lehnt sich die Komposition des Bildes Sonnenblume nah an derjenigen von Die Hoffnung II (Vision) an. Denn auch dort ragt eine einzelne vertikale Gestalt, nämlich die Schwangere, bildmittig empor, und auch diese Figur steht auf einer Art Sockel, der hier allerdings aus Frauengestalten gebildet ist, von denen nur Köpfe und Arme zu sehen sind und die offenbar eine allegorische Funktion erfüllen. Ähnlich stellt sich die Komposition des Gemäldes Der Kuss (Liebespaar) dar. Auch hier erhebt sich die Gruppe des Liebespaares bildmittig und vertikal vor dem goldenen Hintergrund, die Blumenwiese, auf der das Paar kniet, erscheint gleichfalls als eine Art Sockel, und die rechte Seite des Goldhintergrunds reicht sogar bis zum unteren Bildrand und betont somit einmal mehr die Vertikale der Gruppe.

    In Verbindung mit diesen eben erwähnten beiden Gemälden, die jeweils figurale Motive zeigen, kann auch im Gemälde Sonnenblume das zentrale Motiv durchaus mit einer menschlichen Figur in Verbindung gebracht werden. Eine anthropomorphe Wirkung wurde der Sonnenblume bereits von vielen Autor*innen zuerkannt, sowohl in der älteren als auch in der jüngeren Literatur, so auch von Alfred Weidinger, der ihre Erscheinung mit jener von Emilie Flöge in Zusammenhang bringt.[14] Weidinger erinnert daran, dass Klimt im Sommer 1906 seine Lebenspartnerin im bereits erwähnten Garten des Mayr-Hofes in Litzlberg in einer Reihe von fotografischen Aufnahmen festgehalten hat. In diesen Fotos präsentiert Flöge in eleganten Posen ihre eigene Kollektion, die in ihrem Modesalon hergestellt wurde. Einige dieser Aufnahmen wurden kurze Zeit später in der Zeitschrift Deutsche Kunst und Dekoration publiziert.[15] Die formalen Ähnlichkeiten zwischen diesen Aufnahmen und Klimts Sonnenblume sind tatsächlich frappant, etwa wenn Flöge ein nach unten weit ausladendes Kleid trägt (Abb. 6), das dem Blätterkleid der Sonnenblume, das sich ebenfalls nach unten hin verbreitert, in den Umrissen durchaus ähnlich ist.

    Die neue Erkenntnis, dass das Gemälde Sonnenblume einen höchst aufwendig gearbeiteten, mit Metallflocken durchsetzten Hintergrund besitzt, wirft Fragen nicht nur hinsichtlich der Komposition des Werks, sondern auch hinsichtlich seiner Entstehung auf. Wie erwähnt geht die Forschung davon aus, dass Klimt seine Landschafts- und Naturbilder, die Motive vom Attersee zeigen, auch dort geschaffen oder zumindest begonnen hat. Das wurde bislang auch für Sonnenblume angenommen, bei der man sogar zu wissen glaubte, in welchem Garten Klimt diese Blumen vorgefunden habe. Bereits die wohlkalkulierte, geradezu artifizielle Komposition von Sonnenblume lässt jedoch Zweifel daran aufkommen, dass Klimt dieses Motiv tatsächlich vor einer realen Sonnenblume in der Natur gemalt hat. Die geschilderte aufwendige Gestaltung des Hintergrundes, bei der Klimt die kompositorischen Parameter zudem von Anfang an zu berücksichtigen hatte, stützt die Vermutung, dass das Gemälde im Wesentlichen im Atelier entstanden ist.

    Ein weiteres Indiz dafür bildet die Unterzeichnung, mit der Klimt das Motiv auf der Leinwand vorzeichnete und die mittels Infrarotreflektografie an bestimmten Stellen des Bildes sichtbar gemacht werden konnte (Abb. 7). Die Exaktheit und die Kontrolliertheit, wie Klimt hier etwa die Umrisse der Blätter der Sonnenblume festgehalten hat, sprechen gleichfalls dafür, dass er die Vorzeichnung im Atelier und nicht im Freien vorgenommen hat. Andererseits überraschen die Detailtreue und die Naturnähe, mit denen Klimt im Ölbild die spezifische Oberfläche der Blätter beschreibt. Offensichtlich hatte er keine Mühe, einen solchen Realismus auch dann zu erzielen, wenn ihm das unmittelbare Vorbild fehlte. Allerdings war er auch in jenen Fällen, in denen er am Attersee begonnene Bilder erst im Atelier fertigstellen konnte, mit einer ähnlichen Herausforderung konfrontiert, die er offensichtlich mühelos bewältigte. Und letztlich wäre natürlich auch denkbar, dass Klimt dieses Prachtexemplar einer Sonnenblume nicht am Ufer des Attersees, sondern im großzügigen Garten seines Wiener Ateliers vorgefunden hat.

    Klimt präsentierte die Gemälde Sonnenblume, Bildnis Adele Bloch-Bauer I, Der Kuss (Liebespaar) sowie zahlreiche weitere Werke, die für das Wiener Publikum neu waren, in der sogenannten Kunstschau 1908 in Wien. Dieses gigantische Ausstellungsprojekt, das von Juni bis November 1908 lief, wurde von Gustav Klimt, Josef Hoffmann und zahlreichen weiteren Mitstreiter*innen in Rekordzeit organisiert. Der von Hoffmann eigens für dieses Projekt als Provisorium errichtete Ausstellungspavillon umfasste mehr als fünfzig Räume. Einer der Höhepunkte war jener Saal, in dem die insgesamt 16 Gemälde von Klimt versammelt waren und den der Schriftsteller Peter Altenberg treffend als die „Gustav Klimt Kirche der Modernen Kunst“ bezeichnete.[16] Die eindrucksvolle puristische Gestaltung des Saales war Koloman Moser zu verdanken, die Hängung der Bilder dürfte Klimt selbst vorgenommen haben.

    Einige historische Aufnahmen des Saales (Abb. 8) vermitteln anschaulich diese Hängung, und es erscheint bezeichnend, dass Sonnenblume nicht bei den anderen Landschaftsbildern Klimts hing, die gleichfalls in diesem Raum zu sehen waren, sondern unmittelbar neben Bildnis Adele Bloch-Bauer I und weiteren Damenbildnissen sowie in enger Nachbarschaft zu Der Kuss (Liebespaar). Somit wollte Klimt offenbar selbst Sonnenblume lieber unter die figürlichen Motive als unter die Landschaften eingereiht wissen.

    Auch die Reaktion eines der wichtigsten Klimt-Apologet*innen, des Kunstschriftstellers und Kritikers Ludwig Hevesi, bestätigt diese Vermutung, wenn dieser in einer Besprechung der Ausstellung deutlich den anthropomorphen Charakter der Sonnenblume herausstreicht:

    „Eine einfache Sonnenblume, die Klimt in das blühende Durcheinander hineinpflanzt, steht da wie eine verliebte Fee, deren grünlichgraues Gewand leidenschaftlich erschauernd niederfließt. Das Gesicht einer Sonnenblume, so heimlich dunkel in seinem hell goldgelben Strahlenkranz, es hat für den Maler etwas Mystisches, man könnte sagen Kosmisches […]. Es gehen Dinge vor in der Natur […], sobald ein Klimt hereintritt.“[17]

    Somit rangierte das Bild, sowohl was seine Erstpräsentation als auch was seine Wirkung auf Klimts Zeitgenoss*innen anging, eher im Bereich eines Figurenbildes und weniger in dem der Darstellung eines Ausschnitts aus der Natur.

    In den unmittelbar anschließenden Jahren dürfte sich das Bild weiterhin in Klimts Atelier befunden haben, denn in den Katalogen zu den nachfolgenden Ausstellungen, in denen das Gemälde zu sehen war, ist es als „verkäuflich“ ausgewiesen, zuletzt im Katalog zur Schau des Bundes österreichischer Künstler im Művészház (Künstlerhaus) in Budapest, die bis April 1913 lief.[18] Um 1913–15 nahm Klimt an Sonnenblume noch kleinere Ergänzungen vor. Er fügte dem Blumenhügel unter der Sonnenblume einige weitere Blüten hinzu und übermalte geringfügig die Blätter rechts neben dem Kopf der Sonnenblume. Diese Ergänzungen werden nachvollziehbar, wenn man den heutigen Zustand mit der Farbabbildung des Gemäldes in dem Mappenwerk ausgewählter Gemälde Klimts vergleicht, das die Galerie Miethke gemeinsam mit der Staatsdruckerei zwischen1908 und 1914 publizierte (Abb. 9).[19]

    Spätestens im Jahr 1928 befand sich das Gemälde im Eigentum des Wiener Oberbaurats Heinrich Mayer, von dem es 1938 dessen Neffe Richard Parzer erbte. Peter Parzer vererbte Sonnenblume gemeinsam mit einem weiteren Gemälde Gustav Klimts, nämlich Mutter mit zwei Kindern (Familie)[20], sowie zahlreichen Werken anderer Künstler*innen dem Belvedere, in dessen Bestand die Bilder 2012 gelangten. Dies war zweifellos eine der bedeutendsten Schenkungen, die das Museum in seiner über 120-jährigen Geschichte erhalten hat.

     

    Anmerkungen

    Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 146 (Die Sonnenblume, um 1906/07); Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 181 (Die Sonnenblume, 1907); Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 171 (Die Sonnenblume, 1907); Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/3255-2767 (Die Sonnenblume, 1907/08) (zuletzt besucht am 10.8.2023).

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 190; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 180.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 183; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 173.

    WVZ-2007 (wie Anm. 1), S. 284.

    Anonym, „Neue Arbeiten von Gustav Klimt“, in: Die Zeit, 25.12.1906, S. 5. Näheres dazu im Beitrag Franz Smola, „Gustav Klimt, Bauerngarten mit Sonnenblumen, 1906“, https://sammlung.belvedere.at/objects/2483/bauerngarten-mit-sonnenblumen (zuletzt besucht am 1.7.2026).

    Für eine genaue Beschreibung und eine Auswahl von Abbildungen der Untersuchungen siehe: Stefanie Jahn, „Gustav Klimt, Sonnenblume, 1907/08. Technologische Untersuchung“, https://sammlung.belvedere.at/objects/21865/sonnenblume (zuletzt besucht am 1.7.2026).

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), Nr. 165; Natter 2012 (wie Anm. 1), Nr. 155.

    Freundlicher Hinweis von Markus Fellinger, Belvedere, Wien.

    Für diese Informationen danke ich Stefanie Jahn, Leiterin der Restaurierungsabteilung des Belvedere, Wien, ganz herzlich.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 184; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 174.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 189; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 179.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 188; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 178.

    Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 194.

    Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. 19, 1906/07, S. 65–73.

    Peter Altenberg, „Kunstschau 1908 in Wien“, in: ders., Bilderbögen des kleinen Lebens, 2. Aufl., Berlin 1909, S. 115; zit. in Dietrun Otten, „Die Klimtgruppe. Malerei auf der Kunstschau 1908“, in: Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt und die Kunstschau 1908 (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2008, S. 168.

    Ludwig Hevesi, „Weiteres von Klimt (9.8.1908)“, in: ders., Altkunst – Neukunst, Wien 1894–1908, Wien 1909, S. 319.

    Bund Österreichischer Künstler és Gustav Klimt. Gyüjteményes kiállitására (Ausst.-Kat. Művészház, Budapest), Budapest 1913, Kat.-Nr. 78.

    Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908–14, 3. Lieferung (1912), Taf. 10.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 199; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 188.


    Abbildungen

    • [1] Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908–14, Taf. 10 (Sonnenblume [Besitzer: Der Künstler]).
    Further Notes

    Monika Mayer ORCID logo und Markus Fellinger ORCID logo

    In den drei Klimt-Werkverzeichnissen von Fritz Novotny / Johannes Dobai,[1] Alfred Weidinger[2]und Tobias G. Natter[3] wird unter Provenienz als Erstbesitzer ohne Beleg jeweils Karl Wittgenstein angeführt. Im Gegensatz dazu wird in der 1912 erschienenen dritten Lieferung des vom Verlag der Galerie Miethke herausgegebenen Werk von Gustav Klimt als Besitzer Der Künstler angeführt.[4] Auszugehen ist von einer Verwechslung durch die Autoren, die den gesicherten Erstbesitz Karl Wittgensteins an den Sonnenblumen[5] irrtümlicherweise auch der Sonnenblume zuordneten. Eine von Klimt ausgestellte Empfangsbestätigung an die Galerie Miethke vom 6. Dezember 1916 listet die Sonnenblume unter fünf Werken, die der Künstler von der Galerie zurückerhalten hatte.[6] Das Gemälde ist allerdings weder in der Auflistung von Klimts Verkäufen von Jänner 1917 bis Jänner 1918 in seinem letzten Notizbuch verzeichnet, noch ist es in seiner Nachlassausstellung in der Galerie Gustav Nebehay im Februar 1919 nachweisbar.[7] Spätestens im Jahr 1928 befand es sich im Eigentum des Wiener Oberbaurats Heinrich Mayer (1864–1938), der das Bild gemeinsam mit Klimts Mutter mit zwei Kindern (Familie) für die Klimt-Gedächtnis-Ausstellung in der Secession als Leihgabe zur Verfügung stellte (Abb. 1).[8]

     

    Anmerkungen

    Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 338, WVZ-Nr. 146 (Karl Wittgenstein, Ing. Heinrich Meyer [sic!], Privatbesitz).

    Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, S. 284, WVZ-Nr. 181 (Karl Wittgenstein, Ing. Heinrich Meyer [sic!]).

    Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 171 (bis 1912 Wien, Karl Wittgenstein; danach Wien, Paul Wittgenstein [?]; ab 1916 Wien, Heinrich Mayer; nach dessen Tod 1938 an seinen Neffen Richard Parzer, Wien; nach dessen Tod an seinen Sohn Peter Parzer, Wien).

    Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908–14, 3. Lieferung (1912), Taf. 10 (Sonnenblume [Besitzer: Der Künstler]).

    Bauerngarten mit Sonnenblumen, 1906, Belvedere, Inv.-Nr. 3685.

    Empfangsbestätigung von Gustav Klimt in Wien an die Galerie H. O. Miethke in Wien vom 7.12.1916, Wienbibliothek im Rathaus, Handschriftensammlung, Sign. H.I.N. 15.9215_1, https://permalink.obvsg.at/wbr/AC16017750.

    Zum Skizzenbuch siehe: Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 3: 1912-1918, Salzburg 1984, S. 242, Abb. c und b. Zur Nachlassausstellung ist bisher kein Katalog bekannt geworden, sie ist nur durch Beschreibungen in der Presse und einige Fotografien unvollständig rekonstruierbar, siehe dazu den Eintrag in Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/4417-6369 (zuletzt besucht am 26.11.2025).

    WStLA, Künstlerhaus-Archiv Wien, KH-3.A1-Klimt_062, Empfangsbestätigung, 6.8.1928.


    Abbildungen

    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • Kunstschau Wien 1908, Ausstellungsbau Lothringerstraße, Wien 1.6.–15.11.1908
    • X. Internationale Kunstausstellung, Glaspalast, München 1.6.–31.10.1909
    • Hodler und Gulbransson, Galerie H. O. Miethke, Wien 11.12.1909 – Jänner 1910 (außer Katalog)
    • IX. Esposizione Internazionale d’Arte della Città di Venezia, Palazzo dell’Esposizione, Venedig 22.4.–31.10.1910
    • Bund Österreichischer Künstler és Gustav Klimt. Gyüjteményes kiállitására, Művészház, Budapest 8.3.–6.4.1913
    • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession, Klimt-Gedächtnis-Ausstellung, Secession, Wien 27.6.–5.8.1928
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938. Malerei – Plastik – Zeichnungen, Akademie der bildenden Künste, Wien März–April 1948
    • XXIX. Esposizione internazionale d’arte, la Biennale di Venezia, Venedig 14.6.–19.10.1958
    • Wien um 1900, Secession, Wien 5.6.–30.8.1964
    • Klimt. Nel segno di Hoffmann e della Secessione, Museo Correr, Venedig 24.3.–8.7.2012
    • Klimt. Alle origini di un mito, Palazzo Reale, Mailand 12.3.–13.7.2014
    • Secessione e Avanguardia. L’arte in Italia prima della Grande Guerra 1905–1915, Galleria nazionale d’arte moderna, Rom 31.10.2014–15.2.2015
    • Gustav Klimt. Auf der Suche nach dem Gesamtkunstwerk, Hangaram Art Museum, Seoul Arts Center, Seoul 1.2.–15.5.2009
    • Klimt. Alle origini di un mito, Palazzo Reale, Mailand 12.3.–13.7.2014
    • Gustav Klimt: Vienna – Japan 1900, Tokyo Metropolitan Art Museum, Tokyo 23.4.–10.7.2019
    • Gustav Klimt: Vienna – Japan 1900, Toyota Municipal Museum of Art, Toyota 23.7.–14.10.2019
    • Klimt. La Secessione e lʼItalia, Museo di Roma, Palazzo Braschi, Rom 27.10.2021–27.3.2022
    • Klimt. Lʼuomo, lʼartista, il suo mondo, Galleria dʼArte Moderna Ricci Oddi / XNL, Piacenza 12.4.–24.7.2022
    • Gallen-Kallela. Klimt & Wien, Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki 26.9.2025–1.2.2026

      Werkverzeichnisse

    • Marie-José Liechtenstein, „Gustav Klimt und seine oberösterreichischen Salzkammergutlandschaften“, in: Oberösterreichische Heimatblätter, 5. Jg., Heft 3/4, Juli–Dezember 1951, S. 121, WVZ-Nr. 29 (Sonnenblume, 1907)
    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 140 (Die Sonnenblume I, 1907)
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 146 (Die Sonnenblume, um 1906/07)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 181 (Die Sonnenblume, 1907)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Wien 2012, WVZ-Nr. 171 (Die Sonnenblume, 1907)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/3255-2767 (Die Sonnenblume, 1907/08)
    • Literatur

    • Katalog der Kunstschau Wien 1908 (Ausst.-Kat. Ausstellungsbau Lothringerstraße, Wien), Raum 22, Kat.-Nr. 12 (Sonnenblume)
    • Ludwig Hevesi, „Weiteres von Klimt (9.8.1908)“, in: ders., Altkunst – Neukunst, Wien 1894–1908, Wien 1909, S. 319
    • Offizieller Katalog der X. Internationalen Kunstausstellung im Kgl. Glaspalast zu München 1909 (Ausst.-Kat. Glaspalast zu München), 2. Auflage, München 1909, Kat.-Nr. 811 (Sonnenblume, verkäuflich, 6.000 Mark)
    • Esposizione internazionale dʼarte della città di Venezia. Catalogo (Ausst.-Kat. Biennale Venedig), 3. Auflage, Venedig 1910, S. 60, Kat.-Nr. 6
    • Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908–14, 3. Lieferung (1912), Taf. 10 (Abb. des ersten Zustands)
    • Bund Österreichischer Künstler és Gustav Klimt. Gyüjteményes kiállitására (Ausst.-Kat. Művészház, Budapest), Budapest 1913, Kat.- 78 (Napraforgó [Sonnenblume], verkäuflich um 8.000 Kronen)
    • Kunstverlag Hugo Heller (Hg.), Das Werk von Gustav Klimt, Wien / Leipzig 1918, 3. Lieferung, Taf. 10
    • Franz Servaes, „Gustav Klimt“, in: Velhagen und Klasings Monatshefte, 32. Jg., Heft 9, 1918, S. 26
    • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1928, Kat.-Nr. 50
    • Moderne Galerie in der Orangerie der Österreichischen Galerie Belvedere (Ausst.-Kat., Österreichische Galerie, Wien), hg. vom Verein der Museumsfreunde in Wien, Wien 1929, S. XXII, Kat.-Nr. 74
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938. Malerei – Plastik – Zeichnungen (Ausst.-Kat. Akademie der bildenden Künste, Wien), Wien 1948, S. 12
    • Marie-José Liechtenstein, „Gustav Klimt und seine oberösterreichischen Salzkammergutlandschaften“, in: Oberösterreichische Heimatblätter, 5. Jg., Heft 3/4, Juli–Dezember 1951, S. 112f.
    • Emil Pirchan, Gustav Klimt, Wien 1956 (veränderte Neuauflage), Abb. 81A
    • 29. Biennale internazionale d’arte (Ausst.-Kat. Biennale Venedig), 2. Auflage, Venedig 1958, Kat.-Nr. 7
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 16
    • Franz Glück (Hg.), Wien um 1900 (Ausst.-Kat. Secession / Künstlerhaus / Historisches Museum der Stadt Wien), Wien 1964, Kat.-Nr. 46, Abb. 6
    • Kunst in Wien um 1900 (Ausst.-Kat. Hessisches Landesmuseum, Darmstadt), Darmstadt 1966, Kat.-Nr. 13, Abb. 28 (nicht ausgestellt)
    • Fritz Novotny, „Einführung“, in: ders. / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 56
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt und die Kunstschau 1908 (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2008, S. 276 (Raum 22, Kat.-Nr. 12), Abb. S. 288
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt – Josef Hoffmann. Pioniere der Moderne (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2011, S. 325, Abb. S. 222
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Klimt. Nel segno di Hoffmann e della Secessione (Ausst.-Kat. Museo Correr, Venedig), Mailand 2012, Kat.-Nr. 22, Abb. S. 200
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 194–197, Kat-Nr. 71 (Alfred Weidinger)
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Dekadenz. Positionen des österreichischen Symbolismus (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2013, Taf. S. 147.
    • Balthazar Pagani (Hg.), Klimt. Alle origini di un mito (Ausst.-Kat. Palazzo Reale, Mailand), Mailand 2014, Kat.-Nr. 91, S. 166–167
    • Stefania Frezzotti (Hg.), Secessione e Avanguardia. L’arte in Italia prima della Grande Guerra 1905–1915 (Ausst.-Kat. Galleria Nazionale d’Arte Moderna, Rom), Mailand 2014, Nr. II.17, S. 151–152 (Matteo Piccioni)
    • Stella Rollig / Rolf H. Johannsen (Hg.), Sag’s durch die Blume! Wiener Blumenmalerei von Waldmüller bis Klimt (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2018, S. 216, Taf. 99
    • Stephan Koja, „Begegnung in der Farbe. Blumen im Werk von Gustav Klimt“, in: Stella Rollig / Rolf H. Johannsen (Hg.), Sag’s durch die Blume! Wiener Blumenmalerei von Waldmüller bis Klimt (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2018, S. 193–199
    • Stella Rollig / Franz Smola (Hg.), Gustav Klimt – Pigment & Pixel (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Köln 2025, S. 90 (Franz Smola), 91–95 (Stefanie Jahn)
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    Stefanie Jahn ORCID logo

    Das Gemälde Sonnenblume hat Gemeinsamkeiten mit dem Gemälde Der Kuss (Liebespaar). Die Anlage der Komposition und die Arbeitstechnik sind ähnlich. Das Hauptmotiv, die Sonnenblume, die am Boden von unzähligen Blumen umrankt wird, befindet sich in der Mitte des Bildes. Detailreich zeichnete Klimt die zentrale Darstellung mit Grafitstift auf der Leinwand vor (Abb. 1). Mit Ausnahme der Sonnenblume und der unter ihr befindlichen Blumen „vergoldete“ er anschließend großflächig, wie beim Kuss, den Hintergrundbereich mit Schlagmetall (Messingblatt). Zur Fixierung diente ein Ölbindemittel. Auf die goldtonigen Metallblätter malte er lasierend in Grüntönen. In diese frische Ölharzfarben-Oberfläche streute Klimt nun unzählige kleine Flocken zerkleinerter, hauchdünner Gold-, Platin- und Messingblätter. Diese Technik erinnert an die Maki-e-Lacktechnik des japanischen Urushi-Kunsthandwerks. Hierbei werden Edelmetallteilchen in eine frische Lackoberfläche mit Hilfe eines Bambus-Einstreuröhrchens gestäubt.

    Im folgenden Arbeitsschritt malte Klimt die Blumenhecke mit Blüten, die Wiese und Bodenblumen mit stupfenden Pinselbewegungen in reichen Farbtönen. Die Farbtupfer decken die Metallflocken und auch die grüntonige Untermalung nur in kleinen Teilen ab, sodass diese überall durch die obersten Malschichten hindurchscheinen können (Abb. 1). Im Wiesenstück setzte er die Malerei dichter, sodass hier weniger von den Metallflocken hindurchschimmert. Allein im Bereich der Wiese hat Klimt neben den goldtonigen Flocken auch Silberblattflocken verstreut, die durch Oxidation heute schwarz erscheinen (Abb. 2). Im Grenzbereich zwischen Hintergrund und Sonnenblume wechselt Klimt die Maltechnik. Die genau vorgezeichnete Blume wird malerisch mit breiteren und längeren Pinselstrichen aufgetragen (Abb. 3). Die Sonnenblume und die unten angrenzenden Blumen malte Klimt ohne die Verwendung von Metallauflagen. An vielen Stellen scheint die weiße Grundierung der Leinwand durch die Malschichten hindurch (Abb. 4).