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Schloss Kammer on Lake Attersee III

The image shows a calm water surface that features some reflective elements. Several large trees stand closely together along the shore. Behind the trees, a building is visible, characterized by windows and a structure on the upper floor. This architecture appears to be situated near the water. Some flowers are visible in the foreground, contributing to the overall composition.

[AI-generated with ChatGPT]
Schloss Kammer on Lake Attersee III
The image shows a calm water surface that features some reflective elements. Several large trees stand closely together along the shore. Behind the trees, a building is visible, characterized by windows and a structure on the upper floor. This architecture appears to be situated near the water. Some flowers are visible in the foreground, contributing to the overall composition.

[AI-generated with ChatGPT]
Gustav Klimt, Schloss Kammer am Attersee III, 1909/1910, Öl auf Leinwand, 110 × 110 cm, Belvedere, Wien, Inv.-Nr. 4318
Diese Bilddateien werden ausschließlich für privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt. Für jegliche Art von Veröffentlichung/ kommerzieller Nutzung kontaktieren Sie bitte unsere Reproabteilung.
  • Schloss Kammer on Lake Attersee III

  • Date1911/1912
  • Artist Gustav Klimt (1862 Wien – 1918 Wien)
  • Object typePainting
  • MediumOil on canvas
  • Dimensions
    110 × 110 cm
  • SignatureSign. rechts seitlich: GUSTAV / KLIMT
  • Inventory number4318
  • Location Currently not on display
  • Credit Line1936 Widmung Adele und Ferdinand Bloch-Bauer, Wien

  • “Arrived safely, forgot my opera glasses—need them badly,” Klimt reported to his sister Hermine in 1915 from his vacation home on Lake Attersee. The artist’s need during his summer vacation for optical aids—a telescope as well as opera glasses—becomes apparent from this painting: the lakeside facade of Schloss Kammer. Klimt probably captured it on canvas from the opposite shore using a telescope. The zoom effect causes the trees, the low front wing, and the red roof of the main building behind to appear as if on a single plane. With its softly out-of-focus reflections, the lake portion also appears to be part of the resulting two-dimensional image.
  • Essay

    Schloss Kammer am Attersee III
    Markus Fellinger ORCID logo

    Das Motiv

    Die Ansicht zeigt den südlichen Seitentrakt von Schloss Kammer am Attersee und das Dach des dahinterliegenden großen Haupttraktes. Klimt malte das Motiv vom gegenüberliegenden Ufer der kleinen Bucht südlich des Schlosses aus einer Entfernung von knapp 200 Metern. Seit den Forschungen Anselm Wagners und Alfred Weidingers ist bekannt, dass Klimt Ansichten wie diese mithilfe eines Opernglases oder, im Fall von weiter entfernten Standpunkten, eines Fernrohrs malte.[1] Die in älterer Literatur anzutreffende Vermutung, Klimt habe seine Gemälde wie zum Beispiel Claude Monet von einem Boot aus gemalt, konnte damit überzeugend widerlegt werden.[2] Es ist sogar eine Fotografie bekannt, die Klimt auf dem Steg der Villa Paulick mit einem Fernrohr zeigt (Abb. 1), sowie eine Postkarte Klimts an Emilie Flöge, in der er erwähnt, dass er den dringend benötigten „Operngucker“ in Wien vergessen habe und seine Nichte ihn mitnehmen werde.[3] Schloss Kammer war ein beliebtes Motiv für Ansichtskarten und auch in Klimts eigener Korrespondenz haben sich Karten erhalten, die das Schloss von annähernd demselben Standpunkt aus zeigen, allerdings mit erheblich weiterem Blickwinkel.[4]

    Der Zoomeffekt des Fernglases bewirkt, insbesondere durch den stark verengten Bildausschnitt, eine Projektion der räumlichen Verhältnisse in die Bildfläche und dadurch eine kompositorische Vereinheitlichung und Angleichung der Bildmotive. Auch die Wasserfläche des Sees fügt sich mit ihren vertikalen Spiegelungen in die horizontale Staffelung der Raumebenen ein. Carl Moll berichtet gegen Ende seines Lebens, dass ihm Klimt genau diesen Zweck des Einsatzes des Fernrohrs am Beispiel des Bildes Kirche in Unterach erklärt habe.[5] Klimt behauptete nach Moll, dass er diesen Effekt selbst „vor der Natur“ entdeckt habe, wahrscheinlicher scheint aber, dass ihn einer der mit ihm eng befreundeten Fotografen Moriz Nähr, Hugo Henneberg und Friedrich Viktor Spitzer beraten hat.

    Koloristisch folgt das Bild der schon mehrfach zuvor erprobten Kombination weitgehend ungemischter oder mit etwas Weiß abgetönter Grundfarben: von Grün, Blau und Violett für die Vegetation und ihre Spiegelung im See mit Gelb, Rot und Braun für die architektonischen Elemente. Um die Kompositionselemente farblich stärker ineinander zu verschränken, fügte Klimt den Bäumen und Sträuchern auch etwas vom Gelb der Fassade hinzu und im Gegenzug den architektonischen Motiven Glanzlichter in Grün, Blau und Violett. Die Rosenbüsche am Ufer sorgen für kleinere Farbakzente. Die Farben sind weitgehend sparsam auf der grundierten Leinwand aufgetragen, die in vielen Bereichen noch zwischen den Pinselstrichen deutlich sichtbar durchscheint. Ebenso sind Unterzeichnungen mit freiem Auge erkennbar, die mit einem schwarzen Stift gezogen und teilweise mit dem Pinsel in Ölfarben nachgezogen sind. Bei den architektonischen Details tragen diese auch als Konturen zum Bildeindruck bei.

    Datierung

    Zur Datierung dieses Bildes sind bisher keine dokumentarischen Anhaltspunkte bekannt geworden. Ältere Werkverzeichnisse erwähnen keine Ausstellungen zu Klimts Lebzeiten, die vorhandene Signatur deutet aber darauf hin, dass es schon vor dem Tod des Künstlers vom Erstbesitzer Ferdinand Bloch-Bauer erworben wurde, denn Klimt signierte seine Gemälde meist erst kurz vor dem Verkauf oder einer Ausstellungsteilnahme, und es ist auch nicht in der Nachlassausstellung der Galerie Gustav Nebehay 1919 nachweisbar.

    Die Reihe der insgesamt fünf Ansichten des Wasserschlosses Kammer am Attersee begann Klimt im Sommer 1908, als er sein Urlaubsdomizil erstmals nicht mehr in Litzlberg am Westufer des Attersees, sondern am nordöstlichen Ufer in der Villa Oleander in Kammer bezog. Das Haus befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Schloss. Bis 1912, dem letzten Jahr, in dem er in der Villa Oleander wohnte, entstanden fünf Gemälde, die das Schloss aus jeweils unterschiedlicher Richtung und mit ganz verschiedenen kompositorischen und stilistischen Schwerpunkten wiedergeben. Dazu malte Klimt noch zwei Ansichten des Schlossparks, auf denen das Gebäude selbst nicht zu sehen ist. Das früheste Gemälde, Schloss Kammer am Attersee I (Wasserschloss) ist aufgrund von frühen Ausstellungsteilnahmen mit 1908 sicher datiert (Abb. 2).[6] Ebenso wurde Schloss Kammer am Attersee II (Abb. 3) spätestens im Sommer 1909 begonnen, da es vor der Teilnahme an der Biennale von Venedig ab Mai 1910 fertiggestellt war.[7] Aus stilistischen Erwägungen wurden als nächste in der Reihe Schloss Kammer am Attersee III bisher mit 1909 oder 1910 angesetzt und Schloss Kammer am Attersee IV (Abb. 4) mit 1909/10 (Liechtenstein und Weidinger) oder 1910 (Dobai und Natter).[8] Der Verkauf von Schloss Kammer am Attersee IV durch die Galerie Miethke im November 1911, kurz nach der Übergabe des Bildes durch Klimt, ist dokumentarisch gesichert.[9] Als letztes Gemälde der Reihe wird Allee zum Schloss Kammer aus stilistischen Gründen weitestgehend unbestritten mit 1912 datiert, obwohl auch hierfür dokumentarische Belege fehlen.[10]

    Aus neu publizierten Quellen geht allerdings hervor, dass Klimt im Sommer 1910 offenbar kein einziges Landschaftsbild beginnen konnte, da er ausschließlich mit den dringend benötigten Entwürfen für den Stocletfries beschäftigt war.[11] Gerade dieser Zeitraum zwischen 1909 und 1911 war allerdings eine Zeit der künstlerischen Neuorientierung. Klimt vollzog einen bewussten Bruch mit dem Stil seiner Goldenen Periode und entwickelte den offeneren und expressiveren Stil der späten Jahre. Die Entwicklung seines Stils bis 1909 zeigt ihren Höhepunkt im Gemälde Park (Durchblick) (Abb. 5). Fünf Sechstel der Bildfläche nimmt die Blätterwand der Baumkronen ein, die als ein flaches Muster aus kleinen, runden, gleichförmig angeordneten Farbflecken in Grün und Blau gestaltet ist. Die Farbe ist dabei sparsam und dünn aufgetragen, die einzelnen Farbflecken hauptsächlich nebeneinander und selten überlappend aufgesetzt. Nach 1910 wird dagegen vor allem in den Landschaften eine intensive Beschäftigung mit neuen Vorbildern wie Vincent van Gogh oder Paul Cézanne spürbar.[12] Die Farbflecken werden größer und unregelmäßiger aufgetragen, dicke Umrisse in schwarzer oder blauer Farbe grenzen nun häufig die Bildgegenstände voneinander ab, Farbe wird stellenweise sehr pastos aufgetragen und Klimts Vorliebe für völlig parallel zur Bildfläche angelegte Kompositionen wechselt nun teilweise mit Perspektiven in starker Tiefenflucht oder betont schräg gestellten Motiven ab. Besonders gut nachvollziehbar ist das in einem Werk wie Allee zum Schloss Kammer mit seiner starken Tiefenperspektive der Allee, den breit mit dem Pinsel gezogenen blauen Umrisslinien der Bäume, dick aufgetragener Farbe in See, Himmel und der Mauer des Schlosses sowie einem sehr lockeren und ungleichförmigen Farbauftrag in den Bäumen (Abb. 6).[13] Tatsächlich sind auch in Schloss Kammer am Attersee III die Merkmale dieses neuen Stils bereits zu finden, so etwa der pastose Farbauftrag bei der Schlossfassade, im Himmel und teilweise auch im Laubwerk der Bäume, das zudem viel ungleichförmiger gemalt ist als in den früheren Gemälden von 1908 und 1909 (Abb. 6) (Abb. 7) (Abb. 8) (Abb. 9).

    Ein weiterer Anhaltspunkt zur Datierung der Bilder von Schloss Kammer blieb bisher unbeachtet: Die Farbe der Dächer des Schlosses ist in den Gemälden auffallend verschieden. Um 1908 war das Schloss vom Industriellen Anton Gassauer erworben worden, der umfangreiche Renovierungsmaßnahmen einleitete.[14] Ältere Ansichten, vor allem kolorierte Ansichtskarten, zeigen das Schloss meist mit den grauen Dächern wie in Klimts früheren Gemälden.[15] Auf späteren Ansichten dagegen ist das Schloss komplett rot eingedeckt, wie es noch in den 1970er Jahren der Fall war. Offenbar wurden die Dächer in den Jahren um 1910 umfassend renoviert und mit roten Schindeln neu gedeckt, wobei der Haupttrakt den Anfang machte und ab etwa 1912 die Seitentrakte folgten. Eine Quelle zu diesem Vorgang ist eine Ansichtskarte nach einem 1911 datierten Aquarell des Schlosstors, das eindeutig den noch grau gedeckten Seitentrakt und den schon rot gedeckten Haupttrakt dahinter zeigt (Abb. 10). Auch zwei kolorierte und im Druck datierte Ansichtskarten von 1910 und 1912 zeigen diesen Zustand (Abb. 11) (Abb. 12).

    Im frühesten von Klimts Bildern aus Kammer, Schloss Kammer am Attersee I (Wasserschloss) von 1908, sind die Dächer des Schlosses allesamt noch grau-braun gedeckt (man beachte im Bild den Kontrast zum rot gedeckten Dach der Kirche von Seewalchen). In Schloss Kammer am Attersee II ist das ebenso der Fall, wobei sich Teile der Dächer über den Nebentrakten orangefarbig abheben, was auf Renovierungsarbeiten hindeuten könnte. Bei Schloss Kammer am Attersee III ist nur mehr das Dach des niedrigen südlichen Seitentrakts grau-braun gedeckt, während das Dach des großen Haupttraktes in leuchtendem Rot erscheint. Bei Schloss Kammer am Attersee IV ist nur ein Teil des südlichen Seitentraktes mit dem östlich anschließenden Schlosstor sichtbar, ebenfalls grau-braun gedeckt, ohne die orangefarbigen Partien wie bei Schloss Kammer am Attersee II. Bei Allee zum Schloss Kammer von 1912 ist das große rote Dach des Haupttrakts gut erkennbar. Ob das niedrige Dach der Seitenflügel neben dem Giebel über dem Tor noch in Grau-Braun erscheint, lässt sich aufgrund der davorstehenden Bäume nicht eindeutig ausmachen.

    Schon durch diese Veränderungen ergibt sich eine neue zeitliche Abfolge, wonach Schloss Kammer am Attersee III jedenfalls nach 1910 anzusetzen ist, was konkret eine Datierung in die Jahre 1911 oder 1912 bedeutet. Demnach wäre auch das von November bis Dezember 1910 in der Galerie Miethke ausgestellte Bild von Schloss Kammer nicht, wie von Johannes Dobai und Weidinger vermutet, dasjenige des Belvedere, sondern entweder Schloss Kammer am Attersee II oder Schloss Kammer am Attersee IV.[16] Tatsächlich scheinen auch die kleinteilige Komposition und der durchgehend dünne Farbauftrag von Schloss Kammer am Attersee IV für eine frühere Datierung in den Sommer 1909 zu sprechen. Man erkennt die mit Bleistift oder schwarzer Kreide angelegte Unterzeichnung der Fensterläden und architektonischen Zierelemente, die durch die dünne gelbe Farbschicht durchscheint. Von der kräftigen und lebhaften Malweise von Schloss Kammer am Attersee III und Allee zum Schloss Kammer, die Klimts Landschaften ab 1911 von den früheren Arbeiten deutlich unterscheidet, ist noch nichts zu bemerken.

    Die spätere Datierung von Schloss Kammer am Attersee III wird durch die stilistische Nähe zum 1914 gemalten Forsthaus in Weißenbach I (Landhaus am Attersee) zusätzlich gestützt. Vergleichbar sind die kompositorische und koloristische Verschränkung von Architektur und Vegetation, die leicht schräg gestellte Grundlinie des Hauses und der obere Abschluss des Bildes mit dem großen Dach.

    Anmerkungen

    Anselm Wagner, „Aspekte der Landschaft bei Gustav Klimt“, in: Inselräume. Teschner, Klimt & Flöge am Attersee (Ausst.-Kat. Vereinigung „Secession LXXXVIII“, Villa Paulick, Seewalchen), Wien 1988, S. 54–58.

    Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 452. Carl Moll erwähnt in seinen Memoiren, dass ihm Klimt erklärt habe, wie er Landschaften wie Kirche in Unterach vom Boot aus mit dem Opernglas aufgenommen habe: Carl Moll, Jahrhundertwende. Aus den Erinnerungen eines Wiener Malers, o. J. [1942], ungedrucktes Typoskript, Kunsthaus Zürich, S. 106.

    https://gkdb.link/1772-4856; https://gkdb.link/9862-3067 (beide zuletzt besucht am 5.1.2026).

    Sandra Tretter / Peter Weinhäupl (Hg.), Gustav Klimt. Sommerfrische am Attersee, Wien 2015, S. 62; Stefan Koja, „Die Sommer in Kammer am Attersee“, in: ders. (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften, (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2002, S. 97.

    Carl Moll, Jahrhundertwende. Aus den Erinnerungen eines Wiener Malers, o. J. [1942], ungedrucktes Typoskript, Kunsthaus Zürich, S. 106.

    https://gkdb.link/5837-3013 (zuletzt besucht am 5.1.2026).

    https://gkdb.link/2458-7840 (zuletzt besucht am 5.1.2026).

    https://gkdb.link/7614-3323 (zuletzt besucht am 5.1.2026); Emil Pirchan datierte alle ihm bekannten Ansichten des Schlosses ins Jahr 1911, mit Ausnahme der Allee zum Schloss Kammer, das er auf 1906 datierte: Emil Pirchan, Gustav Klimt, Wien 1956 (veränderte Neuauflage), S. 54f.

    Tobias G. Natter, Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne (Ausst.-Kat. Jüdisches Museum der Stadt Wien), Wien 2003, S. 255, Nr. 1023.

    https://gkdb.link/7769-4852 (zuletzt besucht am 5.1.2026).

    Klimt klagte in einem Brief an Fritz Waerndorfer von etwa Ende August 1910, dass er am Attersee „fleißiger denn je“ arbeite, aber „immer Stoclet und Stoclet“, und dass er „noch keine einzige Landschaft begonnen“ habe, was ihn „viel Geld“ koste; zit. in Hansjörg Krug, „Gustav Klimt selbstredend“, in: Tobias G. Natter, Gustav Klimt, Köln 2012, Ausgabe XXL, S. 500, Nr. 153. Waerndorfer berichtete wiederum am 21. September 1910 an Adolphe Stoclet, dass Klimt „den ganzen Sommer sehr brav nur für Sie gearbeitet“ habe; zit. in Alfred Weidinger, „100 Jahre Palais Stoclet – Neues zur Baugeschichte und künstlerischen Ausstattung“, in: ders. / Agnes Husslein-Arco (Hg.), Gustav Klimt – Josef Hoffmann. Pioniere der Moderne (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München et al. 2011, S. 224–225. Natürlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Angaben nicht ganz ehrlich waren und dennoch die eine oder andere Landschaft zumindest für eine spätere Ausführung entworfen wurde.

    Markus Fellinger, „Gustav Klimts Rezeption der internationalen Moderne“, in: Stella Rollig / Markus Fellinger / Emilie Gordenker / Edwin Becker (Hg.), Klimt. Inspired by Van Gogh, Rodin, Matisse (Ausst.-Kat. Van Gogh Museum, Amsterdam; Belvedere, Wien), München et al. 2022, S. 85–88; Renske Suijver, „Stilisierte Landschaften. Klimts Naturerleben im Rahmen“, in: ebd., S.189–194.

    Ebd.

    Roman Sandgruber, Traumzeit für Millionäre. Die 929 reichsten Wienerinnen und Wiener im Jahr 1910, Wien / Graz / Klagenfurt 2010, S. 347, Nr. 350.

    Die farbige Wiedergabe in kolorierten Ansichtskarten kann nicht in allen Fällen als naturgetreu vorausgesetzt werden und ist daher mit Vorbehalt zu beurteilen.

    Gustav Klimt. November–Dezember 1910 (Ausst.-Kat. Galerie H. O. Miethke, Wien), Wien 1910, Kat.-Nr. 6, https://gkdb.link/8713-1637 (zuletzt besucht am 5.1.2026); Schloss Kammer I und II waren zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft, allerdings erwähnt eine Rezension von Bertha Zuckerkandl, dass vieles schon im gleichen Jahr auf der Biennale in Venedig ausgestellt war, wo Schloss Kammer II als Leihgabe von Dr. Hermann Eissler gezeigt wurde (Bertha Zuckerkandl, „Gustav Klimt“, in: Wiener Allgemeine Zeitung, 24.11.1910, S. 4). Zuckerkandl bestätigt auch, dass alle gezeigten Werke in den Jahren 1908/09 entstanden, weil Klimt 1910 fast ausschließlich mit den Entwürfen zum Stocletfries beschäftig war.


    Abbildungen

    • [1] Archiv des Belvedere, Wien, Zl. 143/1919. Übernahme von 6 Klimt-Gemälden aus der Sammlung Bloch-Bauer durch die Österreichische Staatsgalerie am 12.4.1919..
    • [2] 1925 Tod von Adele Bloch-Bauer.
    • [3] Archiv des Belvedere, Wien, Zl. 399/1941. Abgabe im Tauschweg an Rechtsanwalt Erich Führer, kommissarischer Vermögensverwalter von Ferdinand Bloch-Bauer.
    • [4] Archiv Klimt-Foundation, Wien. 1942 Verkauf von Erich Führer an Ingeborg Anna Ucicky, Wien.
    • [5] Archiv Klimt-Foundation, Wien. Weihnachten 1942, Schenkung von Ingeborg Anna Ucicky an ihren Ehemann Gustav Ucicky.
    Further Notes

    Monika Mayer ORCID logo und Markus Fellinger ORCID logo

    Es ist nach wie vor ungeklärt, wann und wo der erste bekannte Besitzer Ferdinand Bloch-Bauer das Bild erworben hat. Möglich, wenn auch unwahrscheinlich, bleibt dadurch, dass eine andere Person Erstbesitzer*in gewesen sein könnte. Nicht unwahrscheinlich scheint, dass das Bild zu den beiden Ansichten von Schloss Kammer zählte, die 1912 in der Großen Kunstausstellung in Dresden als Leihgaben aus Privatbesitz präsentiert wurden.[1] Sehr wahrscheinlich wurde das Bild im Sommer 1918 in einer Ausstellung in Zürich gezeigt.[2] Der Katalog bezeichnet es als in Privatbesitz befindlich, die Ausstellung beinhaltete aber offenbar sämtliche damals im Besitz des Ehepaares Bloch-Bauer befindlichen Gemälde.[3] Das Bild ist im Jahr 1919 im Besitz des Ehepaares Bloch-Bauer nachweisbar, als dieses seine sechs Klimt-Gemälde als Leihgaben für die Sammlung der Staatsgalerie im Unteren Belvedere zur Verfügung stellte.[4] Im Testament Adele Bloch-Bauers vom 19. Jänner 1923 ist es ebenfalls dokumentiert. Sie drückte darin die Bitte an ihren Ehemann aus, die „2 Porträts und die 4 Landschaften von Gustav Klimt nach seinem Tode der österr. Staatsgalerie […] zu hinterlassen“.[5] Nach dem frühen Tod Adeles im Jänner 1925 beließ Ferdinand Bloch-Bauer die Klimt-Gemälde in ihrem Zimmer im Haus des Ehepaars in der Elisabethstraße 18 in Wien, das er als Gedenkzimmer an seine Frau unverändert belassen wollte. Das Bild Schloss Kammer am Attersee III widmete Ferdinand Bloch-Bauer 1936 schon zu Lebzeiten der Österreichischen Galerie, während die übrigen Bilder weiter in seinem Eigentum verblieben.[6] Den Grund dafür nennt der Direktor der Österreichischen Galerie in der NS-Zeit Bruno Grimschitz in einer späteren Stellungnahme vom 1. März 1948.[7] Ein neues Porträt von Ferdinand, das von Oskar Kokoschka 1936 gemalt worden war, wurde an Stelle der Klimt-Landschaft im Gedenkzimmer aufgehängt, worauf er die von Adele erbetene Widmung schon vor seinem Ableben gewährte.

    Der Aufenthalt des Gemäldes im Belvedere währte aber nur kurz, denn 1941 wurde das Bild im Zuge eines dubiosen Tausches mit Rechtsanwalt Erich Führer, dem kommissarischen Vermögensverwalter des in die Schweiz geflohenen Ferdinand Bloch-Bauer, im Gegenzug zur Übergabe der Bilder Adele Bloch-Bauer I und Apfelbaum I an diesen abgetreten.[8] Führer hatte mitgeteilt, dass er „in Vollzug der szt. letztwilligen Verfügung der Frau Adele Bloch-Bauer die bisher in der Wohnung des Herrn Bloch-Bauer aufbewahrten Bilder […] Damenbildnis [Adele Bloch-Bauer I, Anm. d. Verf.] und […] Obstgarten [Apfelbaum I, Anm. d. Verf.] den testamentarischen Bestimmungen zufolge der Modernen Galerie zur Verfügung“ stelle.[9] Im Inventarbuch der Österreichischen Galerie wurde unter der 1936 vergebenen Inventarnummer von Schloss Kammer am Attersee III (Nr. 3342) das Gemälde Apfelbaum I eingetragen. 1942 verkaufte Erich Führer die Landschaft an Ingeborg Anna Ucicky, die erste Ehefrau des Filmregisseurs Gustav Ucicky, um 6.000 RM: Der mutmaßlich älteste uneheliche Sohn von Gustav Klimt erhielt das Gemälde als Geschenk zu Weihnachten 1942.

    1949 wurde das Bild von diesem im Zuge eines Rückstellungsvergleichs „in das Eigentum der Österreichischen Galerie“ übergeben; ergänzend wurden drei weitere Klimt-Bilder dem Museum „als Schenkung auf den Todesfall“ gewidmet.[10] Bedingung Ucickys war, dass Schloss Kammer am Attersee III ihm nach der Inventarisierung auf Lebensdauer leihweise überlassen wurde. Nach seinem Tod 1961 gelangte das Landschaftsbild als Vermächtnis Gustav Ucickys „zum Gedenken an seinen Vater Gustav Klimt“ an das Museum.[11]

     

    Anmerkungen

    Dresden 1912. Große Kunstausstellung im städtischen Ausstellungspalast (Ausst.-Kat. Städtischer Ausstellungspalast, Dresden), Dresden 1912, Kat.-Nr. 1830 (Schloss am See, Privatbesitz), Kat.-Nr. 1831 (Schloss-Kammer, Privatbesitz).

    Ein Jahrhundert Wiener Malerei (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Zürich 1918, vermutlich Kat.-Nr. 65.

    Ebd., Kat.-Nrn. 63–67.

    Archiv des Belvedere (AdB), Wien, Zl. 143/1919, Übernahme von 6 Klimt-Gemälden aus der Sammlung Bloch-Bauer in die Verwahrung der Österreichischen Staatsgalerie, Übernahmebestätigung Franz Martin Haberditzl, 12.4.1919.

    Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA), Persönlichkeiten, A1_B35_1, Testament Adele Bloch-Bauer, 19.1.1923.

    AdB, Wien, Zl. 483/1936, Übernahmebestätigung Franz Martin Haberditzl, 24.11.1936. Inventarisiert unter Inv.-Nr. 3342.

    AdB, Wien, Zl. 568/1948, Bruno Grimschitz, Stellungnahme zur Erwerbungsfrage der Gemälde von Gustav Klimt aus dem Besitze der verstorbenen Frau Adele Bloch Bauer, übermittelt an Direktor Karl Garzarolli-Thurnlackh,1.3.1948.

    AdB, Wien, Zl. 399/1941, Schreiben von Erich Führer an Bruno Grimschitz, 3.10.1941.

    Ebd.

    AdB, Wien, Zl. 69/1949, Rückstellungsvergleich Gustav Ucicky mit der Österreichischen Galerie, 21.4.1949: „Herr Gustav Ucicky verpflichtet sich, folgende drei in seinem Eigentum stehenden Bilder Gustav Klimt’s als Schenkung auf den Todesfall der Österreichischen Galerie zu widmen: a) ‚Die Birken‘, 80 x 80 cm, Öl auf Leinwand [2001 an die Erben nach Hermine Lasus restituiert], b) ‚Ein Apfelbaum‘, 80 x 80 cm, Öl auf Leinwand [2001 fälschlicherweise an die Erben nach Nora Stiasny restituiert], c) ,Damenkopf‘, 34 x 43 cm, Öl auf Karton [2004 an die Erben nach Bernhard Altmann restituiert].“ Siehe dazu auch Hubertus Czernin, Die Fälschung. Der Fall Bloch-Bauer, Wien 1999, Bd. 2, S. 359–363.

    AdB, Wien, Zl. 599/1961.

    Contact Provenance Research

    Exhibitions of the Belvedere

    Exhibitions

    • Möglicherweise: Dresden 1912. Große Kunstausstellung im städtischen Ausstellungspalast, Städtischer Ausstellungspalast, Dresden 1.5–15.10.1912
    • Wahrscheinlich: Ein Jahrhundert Wiener Malerei, Kunsthaus Zürich 12.5.–16.6.1918
    • 99. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung, Secession, Wien 27.6.–5.8.1928
    • Austria in London. Austrian National Exhibition of Industry, Art, Travel, Sport, Dorland Hall, London 16.4.–12.5.1934
    • 137. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Kaiser Franz Joseph Ausstellung. Bildende Kunst der Francisco-Josephinischen Epoche, Secession, Wien Mai–Oktober 1935
    • Gustav Klimt. Ausstellung (Gedächtnisausstellung), Ausstellungshaus Friedrichstraße (Secession), Wien 7.2.–14.3.1943
    • Österreichische Landschaftsmalerei von Schindler bis Klimt, Akademie der bildenden Künste, Wien 1955
    • Experiment Weltuntergang. Wien um 1900, Hamburger Kunsthalle, Hamburg 10.4.–31.5.1981
    • Traum und Wirklichkeit. Wien 1870–1930, Museen der Stadt Wien 28.3.–6.10.1985
    • Wien um 1900. Klimt, Schiele und ihre Zeit, Sezon Museum of Modern Art, Karuizawa 7.10.–5.12.1989
    • Wien 1900. Kunst og Design, Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk 26.1.–14.4.1991
    • Gustav Klimt, Międzynarodowe Centrum Kultury w Krakowie, Pałac Sztuki, Krakau 9.6.–12.7.1992
    • Gustav Klimt, Kunsthaus Zürich 11.9.–13.12.1992
    • Viena 1900, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid 6.10.1993–17.1.1994
    • Impressionistische Naturschilderung in der österreichischen Landschaftsmalerei von 1870 bis zur frühen Moderne, Fuji Art Museum, Tokyo 28.10.–8.12.1996
    • Impressionistische Naturschilderung in der österreichischen Landschaftsmalerei von 1870 bis zur frühen Moderne, Suntory Museum, Osaka 14.12.1996–2.2.1997
    • Impressionistische Naturschilderung in der österreichischen Landschaftsmalerei von 1870 bis zur frühen Moderne, Sogo Museum, Chiba 8.2.–3.3.1997
    • L’Abbraccio di Vienna. Klimt, Schiele e i capolavori del Belvedere, Villa Olmo, Como 15.3.–20.7.2008
    • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Tokyo Metropolitan Art Museum, Tokyo 23.04.–10.07.2019
    • Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900, Toyota Municipal Museum of Art, Toyota 23.07.–14.10.2019

      Werkverzeichnisse

    • Marie-José Liechtenstein, „Gustav Klimt und seine oberösterreichischen Salzkammergutlandschaften“, in: Oberösterreichische Heimatblätter, 5. Jg., Heft 3/4, Juli–Dezember 1951, Linz 1951, WVZ-Nr. 33 (Schloss Kammer am Attersee II [sic!], um 1909/10)
    • Johannes Dobai, Das Frühwerk Gustav Klimts, ungedruckte Diss. Universität Wien, 1958, Bd. 2, WVZ-Nr. 151 (Schloss Kammer am Attersee II [sic!], um 1910)
    • Johannes Dobai, „Œuvrekatalog der Gemälde“, in: Fritz Novotny / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, WVZ-Nr. 171 (Schloss Kammer am Attersee III, 1910)
    • Alfred Weidinger / Michaela Seiser / Eva Winkler, „Kommentiertes Gesamtverzeichnis des malerischen Werkes“, in: Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt, München et al. 2007, WVZ-Nr. 201 (Schloss Kammer am Attersee III, 1909/10)
    • Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, WVZ-Nr. 190 (Schloss Kammer am Attersee III, 1910)
    • Klimt-Foundation, Wien (Hg.): Gustav Klimt-Database, 2022 – laufend, https://gkdb.link/6188-4799 (Schloss Kammer am Attersee III, 1910)
    • Literatur

    • Dresden 1912. Große Kunstausstellung im städtischen Ausstellungspalast (Ausst.-Kat. Städtischer Ausstellungspalast, Dresden), Dresden 1912, möglicherweise Kat.-Nr. 1830 (Schloss am See, Privatbesitz) oder Kat.-Nr. 1831 (Schloss-Kammer, Privatbesitz)
    • Ein Jahrhundert Wiener Malerei (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Zürich 1918, wahrscheinlich Kat.-Nr. 65 (Schloss Kammer)
    • Mitteilungen aus der Österreichischen Staatsgalerie, Heft 4/5, Juni 1921: Verzeichnis der Neuerwerbungen 1918–1921 und der gleichzeitig ausgestellten Kunstwerke, Kat.-Nr. 53 (Leihgabe aus Privatbesitz)
    • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Klimt-Gedächtnis-Ausstellung (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1928, Kat.-Nr. 62 (Landschaft)
    • Austria in London. Austrian National Exhibition of Industry, Art, Travel, Sport (Ausst.-Kat. Dorland Hall, London), London 1934, Kat.-Nr. 48
    • Verein der Museumsfreunde in Wien (Hg.), CXXXVII. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession. Kaiser Franz Joseph Ausstellung. Bildende Kunst der Francisco-Josephinischen Epoche (Ausst.-Kat. Secession, Wien), Wien 1935, Kat.-Nr. 68
    • Moderne Galerie in der Orangerie des Belvedere (Slg.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), 10. Auflage, April 1937, Kat.-Nr. 75a (Schloss Kammer am Attersee II [sic!], Widmung von Adele und Ferdinand Bloch-Bauer)
    • Gustav Klimt. Ausstellung (Ausst.-Kat. Ausstellungshaus Friedrichstraße, Wien), Wien 1943, Kat.-Nr. 8
    • Ludwig Münz (Hg.), Österreichische Landschaftsmalerei von Schindler bis Klimt (Ausst.-Kat. Akademie der bildenden Künste, Wien), Wien 1955, Kat.-Nr. 142, Abb. am Cover
    • Gustav Klimt. 29 Gemälde, ausgestellt im Oberen Belvedere aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie, Wien), Wien 1962, Kat.-Nr. 22
    • Fritz Novotny, „Einführung“, in: ders. / Johannes Dobai, Gustav Klimt, hg. von Friedrich Welz, Salzburg 1967, S. 64
    • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 450–452
    • Werner Hofmann, Gustav Klimt und die Wiener Jahrhundertwende, Salzburg 1970, Taf. 52
    • Johannes Dobai, „Die Landschaft aus der Sicht von Gustav Klimt. Ein Essay“, in: Mitteilungen der Österreichischen Galerie Wien, 22./23. Jg., Nr. 66/67, 1978/79: Klimt-Studien, S. 262
    • Johannes Dobai, Gustav Klimt. Die Landschaften, Salzburg 1981, S. 28–29, Taf. 32
    • Werner Hofmann (Hg.), Experiment Weltuntergang. Wien um 1900 (Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle), München 1981, Kat.-Nr. 8, Farbtafel VI auf S. 25
    • Robert Waissenberger (Hg.), Traum und Wirklichkeit. Wien 1870–1930 (Ausst.-Kat. Historisches Museum der Stadt Wien im Künstlerhaus), Wien 1985, Kat.-Nr. 15/5/21, Abb. S. 501
    • Wien um 1900. Klimt, Schiele und ihre Zeit (Ausst.-Kat. Sezon Museum of Modern Art, Karuizawa), Tokyo 1989, Kat.-Nr. 103, Abb. S. 154
    • Alfred Weidinger, Neues zu den Landschaftsbildern Gustav Klimts, ungedruckte Diplomarbeit Universität Salzburg 1992, S. 114
    • Serge Sabarsky (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Międzynarodowe Centrum Kultury w Krakowie, Pałac Sztuki, Krakau), Krakau 1992, ohne Nr., Abb.
    • Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Stuttgart 1992, S. 160f., Kat.-Nr. G 45
    • Christina Torra (Hg.), Viena 1900 (Ausst.-Kat. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid), Madrid 1993, Kat.-Nr. 349, Abb. S. 192
    • Gerbert Frodl / Stephan Koja / Tatsuo Takakura (Hg.), Impressionistische Naturschilderung in der österreichischen Landschaftsmalerei von 1870 bis zur frühen Moderne (Ausst.-Kat. Fuji Art Museum, Tokyo; Suntory Museum, Osaka; Sogo Museum, Chiba), Tokyo 1996, Kat.-Nr. 45, S. 122, Abb. am Cover
    • Hubertus Czernin, Die Fälschung, Wien 1999, Bd. 1, S. 208–213, Bd. 2, S. 359–363
    • Stephan Koja (Hg.), Gustav Klimt. Landschaften (Ausst.-Kat. Österreichische Galerie Belvedere, Wien), München et al. 2002, S. 225, Taf. 36 auf S. 105
    • Sophie Lillie, Was einmal war. Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens, Wien 2003, S. 203–208
    • Sophie Lillie / Georg Gaugusch, Portrait of Adele Bloch-Bauer, New York [2007], S. 66, 72, 80
    • Erhard Stöbe, „Gedanken zu Gustav Klimts Maltechnik – Die Werkzeuge seines künstlerischen Anliegens“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 103–104, Abb. 6
    • Stephan Koja / Andreas Kugler, „,Ich glaube aber, es dem Andenken meines treuen Freundes Klimt schuldig zu sein …‘. Die beiden Portraits der Adele Bloch von Gustav Klimt“, in: Belvedere. Zeitschrift für bildende Kunst, Sonderband Gustav Klimt, 2007, S. 184–191
    • Sergio Gaddi (Hg.), Lʼabbraccio di Vienna. Klimt, Schiele e i capolavori del Belvedere (Ausst.-Kat. Villa Olmo, Como), Mailand / Wien 2008, Kat.-Nr. 49, Abb. S. 141.
    • Evelyn Benesch, „Die Landschaften. Eine re-konstruierte Natur“, in: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt, Köln 2012, Ausgabe XXL, S. 273, Abb. S. 318
    • Sandra Tretter / Peter Weinhäupl, „‚Ich sehne mich hinaus wie noch nie‘. Klimts Sommerfrische am Attersee“, in: Tobias G. Natter / Franz Smola / Peter Weinhäupl (Hg.), Klimt Persönlich. Bilder – Briefe – Einblicke (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien), Wien 2012, S. 78, Abb. S. 76
    • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger (Hg.), Gustav Klimt. 150 Jahre (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), Wien 2012, S. 220–223, Kat.-Nr. 76 (Alfred Weidinger)
    • Agnes Husslein-Arco / Stephan Koja (Hg.), Im Lichte Monets. Österreichische Künstler und das Werk des großen Impressionisten (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München 2014, S. 248, Abb. S. 73
    • Stephan Koja „,Darf man eigentlich so malen?‘. Das Werk Claude Monets als beständige Quelle der Inspiration“, in: Agnes Husslein-Arco / Stephan Koja (Hg.), Im Lichte Monets. Österreichische Künstler und das Werk des großen Impressionisten (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien), München 2014, S. 71-73
    • The Asahi Shimbun (Hg.), Gustav Klimt. Vienna – Japan 1900 (Ausst.-Kat. Tokyo Metropolitan Art Museum; Toyota Municipal Museum of Art), Tokyo 2019, Kat.-Nr. 92, S. 188–191
    Restoration

    Stefanie Jahn ORCID logo

    In sanften Gelbtönen schimmert das Schloss Kammer zwischen den hochgewachsenen Bäumen hindurch. Diese säumen gemeinsam mit einigen Büschen das Ufer des Attersees, welcher das untere Bilddrittel einnimmt. Die Anlage für dieses stimmungsvolle Werk wurde auf einer mit Imprimitur versehenen hellen Grundierung mittels Stift (vermutlich Grafit) und Kohle geschaffen. Wie die Infrarotreflektografie sichtbar macht, wurde die gesamte Zeichnung sehr präzise erfasst. Dies bestätigt auch der Vergleich mit der schlussendlichen Darstellung: Es kam nur zu minimalen Abweichungen. Des Weiteren ist zu bemerken, dass die Unterzeichnung unterschiedliche Funktionen erfüllte: Sie diente einerseits formgebend, um die Darstellung des Schlosses und der Landschaft zeichnerisch mit den dazugehörigen Details wie beispielsweise Fenstern oder Dachziegeln zu erfassen, und andererseits dazu, bestimmte Zonen im Bild mit inhaltlichen Informationen für die darauffolgende Malphase zu versehen. So finden sich z. B. im Bereich der Wasserfläche rasch gezogene vertikale Wellenlinien (Abb. 1). Der Künstler hielt auf diese knappe Art fest, dass diese Partie des Gemäldes einen Ausschnitt des Attersees darstellen soll.

    Die Ausarbeitung des Werks mit Ölharzfarben geschah zunächst mit dünnflüssigem Farbauftrag und unterschiedlich breiten Pinseln. In vielen Bereichen wurden dabei absichtlich die Grundierung und die Unterzeichnung sichtbar gelassen, damit sie in die Bildwirkung miteinfließen können. Zum Teil wurde die Unterzeichnung sogar nachträglich vom Künstler nachgezogen – ein deutliches Zeichen für die Relevanz der Zeichnung als Gestaltungselement (Abb. 2). Auf die dünnen Ölharzfarben legte Klimt anschließend sehr pastose Details wie z. B. Blüten oder Blätter. Diese setzte er gekonnt mit wenigen Pinselstrichen auf die Leinwand (Abb. 3). Die Farben hierfür mischte er bereits auf seiner Palette.