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Red Sketchbook

Rotes Skizzenbuch
Red Sketchbook
Red Sketchbook
Gustav Klimt, Rotes Skizzenbuch, 1898, In rotes Leder gebundenes Büchlein, Zeichnungen und Notizen mit Bleistift und ein Schwarzweiß-Foto, Skizzenbuch: 14,3 × 9,2 × 1,4 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 8508
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Red Sketchbook

  • Date1898
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typeDrawing
  • MediumBooklet bound in red leather, drawings and notes in pencil and a black and white photo
  • Dimensions
    Skizzenbuch: 14,3 × 9,2 × 1,4 cm
  • Inventory number8508
  • Location Currently not on display

  • Gustav Klimt used this red leather-bound sketchbook beginning in 1898 to capture his spontaneous ideas, including sketches for the works Nuda Veritas (1899), Judith I (1901), Will-o’-the-Wisp (1903), Philosophy (1900), and Jurisprudence (1903). The booklet turned up in the estate of Sonja Knips, one of Klimt’s most prominent patrons. In her portrait, dated 1898, Knips can be seen holding the sketchbook. The artist probably presented it to her either during or immediately after the portrait sessions. Historical records suggest that Klimt used many red sketchbooks like this one, but almost all were lost in a fire at Emilie Flöge’s apartment in 1945.
  • Essay

    Rotes Skizzenbuch
    Markus Fellinger ORCID logo

    Das Skizzenbuch

    Dieses kleine, in rotes Leder gebundene Skizzenbuch ist eines von nur zwei erhalten gebliebenen Skizzenbüchern des Künstlers und daher für die kunsthistorische Forschung zu Klimt von unschätzbarem Wert. Das Skizzenbuch enthält Studien zu einigen Schlüsselwerken der Jahre um 1900. Dazu zählen die Gemälde Die Philosophie, Die Jurisprudenz, Nuda Veritas, Irrlichter und Judith, dazu weitere Skizzen, die im Zusammenhang mit Bewegtes Wasser und Schwarzer Stier stehen, und eine kleinere Anzahl von Studien, die zu bisher unbekannten Arbeiten oder ohne direkten Bezug zu Gemälden entstanden sind. Es umfasst 81 Skizzen auf 145 Seiten, wobei fünf fehlende Blätter (zehn Seiten) feststellbar sind, die wahrscheinlich noch von Klimt selbst herausgetrennt wurden und seither verschollen sind.[1] Klimt verwendete das Skizzenbuch nach der bisherigen Datierung der meisten Expert*innen zwischen Herbst 1897 und 1899/1900, nach einer neuen Hypothese des Verfassers zwischen Juni und November 1898 (siehe unten). Dieser Zeitraum fällt in eine der spannendsten Phasen von Klimts Schaffen. Im April 1897 war die Wiener Secession gegründet worden, die mit Klimt als ihrem ersten Präsidenten im Frühjahr 1898 mit großem Erfolg ihre erste Ausstellung veranstaltete und seit Jahresbeginn die Kunstzeitschrift Ver Sacrum herausgab. Zugleich errichtete die Secession ihr Ausstellungsgebäude, das im November 1898 mit der zweiten Ausstellung der Secession eröffnet wurde. Währenddessen erhielt Klimt im Sommer 1898 gemeinsam mit Franz Matsch den endgültigen Auftrag zur Ausführung der Deckenbilder für den Festsaal der Wiener Universität. Seine drei monumentalen „Fakultätsbilder“, Die Philosophie, Die Medizin und Die Jurisprudenz, betrachtete Klimt zweifellos als die Schlüsselwerke seiner Laufbahn. Klimt, der im Sommer 1898 sechsunddreißig Jahre alt wurde, war entschlossen, die Wiener Kunst aus dem Dämmerzustand des späten Historismus herauszureißen und zu einem neuen Frühling, einem Ver Sacrum, zu führen. Unter den Eindrücken aus den Ausstellungen der Secession und dem engen Kontakt mit ihren in- und ausländischen Mitgliedern entwickelte sich sein Stil immer rasanter zu dem modernen Symbolismus, der in der Goldenen Periode (1901–1909) seinen Höhepunkt finden sollte.

    Der besondere Wert des Skizzenbuchs liegt in den Einblicken, die es in Klimts kreativen Entwurfsprozess bietet. Im Gegensatz zu den zahlreichen bekannten Atelierzeichnungen auf Einzelblättern, die zum Großteil aus Akt- oder Porträtstudien einzelner Figuren bestehen, hielt Klimt in seinen Skizzenbüchern vor allem flüchtige Ideen und Eindrücke fest. Das Rote Skizzenbuch zeigt sehr deutlich, dass er darin hauptsächlich an der Entwicklung von kompositorischen Aspekten seiner Gemälde arbeitete. Er legte hierfür zunächst das Bildformat durch Rahmenlinien fest und skizzierte dann in dieses Bildfeld seine Ideen. Schon dadurch unterscheiden sich die Studien im Skizzenbuch deutlich von den meisten Einzelblättern, die mit dem ganzen Blatt arbeiten und in denen der kompositorische Bezug der Figuren zu den Blatträndern von großer Bedeutung ist.

    Eine wichtige Beobachtung ist auch, dass Klimt seine Gemälde stark von formal-kompositorischen Aspekten aus entwickelte. Das erschließt sich vor allem daraus, dass in vielen Skizzen die Abwägung der geometrischen Grundstruktur vor der Ausarbeitung der Figuren steht. So tauchen etwa in den Studien zu Die Philosophie neue Figuren erkennbar ausgearbeitet ebendort auf, wo in früheren Studien eine Häufung scheinbar unbestimmter Linien und Striche eine formale Verdichtung vorbereitet hatte.

    Die Erstbesitzerin Sonja Knips

    Das Rote Skizzenbuch stammt aus dem Besitz der Sonja Knips, deren Porträt Klimt im November 1898 erstmals in der 2. Ausstellung der Secession präsentiert und wahrscheinlich erst kurz zuvor fertiggestellt hatte (Abb. 1).[2] In diesem Porträt hält Knips ein kleines rotes Büchlein in Händen, bei dem es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um das gegenständliche Skizzenbuch handelt. Die Annahme, dass dieses ein Andenken des Künstlers war, wird auch dadurch gestützt, dass im Büchlein eine kleine Porträtfotografie des jungen Gustav Klimt eingelegt war (Abb. 2). Eine genauere Betrachtung der zahlreichen Zeichnungen zum Porträt und eine im Gemälde selbst deutlich sichtbare Änderung beweisen, dass sich Klimt offenbar bis zum Schluss nicht ganz sicher war, wie er die rechte Hand der Porträtierten gestalten sollte.[3] Sonja Knips selbst äußerte später dazu, dass Klimt es ihr im Zuge der Porträtsitzungen wegen des Farbeffekts in die Hand gegeben habe.[4]

    Die Frage der Datierung

    Die bisherigen Vermutungen zur Genese haben ihren Ursprung in einer Monografie, die Christian M. Nebehay dem Skizzenbuch widmete.[5] Da das Skizzenbuch seinen Analysen zufolge Zeichnungen zu Werken enthält, die (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung) in einen Zeitraum von 1895 bis 1903 (und fallweise noch darüber hinaus) datiert wurden, stellte er die Vermutung an, dass Klimt das Skizzenbuch zum Zeitpunkt der Schenkung an Sonja Knips erst teilweise gefüllt hatte und danach weiter benutzte.[6] Alice Strobl konnte einige Fehldeutungen Nebehays ausräumen und schränkte den Zeitraum auf „September 1897“ bis „1899, möglicherweise 1900“ ein.[7] Obwohl auch mit dieser zeitlichen Einordnung einige Ungereimtheiten bestehen bleiben, wurde sie in der Folge nicht mehr grundlegend in Frage gestellt.[8]

    Aus der bisherigen Vermutung, Klimt habe das Skizzenbuch im Laufe mehrerer Jahre verwendet und immer wieder neue Skizzen zu aktuell bearbeiteten Gemälden hinzugefügt, ergeben sich allerdings einige Probleme.[9] Das auffälligste davon ist die nach dieser Lesart völlig unlogische Anordnung der Skizzen. Eine der Entstehungszeit der Gemälde folgende chronologische Anordnung wäre demnach in keiner Form gegeben. Studien zu späteren Gemälden wären zwischen Entwürfen für längst abgeschlossene Gemälde platziert und Skizzen für dieselben Gemälde in verschiedenen Teilen des Büchleins verstreut. Klimt hätte völlig unmotiviert eine beliebige Anzahl von Seiten leer gelassen und diese Lücken teilweise erst Jahre später mit Skizzen für völlig andere Werke gefüllt. Das wird schon auf den ersten Seiten deutlich, wo zunächst zwei jedenfalls zwischen 1897 oder 1899 zu datierende Ideenskizzen für eine alternative Version der Nuda Veritas [erste Version als Tuschezeichnung für Ver Sacrum Ende 1897 oder Anfang 1898 (Abb. 3), zweite Version als Ölgemälde spätestens November 1899 vollendet (Abb. 4)] zu finden sind, gefolgt von einer Skizze für Irrlichter [spätestens 1899 begonnen, 1903 vollendet (Abb. 5)], einem Rahmenentwurf für Judith [spätestens 1899 begonnen, März 1901 vollendet (Abb. 6)] und dann drei Skizzen für Die Philosophie [erste Version im März 1900 vollendet (Abb. 7)]. Es ist schwer nachvollziehbar, warum Klimt ein Skizzenbuch im Laufe vieler Jahre immer wieder von Neuem zur Hand genommen und dabei jeweils an beliebiger Stelle im Büchlein weitergezeichnet haben sollte.

    Schon Strobl erkannte, dass die Skizzen zu Die Philosophie die Begutachtung der gemalten Fakultätsbilder-Entwürfe (Abb. 8 (Abb. 15) durch die gemeinsame Kunstkommission der Universität und des Unterrichtsministeriums am 26. Mai 1898 zur unmittelbaren Voraussetzung haben; sie sind daher jedenfalls vor der gegen Ende 1898 oder spätestens Anfang 1899 entstandenen Übertragungszeichnung zu Die Philosophie (Abb. 9) anzusetzen (siehe die näheren Erläuterungen dazu weiter unten). Allein dieser Umstand sollte zu einer Neubewertung anregen, denn Skizzen zu diesem Werk befinden sich im Skizzenbuch sowohl auf den ersten Seiten (die fünfte Zeichnung, Seite 11) als auch fast am Ende (die viertletzte Zeichnung auf Seite 139) und dazwischen lose verteilt auf den Seiten 13, 15, 21, 25, 27, 33, 49, 61, 63, 69, 71, 73, 79, 81, 83, 87, 89, 91, 97, 101, 103, 107, 109, 113 und 129 (Klimt zeichnete meist nur auf den ungeraden Seiten).[10] Auffällig ist dabei, dass die letzte Skizze zur Philosophie (Seite 139) der Komposition der gerasterten Übertragungszeichnung in der Sammlung des Wien Museums bereits sehr nahe steht.[11] In dieser Zeichnung hatte Klimt die endgültige Komposition festgelegt und mit dem Raster zur Übertragung auf die Leinwand vorbereitet. Insbesondere die Position und die Umrisse der Sphinx, die Klimt in den Zeichnungen des Skizzenbuchs vielfach variiert und ausgelotet hat, entsprechen der Übertragungszeichnung sehr genau.[12] Nur die Figuren der beiden Alten sind noch abweichend gelöst und das Liebespaar beim Geschlechtsakt fehlt noch in der letzten Skizze.[13] Es scheint damit auch klar, dass sämtliche Zeichnungen des Roten Skizzenbuchs zur Philosophie vor der Übertragungszeichnung anzusetzen sind, weil diese Figuren in keiner einzigen Skizze angedeutet sind. Außerdem sind keinerlei Skizzen zur Philosophie mit irgendeiner der später von Klimt während der malerischen Ausführung vorgenommenen Änderungen der Komposition in Verbindung zu bringen.

    Auch die Studien zu Irrlichter (Abb. 5) von der dritten Zeichnung auf Seite 7 bis zur letzten Zeichnung auf Seite 143 und Judith (Abb. 6) von Seite 9 bis 129 sind über fast das gesamte Skizzenbuch verteilt. Aufgrund dieser Umstände erscheint die Vermutung plausibel, dass die bisherigen Annahmen zur Genese des Skizzenbuchs unzutreffend sind und ein viel engerer Zeitraum in Betracht zu ziehen ist. Dieser wäre einerseits durch die von Strobl getroffene Einordnung der Skizzen zur Philosophie zwischen Anfang Juni 1898 (Annahme des Auftrags zur Umsetzung der Fakultätsbilder) und Ende des Jahres 1898 (Übertragungsskizze zur Philosophie) einzugrenzen. Eine noch weitergehende Eingrenzung ergibt sich, wenn man der naheliegenden und durch mündliche Überlieferung bestätigten Vermutung folgt, wonach Sonja Knips das Skizzenbuch schon während der Porträtsitzungen von Klimt geschenkt bekommen hat. Dadurch wäre die Beendigung des Skizzenbuchs jedenfalls einige Zeit vor Mitte November 1898 festgelegt, als das Porträt in vollendetem Zustand erstmals ausgestellt war. Diese Hypothese ergibt einen Zeitraum von wenigen Monaten, der in etwa zwischen Juni und Oktober 1898 anzunehmen ist.

    Dieser Theorie stehen auch Widersprüche entgegen, in denen wahrscheinlich auch die bisherigen Vermutungen zur Genese begründet liegen. Den gewichtigsten Einwand liefert die Skizze des Stiers auf Seite 29, anscheinend eine direkte Vorarbeit für das von zwei verschiedenen Quellen gesichert ins Jahr 1900 datierte Gemälde Schwarzer Stier (Abb. 10).[14] Es schien damit offensichtlich, dass Klimt das Skizzenbuch im Sommer 1900 in Litzlberg am Attersee dabei hatte, wo er, wie sich seine Nichte Helene Donner erinnerte, den Stier Martin als Modell seines Gemäldes auserkor.[15] Allerdings stimmt Klimts Zeichnung nicht in allen Details mit dem Gemälde des Stiers überein. Außerdem hatte Klimt schon zuvor das meist mit 1899 datierte Gemälde Kühe im Stall (Abb. 11) gemalt und im Katalog von Klimts Einzelausstellung in der Secession 1903/04 ist ein Bild mit dem Titel Fütterung und der Datierung 1898 verzeichnet.[16] Die Zeichnung im Roten Skizzenbuch könnte ebenso gut mit einem dieser beiden Werke im Zusammenhang stehen (sofern es sich nicht überhaupt um dasselbe Bild handelt). Kühe im Stall zeigt etwa ein in vergleichbarer Haltung stehendes Rind von der Seite, nur ist dieses großteils verdeckt von den beiden vorderen Kühen.

    Ein weiterer Einwand betrifft zwei Skizzen eines lesbischen Liebespaares mit einem Fisch auf den Seiten 57 und 59, die von Nebehay und Strobl mit der Tuschezeichnung Fischblut (Abb. 12) in Verbindung gebracht wurden, die im März 1898 in Ver Sacrum abgedruckt war.[17] Strobl sieht darin den Beweis, dass das Skizzenbuch schon 1897 in Verwendung war.[18] Allerdings lässt sich auch in diesem Fall die Hypothese entgegensetzen, dass Klimt diese Skizzen erst in Hinblick auf das Gemälde Bewegtes Wasser (Abb. 13) gezeichnet haben könnte. Der erste Zustand dieses Gemäldes war, ebenso wie das Bildnis Sonja Knips, erstmals in der zweiten Secessionsausstellung im November 1898 gezeigt worden und wird auch bisher einhellig mit 1898 datiert. Darüber hinaus handelt es sich bei den beiden Zeichnungen um nur äußerst lose mit den beiden Nixenbildern in Zusammenhang stehende erotische Fantasieskizzen, was schon durch den Umstand deutlich wird, dass eine der Figuren eindeutig in einem Fauteuil liegt.

    Die Zeichnung auf Seite 17, die Nebehay für einen Entwurf zur 1897 entstandenen Allegorie der Tragödie hielt, wurde von Strobl bereits wegen des abweichenden Formats als solche ausgeschlossen.[19] Ebenso die Skizze eines runden Ornaments, das Nebehay noch als eine Detailskizze zu Die Musik (Entwurf) aus dem Jahr 1895 deutete.[20] Beide Skizzen konnten seither nicht mehr mit bekannten Werken in Zusammenhang gebracht werden.

    Eine Fehldeutung Nebehays betrifft seine Zuordnung der beiden Skizzen Seite 53 und 99 zur Medizin.[21] Strobl ordnete davon Seite 99 schon korrekt den Irrlichtern zu, führt aber Seite 53 nach wie vor als Skizze zur Medizin.[22] Durch das annähernd quadratische Format kann aber diese Annahme ausgeschlossen werden, wenn auch die Figurengruppen eindeutig von der Komposition der Medizin abzuleiten sind. Es dürfte sich daher entweder um eine weitere Variante der Irrlichter oder um eine Ideenskizze zu einem bisher unbekannten Gemälde handeln.

    Inhaltliche Bezüge

    Das Rote Skizzenbuch enthält einerseits die ersten Schritte und Ideen Klimts zur Überarbeitung der Entwürfe für die Fakultätsbilder Die Philosophie und Die Jurisprudenz als Reaktion auf die Kritikpunkte der Kunstkommission, andererseits auch (nach Ansicht des Verfassers) gleichzeitig erfolgte Studien zu Bewegtes Wasser, Irrlichter, Judith und Nuda Veritas sowie einige Skizzen, die bisher keinen konkreten Gemälden zugeordnet werden konnten. Die (angenommene) Gleichzeitigkeit der Entwürfe für so viele verschiedene Gemälde zeigt auch die Verwobenheit des Entwurfsprozesses von Klimts Arbeiten untereinander. Es ist in Klimts Werk, und besonders im Fall der Fakultätsbilder, sehr häufig gut nachvollziehbar, dass er bestimmte Ideen aus früheren Werken in späteren wieder aufgreift und weiterentwickelt. In gleicher Weise zeigt nun das Rote Skizzenbuch, wie Klimt einzelne Figuren oder ganze Figurengruppen, die ihren Ursprung in den Fakultätsbildern Die Philosophie und Die Medizin haben, in mehreren Schritten zur Komposition der Irrlichter weiterentwickelt. Die Skizzen zu Irrlichter hängen wiederum in wechselseitiger Abhängigkeit mit Entwürfen zu einer bisher als Gemälde nicht bekannt gewordenen Bilderfindung von drei in Fauteuils beisammensitzenden Frauen zusammen.[23] Hier zeigt sich das formale Denken Klimts in besonders prägnanter Weise, denn bestimmte kompositorische Aspekte der Flächenaufteilung probiert Klimt zugleich in ganz verschiedenen Bildaufgaben. Besonders auffällig ist dabei das häufig wiederkehrende Viertelkreissegment im rechten unteren Bildbereich, das mal größer, mal kleiner, mal etwas horizontal gestreckt, mal zum Rechteck begradigt in den genannten Entwürfen zu Irrlichter und den sitzenden Frauen, aber auch in den Skizzen zur Jurisprudenz auf Seite 125 und 127 auftaucht. Es hat seine Entsprechung auch in der Sphinx des „Welträtsels“ in der Philosophie.

    Die Entwürfe zu Judith

    Die gleichzeitige Arbeit an den Kompositionen von Nuda Veritas (Abb. 4) und Judith (Abb. 6), insbesondere was die Rahmenentwürfe betrifft, ist ebenfalls aufschlussreich. Sie macht auch deutlich, dass Judith im Grunde einer früheren Entwicklungsstufe in Klimts Gesamtwerk entspricht, als es die abschließende Datierung mit 1901 anzeigt. Wenn auch die Ausführung des Gemäldes länger gedauert hat, so gehört der Entwurf doch weitestgehend in die Zeit von Werken wie Pallas Athene und Nuda Veritas, die noch in engem Zusammenhang zu den Entwürfen für Martin Gerlachs Allegorien. Neue Folge (1895–98) oder für die Supraporte Die Musik (1897/98) stehen.[24] Insbesondere rückt Judith damit auch zeitlich in die Nähe der mit 1897 datierten Allegorie der Tragödie, die dadurch als direkter kompositorischer Ausgangspunkt für Judith noch plausibler erscheint.[25] Die frühere Datierung wird durch eine neu entdeckte Quelle zusätzlich untermauert: Alfred Deutsch-German veröffentlichte am 1. Oktober 1899 einen Bericht von einem Atelierbesuch bei Klimt, in dem er Judith als beinahe vollendet beschreibt.[26] Dieser Umstand erstaunt aufgrund der Tatsache, dass Klimt das Bild zu seiner ersten Präsentation in der 10. Ausstellung der Secession im März 1901 erst einige Tage nach Ausstellungsbeginn nachreichen kann, weil es zur Eröffnung noch nicht ganz fertig geworden war.[27] Dass Deutsch-German die auffälligste Eigenheit des Bildes, die üppige Verwendung echten Blattgoldes, nicht erwähnt, legt die Vermutung nahe, dass Klimt dieses erst nach dem Besuch des Journalisten im Zuge einer umfassenden Überarbeitung hinzufügte.

    Die erste Skizze zu Judith ist ein Rahmenentwurf auf Seite 9. Weitere Rahmenentwürfe finden sich auf den Seiten 19, 37, 39, 85, 93, 95, 111 sowie 115–121. Kompositionsstudien zum Gemälde befinden sich darüber hinaus auf den Seiten 35 und 41, wobei die letzte mitsamt einem nicht ausgeführten Rahmenentwurf skizziert ist. Diese Zeichnung kommt der endgültigen Bildkomposition schon sehr nahe, nur der Hintergrund scheint noch eine andere Gestaltung zu zeigen und das Gewand bedeckt noch beide Brüste. Überraschenderweise entspricht die Haltung des linken Arms bereits der endgültigen Gestaltung, obwohl eine Infrarotreflektografie des Gemäldes eine abweichende Vorzeichnung mit einem höher angesetzten linken Unterarm zutage brachte.[28] Die rechte Brust ist dadurch von der Hand bedeckt, außerdem ist erkennbar, dass das transparente Kleid ursprünglich ebenfalls diese Brust verdecken sollte. Dies könnte darauf hindeuten, dass Klimt das Gemälde bereits in dieser Form begonnen hatte und die Skizzen den nachträglichen Änderungen dienten.[29] Dafür spricht auch, dass die weitaus meisten Skizzen zu Judith auf den Rahmenentwurf bezogen sind.

    Entwürfe zu Nuda Veritas und einer alternativen Version

    Das Skizzenbuch beginnt mit zwei Kompositionsstudien, die Nebehay in den Zusammenhang der Allegorie der Tragödie von 1897 stellt, die aber bereits von Alice Strobl als alternative Fassungen zu Nuda Veritas (Abb. 4) vermutet wurden.[30] Die unter der ersten Skizze angebrachte Inschrift „FRAV WAHRHEIT / WILL NIEMAND ERKENNEN“ deutet auf den Ursprung der Bildidee hin, nämlich das Fastnachtsstück Frau Wahrheit will niemand beherbergen von Hans Sachs, das im Wiener Burgtheater unter der Direktion von Klimts engem Freund Max Burkhard im Jahr 1894 erstaufgeführt wurde. Klimts Ateliergenosse Franz Matsch hatte im folgenden Jahr die Schauspielerin Katharina Schratt in zwei Bildern in dieser Rolle gemalt.[31]

    Auch zur spätestens im Herbst 1899 fertiggestellten Nuda Veritas selbst sind im Skizzenbuch mehrere Zeichnungen enthalten, von denen die letzte auf Seite 77 schon weitgehend mit dem ausgeführten Gemälde übereinstimmt. Sie variierten vor allem die Gestaltung des Hintergrundes, während die grundlegende Komposition inklusive der Figur bereits wie in der Ausführung festgelegt ist. Dass, wie schon Alice Strobl feststellte, die Skizzen zu Nuda Veritas sich jedenfalls nicht auf die Tuschezeichnung in Ver Sacrum von März 1898 (Abb. 3), sondern auf die Gemäldeversion beziehen müssen, zeigt schon die Inschrift auf der Skizze Seite 77.[32] Sie gibt (in verkürzter Form) die Inschrift des Gemäldes wieder, die Illustration für Ver Sacrum trug noch eine ganz andere Inschrift. Die Skizze auf Seite 77 kann somit kaum vor dem Frühjahr 1898 entstanden sein und dementsprechend datiert auch Strobl die Skizzen für Nuda Veritas ins Jahr 1898.[33]

    Die Entwürfe zu Irrlichter

    Das Gemälde Irrlichter (Abb. 5) wurde bisher nach den Angaben des Katalogs von Klimts Einzelausstellung in der Secession 1903/04 mit 1903 datiert. Doch auch dieses Werk erwähnt Deutsch-German bereits im Frühherbst 1899 ausführlich: „Die interessanteste Arbeit, schon deshalb, weil sie die Vorstudie zu den Universitäts-Deckenbildern sein soll, ist das Gemälde ‚Irrlichter‘. Das Auge sieht vorerst blau in blau und dann flackernde, tanzende Lichter. Kantige weibliche Figuren, halb im Ultramarin verschwommen, mit Hexenäuglein und schmalen Fingern, locken listig in den Sumpf. […] Mehr aber als die Weiber mit den Schlangenhaaren zieht die in vielen Nuancen zerfließende leuchtende Farbe an.“[34] Die spätere Datierung im Katalog der Klimt-Ausstellung der Secession 1903/04 rührt wahrscheinlich daher, dass Klimt das Gemälde vor dieser Ausstellung nochmals überarbeitet hat, wie mehrere andere Werke auch. Stilistisch ist jedoch der direkte Anschluss an das 1898 in der ersten Fassung vollendete, aber ebenfalls zwischen 1899 und 1903 erwiesenermaßen überarbeitete Gemälde Bewegtes Wasser (Abb. 13) deutlich erkennbar. Interessanterweise bezeichnet schon Nebehay den Entstehungszeitraum der Irrlichter mit 1898 bis 1903.[35] Zu diesem Bild sind auch weitere Zeichnungen Klimts bekannt, die sich stilistisch in die Zeit um 1898/99 einordnen lassen.[36]

    Die Entwürfe zu Die Philosophie

    Besonders aufschlussreich ist die Betrachtung der 27 Skizzen zu Die Philosophie (Abb. 7). Die gemeinsame Kunstkommission der Universität und des Unterrichtsministeriums hatte bei ihrer Begutachtung der gemalten Entwürfe für die Fakultätsbilder (Abb. 8) (Abb. 15) am 26. Mai 1898 einige Änderungswünsche zu Klimts Beiträgen geäußert.[37] Im Fall der Philosophie forderte sie eine größere Deutlichkeit in der Ausführung und eine etwas hellere Beleuchtung, durch die sich die Komposition besser erfassen ließe. Tatsächlich beschäftigt sich auch ein beträchtlicher Teil der Skizzen mit einer deutlicheren Gestaltung der Sphinx im rechten Bildteil. Dazu sind mehrere Skizzen enthalten, in denen Klimt die Hell-Dunkel-Verteilung studiert (Seite 63, 69, 83, 139). Die schrittweise Hinzufügung der Figuren der alten Frau und des alten Mannes im linken unteren Bildteil sollte das Thema des Lebenskreislaufs verdeutlichen, das im gemalten Entwurf nur von dem Menschenpaar mit dem Kleinkind links oben repräsentiert worden war. Zunächst fügte Klimt nur die Figur des alten Mannes links unten ein, in den späteren Skizzen wird diese in verschiedenen Positionen ausprobiert und mit weiteren angedeuteten Figuren kombiniert.

    Die Entwürfe zu Die Jurisprudenz

    Auch die im Vergleich dazu spärlichen Skizzen zu Die Jurisprudenz (Abb. 14) geben wichtige Hinweise zur Entwicklung der Komposition. Die erste Zeichnung zeigt noch wie im Entwurfsgemälde von 1897/98 (Abb. 15) die Figur der Themis mit dem erhobenen Schwert in einer fast die gesamte Höhe des Bildes einnehmenden Größe und ins Halbprofil gedreht (Seite 123). Bereits die nächste Zeichnung (Seite 125) zeigt aber eine völlig neue Kompositionsidee. Die Themis ist nun viel kleiner und in die rechte obere Ecke gerückt. Darunter ist ein Viertelkreis das dominierende Element, und unter dem oberen Bildrand findet sich eine waagrecht angeordnete Kombination von undeutlich skizzierten neuen Bildelementen. In der folgenden Zeichnung (Seite 127) ist der Viertelkreis durch eine rechteckige Form ersetzt und es scheinen in diesem Bereich neue Figuren angedeutet. Auffallend ist die ganz neue kompositorische Gestaltung mit einem betont tektonisch angelegten Liniennetz aus horizontalen und vertikalen Strichen, die bereits entfernt an die endgültige Komposition des Gemäldes erinnert. Klimt tilgt damit sehr rasch und konsequent die letzten Anleihen bei barocker Illusionsmalerei und gleicht den Entwurf formal den beiden anderen Fakultätsbildern an. Auch diese Skizzen scheinen jedoch, wie im Falle der Philosophie, durch die Änderungswünsche der gemeinsamen Kunstkommission des Unterrichtsministeriums und der Universität erklärbar. Diese hatte eine „stärkere Charakterisierung der Hauptfigur. Eine größere Ruhe in ihrer Stellung und eine entsprechende Änderung der in den unteren Partien des Bildes bemerkbaren Leere“ gefordert.[38] Die Drehung der Themis frontal zum Betrachter (oder möglicherweise ins Profil) und die im unteren Bildteil neu eingefügten Bildelemente bzw. angedeuteten Figuren entsprechen der Beschäftigung mit diesen Problemen.

    Anmerkungen

    Vor Seite 77 sind Reste von zwei fehlenden Blättern feststellbar und auch das vorletzte Blatt wurde herausgerissen, ein schmaler Rand ist davon noch verblieben. In der Lage von Seite 115 bis 130 fehlt ein ganzes Doppelblatt mit seinen insgesamt vier Seiten. Es ist nicht mehr feststellbar, an welcher Stelle der Lage sich das fehlende Doppelblatt befand. In der später von fremder Hand erfolgten handschriftlichen Nummerierung auf jeder rechten (ungeraden) Seite sind die fehlenden Blätter nicht berücksichtigt.

    Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 114; Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 126.

    Siehe dazu: „Gustav Klimt, Sonja Knips“, https://sammlung.belvedere.at/objects/3197/sonja-knips (zuletzt besucht am 1.7.2026). Die beiden bekannten Übertragungszeichnungen (Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 1: 1878–1903, Salzburg 1980, WVZ-Nrn. 423 und 424) sind in diesem Bereich noch sehr unklar, die Porträtierte scheint darin eher einen Brief zu halten. Allerdings hält Sonja Knips in zwei der erhaltenen Studien zum Porträt bereits ein kleines Büchlein in Händen (ebd., WVZ-Nrn. 418 und 422).

    Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 91, S. 306. Die wahrscheinlich erste Erwähnung des Skizzenbuchs erfolgte noch zu Lebzeiten Sonja Knips’ nach dem Ankauf ihres Porträts im Katalog der Neuerwerbungen des Belvedere: Neuerwerbungen, 1947–1959: Katalog der XLVI. Ausstellung der Österreichischen Galerie, Oktober–November 1959, Wien 1959, S. 28, Kat.-Nr. 102.

    Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Das Skizzenbuch aus dem Besitz von Sonja Knips, Wien 1987.

    Ebd., S. 20 und 43. Nebehay stellte sogar die Hypothese in den Raum, dass es Sonja Knips war, die Klimt eine „ganze Anzahl“ der hochwertigen leeren Büchlein geschenkt habe, wofür ihr Klimt im Gegenzug dieses eine wieder zurückschenkte, sobald es gefüllt war.

    Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 4: Nachtrag, Salzburg 1989, S. 73.

    So auch von Alfred Weidinger in: Alfred Weidinger / Agnes Husslein-Arco (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, Kat.-Nr. 17, S. 78–79.

    Der Verfasser hat dieses Problem erstmals 2019 in einem japanischsprachigen Katalogtext erörtert: Markus Fellinger, „Gustav Klimt, Red Sketchbook“, in: The Asahi Shimbun (Hg.), Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900 (Ausst.-Kat. Tokyo Metropolitan Art Museum; Toyota Municipal Museum of Art), Tokyo 2019, S. 144.

    Strobl 1989 (wie Anm. 7), S. 73. Der Datierung der Skizzen für Die Philosophie in die zweite Jahreshälfte 1898 folgt auch Marian Bisanz-Prakken: Marian Bisanz-Prakken / Hans Janssen / Gerard van Wezel, Toorop / Klimt. Toorop in Wenen. Inspiratie voor Klimt (Ausst.-Kat. Gemeentemuseum, Den Haag), Zwolle 2006, S. 109, Abb. 88 auf S. 107 (S. 87 des Skizzenbuchs).

    https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/143083-uebertragungsskizze-zum-fakultaetsbild-philosophie/ (zuletzt besucht am 23.1.2026).

    Siehe auch: Alice Strobl, „Die Entwürfe für Klimts Fakultätsbilder ‚Medizin‘ und ‚Philosophie‘“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 45–47.

    Zum Motiv des Liebespaares siehe: Marian Bisanz-Prakken, „Die frühesten Liebespaare im Werk Gustav Klimts – eine Erkundung“, in: Jörg Garms (Hg.), Festschrift für Wolfgang Georg Fischer zum 85. Geburtstag, Wien 2020, S. 12–20.

    https://onlinecollection.leopoldmuseum.org/objekt/5780-der-schwarze-stier/ (zuletzt besucht am 23.1.2026); Hansjörg Krug, „Gustav Klimt selbstredend“, in: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, Ausgabe XXL, S. 484, WVZ-Nr. 67; Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 255, Anm. 11.

    Ebd.

    Natter 2012 (wie Anm. 2), WVZ-Nr. 123; Weidinger/Seiser/Winkler 2007 (wie Anm. 2), WVZ-Nr. 136; XVIII. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession Wien. Kollektiv-Ausstellung Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1903, Kat.-Nr. 46. Das Bild wurde aus der Ausstellung in eine private Sammlung verkauft.

    Nebehay 1987 (wie Anm. 5), S. 48–51; Strobl 1989 (wie Anm. 7), S. 94, WVZ-Nr. 3397.

    Ebd.

    Nebehay 1987 (wie Anm. 5), S. 46; Strobl 1989 (wie Anm. 7), S. 98, WVZ-Nr. 3424.

    Nebehay 1987 (wie Anm. 5), S. 44. https://gkdb.link/7311-0972.

    Ebd., S. 84–89.

    Strobl 1989 (wie Anm. 7), S. 88, WVZ-Nr. 3373.

    Zeichnungen zu diesem Motiv auf den Seiten 23, 31, 142. Die Zeichnung auf Seite 142 ist entgegen Klimts Gewohnheit auf einer Verso-Seite gezeichnet und damit einer Skizze zu Irrlichter auf Seite 143 direkt gegenübergestellt.

    Schon Hevesi bemerkt anlässlich der ersten Ausstellung von Judith diese Nähe zu Pallas Athene und zu Nuda Veritas: Ludwig Hevesi, „Aus der Secession“ (29.3.1901), in: ders., Acht Jahre Secession (März 1897 – Juni 1905). Kritik – Polemik – Chronik, Wien 1906, S. 319.

    Siehe dazu den Beitrag von Markus Fellinger, „Gustav Klimt, Judith, https://sammlung.belvedere.at/objects/3492/judith (zuletzt besucht am 1.7.2026).

    adg. [Alfred Deutsch-German], „Im Atelier Gustav Klimmt’s [sic!]“, in: Neues Wiener Journal, 1.10.1899, S. 4: „Eine Judith mit funkelnden Dämonenaugen sieht dem letzten Strich entgegen.“.

    Ludwig Hevesi, „Aus der Secession“ (29.3.1901), in: ders., Acht Jahre Secession (März 1897 – Juni 1905). Kritik – Polemik – Chronik, Wien 1906, S. 319.

    Alfred Weidinger, „Judith“, in: Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 132, Abb. 3; Stefanie Jahn, „Gustav Klimt, Judith. Technologische Untersuchung“, https://sammlung.belvedere.at/objects/3492/judith (zuletzt besucht am 1.7.2026).

    Denkbar, aber weniger wahrscheinlich wäre auch, dass die abweichende Vorzeichnung eine zwischenzeitliche Änderung von Klimts Plänen anzeigt, die später wieder zugunsten des ursprünglichen Entwurfs verworfen wurde.

    Nebehay 1987 (wie Anm. 5), S. 46–47; Strobl 1989 (wie Anm. 7), S. 94, WVZ-Nrn. 3391 und 3392.

    www.theatermuseum.at/de/object/547021/ (zuletzt besucht am 22.1.2026); György Sebestyén, Burgtheatergalerie. 148 Künstlerporträts der „Ehrengalerie“ der Wiener Burgtheaters, Wien 1976, Abb. S. 104. In Letzterem hält Katharina Schratt einen ganz ähnlichen Handspiegel wie die Figuren in Klimts Gemälde und Zeichnungen.

    Strobl 1989 (wie Anm. 7), S. 83–84.

    Ebd.

    adg. [Alfred Deutsch-German] 1899 (wie Anm. 26), S. 4.

    Nebehay 1987 (wie Anm. 5), S. 52.

    Strobl 1980 (wie Anm. 3), WVZ-Nrn. 685 und 696, siehe dazu auch: ebd., S. 201–202.

    Alice Strobl, „Zu den Fakultätsbildern von Gustav Klimt“, in: Albertina-Studien, 2. Jg., 1964, Heft 4, S. 142.

    Ebd.


    Abbildungen

    • Sonja Knips.
    • vor 1968 Frau Hecht (?)
    • 1996 Ankauf Christian M. Nebehay, Wien
    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

  • Gustav Klimt, Kunsthaus Zürich 11.9.–13.12.1992
  • La destrucción creadora. Gustav Klimt, el Friso de Beethoven y la lucha por la liberdad del arte, Fundacion Juan March, Madrid 6.10.2006–14.1.2007
  • Gustav Klimt. Painting, Design and Modern Life, Tate Liverpool 30.5.–31.8.2008
  • Klimt. Nel segno di Hoffmann e della Secessione, Museo Correr, Venedig 24.3.–8.7.2013
  • Klimt – alle origini di un mito, Palazzo Reale, Mailand 12.3.–13.7.2014 (außer Katalog)
  • Au Temps du Klimt. La Sécession à Vienne, Pinacothèque de Paris 12.2.–21.6.2015
  • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Tokyo Metropolitan Art Museum, Tokyo 23.4.–10.7.2019
  • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Toyota Municipal Museum of Art, Toyota 23.7.–14.10.2019
    • Werkverzeichnisse

    • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 1: 1878–1903, Salzburg 1980, WVZ-Nr. 709 (Seite 41 des Skizzenbuchs)
    • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 4: Nachtrag, Salzburg 1989, WVZ-Nrn. 3334–3359, 3373, 3391–3405, 3412–3438, 3470–3471 (Skizzenbuch von Sonja Knips, 1897–1899/1900)
    • Literatur

    • Neuerwerbungen, 1947–1959: Katalog der XLVI. Ausstellung der Österreichischen Galerie, Oktober–November 1959 (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), Wien 1959, S. 28, Kat.-Nr. 102 (Bildnis Sonja Knips)
    • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 359, Abb. 461a auf S. 354
    • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Das Skizzenbuch aus dem Besitz von Sonja Knips, Wien 1987
    • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. 4: Nachtrag 1878–1918, Salzburg 1989, S. 73–74, 83–86
    • Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 252f., Kat.-Nr. Z 54a/b
    • Eva A. Mendgen, „Kunst und Dekoration. Bild und Rahmen im Werk von Franz von Stuck und Gustav Klimt“, in: dies. / Edwin Becker (Hg.), Perfect Harmony. Picture + Frame, 1850–1920 (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Kunstforum, Wien), Zwolle 1995, S. 120, 122 (Entwürfe zu Judith)
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), München et al. 2002, S. 67, 70, 228
    • Tobias G. Natter, Die Welt von Klimt, Schiele und Kokoschka. Sammler und Mäzene, Köln 2003, S. 30–31
    • Marian Bisanz-Prakken / Hans Janssen / Gerard van Wezel, Toorop / Klimt. Toorop in Wenen. Inspiratie voor Klimt (Ausst.-Kat. Gemeentemuseum, Den Haag), Zwolle 2006, S. 109, Abb. 88 auf S. 107 (S. 87 des Skizzenbuchs); S. 128, Abb. 98 auf S. 127 (S. 3 des Skizzenbuchs)
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Der Beethoven-Fries und die Kontroverse um die Freiheit der Kunst (Ausst.-Publ. Fundacion Juan March, Madrid), München et al. 2006, S. 74–75
    • Alice Strobl, „Die Entwürfe für Klimts Fakultätsbilder ‚Medizin‘ und ‚Philosophie‘“, in: Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Der Beethoven-Fries und die Kontroverse um die Freiheit der Kunst (Ausst.-Publ. Fundacion Juan March, Madrid), München et al. 2006, S. 27–47
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 78–79, Kat.-Nr. 17 (Alfred Weidinger)
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Klimt. Nel segno di Hoffmann e della Secessione (Ausst.-Kat. Museo Correr, Venedig), Mailand 2012, Abb. 2 und 3 auf S. 38
    • Giuseppe Scandiani (Hg.), Au temps du Klimt. La Sécession à Vienne (Ausst.-Kat. Pinacothèque de Paris), Paris 2015, Abb. S. 79
    • The Asahi Shimbun (Hg.), Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900 (Ausst.-Kat. Tokyo Metropolitan Art Museum; Toyota Municipal Museum of Art), Tokyo 2019, S. 144–147, Kat.-Nr. 64 (Markus Fellinger)