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Mother with Two Children (Family)

The image depicts a group of three individuals standing closely together. Two of the figures are women, shown with closed eyes. A third figure, a child, is also presented in a similar pose, with closed eyes. All figures are cloaked in dark garments and appear to be in a serene, protective state. The background is unclear, enhancing the intimate atmosphere of the scene.

[AI-generated with ChatGPT]
Mother with Two Children (Family)
The image depicts a group of three individuals standing closely together. Two of the figures are women, shown with closed eyes. A third figure, a child, is also presented in a similar pose, with closed eyes. All figures are cloaked in dark garments and appear to be in a serene, protective state. The background is unclear, enhancing the intimate atmosphere of the scene.

[AI-generated with ChatGPT]
Gustav Klimt, Mutter mit zwei Kindern (Familie), 1909/1910, Öl auf Leinwand, 90 × 90 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 10501
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Mother with Two Children (Family)

  • Date1909/1910
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    90 x 90 cm
  • Inventory number10501
  • Location Upper Belvedere
  • Credit Line2012 Legat Peter Parzer, Wien

  • Exhausted, the young mother has drifted off to sleep, cradling her two small children in her arms. The family is wrapped in a pile of dark blankets that keep them warm and seem to merge with the undefined space around them. Only their sleeping faces seem to shine through the darkness. Are the three sitting in a dark room, or outside, or even on the street? Gustav Klimt’s contemporaries recognized the subjects as a family living on the fringes of society. The choice of subject is unusual in Klimt’s oeuvre, as he never addressed poverty in any other painting. Nevertheless, the timeless theme of the painting seems to be one of tender maternal love.
  • Essay

    Mutter mit zwei Kindern (Familie)
    Franz Smola ORCID logo

    Klimts soziale Milieuschilderung

    Gustav Klimts Gemälde Mutter mit zwei Kindern (Familie) überrascht in vielerlei Hinsicht.[1] An erster Stelle erstaunt das Motiv einer in Decken oder Mäntel gehüllten dreiköpfigen Familie, bestehend aus einer jungen Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern. Sie scheinen einem ärmlichen sozialen Milieu anzugehören. Dies empfanden bereits Klimts Zeitgenossen so, die das Bild erstmals im Dezember 1910 in einer Gustav Klimt gewidmeten Ausstellung der Galerie Miethke zu sehen bekamen. Die Stimmen, die sich anlässlich dieser Ausstellung zu Wort meldeten, schenkten vor allem dem Gemälde Mutter mit zwei Kindern (Familie) und dessen hohem emotionellen Gehalt besondere Aufmerksamkeit, der sich aus dem speziellen Bildmotiv ableitete. Ihnen allen erschien die Mutter mit ihren beiden Kindern als eine bedauernswerte Gestalt.

    Ludwig W. Abels etwa bezeichnet in seiner im Pester Lloyd erschienenen Kritik die Frau schlichtweg als Bettlerin, indem er schreibt:

    „Die anderen sogenannte Portraits sind gleichfalls auf gewisse Toneffekte abgestimmte, ein bisschen skizzenhaft behandelte Schöpfungen. Sehr schön empfunden ist das größere Mittelbild, eine Bettlerin mit ihren zwei schlafenden Kindern. Gewänder und Tücher verschwimmen mit dem Hintergrund in ein undurchsichtiges schwarzes Meer, aus dem nur das bleiche sorgendurchfurchte Haupt der Mutter und die geneigten Kinderköpfe mit rosigen Bäckchen auftauchen. Da ist Empfindung und Beobachtung drin, auf diesem Wege könnte der sensible Künstler, gleich Shelley, ein Cor cordium werden, einer, der in seinem Herzen alle Menschenherzen (und auch die der Tiere) klopfen hört, in Freude und Bangen, Qual und Genuß.“[2]

    Auch Armin Friedmann von der Wiener Abendpost hebt die emotionellen Qualitäten des Bildes Mutter mit zwei Kindern (Familie) gegenüber den anderen Damenbildnissen besonders hervor:

    „Die ,Familie‘ ist trauriger [als die übrigen Damenbildnisse, Anm. d. Verf.]. Ein Kopf und zwei Köpflein tauchen aus tintigem Dunkel herauf. Der Kopf gehört einer Frau und Mutter, ist schmerzlich zur Seite geneigt – der mystische belgische Bildhauer Georg Mune [sic!] liebt solches zur Seite sich Neigen – und die beiden Kinderlein schlafen, träumen, leiden, und wenn sie nicht eben sterben, so sind sie schon tot, denn das bißchen Wangenrot ist wie angeschminkt auf die Leichenblässe. Hier ist ein wahres Gefühl mit Menschenleid, und dieses teilt sich ergreifend, erschütternd sogar, dem Beschauer mit.“[3]

    Tatsächlich lässt sich die Szene, die Klimt in diesem dunklen Bild nur kryptisch andeutet, recht überzeugend als Darstellung einer Bettlerfamilie interpretieren. Diese Leseart wird unterstützt durch die absichtsvolle ärmliche Farbigkeit, die die Decken oder Umhänge begleitet, in die alle drei Gestalten gehüllt sind. Vermutlich blicken wir hinunter auf eine frierende Mutter mit ihren Kindern, die vielleicht des Nachts am Wegrand lagert und die Vorbeigehenden um eine milde Gabe bittet. Einen Hinweis, dass sich die Szene im Freien abspielt, könnte die etwas heller getönte, vertikale Fläche hinter der Mutter liefern, die möglicherweise als ein Baumstamm zu lesen wäre. Ein solche Interpretation erscheint wesentlich plausibler als etwa jene von Alfred Weidinger, der die Szene in einem Innenraum verortet. Seiner Meinung nach stelle die helle Fläche hinter der Mutter ein Fenster dar, und am linken Bildrand sei ein Schrank mit Glasflächen wahrzunehmen.[5]

    Mit seiner Darstellung von Personen am Rande der Gesellschaft erscheint das Gemälde Mutter mit zwei Kindern (Familie) innerhalb von Klimts Schaffen geradezu exzeptionell. Denn in kaum einem anderen Fall hat sich Klimt dem Thema der sozialen Armut gewidmet. Es ist dies praktisch das einzige Mal, dass Klimt eine Szene aus seiner unmittelbaren Alltagsumgebung zur Darstellung gebracht hat. So gut wie sonst nie in seinem Werk finden sich Spuren der sozialen Realität. Weder seine Porträts noch seine stilisierten Modedamen, und schon gar nicht die allegorischen Darstellungen oder die stets menschenleeren, idealisierten Landschaftsbilder spiegeln die Lebensrealität aus Klimts Umgebung wider. Der „Mythos Klimt“ besteht nicht umsonst zu einem großen Teil gerade aus jener Realitätsferne, jener Abgehobenheit, mit der sich der Meister in seine Ateliers zurückgezogen hatte, um seiner eigenen ästhetischen Scheinwelt zu frönen.

    Das Narrativ einer Bettlerin unterstreicht auch die ausdrucksstarke Studie einer zusammengekauerten, in einen dunklen Mantel gehüllten Frauengestalt (Abb. 1), die Alice Strobl gemeinsam mit drei weiteren Blättern mit dem Gemälde Mutter mit zwei Kindern (Familie) in Verbindung gebracht hat. Allerdings ist die Frau hier ohne Kinder dargestellt.[6]

    Die anderen Studien zeigen jeweils eine Mutter mit einem Kleinkind, in einem Fall mit zwei Kleinkindern, wobei die Mutter in diesem Fall lediglich angedeutet erscheint.[7] In der gemalten Fassung stellte Klimt dem Kleinkind, das die Mutter im Arm hält, ein etwas älteres Kind zur Seite. Möglicherweise reflektierte er damit seine eigenen familiären Verhältnisse, die bekanntlich sehr komplex waren. Im Jahr 1899 hatten Klimts Modelle Maria Ucicka und Marie Zimmermann innerhalb weniger Monate jeweils Buben zur Welt gebracht, die beide Klimt zum Vater hatten und auch jeweils den Namen Gustav erhielten. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Bildes Mutter mit zwei Kindern (Familie) waren beide zehn Jahre alt, was durchaus dem Alter des älteren der beiden Kinder auf dem Gemälde entsprechen könnte.

    Einzig im Gemälde Alte Frau (Abb. 2) klingt die soziale Thematik, die das Werk Mutter mit zwei Kindern (Familie) auszeichnet, ein weiteres Mal in Klimts Schaffen an.[8] In diesem Bild, das im selben Jahr wie Mutter mit zwei Kindern (Familie) entstand, zeigt Klimt eine ärmlich wirkende Frau in einem schwarzen Umhang, der ihre Gestalt vollständig einhüllt und sogar Teile des Gesichts verdeckt. Vermutlich handelt es sich auch hier um eine Bettlerin, der Klimt zufällig auf der Straße begegnet sein könnte.

    Radikalität der Farbigkeit

    Ein weiterer Grund, weshalb das Gemälde Mutter mit zwei Kindern (Familie) aus Klimts übrigem Schaffen herausragt, liegt in seiner farbigen Gestaltung. Ein undurchdringlicher, dunkler Farbton liegt auf den Decken oder Umhängen, in die die drei Figuren gehüllt sind, und bestimmt auch den Hintergrund. Einzig die Gesichter der drei Personen heben sich vor dieser dunklen Folie hell und inselhaft ab. Keinerlei dekorative Elemente unterbrechen die dunklen Zonen, weder in den Textilien noch im Hintergrund finden sich Andeutungen von ornamentalen oder figuralen Akzenten.

    Eine solche radikale farbige Reduktion auf Nicht-Farben und der Verzicht auf jegliches Ornament überraschen außerordentlich. Bildet doch das Jahr der Entstehung des Gemäldes, 1909, einen Höhepunkt und zugleich Ausklang von Klimts sogenannter Goldener Periode, einer Zeit, in der Klimt viele Bilder unter Verwendung von Blattgold schuf, aber ebenso zahlreiche Werke, in denen er in reichem Maß farbiges Ornament zum Einsatz brachte. Im gleichen Jahr malte Klimt unter anderem das reich ornamentierte Gemälde Judith II (Salome)[9] und begann vermutlich noch in diesem Jahr mit der Arbeit an der großformatigen, starkfarbigen Allegorie Tod und Leben[10]. Ebenfalls in diesem Jahr konnte Klimt nach langem künstlerischen Ringen auch den Entwurf für den Fries im Speisesaal des Palais Stoclet in Brüssel vorlegen, ein Höhepunkt seiner mosaikhaften Ornamentgestaltung.

    Dennoch fand Klimt zur gleichen Zeit gelegentlich auch Gefallen an einem tiefschwarzen Kolorit, das er in einigen Gemälde bildbeherrschend zum Einsatz brachte. Und zwar vorzugsweise in der Gattung der von ihm hoch geschätzten Darstellung von Modedamen. So hüllte er in dem 1907 geschaffenen Gemälde Freundinnen I (Die Schwestern) die beiden Protagonistinnen in lange schwarze Mäntel, deren elegante, modische Schnitte sich an das kühne schmale Hochformat anpassen und auch noch Platz für ornamentale Accessoires bieten, die der Meister in die schwarzen Flächen punktuell einfügte (Abb. 3).[11] Die Gesichter der beiden Modedamen heben sich hell und maskenhaft vor der tiefdunklen Umgebung ab, durchaus vergleichbar mit den inselhaft aus ihren Umhängen herausragenden Köpfen der Mutter und der Kinder im Gemälde Mutter mit zwei Kindern (Familie).

    Auch die modisch gekleidete Dame im Damenbildnis in Rot und Schwarz präsentiert sich in einer nahezu gänzlich schwarzen Garderobe (Abb. 4).[12] Schwarzes Kleid, schwarze Pelzstola und ein großer schwarzer Hut, unter dem das helle rote Haar der eleganten Schönheit hervorlugt – ein Farbkontrast, dem das Werk seinen Titel verdankt. Eingerahmt vom Schwarz der Kleidung und angesichts eines gleichfalls dunklen, farbig-gedämpften ornamentalen Hintergrunds erstrahlen das Gesicht der Dame und die zarten Finger der linken Hand wie weiße Ornamentformen.

    Das Damenbildnis in Rot und Schwarz war eines der sieben Gemälde, die gemeinsam mit einer großen Zahl an Zeichnungen auf der bereits erwähnten Klimt-Personalausstellung, die von 25. November bis 19. Dezember 1910 in der Galerie Miethke in Wien stattfand, zu sehen waren. Die Galerie Miethke hatte zu diesem Zeitpunkt unter ihrem künstlerischen Leiter, dem Maler Carl Moll, die Alleinvertretung für den Verkauf von Klimts Werken inne. Wie das Gemälde Mutter mit zwei Kindern (Familie) wurde auch Damenbildnis in Rot und Schwarz auf dieser Ausstellung erstmals dem Wiener Publikum präsentiert.

    Wirkung auf Egon Schiele

    Häufig wird in der Literatur über Egon Schiele darauf hingewiesen, dass Klimts Gemälde Mutter mit zwei Kindern (Familie) einen wichtigen Impuls auf Schiele ausgeübt haben könnte. Bekanntlich respektierte und unterstützte Klimt seinen fast dreißig Jahre jüngeren Künstlerkollegen. Er lud den damals Neunzehnjährigen etwa zur Teilnahme an der Internationalen Kunstschau 1909 ein, eine Einladung, der Schiele gleich mit vier Gemälden Folge leistete, in denen er sehr deutlich auf Klimts Stil reagierte.[13] 1913 wurden Schiele und einige weitere ehemalige Mitstreiter der Neukunstgruppe Mitglieder im sogenannten Bund österreichischer Künstler, der Gruppe um Gustav Klimt. Manche, wie Tobias G. Natter, sprechen sogar von einer wechselseitigen Beeinflussung zwischen Klimt und Schiele.[14] Häufig wird auf die formalen Ähnlichkeiten zwischen Klimts Mutter mit zwei Kindern (Familie) und Schieles Gemälde Tote Mutter I (Abb. 5) hingewiesen.[15] Den Erinnerungen von Arthur Rössler zufolge hatte Schiele das kleinformatige Bild im Dezember 1910 gemalt, also zur gleichen Zeit, als die bereits erwähnte Klimt-Ausstellung in der Galerie Miethke in Wien lief. Ziemlich sicher hatte Schiele diese Schau besucht. Es wäre gut nachvollziehbar, wenn ihn das Gemälde Mutter mit zwei Kindern (Familie) mit seinem radikalen dunklen Kolorit und auch mit dem Thema der Darstellung einer ärmlichen Familie besonders beeindruckt haben sollte. Allerdings konnte Klimts Gemälde wohl nur in formaler Hinsicht für Schiele einen Impuls liefern, denn Schieles tief melancholisches Gemälde Tote Mutter I, bei dem eigentlich das im Mutterleib geborgene Kind das Zentrum der Darstellung bildet, eröffnet völlig neue, expressive Aspekte, die Klimt fremd waren.[16]

    Einige Jahr später ergeben sich neuerlich formale Parallelen zwischen Klimts Mutter mit zwei Kindern (Familie) und Schieles Arbeiten, nämlich in dessen Werkgruppe „Mutter mit zwei Kindern“. In den Jahren 1914 und 1915 variierte Schiele dieses Thema in insgesamt drei Fassungen, wobei er die dritte Fassung erst 1917 zum Abschluss brachte.[17] In dieser Gruppe stellt Schiele eine Mutter dar, die zwei Kinder in den Armen hält. Die größte formale Nähe zu Klimts Mutter mit zwei Kindern (Familie) zeigt Schieles Mutter mit zwei Kindern II (Abb. 6), ein Werk, das Schiele aus nicht bekannten Gründen in unvollendetem Zustand belassen hat.[18] Möglicherweise hatte sich Schiele erneut von Klimts Gemälde inspirieren lassen, nachdem er gemeinsam mit Klimt im Frühjahr 1913 in Budapest ausstellte, wo Klimt mit zehn Gemälden, darunter auch Mutter mit zwei Kindern (Familie), und Schiele mit drei Gemälden vertreten war.[19]

     

    Anmerkungen

    Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 163 (Mutter mit zwei Kindern [Familie], 1909/10); Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 199 (Familie, 1909/10); Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Wien 2012, WVZ-Nr. 188 (Die Familie [Auswanderer], 1909/10); Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/8273-2345 (Mutter mit zwei Kindern [Familie], 1909/10) (zuletzt besucht am 8.8.2023).

    Ludwig W. Abels, „Klimt – Hettner – Raffaeli – Palmié“, in: Pester Lloyd, 15.12.1910, S. 1.

    Armin Friedmann, „Bildende Kunst“, in: Wiener Abendpost. Beilage zur Wiener Zeitung, Nr. 274, 1.12.1910, S. 1–2.

    Plein-air, „Kunstausstellungen“, in: Wiener Sonn- und Montags-Zeitung, 48. Jg., Nr. 49, 5.12.1910, S. 2–3.

    Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 224.

    Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 2: 1904–1912, Salzburg 1982, WVZ-Nr. 1865.

    Ebd., WVZ-Nr. 1866–1868.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 195; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 184.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 193; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 182.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 206; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 193.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 185; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 175.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 186; Natter 2012 (wie Anm. 1), WVZ-Nr. 176.

    Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 4), Nr. 106; Natter 2012 (wie Anm. 4), Nr. 95. Siehe dazu: Markus Fellinger, „Gustav Klimt, Dame am Kamin“, https://sammlung.belvedere.at/objects/4185/dame-am-kamin (zuletzt besucht am 1.7.2026).

    Franz Smola, „Egon Schieles Gemälde Jugendströmung – Neue Erkenntnisse zu Schieles Beitrag auf der Internationalen Kunstschau Wien 1909“, in: Verena Gamper / Hans-Peter Wipplinger (Hg.), Egon Schiele. Milieus und Perspektiven. Tagungsband zum 4. Egon Schiele-Symposium im Leopold Museum, Leopold Museum-Privatstiftung, Wien 2022, S. 8–19.

    Natter 2012 (wie Anm. 1), S. 257–258.

    Jane Kallir, Egon Schiele. The Complete Works, New York 1990, 2. erweiterte Auflage 1998, S. 295–296, Nr. P.177.

    Rudolf Leopold (Hg.), Egon Schiele. Die Sammlung Leopold, Wien, Wien 2009, S. 74–76.

    Stephanie Auer, „Mutter mit zwei Kindern III, 1915–17“, in: Stella Rollig / Kerstin Jesse (Hg.), Egon Schiele. Wege einer Sammlung (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München 2018, S. 227–231.

    Kallir 1990 (wie Anm. 15), Nr. P.287.

    András Zwickl, „Das siegreiche Vordringen der modernen Bestrebungen. Kunst aus Österreich im Müvészház (Künstlerhaus)“, in: Wilfried Seipel (Hg.), Zeit des Aufbruchs. Budapest und Wien zwischen Historismus und Avantgarde (Ausst.-Kat. Kunsthistorisches Museum, Wien), Mailand 2003, S. 513–523, hier S. 516–517.


    Abbildungen

    • [1] Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908–1914, 4. Lieferung (1913?), Taf. 10 (Familie [Besitzer: Der Künstler]).
    • [2] Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, S. 613f., WVZ-Nr. 188 (angegebene Provenienz: ab 1914 Wien, Heinrich Mayer; nach dessen Tod 1938 an seine Gattin Helene Mayer, Wien).
    Further Notes

    Monika Mayer ORCID logo und Franz Smola ORCID logo

    In der wahrscheinlich 1913 erschienenen vierten Lieferung des vom Verlag der Galerie Miethke herausgegebenen Werk Gustav Klimts ist als Besitzer „Der Künstler“ angeführt.[1] In den drei Klimt-Werkverzeichnissen von Fritz Novotny / Johannes Dobai,[2] Alfred Weidinger[3] und Tobias Natter[4] wird unter Provenienz als Erstbesitzer ohne Beleg jeweils Heinrich Mayer angeführt.

    Im Katalog der Ausstellung Deutsch-Böhmischer Künstlerbund im Künstlerhaus Rudolfinum in Prag Anfang des Jahres 1914 ist das Bild als um 5.000 Kronen verkäuflich gelistet.[5] Nachweisbar im Jahr 1928 befand es sich im Eigentum des Wiener Oberbaurats Heinrich Mayer (1864–1938), der das Bild gemeinsam mit Klimts Sonnenblume für die Klimt-Gedächtnis-Ausstellung in der Secession als Leihgabe zur Verfügung stellte (Abb. 1).[6] Nach Heinrich Mayers Tod 1938 gelangte das Bild laut Tobias G. Natter im Erbweg an seine Witwe Helene Mayer,[7] nach deren Tod an ihren Neffen Richard Parzer (1902–1978), der es 1978 an seinen Sohn Peter Parzer (1937–2010) vererbte.

     

    Anmerkungen

    Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908/14, 4. Lieferung (1913?), Taf. 10 (Familie [Besitzer: Der Künstler]).

    Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 347, WVZ-Nr. 163 (Sammlung Ing. Heinrich Meyer [sic!], Wien / Privatbesitz).

    Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, S. 292, WVZ-Nr. 199 (Heinrich Meyer [sic!], Wien; Richard Parzer, Wien).

    Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 188 (ab 1914 Wien, Heinrich Mayer; nach dessen Tod 1938 an seine Gattin Helene Mayer, Wien; nach deren Tod 1946 an Richard Parzer Wien, den Neffen von Heinrich Mayer; nach dessen Tod an seinen Sohn Peter Parzer, Wien; nach dessen Tod 2011 als dessen Legat an das Belvedere, Wien).

    Ebd., S. 128f.

    Deutschböhmischer Künstlerbund (Ausst.-Kat. Rudolfinum Prag), Prag 1914, Kat.-Nr. 25 (Rodina / Familie).

    Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA), Künstlerhaus-Archiv Wien, KH-3.A1-Klimt_062, Empfangsbestätigung, 6.8.1928.

    Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 188.


    Abbildungen

    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • 9. Esposizione Internazionale d’Arte della Città di Venezia, Palazzo dell’Esposizione, Venedig 22.4.–31.10.1910
    • Gustav Klimt, Galerie H. O. Miethke, Wien 23.11.–18.12.1910
    • Bund Österreichischer Künstler és Gustav Klimt. Gyüjteményes kiállitására, Művészház, Budapest 8.3.–6.4.1913
    • 3. Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Kunsthalle Mannheim 4.5.–30.9.1913
    • Deutsch-Böhmischer Künstlerbund, Künstlerhaus Rudolfinum, Prag Jänner 1914 – Februar 1914
    • 99. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung, Secession, Wien 27.6.–5.8.1928
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938, Akademie der bildenden Künste, Wien März–April 1948
    • 29. Esposizione internazionale d’arte, la Biennale di Venezia, Venedig 14.6.–19.10.1958
    • Wien um 1900, Secession, Wien 5.6.–30.8.1964
    • Klimt. Alle origini di un mito, Palazzo Reale, Mailand 12.3.–13.7.2014
    • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Tokyo Metropolitan Art Museum, Tokyo 23.4.–10.7.2019
    • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Toyota Municipal Museum of Art, Toyota 23.7.–14.10.2019
    • Gallen-Kallela. Klimt & Wien, Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki 26.9.2025–1.2.2026

      Werkverzeichnisse

    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 148 (Familie [Mutter, Witwe, Auswanderer], 1910)
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ- 163 (Mutter mit zwei Kindern [Familie], 1909/10)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 199 (Familie, 1909/10)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 188 (Die Familie [Auswanderer], 1909/10)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.), Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/8273-2345 (Mutter mit zwei Kindern [Familie], 1909/10)
    • Literatur

    • IX. Esposizione internazionale d’arte della città di Venezia. Catalogo (Ausst.-Kat. Biennale, Venedig), 3. Auflage, Venedig 1910, Kat.-Nr. 22 (Famiglia)
    • Gustav Klimt. November–Dezember 1910 (Ausst.-Kat. Galerie H. O. Miethke, Wien), Wien 1910, Kat.-Nr. 4 (Familie)
    • Anonym, „Ausstellungen. Die Galerie Miethke“, in: Der Cicerone, 2. Jg., 1910, S. 850
    • Armin Friedmann, „Bildende Kunst“, in: Wiener Abendpost. Beilage zur Wiener Zeitung, Nr. 274, 1.12.1910, S. 1–2
    • Plein-air, „Kunstausstellungen“, in: Wiener Sonn- und Montags-Zeitung, 48. Jg., Nr. 49, 5.12.1910, S. 2–3
    • Ludwig W. Abels, „Klimt – Hettner – Raffaeli – Palmié“, in: Pester Lloyd, 15.12.1910, S. 1
    • Bund Österreichischer Künstler és Gustav Klimt. Gyüjteményes kiállitására (Ausst.-Kat. Művészház, Budapest), Budapest 1913, Kat.-Nr. 77 (A család [Die Familie], verkäuflich 15.000 Kronen)
    • Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes 1913 (Ausst.-Kat. Kunsthalle Mannheim), Mannheim 1913, Kat.-Nr. 196 (Die Familie)
    • Willy E. Storck, „Die Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Mannheim 1913“, in: Die Kunst. Monatshefte für freie und angewandte Kunst, 1913/14 (i. e. Bd. 27 von Die Kunst für Alle), S. 491
    • Deutschböhmischer Künstlerbund (Ausst.-Kat. Rudolfinum, Prag), Prag 1914, Kat.- 25 (Familie, verkäuflich 5.000 Kronen)
    • Galerie H. O. Miethke (Hg.), Das Werk Gustav Klimts, Wien 1908–1914, 4. Lieferung (1913?), Taf. 10
    • Kunstverlag Hugo Heller (Hg.), Das Werk von Gustav Klimt, Wien / Leipzig 1918, 4. Lieferung, Taf. 10
    • Max Eisler, Gustav Klimt, Wien 1920, S. 43
    • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1928, Kat.-Nr. 53 (Familie)
    • Entwicklung der österreichischen Kunst von 1897 bis 1938. Malerei – Plastik – Zeichnungen (Ausst.-Kat. Akademie der bildenden Künste, Wien), Wien 1948, S. 12
    • Emil Pirchan, Gustav Klimt, Wien 1956 (veränderte Neuauflage), Abb. 94
    • 29. Biennale internazionale d’arte (Ausst.-Kat. Biennale, Venedig), 2. Auflage, Venedig 1958, Kat.-Nr. 11 (Famiglia Povera)
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 20
    • Franz Glück (Hg.), Wien um 1900 (Ausst.-Kat. Secession / Künstlerhaus / Historisches Museum der Stadt Wien), Wien 1964, Kat.-Nr. 51
    • Fritz Novotny, „Einführung“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 45
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 224–225, Kat.-Nr. 77 (Alfred Weidinger)
    • Balthazar Pagani (Hg.), Alle origini di un mito (Ausst.-Kat. Palazzo Reale, Mailand), Mailand 2014, Kat.-Nr. 110, Abb. S. 189
    • Agnes Husslein-Arco / Jane Kallir / Alfred Weidinger (Hg.), Klimt, Schiele, Kokoschka und die Frauen (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2015, Kat.-Nr. 61, Abb. S. 120
    • Stella Rollig / Kerstin Jesse (Hg.), Egon Schiele. Wege einer Sammlung (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München 2018, S. 227 (Stephanie Auer), Abb. S. 229
    • The Asahi Shimbun (Hg.), Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900 (Ausst.-Kat. Tokyo Metropolitan Art Museum; Toyota Municipal Museum of Art), Tokyo 2019, Kat.-Nr. 120, Abb. S. 241
    • Hanne Selkokari / Lene Wahlsten (Hg.), Gallen-Kallela, Klimt & Wien (Ausst.-Kat. Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery, Helsinki), Helsinki 2025
    Restoration

    Stefanie Jahn ORCID logo

    Dunkel umhüllt erscheinen die beiden schlafenden Kinder und ihre Mutter in Klimts Werk aus dem Besitz der Familie Parzer. Auf den ersten Blick blitzen nur die drei Gesichter hervor, bei genauerer Betrachtung ist jedoch zu erkennen, dass die Mutter das jüngere Kind im Arm hält. Der Unterschied der Farbzonen macht sich nicht nur im starken Kontrast zwischen Hell und Dunkel bemerkbar, sondern zeigt sich auch im technischen Aufbau. Wurden der Hintergrund und die Gewänder der Dargestellten mit raschen, groben Pinselstrichen aufgebaut, zeigt im Gegensatz dazu die Infrarotreflektografie bei den Gesichtern eine zarte, präzise Unterzeichnung (Abb. 1). Die Münder, Augen und Nasen wurden mit einem dünnen Haarpinsel und einer stark verdünnten dunklen Farbe auf eine helle Grundierung aufgebracht (Abb. 2) (Abb. 3). Die Grundierung sowie die Unterzeichnung wurden in der darauffolgenden Malphase mit Ölharzfarben nicht gänzlich übermalt, sondern stellen wichtige Gestaltungselemente dieses Werks dar. Die trocken gehaltenen Ölharzfarben legte Klimt bei den Gesichtern mittels unzähliger einzelner pastoser Pinselstriche auf, welche in ihrer Summe eine Modellierung der einzelnen Partien hervorbringen (Abb. 4) (Abb. 5).

    Bei der Untersuchung des Werks mit ultraviolettem Licht ist festzustellen, dass es in der Vergangenheit mit einem Naturharzfirnis überzogen wurde. Dieser fluoresziert unter Bestrahlung in einem milchigen Blauton. Neben dem organischen Überzug zeigen auch bestimmte Pigmente und Bindemittel Fluoreszenzerscheinungen. Die grüne Signatur des Künstlers, welche im Auflicht im dunklen Hintergrund zu verschwinden scheint, wird durch die Anregung mittels UV-Licht deutlich lesbar.